Clubhouse-App: Was steckt hinter dem Hype?

Eine Mischung aus Podcast und Telefonkonferenz: Das neue soziale Netzwerk Clubhouse verspricht, Diskussionen im Internet wieder ergiebiger zu gestalten. Das soll funktionieren, indem Menschen wirklich miteinander reden – statt nur zu tippen. Mit diesem innovativen Ansatz und einem cleveren Marketingkonzept hat Clubhouse binnen weniger Wochen für Furore gesorgt. Wir erklären, was wirklich hinter der Smartphone-Anwendung steckt und warum Sie eine Einladung brauchen, um mitzumachen.

Was ist Clubhouse?

In erster Linie ist Clubhouse ein kostenloses soziales Netzwerk, auf das Nutzer per Smartphone-App zugreifen. Während bei Facebook und Twitter allerdings in erster Linie Text, Bild und Videos dominieren, ist Clubhouse als Audio-only-App gedacht. Statt zeitversetzt miteinander zu schreiben und damit viele Missverständnisse zu erzeugen, soll man direkt miteinander sprechen können. Und andere interessierte Nutzer hören dabei zu. Die Inhalte bei Clubhouse bewegen sich zwischen interessanten Vorträgen, hitzigen Diskussionen und Business Networking.

Erdacht haben die App zwei Silicon-Valley-Veteranen: Paul Davison hat bereits Erfahrungen bei Pinterest sammeln können und Rohan Seth arbeitete zuvor bei Google. Gemeinsam haben sie die Firma Alpha Exploration Co. gegründet, die nun für die Weiterentwicklung der App zu ständig ist. Die erste Version der App wurde im Frühjahr 2020 im AppStore von Apple veröffentlicht. Während sich zunächst nur IT-Insider und Investoren für Clubhouse interessierten, ist im Zuge der COVID-19-Pandemie und Social Distancing die App immer populärer geworden.

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Wie funktioniert die Clubhouse-App?

Die App ist vergleichsweise minimalistisch aufgebaut. Der Fokus liegt auf Räumen, die von Nutzern eröffnet werden können, um dort mit anderen Mitgliedern zu sprechen. Die Idee ist, dass weitere Nutzer dann diese Räume betreten und dem Gespräch der anderen zuhören. Möchte man sich an der Diskussion beteiligen oder eine Frage stellen, hebt man die virtuelle Hand. Moderatoren können darauf reagieren und den Ton der Interessenten kurzzeitig freischalten.

Demnach gibt es in Clubhouse-Räumen drei verschiedene Rollen:

  • „Speaker“ (Sprecher) unterhalten sich und können von allen gehört werden.
  • „Moderators“ (Moderatoren) verwalten, wer laut sprechen darf, und können andere Nutzer ebenfalls zu Moderatoren machen.
  • „Listeners“ (Zuhörer/Publikum) folgen dem Gespräch stumm und müssen erst die Hand heben und zugelassen werden, bevor sie reden dürfen.

Gespräche finden bei Clubhouse synchron (also nicht zeitversetzt wie in vielen anderen Internet-Situationen) statt. Inhalte werden damit grundsätzlich live produziert und können auch nicht nachträglich abgerufen werden. Damit man interessante Gespräche nicht verpasst, gibt es eine Kalenderfunktion. Organisatoren einer Diskussion können einen Termin erstellen, den sich andere Nutzer dann eintragen können. Damit weist die neue App Ähnlichkeiten zu Twitch auf: Die Plattform bietet nicht nur Live-Streams zu Computerspielen, sondern überzeugt die Fans auch durch die Gespräche der Streamer.

Da Clubhouse auch ein soziales Netzwerk ist, darf die Freundesliste nicht fehlen. Abhängig von den Interessen der Kontakte zeigt die App auf der Startseite Vorschläge für Räume an. Die Idee ist: Was Ihren Freunden gefällt, dafür interessieren auch Sie sich. Ähnlich wie bei Facebook und anderen Social-Media-Lösungen steckt also auch bei Clubhouse ein Algorithmus im Hintergrund. Nach und nach kann man aber auch eigene Interessensgebiete definieren und so die Startseite beeinflussen oder sich durch Themenbereiche klicken.

Fakt

Zurzeit (Januar 2021) ist Clubhouse ausschließlich für iOS-Geräte verfügbar. Der Hersteller hat aber bereits angekündigt, schnell eine Android-Version nachzuliefern.

Clubhouse-Hype erklärt

Die Clubhouse-App blieb zunächst einige Wochen lang vollkommen unbekannt – zumindest was die Nutzerzahlen angeht. Schon früh konnten die Gründer trotz mangelnder Mitgliederzahl hohe Investitionssummen einstreichen. Das hat wohl nicht nur die technische Weiterentwicklung garantiert, sondern auch eine sehr erfolgreiche Marketingstrategie hervorgebracht.

Wie ist die App populär geworden? Zum einen konnte man Prominente auf die Plattform locken. So sind beispielsweise Oprah Winfrey oder der Rapper Drake bei Clubhouse angemeldet. Auch in Deutschland haben sich zahlreiche TV-Sternchen, Influencer und hochrangige Politiker für das neue soziale Netzwerk entschieden. Das hat einen Pull-Effekt erzeugt – der gleichzeitig absichtlich ausgebremst wurde.

Denn zum anderen setzen die Gründer (zumindest anfänglich) auf künstliche Verknappung: Um Mitglied bei Clubhouse werden zu können, müssen Sie von einem anderen Nutzer eingeladen werden. Jedem neuen Mitglied stehen zunächst nur zwei Einladungen zur Verfügung. Erst wenn man sich auf der Plattform einbringt, kann man weitere Freunden zur Mitgliedschaft verhelfen.

Der Hype um die Clubhouse-App erklärt sich demnach durch intelligentes Aufbauen von FOMO: Fear of missing out. Die Sorge, eine wichtige Entwicklung zu verpassen und nicht als Early Adopter dabei zu sein, führt zu einem gesteigerten Interesse an dem sozialen Netzwerk. Gleichzeitig sorgt das langsame Wachstum aber auch dafür, Server und Mitarbeiter von Alpha Exploration Co. nicht auf einen Schlag zu überlasten. Immerhin befindet sich die App noch im Beta-Stadium.

Tipp

Während es manche nicht abwarten können, Teil des neuen Netzwerks zu sein, setzt bei anderen ein gegenteiliges Gefühl ein: JOMO – Joy of missing out – beschreibt den Zustand, froh darüber zu sein, an etwas nicht beteiligt zu sein.

Wie kommt man an eine Clubhouse-Einladung?

Sie möchten auch zu Clubhouse? Dann brauchen Sie eine Einladung – oder Sie tragen sich in eine undurchsichtige Warteliste ein. Ein Eintrag in der Liste sorgt immerhin dafür, dass man sich seinen gewünschten Benutzernamen sichern kann. Dann muss man hoffen, dass ein Freund (in dessen Telefonbuch auf dem Smartphone man als Kontakt gespeichert ist) bereits bei Clubhouse angemeldet ist und dem Antrag zustimmt. Dafür muss der Nutzer auch nicht eine seiner kostbaren Einladungen investieren.

Schneller geht es natürlich, wenn man direkt von einer anderen Person eingeladen wird. Da aber jeder Nutzer zu Anfang nur über zwei mögliche Einladungen verfügt, ist die Wahrscheinlichkeit, zu den Auserkorenen zu gehören, relativ gering. Deshalb haben sich manche Menschen bereits findige Lösungen ausgedacht: In Deutschland war vor allem der Podcast Doppelgänger Tech Talk dafür verantwortlich, dass das Wachstum zugenommen hat. In Ihrem Podcast haben die beiden Tech-Experten Philipp Glöckler und Philipp Klöckner dazu aufgerufen, sich in einer Telegram-Gruppe anzumelden, um sich dort dann gegenseitig Einladungen zu verschicken.

Andere versuchen bereits, aus dem System Gewinn zu schlagen: Besonders auf eBay verkaufen findige Nutzer Clubhouse-Einladungen für zum Teil über $100.

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Kritik an Clubhouse

Während Clubhouse Wachstumsrekorde bricht und immer beliebter wird, werden bereits unterschiedlichste Kritiker laut. Besonders Probleme mit dem Datenschutz werden immer deutlicher. Meldet man sich bei der App an, gibt man sein privates Telefonbuch frei. Nur so kann das Invite-System funktionieren. Dabei gehen Daten von Dritten an die Plattform, ohne dass diese Personen dazu ihre Zustimmung gegeben haben. Dadurch könnte Clubhouse Schattenprofile für Menschen anlegen, die sich gar nicht für die App interessieren. Dies und die Tatsache, dass die Datenschutzbestimmungen nicht ausreichend klar formuliert sind, widerspricht – so die Meinung mehrerer Datenschützer – der Datenschutz-Grundverordnung (DSGVO).

Umstritten ist auch der Umgang mit Hate Speech und Fake News. Die App vermittelt den Eindruck einer geschlossenen Gesellschaft, einem Gespräch hinter verschlossenen Türen. Und tatsächlich gibt es vom Unternehmen selbst auch (noch) keinerlei Überwachung der Inhalte. Es liegt an den Moderatoren der Räume (selbst nur einfache Nutzer), die Gespräche in einem zivilen Ton zu halten. Das funktioniert nur bedingt: Besonders aus den USA kommen die ersten Beschwerden über Antisemitismus, Rassismus und Sexismus. Die App-Entwickler haben darauf reagiert und fertigen nun wohl temporäre Mitschnitte an, die nach einer Beschwerde überprüft werden können. Für Nutzer selbst ist die Aufzeichnung der Gespräche übrigens verboten.

Fazit

Clubhouse schließt eine Lücke zwischen Podcasts und sozialen Netzwerken. Sind passende Nutzer zusammen in einem Raum, können ergiebige Gespräche entstehen. Zuletzt war Social Media eher für destruktive und nicht zielführende Diskussionen bekannt. Die Zukunft wird zeigen, ob Clubhouse es schafft, langfristig Diskussionsgruppen aus Telegram oder anderen WhatsApp-Alternativen auf die eigene Plattform zu holen. Das kann aber vermutlich nur funktionieren, wenn Kritikpunkte wie der mangelhafte Datenschutz behoben werden – und man die App für alle Nutzer freigibt.


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