10 Tipps zur Usability im Mobile Commerce

Optimierungsmaßnahmen im Mobile Commerce zielen in erster Linie auf die Usability (Benutzerfreundlichkeit). Vom Design bis zum Bestellprozess muss ein mobiler Shop den Nutzer im ersten Moment überzeugen. Denn über 70 Prozent der Smartphone-Nutzer verlassen eine Website, die nicht für mobile Endgeräte optimiert ist, schon nach wenigen Sekunden – und 30 Prozent wechseln zur unmittelbaren Konkurrenz. Wer sich dieses Umsatzpotenzial nicht entgehen lassen will, muss seinen Shop fürs Smartphones, Tablets usw. optimieren. Wir haben die 10 wichtigsten Tipps zu einem nutzerfreundlichen Shop im M-Commerce gesammelt.

1. Auf das Wesentliche konzentrieren

Zu Beginn sollte sich jeder Shop-Betreiber die Frage stellen: Was brauchen meine mobilen Webseiten wirklich? Denn nicht alle Funktionen, die eine Desktop-Version beinhaltet, müssen auch auf dem Smartphone in erster Reihe stehen. Man ist nicht nur mit einer anderen Oberfläche, sondern auch mit einem anderen Nutzerverhalten konfrontiert, das andere Anforderungen stellt. Definieren Sie die Kernfunktionen, die am häufigsten genutzt werden. Rücken Sie primäre Inhalte in die erste und sekundäre in die zweite Reihe – so erhalten Sie ein reduziertes Design mit voller Funktionalität. „Weniger ist mehr“ gilt auch in Bezug auf die Performance. Ein schlanker Inhalt sorgt für kürzere Ladezeiten und senkt die Absprungrate.

2. Übersichtliche Struktur

Die Notwendigkeit einer klaren und einfachen Struktur ergibt sich aus der Tatsache, dass die Bildschirme der mobilen Endgeräte nur begrenzten Platz bieten. Dieser Platzmangel erfordert aufgeräumte, übersichtliche Seiten und eine intuitive Menüführung. Die Menüstruktur sollte kurz und knapp gestaltet sein. Eine logische Seitenarchitektur mit nur wenigen ausgewählten Hauptkategorien und einer kleinen Anzahl an Unterebenen steigert die Usability. Der Nutzer soll jederzeit unkompliziert zur Startseite zurückfinden und alle wichtigen Bereiche wie Warenkorb und Hauptnavigation im Blick behalten können. Behalten Sie als Website-Betreiber das Klickmuster von Smartphone-Nutzern im Hinterkopf und gestalten Sie die Bedienung so einfach wie möglich.

3. Inhalte: Qualität statt Quantität

Wenig Platz bedeutet auch Sparmaßnahmen beim Content-Umfang. Das selektive Leseverhalten der Onlinenutzer gibt die Richtung für die Content-Planung vor: Veröffentlichen Sie kurze und prägnante Texte, die mit Zwischenüberschriften und Hervorhebungen als Orientierungshilfen arbeiten. Je kleiner der Bildschirm, desto schwieriger wird es, komplexe Inhalte zu kommunizieren. Zur mobilen Optimierung Ihres Shops sollten Sie also auch den Content aufs Wesentliche reduzieren. Kürzen Sie Füllwörter radikal und setzen Sie auf präzise Formulierungen und einfache Satzstrukturen. Nur übersichtlicher und verständlicher Content wird von mobilen Nutzern tatsächlich gelesen. Und für den mobilen Shop gilt ebenso wie für die Desktop-Version: Um die dauerhafte Aufmerksamkeit des Nutzers zu gewinnen, muss man ihm tatsächlichen Mehrwert bieten.

4. Reduziertes Design

Die Optik spielt auch beim Onlineshopping eine entscheidende Rolle. Viele Shop-Betreiber fürchten, in der mobilen Version hierbei Abstriche machen zu müssen. Doch auch im M-Commerce kann ein reduziertes, funktionales und dabei immer noch ansprechendes Design geschaffen werden. Um die Nutzer nicht zu überfordern, sollte man ein schlichtes, klares Erscheinungsbild wählen, auf überflüssige Spielereien verzichten und hohe Kontrastverhältnisse einsetzen. Gehen Sie sparsam mit großen Bildern und anderem multimedialen Content um – das hält die Ladezeiten gering und schwächt nicht unnötig die Performance der mobilen Website.

5. Wiedererkennungswert

Denken Sie stets an den Wiedererkennungswert Ihrer Webseiten und behalten Sie für die Darstellung auf allen Geräten Ihr Corporate Design bei. Um ein geräteübergreifend einheitliches Design zu schaffen, könnte der Mobile-First-Ansatz die richtige Strategie sein – dabei beginnt man bei der Gestaltung mit dem kleinstmöglichen Endgerät und überträgt erst später den Shop auf größere Versionen. Mehr zu diesem Thema lesen Sie hier.

6. Bedienbarkeit am Touchscreen

Eine Besonderheit beim Surfen auf Smartphone oder Tablet ist, dass kein präziser Mauszeiger zur Navigation dient, sondern der Finger oder Daumen des Nutzers – das sollten Sie bei der Gestaltung von Schaltflächen oder Buttons beachten. Setzen Sie außerdem auf eine prominente Platzierung der Call-to-Actions (Handlungsaufforderungen). Vermeiden Sie, dass die Nutzer zoomen müssen; versuchen Sie besser, Besonderheiten der mobilen Bedienung wie das „Hin-und-Her-Wischen“ (sog. Swipen) in die Nutzerführung einzubeziehen. Auch die Möglichkeit der einfachen Produktsuche hat großen Einfluss auf die Usability und letztlich auf die Conversion-Rate Ihres Shops. Unterstützen Sie Ihre Besucher, indem Sie die Suchfunktion prominent platzieren, Autovervollständigung und -korrektur nutzen und eine intelligente Filterfunktion anbieten.

7. Gerätefunktionen für sich nutzen

Trotz einiger Einschränkungen, die der begrenzte Platz auf dem Smartphone-Display mit sich bringt, können Sie als Shop-Betreiber die spezifischen Besonderheitenvon mobilen Endgeräten für sich nutzen. Bestes Beispiel ist ein Onlineshop, der seine Waren auch im stationären Handel anbietet: Durch die mobile Nutzung standortbezogener Dienste wird der potenzielle Kunde direkt zur nächsten Filiale geleitet. Auch die Integration von sogenannten Click-to-Call-Services bietet sich an. Wichtig für Händler: Wollen Sie die automatische Standorterkennung via GPS oder andere Tracking-Funktionen in eine App oder mobile Webseite integrieren, sollten Sie die Nutzer immer darüber informieren und ihnen den Zweck erklären. Das schafft Vertrauen bei potenziellen Kunden.

8. Warenkorb optimieren

Der Warenkorb ist das Herzstück eines jeden Onlineshops – aber gleichzeitig auch größter Risikofaktor und mögliche Schwachstelle. Die Optimierung des Warenkorbs ist auch im M-Commerce essenziell, um Kaufabbrüche zu reduzieren und erfolgreiche Abschlüsse zu maximieren. Achten Sie vor allem darauf, dass die Funktionen einfach zu handhaben und bereits hinzugefügte Produkte übersichtlich zu verwalten sind. Sie sollten auch eine Synchronisation mit dem Desktop ermöglichen – so können Kunden bei Bedarf unterwegs mit dem Einkauf beginnen und ihn zu Hause abschließen.

9. Sicherer und barrierefreier Bezahlprozess

Neben dem Warenkorb sind angemessene Bezahlfunktionen und Registrierungsabläufe ein wichtiger Faktor bei der Optimierung im E-Commerce – natürlich auch im M-Commerce. Anstelle eines mehrstufigen Prozesses sollten Sie auf einfache, übersichtliche Formulare und sogenannte One-Page-Checkouts (Bestellprozesse innerhalb einer Seite) setzen. Gestalten Sie alle Eingabemasken effizient und übersichtlich und fragen Sie nur unbedingt erforderliche Daten ab. Zudem beurteilen es Nutzer positiv, wenn eine Bestellung auch ohne Anmeldung möglich ist.

10. Sicherheiten und Datenschutz

Die Sicherheitsaspekte darf man auch im Mobile Commerce nicht vernachlässigen. In erster Linie betrifft das die sichere Übertragung der Kundendaten. Viele Mobilgeräte unterstützen mittlerweile HTTPS und verhindern den unautorisierten Zugriff auf sensible Kundendaten. Eine effektive Methode, um bei (potenziellen) Kunden Vertrauen zu schaffen, sind Gütesiegel und Zertifikate. Das Urteil einer unabhängigen Instanz gibt Nutzern zusätzliche Sicherheit, dass die gesetzlichen Vorschriften (z. B. Bundesdatenschutzgesetz) eingehalten werden. Auch dies ist ein wichtiger Aspekt, wenn es um die Usability mobiler Webseiten geht.


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