La­den­ster­ben, leere Ein­kaufs­pas­sa­gen und einsame Verkäufer: So oder so ähnlich sahen die Alpträume vieler sta­tio­nä­rer Händler vor einigen Jahren aus, als sich der E-Commerce-Boom ab­zeich­ne­te. Die Be­fürch­tun­gen haben sich jedoch nicht derartig be­wahr­hei­tet, vielmehr hat sich durch den Auf­schwung des E-Commerce das Kon­su­men­ten­ver­hal­ten stark verändert – und zwar nicht unbedingt zum Negativen, was den Off­line­han­del betrifft. Dieser wird ergänzt durch das Online-Angebot, das oftmals als erste Re­cher­che­quel­le dient. Das ver­än­der­te Verhalten be­schreibt der so­ge­nann­te ROPO-Effekt.

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De­fi­ni­ti­on des ROPO-Effekts

Die Abkürzung ROPO steht für „Research online, purchase offline“, was so viel bedeutet wie „Online re­cher­chie­ren, offline erwerben“. Der ROPO-Effekt be­schreibt den Prozess, bei dem sich der Käufer zunächst im Netz über ein Produkt in­for­miert, den Kauf jedoch im sta­tio­nä­ren Handel tätigt. Im Netz werden Produkte gesucht, Preise ver­gli­chen und Re­zen­sio­nen studiert, bevor man sich auf den Weg in die ent­spre­chen­de Filiale macht. Dieses Phänomen nennt man auch Web­roo­ming. Genauso ist der um­ge­kehr­te Effekt möglich, das so­ge­nann­te Show­roo­ming. Dabei lassen sich Kunden im sta­tio­nä­ren Handel beraten und in­for­mie­ren sich, aber kaufen letzt­end­lich online, weil es z. B. günstiger ist.

Wech­sel­wir­kung zwischen den Kanälen

Der ROPO-Effekt ist nur eine von vielen Wech­sel­wir­kun­gen zwischen den ver­schie­de­nen Marketing- und Ver­triebs­ka­nä­len, die in den letzten Jahren ent­stan­den sind. Durch das ver­än­der­te Kauf- und Me­di­en­nut­zungs­ver­hal­ten hat sich auch der Anspruch der Kunden beim Shopping-Erlebnis selbst verändert: Das In­for­ma­ti­ons­be­dürf­nis ist gestiegen. Auch deshalb kommt es oft zum sog. Me­di­en­bruch, dem Wechsel von online zu offline (oder umgekehrt) während des Ent­schei­dungs- und Kauf­pro­zes­ses.

Branchen, bei denen diese Effekte schon länger zu be­ob­ach­ten sind, sind der Ge­sund­heits-, Finanz-, Tourismus- und Ver­si­che­rungs­be­reich. Bei sehr be­ra­tungs­in­ten­si­ven Produkten wie z. B. einer Le­bens­ver­si­che­rung re­cher­chie­ren viele Menschen im Netz, bevor sie beim lokalen Ver­si­che­rungs­be­ra­ter eine Police ab­schlie­ßen. Die per­sön­li­che Beratung kommt laut einer Studie jedoch erst auf Platz 4 der Gründe für den Kauf im sta­tio­nä­ren Handel nach vor­an­ge­gan­ge­ner Recherche im Netz. Auch auf andere Bereiche und „physische Produkte“ wirkt der ROPO-Effekt, was die Gründe für den Weg von der On­line­re­cher­che zum sta­tio­nä­ren Kauf zeigen. Kunden, die diesen Weg wählen, wollten … das Produkt ansehen oder anfassen. … das Produkt direkt mitnehmen. … sich über die Pro­duk­tei­gen­schaf­ten in­for­mie­ren.

Bedeutung für den sta­tio­nä­ren Handel

Die Aus­wir­kun­gen des ROPO-Effekts bergen großes Potenzial für den sta­tio­nä­ren Handel. Laut einer Google-Studie nahmen schon im Jahr 2011 knapp 38 Prozent der Befragten den Weg von der On­line­re­cher­che zum Off­line­kauf. Die starke Nutzung des mobilen Internets deutet darauf hin, dass diese Zahl mitt­ler­wei­le deutlich höher liegt. Mit Smart­phone oder Tablet lässt sich noch während des La­den­shop­pings im Internet re­cher­chie­ren, vor allem zum Preis­ver­gleich.

Die Kon­se­quenz für lokale Geschäfte: Sie tun gut daran, mit neuen Ideen und Konzepten „digitaler“ und damit für den in­ter­net­af­fi­nen On­line­käu­fer at­trak­ti­ver zu werden. In Zukunft wird es eine häufigere Ver­schmel­zung beider Kanäle geben und das so­ge­nann­te Cross-Selling immer mehr an Bedeutung gewinnen. Die Ver­knüp­fung zwischen Online- und Offline-Angebot erfolgt über un­ter­schied­li­che Modelle, z. B. das Prinzip „Click & Collect“, bei dem man Produkte online re­ser­viert und später im La­den­ge­schäft abholt. Statt „Research online, purchase offline“ könnte man hier sagen: „Reserve online, pick up offline“.

Die On­line­prä­senz stärken

Im Zu­sam­men­hang mit dem ROPO-Effekt fallen oft die Begriffe Local SEO und Local Commerce. Dabei geht es in erster Linie darum, das La­den­ge­schäft online zu prä­sen­tie­ren und vor allem die stationär ver­füg­ba­ren Produkte online auf­find­bar zu machen. Auch wenn ein lokaler Händler keinen On­line­shop hat, muss er sein Angebot den po­ten­zi­el­len Kunden online kom­mu­ni­zie­ren.

  • Zu den wich­tigs­ten In­for­ma­tio­nen gehören:
  • Kom­plet­tes Pro­dukt­port­fo­lio
  • Ver­füg­bar­keit der Artikel
  • Öff­nungs­zei­ten
  • An­fahrts­skiz­ze und Park­si­tua­ti­on
  • Re­ser­vie­rungs­mög­lich­keit (Telefon/Online-Re­ser­vie­rung)

Viele dieser In­for­ma­tio­nen lassen sich bei IONOS My Website über prak­ti­sche Business-Web-Apps in­te­grie­ren und so mit wenigen Klicks und ohne großen Pro­gram­mier­auf­wand verfügbar machen. Manche Händler gehen noch einen Schritt weiter. Beste Beispiele sind On­line­prä­sen­zen von bekannten Anbietern wie IKEA oder Media Markt. In deren On­line­shops kann man bei jedem Produkt die Ver­füg­bar­keit in der nächst­ge­le­ge­nen Filiale prüfen. Stellt man sich z. B. auf der Seite des Mö­bel­rie­sen einen Merk­zet­tel zusammen, kann man diesen aus­dru­cken und erhält direkt die Position des Produkts in der La­ger­hal­le der je­wei­li­gen Filiale. Neben einem durch­dach­ten Web­auf­tritt hilft auch die richtige Strategie im On­line­mar­ke­ting, die ge­wünsch­ten Er­geb­nis­se aus dem ROPO-Effekt zu ziehen. Die lokalen Such­an­zei­gen gewinnen hier an Bedeutung, denn nur so wissen die Kunden, dass in ihrer Nähe ein Geschäft existiert. Beim so­ge­nann­ten Local SEO versucht man gezielt, die Such­ma­schi­nen­plat­zie­rung re­gio­na­ler Un­ter­neh­men oder Angebote zu ver­bes­sern.

Lokale Händler müssen Chancen nutzen

Der ROPO-Effekt ist eine große Chance für den sta­tio­nä­ren Handel – wenn man die Chance auch wahrnimmt. Ein durch­dach­ter und op­ti­mier­ter On­line­shop ist die Vor­aus­set­zung, um po­ten­zi­el­le Kunden online abzuholen und im sta­tio­nä­ren Handel zu bedienen. Neben einer guten Übersicht des Pro­dukt­port­fo­li­os ist außerdem wichtig, die Ver­füg­bar­keit des Produkts zu kom­mu­ni­zie­ren. Kommt eine Kunde aufgrund eines guten Web­auf­tritts in das La­den­ge­schäft, das gesuchte Produkt ist jedoch ver­grif­fen, wird er ver­mut­lich beim nächsten Mal online bestellen. Kontakt- und Re­ser­vie­rungs­mög­lich­kei­ten sind deshalb das A und O, wenn man den ROPO-Effekt nutzen möchte.

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