Ein um­fang­rei­ches Mo­ni­to­ring sollte die Basis jeder Social-Media-Marketing-Strategie sein. Dennoch ver­zich­ten immer noch viele Un­ter­neh­men auf die wert­vol­len In­for­ma­tio­nen, die man durch die um­fas­sen­de Be­ob­ach­tung von nut­zer­ge­ne­rier­ten Inhalten im Social Web gewinnen kann. Man erfährt nicht nur Genaueres über die eigene Ziel­grup­pe und deren Vorlieben, sondern gewinnt auch Infos über Mul­ti­pli­ka­to­ren und In­flu­en­zern (Mei­nungs­ma­cher).

Was ist Social-Media-Mo­ni­to­ring (SMM)?

Die Social Media sind für Un­ter­neh­men wichtige Quellen, um mehr über die Ziel­grup­pe und po­ten­zi­el­le Kunden zu erfahren. Beim Social-Media-Mo­ni­to­ring werden die sozialen Netzwerke gezielt nach diesen In­for­ma­tio­nen durch­sucht und die re­le­van­ten Inhalte aus­ge­wer­tet. Die Analyse erfolgt mithilfe von so­ge­nann­ten Keyword-Sets (Schlag­wort­grup­pen), nach denen in zahllosen Blogs, Foren, Social Networks, Com­mu­ni­tys und Be­wer­tungs­por­ta­len gesucht wird. Durch die Aus­wer­tung re­le­van­ter nut­zer­ge­ne­rier­ter Inhalte (User Generated Content) kennt das Un­ter­neh­men dann die vor­herr­schen­den Meinungen, Er­fah­run­gen sowie die In­ter­es­sen der Ziel­grup­pe. Kom­mer­zi­el­le Inhalte oder News-Beiträge werden nicht be­rück­sich­tigt, wobei ein ent­spre­chen­des Web­mo­ni­to­ring bei vielen SMM-Tools jedoch als Zu­satz­op­ti­on verfügbar ist. 

6 gute Gründe für Social-Media-Mo­ni­to­ring

Jedes Un­ter­neh­men sollte Mo­ni­to­ring in die Marketing-Planung mit aufnehmen. Selbst wenn man im Bereich Social Media nicht sehr aktiv ist, lohnt es sich, nut­zer­ge­ne­rier­te Inhalte zu be­ob­ach­ten, um wichtige Er­kennt­nis­se über die Ziel­grup­pe zu sammeln. 

Mithilfe von Social-Media-Mo­ni­to­ring können Un­ter­neh­men: 

1. Die Ziel­grup­pe iden­ti­fi­zie­ren

Ohne fun­dier­tes Wissen über die Ziel­grup­pe fällt es schwer, die passende Social-Media-Strategie für ein Un­ter­neh­men zu finden. Mithilfe von Social-Media-Mo­ni­to­ring-Software lässt sich her­aus­fin­den, wann, in welchem Kontext und auf welchem Kanal über die eigenen Produkte oder die Marke ge­spro­chen wird. So erhält man wertvolle Ziel­grup­pen­in­fos. Durch das Mo­ni­to­ring re­le­van­ter Keywords (Marken- und Fir­men­be­zeich­nung, Pro­dukt­na­men usw.) fördert man gezielt zutage, was die po­ten­zi­el­len Kunden in­ter­es­siert und welche Themen aktuell bei ihnen beliebt sind. Indem man kon­ti­nu­ier­lich be­ob­ach­tet, welche Beiträge die User teilen und welche kaum Beachtung finden, kann man seine Content-Strategie Schritt für Schritt op­ti­mie­ren. 

2. Die Kon­kur­renz im Blick behalten

Fast genauso wichtig wie die Meinung der Kunden über das eigene Un­ter­neh­men kann deren Meinung über die un­mit­tel­ba­re Kon­kur­renz sein. Social-Media-Mo­ni­to­ring er­mög­licht einen Einblick in die Be­weg­grün­de, die po­ten­zi­el­le Kunden zur Kon­kur­renz führen. Wer die Pro­dukt­pa­let­te und die zu­ge­hö­ri­gen Stärken und Schwächen der Mit­be­wer­ber im Auge behält, liegt klar im Vorteil. Social-Media-Mo­ni­to­ring gibt zudem nicht nur Auf­schluss über das Image und die Aktivität der Kon­kur­renz, es liefert auch nützliche In­for­ma­tio­nen zur Preis­ge­stal­tung. 

3. Konflikte früh­zei­tig aufspüren

Eine der größten Ängste von Marketing-Ver­ant­wort­li­chen in Zeiten von Facebook, Twitter und Co. ist der so­ge­nann­te Shitstorm – ein vir­tu­el­ler Sturm der Ent­rüs­tung, der sich vor allem durch negative Kom­men­ta­re und Kritik an einem Un­ter­neh­men oder einer Ein­zel­per­son äußert. Social-Media-Mo­ni­to­ring dient in diesem Kontext ge­wis­ser­ma­ßen als Früh­warn­sys­tem. Die Häufung von Negativ-Kom­men­ta­ren wird schnell re­gis­triert und er­mög­licht, recht­zei­tig zu in­ter­ve­nie­ren und einen größeren Image­scha­den ab­zu­wen­den. 

4. Echtzeit-Support bieten

Social-Media-Marketing stellt eine große Her­aus­for­de­rung für das Community-Ma­nage­ment eines Un­ter­neh­mens dar. In Zeiten von Facebook und Twitter ist es ein Leichtes, als End­ver­brau­cher direkt an ein Un­ter­neh­men her­an­zu­tre­ten und Sup­port­an­fra­gen, Kritik oder andere Kom­men­ta­re auf den Profilen zu hin­ter­las­sen. Doch auch außerhalb der eigenen Kanäle werden Kun­den­an­fra­gen geteilt. Dank Social-Media-Mo­ni­to­ring-Tools lassen sich diese aufspüren und zeitnah be­ant­wor­ten. Ein aktiver Kun­den­sup­port auf allen Kanälen steigert somit die Kun­den­zu­frie­den­heit und trägt zum positiven Image bei. 

5. Re­pu­ta­ti­ons­ma­nage­ment betreiben

Kritik, Emp­feh­lun­gen, Dis­kus­sio­nen – das alles suchen und finden Nutzer online. Und so werden soziale Netzwerke, Kom­men­tar­spal­ten und Foren zur wichtigen In­for­ma­ti­ons­quel­le für Un­ter­neh­men im Bezug auf Re­pu­ta­ti­ons­ma­nage­ment. Der digitale Austausch spiegelt nicht nur die Meinungen zu einzelnen Produkten oder Leis­tun­gen wider, sondern er gibt auch Auf­schluss darüber, wie die eigene Marke in der Öf­fent­lich­keit wahr­ge­nom­men wird. Beim Social-Media-Mo­ni­to­ring kann man anhand be­stimm­ter Schlag­wor­te prüfen, ob der Austausch im negativen, neutralen oder positiven Kontext statt­fin­det – und als Marketing-Ver­ant­wort­li­cher ge­ge­be­nen­falls ge­gen­steu­ern. 

6. Trends erkennen und umsetzen

Die Ziel­grup­pe zu kennen, heißt auch, sich mit den Be­dürf­nis­sen und Wünschen der (po­ten­zi­el­len) Kunden aus­ein­an­der zu setzen. Und das kann ein großes Plus im Bereich Produkt- und In­no­va­ti­ons­ma­nage­ment bedeuten. Denn Nutzer laden im Netz nicht nur ihren Frust ab und be­schwe­ren sich, sondern sie teilen den Un­ter­neh­men auch mit, warum sie un­zu­frie­den sind, und nennen konkrete Ver­bes­se­rungs­vor­schlä­ge. Dank Mo­ni­to­ring-Lösungen können diese Vor­schlä­ge iden­ti­fi­ziert, gesammelt und für neue Ansätze genutzt werden. 

Social-Media-Mo­ni­to­ring-Tools

Um Social-Media-Mo­ni­to­ring betreiben zu können, braucht man als Marketing-Ver­ant­wort­li­cher ein ent­spre­chen­des Tool. Um ver­schie­de­ne Netzwerke, Kenn­zah­len und Daten im Blick zu behalten und Prozesse au­to­ma­ti­sie­ren zu können, steht eine große Auswahl an Social-Media-Mo­ni­to­ring-Software (sowohl kos­ten­pflich­tig als auch kostenlos) zur Verfügung. Wir stellen drei beliebte Social-Media-Mo­ni­to­ring-Tools vor. 

Brand­watch

Beim Social-Media-Tool Brand­watch liegt der Mo­ni­to­ring-Fokus auf Marketing, Wett­be­werb und Re­pu­ta­ti­ons­ma­nage­ment. Das Tool lässt sich auch zur Markt­for­schung einsetzen und dient der Iden­ti­fi­ka­ti­on von In­flu­en­zern und Mul­ti­pli­ka­to­ren. Die Pa­ket­prei­se richten sich nach Da­ten­men­ge und Sup­port­um­fang. 

Hootsuite

Hootsuite ist ein All-in-one-Tool, das vor allem um­fang­rei­che Social-Media-Mo­ni­to­ring-Funk­tio­nen bietet. Dank ver­schie­de­ner Über­wa­chungs­funk­tio­nen ist eine genaue Ziel­grup­pen­ana­ly­se möglich. Ein­stei­ger können die kos­ten­lo­se Ba­sis­ver­si­on nutzen, die Pro-Version steht für wenige Euro pro Monat zur Verfügung.

Talk­wal­ker

Mit dem Social-Media-Mo­ni­to­ring-Tool Talk­wal­ker behalten Sie alle re­le­van­ten Dis­kus­sio­nen im Social Net im Blick. Durch die auf­schluss­rei­chen Analysen von Er­wäh­nun­gen im Netz können Un­ter­neh­men Einfluss und Reich­wei­te auf­schlüs­seln. Talk­wal­ker bietet eine kos­ten­lo­se Demo-Version, die Mo­nats­pa­ke­te beginnen in der Ba­sis­op­ti­on bei monatlich mehreren Hundert Euro. 

In unsrem Ratgeber bieten wir einen um­fang­rei­chen Überblick über die besten Social-Media-Tools.

Plattform-in­te­grier­te Tools

Viele Social-Media Platt­for­men bieten darüber hinaus auch eigene Analyse-Tools an, um wichtige Insights für das Mo­ni­to­ring zu erhalten. Auf welche Kenn­zah­len hierbei geachtet werden sollte erklärt der Social-Media Experte Felix Beilharz im Interview mit IONOS:

Welche „Kniffe“ sollten Un­ter­neh­mer für das beliebte soziale Netzwerk Facebook kennen?

Felix Beilharz: Auf Facebook gibt es eine ganze Reihe an Dingen, die für Un­ter­neh­men wichtig sind. Da sind zum einen die Facebook Insights. Das sind Sta­tis­ti­ken, die jeder Sei­ten­be­trei­ber bekommt, wenn er genügend Follower hat. Hier kann man genau einsehen, wie sich die Reich­wei­te der ver­öf­fent­lich­ten Beiträge verändert, wie sich die Fans ent­wi­ckelt haben oder auch woher diese kommen. Außerdem kann man unter jeden Beitrag sehen, wie viele Menschen ihn gesehen haben und auch welches Feedback daraus re­sul­tier­te. Ob jemand den Beitrag gemeldet hat oder die Seite nach Ansehen des Beitrags z.B. „entliked“ hat. Daran kann man gut erkennen, wie die ge­pos­te­ten Inhalte ankommen, ob viel­leicht zu viel ver­öf­fent­licht wird oder die Themen ir­rele­vant sind.

Und wie sieht es mit Twitter aus?

Felix Beilharz: Bei Twitter gibt es sowas auch, nämlich Twitter Analytics. Hier kann man sehen, wie in­ter­ak­tiv die eigenen Tweets waren. Aber auch die üblichen Funk­tio­nen wie Hashtags, Ad-Mar­kie­run­gen oder Retweets eigenen sich auch sehr gut, um die Reich­wei­te im Blick zu haben.

Welche Funk­tio­nen bietet YouTube Un­ter­neh­men, die dort selbst­pro­du­zier­te Videos ver­öf­fent­li­chen?

Felix Beilharz: Hier möchte ich drei Sachen raus­grei­fen. Das erste wären der Vi­deo­ti­tel und die Be­schrei­bung. Denn diese helfen nachher bei der Vi­deo­su­che in Google und YouTube selbst, besser auf­find­bar zu sein. Wer sich da etwas Mühe gibt, wird besser gefunden und pro­du­ziert so mehr Views. Das zweite sind auch bei YouTube die Analytics, an denen man wieder sehen kann, woher die Zuschauer kommen oder zum Beispiel auch, wie lange das Video an­ge­schaut wird und an welche Stellen Zuschauer das Video stoppen und weg­kli­cken. Der letzte Punkt sind die In­fo­kar­ten, die man in das Video einbauen kann. So kann zum Beispiel ein Link zum nächsten Video oder ein Abo-Button im Video er­schei­nen und geklickt werden.

Mo­ni­to­ring als Basis jeder Social-Media-Strategie

Social-Media-Mo­ni­to­ring ist für die Planung, Steuerung und Be­ur­tei­lung der Kom­mu­ni­ka­ti­on im Social Net un­ent­behr­lich. Dank um­fang­rei­cher Analysen sind Marketing-Ver­ant­wort­li­che stets über aktuelle Themen im Un­ter­neh­mens­kon­text in­for­miert. Dis­kus­sio­nen, Meinungen und Trends können dabei in Echtzeit verfolgt werden. Nur wer alle laufenden Dis­kus­sio­nen im Blick behält, kann In­flu­en­zer in un­ter­neh­mens­re­le­van­ten Bereichen ausfindig machen. In seiner Rolle als Früh­warn­sys­tem dient SMM außerdem dazu, kritische Meinungen recht­zei­tig zu iden­ti­fi­zie­ren, sodass man auf diese reagieren kann. 

Zum Hauptmenü