Die ODER-Funktion findet sich in Excel unter den Logik-Funk­tio­nen. Mit ihr lassen sich einfache Be­din­gun­gen auf ihren Wahr­heits­wert hin über­prü­fen und um bis zu 255 zu­sätz­li­che Be­din­gun­gen ergänzen. Sei es für die Be­rech­nung von Boni oder Um­satz­pro­vi­sio­nen, die ODER-Funktion ist aus dem Office-Paket von Microsoft 365 nicht weg­zu­den­ken. Wie Sie die Funktion am besten anwenden, zeigt diese Anleitung.

Excel-ODER-Funktion – Syntax erklärt

Die ODER-Funktion ist vor allem in Kom­bi­na­ti­on mit der WENN-Funktion nützlich. Im Gegensatz zur UND-Funktion, die überprüft, ob alle Be­din­gun­gen einer Analyse WAHR sind, findet die ODER-Funktion heraus, ob eine oder ver­schie­de­ne gezielte Be­din­gun­gen WAHR oder FALSCH sind. Zuvor ist jedoch ein Blick auf die all­ge­mei­ne Struktur zu werfen. Wie jede Excel-Funktion besitzt auch ODER eine eigene Syntax.

=ODER(Bedingung1)

Die Funktion hat in folgendem Beispiel nur ein an­ge­ge­be­nes Argument. Ein Argument ist für die Funktion immer er­for­der­lich. Weitere Argumente können Sie beliebig ergänzen. Im folgenden Beispiel soll die Funktion prüfen, ob der Wert von Zelle A1 (hier 1) größer ist als in B1 (hier 2). In der Syntax sieht das fol­gen­der­ma­ßen aus:

=ODER(A1>B1)

Da dies nicht zu trifft, gibt die Funktion FALSCH aus.

Hinweis

Ope­ra­to­ren für die Argumente der ODER-Funktion sind immer die Zeichen [>],[<] und [=]. Eine über­sicht­li­che Erklärung zur syn­tak­ti­schen Struktur von Excel-Befehlen finden Sie in unserem Über­blicks­ar­ti­kel zu den Excel-Funk­tio­nen.

Die ODER-Funktion kann bis zu 255 ver­schie­de­ne Argumente ana­ly­sie­ren. Um den Nutzen der Funktion aus­zu­schöp­fen, benötigt es also einer Reihe von Ar­gu­men­ten, die gleich­zei­tig geprüft werden. Im folgenden Beispiel genügt es, die für das Zel­len­paar A1, B1 an­ge­wand­te Funktion au­to­ma­tisch auf eine Reihe von Zellen an­zu­wen­den. Hierbei hilft es, die Zelle mit der ODER-Funktion (im Beispiel C1) an­zu­kli­cken und das kleine grüne Füll­käst­chen am Eckpunkt bis zum Ende der Spalte zu ziehen, in der Wahr­heits­wer­te (hier für A1 bis A4 und B1 bis B4) ermittelt werden.

ODER-Funktion in Excel – in einfachen Bei­spie­len erklärt

Da Sie nun den Aufbau und die Anwendung der Funktion kennen, stellt es kein Problem dar, mehrere Argumente gleich­zei­tig zu prüfen. Mit weiteren Ar­gu­men­ten sieht die ODER-Funktion wie folgt aus:

=ODER(Bedingung1,Bedingung2)

Zu­sätz­li­che Argumente werden mit einem Komma ohne Leer­zei­chen an­ein­an­der­ge­reiht. Je nach Region kann es er­for­der­lich sein, statt eines Kommas ein Semikolon zu setzen.

Zur Bedingung A1>B1 kommt nun die Bedingung A1=B1. A1 soll also größer ODER gleich B1 sein.

Möchten sie Text in die Un­ter­su­chung einer Bedingung einbauen, so setzen Sie diesen in der Syntax der Funktion immer in doppelte An­füh­rungs­zei­chen. Die ODER-Funktion soll nun prüfen, ob in einer Spalte mit Wo­chen­ta­gen „Samstag“ oder „Sonntag“ auf­tau­chen.

Excel-ODER – mit WENN-Funktion kom­bi­nie­ren

Werte wie WAHR und FALSCH sind für die Anwendung der ODER-Funktion im Ge­schäfts­le­ben zu abstrakt. Um selbst zu de­fi­nie­ren, welcher Wert in der Aus­ga­be­zel­le auf­tau­chen soll, bietet sich eine Kom­bi­na­ti­on mit der WENN-Funktion an. Erst in Kom­bi­na­ti­on erfüllt die ODER-Funktion ihren ei­gent­li­chen Zweck und hilft dabei, Aus­ga­be­wer­te präziser zu de­fi­nie­ren.

Tipp

Die WENN-Funktion hilft Ihnen in un­ter­schied­lichs­ten Si­tua­tio­nen bei der Arbeit mit Excel.

In Syntax-Form sieht die Kom­bi­na­ti­on mit der WENN-Funktion wie folgt aus:

=WENN(ODER(Bedingung1,Bedingung2 ),"Ja","Nein")

Am Beispiel der Wo­chen­ta­ge lässt sich dies gut ver­an­schau­li­chen. Den Aus­ga­be­wert wie im Beispiel („Ja“, „Nein“) können Sie natürlich beliebig selbst de­fi­nie­ren.

ODER-Funktion im prak­ti­schen Beispiel

Zur Ver­an­schau­li­chung der prak­ti­schen An­wend­bar­keit der ODER-Funktion folgt nun ein konkretes Beispiel. Der Über­sicht­lich­keit halber tragen Sie hierfür in der Excel-Tabelle die ent­spre­chen­den Parameter ein. Am Beispiel der Wo­chen­ta­ge lässt sich dies gut nach­voll­zie­hen. Die Prüfung der Wahr­heits­wer­te wird in Wo­chen­ta­gen definiert. Die Er­geb­nis­se sollen bestimmen, ob es sich um ein Wo­chen­en­de handelt.

Nehmen wir nun als konkretes Beispiel eine regionale Ta­ges­zei­tung. Die Zeitung möchte ihren Abon­nen­ten zum Jubiläum ein Geschenk machen. Die Ent­schei­dung, wer ein Geschenk bekommt, hängt jedoch von drei Kriterien ab: Es bekommen nur die Abon­nen­ten ein Geschenk, die länger als zehn Jahre ein un­un­ter­bro­che­nes Abo bezogen haben ODER in der Region leben (im Beispiel: Berlin) ODER ein Ak­ti­ons­abo zum Jubiläum ab­ge­schlos­sen haben. Es genügt, dass ein Kriterium WAHR ist, um ein Geschenk zu erhalten.

In der einfachen ODER-Funktion sieht das noch so aus:

Alle Bei­spiel­abon­nen­ten, die zumindest ein Kriterium erfüllen, erhalten somit ein Geschenk. Da die Bei­spiel­abon­nen­tin Doris weder seit 10 Jahren Abon­nen­tin ist, noch in Berlin wohnt und auch kein Ak­ti­ons­abo ab­ge­schlos­sen hat, erhält sie kein Geschenk.

Um nicht WAHR oder FALSCH als Aus­ga­be­wert zu erhalten, kom­bi­nie­ren Sie die Funktion wie bereits be­schrie­ben mit der WENN-Funktion und de­fi­nie­ren den Aus­ga­be­wert selbst. Die Aus­ga­be­wer­te in diesem Beispiel sind entweder „Geschenk“, wenn min­des­tens ein Kriterium zutrifft oder „-“, wenn kein Kriterium zutrifft.

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