Vorbei die Zeiten, in denen man als Künstler großen Sponsoren auffallen musste. Die globale Ver­net­zung er­mög­licht es, eine große Zahl an kleinen Sponsoren zu erreichen: Projekte streichen auf Crowd­fun­ding-Platt­for­men teilweise enorme Summen ein. Patreon ist eine Crowd­fun­ding-Plattform der etwas anderen Art. Dort werden keine großen Ein­zel­sum­men für ein be­stimm­tes Projekt gesammelt; vielmehr erhalten Musiker, Schrift­stel­ler, Zeichner oder Comic-Autoren re­gel­mä­ßi­ge Einkünfte aus ihrer Community. Das er­mög­licht ihnen, in ihrer Arbeit auf­zu­ge­hen. Einige Kreative (bei Patreon heißen sie „Creator“) kaufen sich bei­spiels­wei­se besseres Equipment von ihren Ein­künf­ten, andere geben einen zeit­rau­ben­den Nebenjob auf, um sich auf ihr Projekt zu kon­zen­trie­ren. Manche stellen sogar Mit­ar­bei­ter ein.

Fans („Patron“ genannt) können über die Plattform von ihnen ge­schätz­te Künstler direkt un­ter­stüt­zen und mit ihnen und der Fan­ge­mein­de in Kontakt treten.

So funk­tio­niert Patreon für Un­ter­stüt­zer

Wer einen Creator un­ter­stüt­zen möchte, der benötigt einen Patreon-Account und sollte über eine der dort ak­zep­tier­ten Zahl­mög­lich­kei­ten verfügen. Den Account erstellen Sie in nur wenigen Schritten. Entweder Sie richten ein Konto unter Angabe Ihrer E-Mail-Adresse ein oder Sie melden sich mit Ihrem Facebook-Konto an.

Hinweis

Facebook kann Ihre Patreon-Profil-Daten und Spen­den­emp­fän­ger einsehen, wenn Sie sich darüber einloggen. Einige Be­rech­ti­gun­gen können Sie zu­rück­zie­hen, aber mög­li­cher­wei­se sind vorher bereits In­for­ma­tio­nen an die Social-Media-Plattform über­tra­gen worden. Wenden Sie sich bei Einwänden direkt an den Dienst.

Nach der Anmeldung gelangen Sie zu Ihrem Be­nut­zer­pro­fil. Patreon schlägt zunächst einige der be­lieb­tes­ten Projekte vor. Al­ter­na­tiv geben Sie den Namen eines Projekts ein, das Sie un­ter­stüt­zen möchten.

Haben Sie keinen be­stimm­ten Creator im Auge, suchen Sie nach Stich­wor­ten. Mit einem Klick auf Ihr Pro­fil­fo­to in der oberen, rechten Ecke erscheint ein Drop-down-Menü. Klicken Sie auf „Explore Creators“, gelangen Sie auf eine neue Seite. In diesem Bereich können Patreons in ver­schie­de­nen The­men­be­rei­chen nach neuen Projekten stöbern. Die Auf­lis­tung umfasst die Top 20 im je­wei­li­gen Bereich.

Wenn Sie auf ein Projekt klicken, gelangen Sie auf die Pro­fil­sei­te des je­wei­li­gen Creators. Dort stellen sich die Content-Ersteller vor. Im Feed sehen Sie alle Posts. Viele davon werden Sie nicht einsehen können, da es sich um Paid Posts handelt, die nur für zahlende Abon­nen­ten sichtbar sind. Häufig ver­öf­fent­li­chen Creator kos­ten­freie Inhalte auf anderen Platt­for­men, bei­spiels­wei­se YouTube. Auf Patreon schalten sie hingegen Bo­nus­ma­te­ri­al – mitunter gewähren sie dort aber auch früher Zugang zu ihrem Werk als auf den anderen Platt­for­men. Mit einem Klick auf den Button „Become a Patron“ reihen Sie sich in die Riege der Sponsoren ein.

Als Sponsor zahlen Sie kon­ti­nu­ier­lich einen Betrag an die je­wei­li­gen Personen. Die Creators wählen die un­ter­schied­li­chen Ab­stu­fun­gen nach Bei­trags­hö­he selber. Auch die Ge­gen­leis­tun­gen legen die Pro­jekt­lei­ter selber fest. Es gibt zwei grund­le­gen­de Optionen: Sie zahlen entweder einen mo­nat­li­chen Fest­be­trag oder Sie sponsern jeden in­halt­li­chen Beitrag, der in dem Monat erscheint. Dann erhält ein Autor bei­spiels­wei­se 2 Euro pro her­aus­ge­brach­ter Kurz­ge­schich­te. Ver­öf­fent­licht die Person vier Kurz­ge­schich­ten in einem Monat, erhält sie 8 Euro, ver­öf­fent­licht sie drei Kurz­ge­schich­ten, erhält sie 6 Euro von Ihnen am ersten Tag des Fol­ge­mo­nats.

Wer be­fürch­tet, wegen vieler Posts sein Budget zu sehr zu stra­pa­zie­ren, kann ein mo­nat­li­ches Maximum an Beiträgen festlegen. So erhält bei­spiels­wei­se ein Sprach­kurs-Anbieter 3 Euro pro Lernvideo und Sie setzen Ihr Limit bei 3 Beiträgen. Der Kanal postet vier Videos in einem Monat. Dafür erhält das Projekt trotzdem nur 9 Euro von Ihnen, da Sie das vierte Video nicht un­ter­stüt­zen.

Manche Patrons nutzen Vor­aus­kas­se. Dann bucht Patreon den ersten mo­nat­li­chen Beitrag sofort ab. In diesem Fall ist es sinnvoll, das Abon­ne­ment am Anfang des Monats zu beginnen. Die Bei­trags­rang­lis­te, wie oben im Bild zu sehen, beginnt meist bei einem US-Dollar. Aufgrund des Wech­sel­kur­ses und der Mehr­wert­steu­er ergibt dies für deutsche Patreon-Nutzer etwa einen Euro.

Ein zu­sätz­li­cher Anreiz für die Zahlung ist die Rangfolge. Wer „Fan“ genug ist, wünscht sich außer Bo­nus­ma­te­ri­al mög­li­cher­wei­se auch einen Austausch mit der Person, Mer­chan­di­se oder eine hörbare Stimme in der Community. Je höher der Rang, umso an­spre­chen­der sollte das Angebot für einen Mäzen sein. Üb­li­cher­wei­se erhält man in einem höheren Rang alle Benefits der nied­ri­ge­ren Ränge.

Wählen Sie den Betrag, den Sie spenden möchten, und klicken Sie auf den daraufhin er­schei­nen­den Button „Continue“. Nun gelangen Sie zu den Zah­lungs­mög­lich­kei­ten. Da Patreon seinen Hauptsitz in den USA hat, werden die Beträge in US-$ berechnet. Das erfordert eine ent­spre­chend grenz­über­grei­fen­de Zahl­me­tho­de. Mäzen kann also nur werden, wer eine Kre­dit­kar­te besitzt. Deren Daten können Sie direkt angeben oder Sie nutzen ein PayPal-Konto, das mit einer Kre­dit­kar­te verbunden ist.

Nach der Zahlung sehen Sie alle Paid-Post-Inhalte, die für Ihren Rang frei­ge­schal­tet sind. Einige Patreon-Creators bieten zudem re­gel­mä­ßig Gruppen-Chats an. Dafür stellt die Plattform eine Ver­knüp­fung mit einem Discord-Server bereit.

Um ein Patreon-Abon­ne­ment zu kündigen, rufen Sie Ihren Mit­glied­schafts-Bereich auf. Sie finden ihn im Drop-down-Menü, wenn Sie rechts oben auf Ihr Profil-Icon klicken: unter „Mem­ber­ships“. Klicken Sie auf „Edit“ neben dem je­wei­li­gen Patreon-Account. Sie gelangen daraufhin in Ihren Zah­lungs­ver­wal­tungs­be­reich für den Account. Klicken Sie nun auf „Edit or Cancel Payment“. In einem Pop-up-Fenster treffen Sie eine Auswahl zwischen einer Zah­lungs­än­de­rung und der Kündigung („Cancel your Payment“). Be­stä­ti­gen Sie dies nochmals mit einem Klick auf den roten Button „Cancel your Payment“.

So funk­tio­niert Patreon für Kreative

Künstler und andere Be­rufs­grup­pen, die haupt­säch­lich als Free­lan­cer ihr Geld verdienen, müssen häufig lange warten, bis jemand eines ihrer Werke kauft. Erst dann haben sie wieder ein bisschen Luft, um die Miete und Ma­te­ria­li­en zu bezahlen. Für das Alter vorsorgen können die wenigsten. Ein zweites Standbein ist also meist er­for­der­lich, um überhaupt über die Runden zu kommen. Selbst wenn Be­wun­de­rer ein Werk oder Mer­chan­di­se kaufen, reicht dies oft nicht zum Le­bens­un­ter­halt. An dieser Stelle kommt Patreon ins Spiel. Mit der Plattform schaffen Kreative die Grundlage für ein re­gel­mä­ßi­ges mo­nat­li­ches Einkommen.

Erste Schritte

Der An­mel­dungs­pro­zess für einen Creator ist um­fang­rei­cher als für Abon­nen­ten. Auf der Haupt­sei­te klicken Sie zunächst auf den Button „Start My Page“. Nachdem Sie Ihren Namen und Ihre E-Mail-Adresse angegeben haben, führt Sie ein Assistent durch den Prozess, mit dem Sie Ihre Projekt-Seite ein­rich­ten.

Tipp

Sie arbeiten bereits Vollzeit pro­fes­sio­nell in Ihrem Bereich? Über den Link Already a full-time creator? gelangen Sie zu einem Formular, das Ihr Vorwissen sowie Grund­da­ten zu Ihrer Or­ga­ni­sa­ti­on abfragt. Mit den richtigen Vor­aus­set­zun­gen qua­li­fi­zie­ren Sie sich für einen per­sön­li­chen Launch-Experten.

Der Patreon-An­mel­de­as­sis­tent fragt Sie, was Sie als Künstler kreieren und ob Ihre Inhalte ju­gend­frei sind oder nicht.

Im nächsten Schritt gestalten Sie Ihre Seite. Sie wählen ein Pro­fil­bild und ein Banner für Ihr Projekt. In einem Textfeld erklären Sie po­ten­zi­el­len Abon­nen­ten, was genau Sie machen. Ist es ein längeres Projekt wie eine Fort­set­zungs­ge­schich­te? Ver­öf­fent­li­chen Sie einzelne Beiträge in Ihrem Fach­ge­biet? Oder bieten Sie Zu­satz­ma­te­ri­al für be­stehen­de Fans, die mehr wollen? Alles ist möglich, solange Sie trans­pa­rent aufklären, warum re­gel­mä­ßi­ge Un­ter­stüt­zung im Interesse der Sponsoren ist.

An­schlie­ßend legen Sie Ihre Spon­so­ren­le­vel (Tiers) fest, setzen Ihr erstes Stretch-Goal (Goals) und schreiben eine kurze Dan­kes­nach­richt (Thanks) für neue Sponsoren. In der Re­gis­ter­kar­te Payments legen Sie fest, wann Ihren Sponsoren das erste Mal Geld abgebucht wird – sofort oder zum ersten des Monats. Sie ent­schei­den, ob Sie nur für Paid Posts oder monatlich Gebühren erheben.

Im Reiter „Preview“ sehen Sie, wie Ihre Seite aussehen wird. Wollen Sie sich eine zweite Meinung einholen, schicken Sie einen teilbaren Link an Dritte. Ist alles zu Ihrer Zu­frie­den­heit, lassen Sie mit einem Klick auf den Button „Submit For Review“ Ihren Patreon-Antrag prüfen. Sobald Ihr Projekt frei­ge­ge­ben ist, können Sie Ihren ersten Post ver­öf­fent­li­chen. Folgende Inhalte un­ter­stützt Patreon im Tool:

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  • Bild
  • Audio
  • Video
  • Live­stream
  • Links
  • Umfragen

Geld verdienen mit Patreon

Patreon funk­tio­niert nicht ohne Fans, die be­reit­wil­lig Geld geben. Deshalb ist es für Creators es­sen­zi­ell, ihre wachsende För­der­ge­mein­de an sich zu binden. Das erreichen sie nicht nur mit ihrem kreativen Output. Ganz wichtig ist der Austausch mit der Patron-Community. Aber auch andere Vorteile schaffen einen Mehrwert für die Abon­nen­ten. Staffeln Sie als Creator die Benefits nach För­der­stu­fe, um Ihren größten Fans einen Anreiz zu geben. Wichtig ist auch, dass Sie Ihre Ziel­grup­pe genau kennen. Dafür gibt es zahl­rei­che Mög­lich­kei­ten. Seit August 2018 er­mög­licht Patreon die Ziel­grup­pen-Analyse mit Google Analytics und gezielte Nach­rich­ten an un­ter­schied­li­che Nut­zer­grup­pen. Falls Sie diese Funk­tio­nen verwenden, achten Sie darauf, dass Ihre Seite DSGVO-konform ist. Laut Patreon sind das die fünf er­folg­ver­spre­chends­ten „Rewards“: Early Access: Sponsoren sehen Inhalte vor allen anderen Bonus-Material oder exklusive Inhalte Umfragen nur für Abon­nen­ten Alle Formen der Wert­schät­zung (Shout-outs, Name im Abspann, Ne­ben­cha­rak­ter im Werk) Mer­chan­di­se (Drucke von Künstlern, Kleidung mit Logo, Tassen etc.) Außer Be­loh­nun­gen für ein be­stimm­tes Spen­den­le­vel gibt es noch die Stretch-Goals, das sind mit­tel­fris­ti­ge Ziele eines Creators. Diese Ziele dienen dazu, den Account wachsen zu lassen. Außerdem messen Sie damit Ihren Fort­schritt. So sehen Sie, ob sich Patreon für Sie lohnt. Ist ein Stretch-Goal erreicht (etwa: Einnahmen von 3.000 Euro im Monat), ver­pflich­ten Sie sich zu einem Extra-Benefit. Das kann eine bessere Kamera für höhere Bild­qua­li­tät sein oder ein weiterer An­ge­stell­ter, der hilft, öfter Updates her­aus­zu­brin­gen. Manche Inhalte sind aufwendig, aber stark nach­ge­fragt. Das Erreichen eines Stretch-Goals kann die Mo­ti­va­ti­on sein, die Sie brauchen, um das Projekt zu beginnen. Laut eigenen Angaben un­ter­stüt­zen etwa 2 Millionen Sponsoren rund 100.000 Creators, die ihr Einkommen auf Patreon im Schnitt jedes Jahr ver­dop­peln. Um einen an­ge­mes­se­nen Le­bens­un­ter­halt mit Patreon zu er­wirt­schaf­ten, muss man verstehen, wie man für sich selber die Wer­be­trom­mel rührt – auch ka­nal­über­grei­fend. Man muss den Sponsoren etwas bieten, das sie in­ter­es­siert und nach­hal­tig anspricht. Für viele Kreative ist die ständige Er­reich­bar­keit, die die Be­loh­nun­gen und soziale Medien erfordern, eine große Be­an­spru­chung. Gehen Sie stra­te­gisch vor: Kom­mu­ni­zie­ren Sie offen, was Sie zur Ausübung Ihrer Arbeit benötigen. Bieten Sie keine Be­loh­nun­gen an, die Sie mehr Zeit und Res­sour­cen kosten, als Patreon einbringt. Bei­spiels­wei­se rät der Patreon-Blog Zeichnern, keine großen Kunst­wer­ke im Mo­nats­takt für niedrige Spon­so­ren­le­vel an­zu­bie­ten. Zu viele In­ter­es­sen­ten würden den Künstlern ein Ar­beits­pen­sum aufbürden, das physisch nicht zu schaffen wäre. Diese Benefit-Stra­te­gien haben sich auf der Plattform bereits bewährt: Die Ex­tra­por­ti­on Wissen: Diese Strategie baut darauf auf, dass Ihre Geldgeber mehr lernen wollen. Für einen gewissen Betrag erhalten sie Zugang zu Tutorials, Trai­nings­vi­de­os oder einen von Ihnen ge­stal­te­ten Online-Kurs. Dieses Modell ist nicht nur etwas für Freelance-Lehrende, es bietet sich auch für Künstler an: Die können bei­spiels­wei­se ihr Know-how in einem Video teilen, das ihren Prozess bei einer be­stimm­ten Technik aufzeigt. In kurzen Videos können sie außerdem einen Vor­ge­schmack auf kommende Arbeiten geben. Die aus­führ­li­che Version erhalten dann nur Sponsoren ab einem be­stimm­ten Bei­trags­le­vel. Ideal ist es auch, einen Raum zum Austausch zu schaffen, zum Beispiel einen Community-Chat, in dem Sie In­ter­es­sier­ten Bo­nus­auf­ga­ben stellen oder deren Fragen be­ant­wor­ten. Greifbare Werke und direkte Dienst­leis­tung: Patreon-Projekte drehen sich häufig um digitale Inhalte, aber nicht aus­schließ­lich: Für einen meist höheren Betrag pro­du­zie­ren einige Kreative physisch greifbare Werke wie per­so­na­li­sier­te und selbst gebrannte Ke­ra­mik­tas­sen. Andere bieten Dienst­leis­tun­gen an, zum Beispiel eine per­sön­li­che Beratung zum Thema oder eine Übungs­stun­de. Das gute Gefühl einer Ge­mein­schaft: Selbst wer noch kein Experte auf einem Gebiet ist, kann eine Gruppe leiten. Denn Grup­pen­mit­glie­der teilen dasselbe Interesse, tauschen sich aus und helfen einander – wenn Sie bei­spiels­wei­se gerade einen anderen Teil Ihres Projekts betreuen. Allein der Beitritt zu einer Ge­mein­schaft kann Leute dazu bewegen, Ihren Account zu abon­nie­ren. Höhere Level erhalten dann bei­spiels­wei­se Gehör, indem Sie sie zu Umfragen einladen oder Frage-Antwort-Runden ver­an­stal­ten. Auch Live-Streams mit einem Chat sind sehr beliebt. Alles für die Fans: Wer in der Öf­fent­lich­keit steht, zieht Fans an. Diese sind nicht nur vom Projekt be­geis­tert, sondern auch von der Person selbst. Gute Be­loh­nun­gen für Sponsoren dieser Kategorie sind Zeichen der An­er­ken­nung – zum Beispiel das Auflisten ihrer Namen im Abspann eines Videos. Manche Fil­me­ma­cher benennen sogar Cha­rak­te­re nach den größten Geld­ge­bern. Fans freuen sich besonders über Ex­klu­si­vi­tät. Dazu gehören Einblicke hinter die Kulissen und mehr Kontakt zu ihrem Idol. Einige Kreative verfassen li­mi­tier­te per­so­na­li­sier­te Nach­rich­ten, andere chatten per­sön­lich mit einzelnen Sponsoren. Gleiches Recht für alle: Wer viele Fans mit kleinem Einkommen hat – zum Beispiel Teenager – tut gut daran, nur eine einzige Stufe ohne ge­son­der­te Be­rech­ti­gun­gen ein­zu­rich­ten. Nach dem Prinzip „Zahlt, was ihr möchtet“ geben die Sponsoren so viel, wie sie pro­blem­los zahlen können. Dabei entsteht ihnen kein Nachteil anderen Sponsoren gegenüber. Trotzdem gibt es einen Anreiz, einen kleinen Betrag zu spenden. Denn of­fi­zi­el­le Sponsoren bekommen etwas geboten, das anderen Fans verwehrt bleibt. Das können längere Videos sein, die exklusive Community oder Zugriff auf Lehr­ma­te­ri­al. Hinter der Paywall: Bei dieser Strategie steht der Inhalt im Vor­der­grund. Wer bestimmte Inhalte sehen will, muss einen Beitrag zahlen. Dafür gibt es drei Ansätze, was genau hinter der Paywall zu finden ist. Entweder es ist das Archiv, Premium-Inhalte oder einfach zu­sätz­li­che Inhalte. Das Archiv be­inhal­tet alle älteren Posts. Häufig sind die neusten Beiträge frei zu­gäng­lich. Das gibt po­ten­zi­el­len Sponsoren die Mög­lich­keit, Ihr Werk ken­nen­zu­ler­nen. Dann ent­schei­den sie, ob ihnen der ständige Zugriff auf sämtliche Posts ein Abon­ne­ment wert ist. Premium-Inhalte sollten tiefer in ein Thema ein­tau­chen oder mehr Qualität liefern. Nicht zahlende Nutzer erhalten bei­spiels­wei­se einen kurzen Crash-Kurs im Lei­ter­stich. Zahlende Abon­nen­ten erhalten ein Schnitt­mus­ter und eine genauere Anleitung, wie man ein Kissen oder Stofftier selber macht und mit diesem Stich ab­schließt. Zu­sätz­li­che Inhalte un­ter­schei­den sich nicht von dem, was Sie sonst anbieten. Es ist einfach nur mehr Inhalt. Diese Art der Paywall eignet sich auch für er­zäh­len­de Medien wie Podcasts, solange man damit keine Fort­set­zungs­ge­schich­te für Nicht-Zahler un­ter­bricht. Denn dies könnte neue Un­ter­stüt­zer ab­schre­cken. Zudem sorgen diese Fans wahr­schein­lich auf anderen Kanälen für Ihre Wer­be­ein­nah­men.Patreon funk­tio­niert nicht ohne Fans, die be­reit­wil­lig Geld geben. Deshalb ist es für Creators es­sen­zi­ell, ihre wachsende För­der­ge­mein­de an sich zu binden. Das erreichen sie nicht nur mit ihrem kreativen Output. Ganz wichtig ist der Austausch mit der Patron-Community. Aber auch andere Vorteile schaffen einen Mehrwert für die Abon­nen­ten. Staffeln Sie als Creator die Benefits nach För­der­stu­fe, um Ihren größten Fans einen Anreiz zu geben. Wichtig ist auch, dass Sie Ihre Ziel­grup­pe genau kennen. Dafür gibt es zahl­rei­che Mög­lich­kei­ten. Seit August 2018 er­mög­licht Patreon die Ziel­grup­pen-Analyse mit Google Analytics und gezielte Nach­rich­ten an un­ter­schied­li­che Nut­zer­grup­pen. Falls Sie diese Funk­tio­nen verwenden, achten Sie darauf, dass Ihre Seite DSGVO-konform ist.

Laut Patreon sind das die fünf er­folg­ver­spre­chends­ten „Rewards“:

  • Early Access: Sponsoren sehen Inhalte vor allen anderen
  • Bonus-Material oder exklusive Inhalte
  • Umfragen nur für Abon­nen­ten
  • Alle Formen der Wert­schät­zung (Shout-outs, Name im Abspann, Ne­ben­cha­rak­ter im Werk)
  • Mer­chan­di­se (Drucke von Künstlern, Kleidung mit Logo, Tassen etc.)

Außer Be­loh­nun­gen für ein be­stimm­tes Spen­den­le­vel gibt es noch die Stretch-Goals, das sind mit­tel­fris­ti­ge Ziele eines Creators. Diese Ziele dienen dazu, den Account wachsen zu lassen. Außerdem messen Sie damit Ihren Fort­schritt. So sehen Sie, ob sich Patreon für Sie lohnt. Ist ein Stretch-Goal erreicht (etwa: Einnahmen von 3.000 Euro im Monat), ver­pflich­ten Sie sich zu einem Extra-Benefit. Das kann eine bessere Kamera für höhere Bild­qua­li­tät sein oder ein weiterer An­ge­stell­ter, der hilft, öfter Updates her­aus­zu­brin­gen. Manche Inhalte sind aufwendig, aber stark nach­ge­fragt. Das Erreichen eines Stretch-Goals kann die Mo­ti­va­ti­on sein, die Sie brauchen, um das Projekt zu beginnen.

Laut eigenen Angaben un­ter­stüt­zen etwa 2 Millionen Sponsoren rund 100.000 Creators, die ihr Einkommen auf Patreon im Schnitt jedes Jahr ver­dop­peln. Um einen an­ge­mes­se­nen Le­bens­un­ter­halt mit Patreon zu er­wirt­schaf­ten, muss man verstehen, wie man für sich selber die Wer­be­trom­mel rührt – auch ka­nal­über­grei­fend. Man muss den Sponsoren etwas bieten, das sie in­ter­es­siert und nach­hal­tig anspricht. Für viele Kreative ist die ständige Er­reich­bar­keit, die die Be­loh­nun­gen und soziale Medien erfordern, eine große Be­an­spru­chung.

Gehen Sie stra­te­gisch vor: Kom­mu­ni­zie­ren Sie offen, was Sie zur Ausübung Ihrer Arbeit benötigen. Bieten Sie keine Be­loh­nun­gen an, die Sie mehr Zeit und Res­sour­cen kosten, als Patreon einbringt. Bei­spiels­wei­se rät der Patreon-Blog Zeichnern, keine großen Kunst­wer­ke im Mo­nats­takt für niedrige Spon­so­ren­le­vel an­zu­bie­ten. Zu viele In­ter­es­sen­ten würden den Künstlern ein Ar­beits­pen­sum aufbürden, das physisch nicht zu schaffen wäre.

Diese Benefit-Stra­te­gien haben sich auf der Plattform bereits bewährt:

Die Ex­tra­por­ti­on Wissen: Diese Strategie baut darauf auf, dass Ihre Geldgeber mehr lernen wollen. Für einen gewissen Betrag erhalten sie Zugang zu Tutorials, Trai­nings­vi­de­os oder einen von Ihnen ge­stal­te­ten Online-Kurs. Dieses Modell ist nicht nur etwas für Freelance-Lehrende, es bietet sich auch für Künstler an: Die können bei­spiels­wei­se ihr Know-how in einem Video teilen, das ihren Prozess bei einer be­stimm­ten Technik aufzeigt. In kurzen Videos können sie außerdem einen Vor­ge­schmack auf kommende Arbeiten geben. Die aus­führ­li­che Version erhalten dann nur Sponsoren ab einem be­stimm­ten Bei­trags­le­vel. Ideal ist es auch, einen Raum zum Austausch zu schaffen, zum Beispiel einen Community-Chat, in dem Sie In­ter­es­sier­ten Bo­nus­auf­ga­ben stellen oder deren Fragen be­ant­wor­ten.

Greifbare Werke und direkte Dienst­leis­tung: Patreon-Projekte drehen sich häufig um digitale Inhalte, aber nicht aus­schließ­lich: Für einen meist höheren Betrag pro­du­zie­ren einige Kreative physisch greifbare Werke wie per­so­na­li­sier­te und selbst gebrannte Ke­ra­mik­tas­sen. Andere bieten Dienst­leis­tun­gen an, zum Beispiel eine per­sön­li­che Beratung zum Thema oder eine Übungs­stun­de.

Das gute Gefühl einer Ge­mein­schaft: Selbst wer noch kein Experte auf einem Gebiet ist, kann eine Gruppe leiten. Denn Grup­pen­mit­glie­der teilen dasselbe Interesse, tauschen sich aus und helfen einander – wenn Sie bei­spiels­wei­se gerade einen anderen Teil Ihres Projekts betreuen. Allein der Beitritt zu einer Ge­mein­schaft kann Leute dazu bewegen, Ihren Account zu abon­nie­ren. Höhere Level erhalten dann bei­spiels­wei­se Gehör, indem Sie sie zu Umfragen einladen oder Frage-Antwort-Runden ver­an­stal­ten. Auch Live-Streams mit einem Chat sind sehr beliebt.

Alles für die Fans: Wer in der Öf­fent­lich­keit steht, zieht Fans an. Diese sind nicht nur vom Projekt be­geis­tert, sondern auch von der Person selbst. Gute Be­loh­nun­gen für Sponsoren dieser Kategorie sind Zeichen der An­er­ken­nung – zum Beispiel das Auflisten ihrer Namen im Abspann eines Videos. Manche Fil­me­ma­cher benennen sogar Cha­rak­te­re nach den größten Geld­ge­bern. Fans freuen sich besonders über Ex­klu­si­vi­tät. Dazu gehören Einblicke hinter die Kulissen und mehr Kontakt zu ihrem Idol. Einige Kreative verfassen li­mi­tier­te per­so­na­li­sier­te Nach­rich­ten, andere chatten per­sön­lich mit einzelnen Sponsoren.

Gleiches Recht für alle: Wer viele Fans mit kleinem Einkommen hat – zum Beispiel Teenager – tut gut daran, nur eine einzige Stufe ohne ge­son­der­te Be­rech­ti­gun­gen ein­zu­rich­ten. Nach dem Prinzip „Zahlt, was ihr möchtet“ geben die Sponsoren so viel, wie sie pro­blem­los zahlen können. Dabei entsteht ihnen kein Nachteil anderen Sponsoren gegenüber. Trotzdem gibt es einen Anreiz, einen kleinen Betrag zu spenden. Denn of­fi­zi­el­le Sponsoren bekommen etwas geboten, das anderen Fans verwehrt bleibt. Das können längere Videos sein, die exklusive Community oder Zugriff auf Lehr­ma­te­ri­al.

Hinter der Paywall: Bei dieser Strategie steht der Inhalt im Vor­der­grund. Wer bestimmte Inhalte sehen will, muss einen Beitrag zahlen. Dafür gibt es drei Ansätze, was genau hinter der Paywall zu finden ist. Entweder es ist das Archiv, Premium-Inhalte oder einfach zu­sätz­li­che Inhalte.

Das Archiv be­inhal­tet alle älteren Posts. Häufig sind die neusten Beiträge frei zu­gäng­lich. Das gibt po­ten­zi­el­len Sponsoren die Mög­lich­keit, Ihr Werk ken­nen­zu­ler­nen. Dann ent­schei­den sie, ob ihnen der ständige Zugriff auf sämtliche Posts ein Abon­ne­ment wert ist.

Premium-Inhalte sollten tiefer in ein Thema ein­tau­chen oder mehr Qualität liefern. Nicht zahlende Nutzer erhalten bei­spiels­wei­se einen kurzen Crash-Kurs im Lei­ter­stich. Zahlende Abon­nen­ten erhalten ein Schnitt­mus­ter und eine genauere Anleitung, wie man ein Kissen oder Stofftier selber macht und mit diesem Stich ab­schließt.

Zu­sätz­li­che Inhalte un­ter­schei­den sich nicht von dem, was Sie sonst anbieten. Es ist einfach nur mehr Inhalt. Diese Art der Paywall eignet sich auch für er­zäh­len­de Medien wie Podcasts, solange man damit keine Fort­set­zungs­ge­schich­te für Nicht-Zahler un­ter­bricht. Denn dies könnte neue Un­ter­stüt­zer ab­schre­cken. Zudem sorgen diese Fans wahr­schein­lich auf anderen Kanälen für Ihre Wer­be­ein­nah­men.

Patreon für deutsche Kreative

In­zwi­schen schaffen es auf Patreon auch deutsche Künstler, aus­rei­chend Sponsoren um sich zu scharen. Das ist eine be­acht­li­che Leistung, da Patreon bis dato auf den US-ame­ri­ka­ni­schen Markt zu­ge­schnit­ten ist. Die Ab­rech­nung erfolgt in Dollar, sämtliche Sei­ten­ele­men­te sind auf Englisch und der über­wäl­ti­gen­de Teil der Sponsoren kommt aus den USA. Deshalb ist es besonders für an­ders­spra­chi­ge Kanäle wichtig, vorab eine gewisse Be­kannt­heit auf­zu­bau­en. Auf der eigenen Website oder YouTube testet man die Resonanz der Fan­ge­mein­de. Mit einem Button verweist man dann auf seine Patreon-Seite und die Vorteile, die ein Abon­ne­ment bringt.

Hinweis

YouTube-Gaming-Kanäle kennen ihn schon: In­zwi­schen rollt die Video-Plattform den YouTube-Sponsor-Button auch auf anderen großen Kanälen aus. Fans spenden direkt auf YouTube an ihre Lieb­lings­ka­nä­le und erhalten dafür Vorteile wie per­so­na­li­sier­te Emojis oder mehr Inhalte. Bislang verlangt YouTube jedoch 30 % der Einnahmen. Das ist im Vergleich zur Kon­kur­renz sehr viel. Patreon bei­spiels­wei­se nimmt nur eine Gebühr von 5 %.

Ein großes Problem war lange Zeit die ein­ge­schränk­te Reich­wei­te deutsch­spra­chi­ger Inhalte. Patreon ist mehr­heit­lich eng­lisch­spra­chig. Manche lösten das Problem, indem sie ihre Marke in­ter­na­tio­na­li­sier­ten: Der YouTube-Kanal „Kurz­ge­sagt – In a Nutshell“ erklärt wis­sen­schaft­li­che Themen in kurzen, er­bau­li­chen Ani­ma­ti­ons­fil­men mit eng­li­schem Voiceover. Der Kanal hat im August 2018 rund 6,8 Millionen Abon­nen­ten und 11.844 Sponsoren auf Patreon. Damit ist es das er­folg­reichs­te Patreon-Projekt aus Deutsch­land. Das Ani­ma­ti­ons­un­ter­neh­men, das die Videos pro­du­ziert, hat seinen Sitz in München – und einen zweiten, deutsch­spra­chi­gen Kanal. „Dinge Erklärt – Kurz­ge­sagt“ hat zum gleichen Zeitpunkt etwa 231.000 Abon­nen­ten und kein ge­son­der­tes Patreon-Konto. Statt­des­sen un­ter­stützt funk den Kanal, ein Ge­mein­schafts­pro­jekt von ARD und ZDF. Of­fen­sicht­lich pro­fi­tiert das in­ter­na­tio­nal angelegte Projekt auf Patreon von der größeren Reich­wei­te.

Andere haben eine gute Idee, pro­fi­tie­ren von ihrer be­stehen­den Reich­wei­te und er­leich­tern ihren Fans die Nutzung. Ein bekanntes Beispiel ist der Gaming-Podcast „The Pod“, früher „Auf Ein Bier“. The Pod ist mit 3.700 Sponsoren die deutsche Patreon-Er­folgs­ge­schich­te. Die drei Betreiber kommen alle von der Gamestar, einem der auf­la­gen­stärks­ten Gaming-Magazine Deutsch­lands, sie sind also keine Un­be­kann­ten in der Community. Neu war hingegen ihre Idee: Einen Podcast über Gaming gab es damals noch nicht. Gleich­zeit passten sie einen Trend ab. Die Be­liebt­heit von Podcasts nahm in den letzten Jahren stark zu.

Zudem ist der Patreon-Account von The Pod mit der Website verlinkt. Dort können Nutzer aus Europa direkt und bequem in Euro zahlen. Damit lösen die Macher das Problem, dass Un­ter­stüt­zer häufig erst von einer anderen Website zu Patreon wechseln müssen, um sich abon­nier­te Inhalte anzusehen.

Fazit

Patreon ist eine viel­ver­spre­chen­de Ein­nah­me­quel­le für selbst­stän­di­ge Künstler. Wer Patreon auf Deutsch nutzen möchte, der sollte idea­ler­wei­se bereits auf anderen Platt­for­men bekannt sein und dort auf seinen Patreon-Account verweisen. Denn Accounts mit wenigen Abon­nen­ten sind für po­ten­zi­el­le Sponsoren schwer auf­find­bar. Nutzen Sie die an­ge­bo­te­nen Ver­knüp­fun­gen, um Ihren Fans die In­ter­ak­ti­on möglichst angenehm zu gestalten und Zahlungen zu ver­ein­fa­chen. Die Plattform erfordert viel Auf­merk­sam­keit, da Abon­nen­ten Trans­pa­renz und Be­loh­nun­gen erwarten. Doch die Arbeit zahlt sich aus: Über Patreon-Einnahmen können viele Kreative von ihrer Kunst leben und gleich­zei­tig den direkten Kontakt zu ihren Fans genießen.

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