Server-Side-Tracking ist eine Methode der Da­ten­er­he­bung im Online-Marketing, bei der die Ver­ar­bei­tung der Nut­zer­da­ten nicht im Browser des End­nut­zers bzw. der End­nut­ze­rin, sondern auf dem Server des Website-Be­trei­bers bzw. der Website-Be­trei­be­rin statt­fin­det.

Welchem Zweck dient Server-Side-Tracking?

Bisher wurden im Online-Marketing Tracking-Pixel oder Cookies von Dritt­an­bie­tern verwendet, um Website-Besucher und -Be­su­che­rin­nen zu verfolgen, Nut­zer­da­ten zu sammeln und Werbung ziel­ge­rich­tet aus­zu­spie­len. Wer­be­blo­cker, ver­bes­ser­te Da­ten­schutz- und Cookie-Richt­li­ni­en sowie das Ende von Third-Party-Cookies zwingen Un­ter­neh­men jedoch dazu, eine Al­ter­na­ti­ve zu finden, die ebenso zu­ver­läs­si­ge Daten liefert, ohne gegen die Da­ten­schutz-Grund­ver­ord­nung zu verstoßen oder durch Browser-Ein­schrän­kun­gen behindert zu werden. Diese Al­ter­na­ti­ve lautet: Server-Side-Tracking.

Durch ser­ver­sei­ti­ges Tracking können ver­schie­de­ne Arten von Be­nut­zer­inter­ak­tio­nen auf einer Website verfolgt und zu ana­ly­siert werden. Dazu gehören ty­pi­scher­wei­se Klicks, Sei­ten­auf­ru­fe, For­mu­lar­ein­ga­ben, Trans­ak­tio­nen und andere Aktionen, die User auf einer Website durch­füh­ren. Obwohl das Server-Side-Tracking un­ab­hän­gig von Cookies funk­tio­niert, können First-Party-Cookies als Teil des ser­ver­sei­ti­gen Trackings verwendet werden, um zu­sätz­li­che In­for­ma­tio­nen über Nutzende zu sammeln und zu speichern.

Server-Side-Tracking er­mög­licht es Website-Be­trei­ben­den, per­so­nen­be­zo­ge­ne Daten über das Verhalten von Usern zu sammeln, um fundierte Ent­schei­dun­gen über Mar­ke­ting­stra­te­gien, Website-Op­ti­mie­rung und Nut­zer­er­fah­rung treffen zu können. Darüber hinaus er­mög­licht es eine genaue und zu­ver­läs­si­ge Da­ten­er­fas­sung, da die Da­ten­ver­ar­bei­tung direkt auf dem Server erfolgt und somit weniger anfällig für Wer­be­blo­cker und ähnliche Tools ist.

Managed Ku­ber­netes
Ku­ber­netes als Managed Service von IONOS Cloud

Die ideale Plattform für per­for­man­te und hoch­ska­lier­ba­re Container-An­wen­dun­gen. Umfassend ins IONOS Cloud Ökosystem in­te­griert und rund um die Uhr pro­fes­sio­nell betreut.

Was sind die Vorteile von Server-Side-Tracking?

Das ser­ver­sei­ti­ge Tracking bietet eine Reihe von Vorteilen gegenüber dem her­kömm­li­chen cli­ent­sei­ti­gen Tracking:

  1. Da­ten­schutz­kon­for­mi­tät: Durch die Ver­ar­bei­tung der Nut­zer­da­ten auf dem eigenen Server können Da­ten­schutz­richt­li­ni­en besser ein­ge­hal­ten werden, ins­be­son­de­re die strengen Vorgaben der Da­ten­schutz-Grund­ver­ord­nung (DSGVO) in Europa.
  2. Erhöhte Si­cher­heit: Da die Da­ten­ver­ar­bei­tung auf dem Server erfolgt, können Si­cher­heits­ri­si­ken wie Da­ten­lecks oder Cross-Site-Scripting-Angriffe reduziert werden. Sensible In­for­ma­tio­nen werden nicht im Browser des Nutzers bzw. der Nutzerin ver­ar­bei­tet, was die Gefahr eines Da­ten­miss­brauchs ver­rin­gert.
  3. Zu­kunfts­si­che­re First-Party-Da­ten­stra­te­gie: Server-Side-Tracking un­ter­stützt eine zu­kunfts­si­che­re First-Party-Da­ten­stra­te­gie, die es Un­ter­neh­men er­mög­licht, ihre eigenen Daten direkt zu erfassen und zu nutzen, anstatt auf Cookies von Dritt­an­bie­tern an­ge­wie­sen zu sein.
  4. Cookie-freies Tracking: Mit Server-Side-Tracking können Un­ter­neh­men das Potenzial von Cookie-freiem Tracking und al­ter­na­ti­ve Da­ten­er­fas­sungs­me­tho­den nutzen, um das Nut­zer­ver­hal­ten zu verstehen und per­so­na­li­sier­te Er­leb­nis­se zu schaffen, ohne auf Cookies an­ge­wie­sen zu sein.
  5. Bessere Da­ten­qua­li­tät: Ser­ver­sei­ti­ges Tracking kann zu genaueren und zu­ver­läs­si­ge­ren Daten führen. Da die Ver­ar­bei­tung auf dem Server statt­fin­det, sind die Daten weniger anfällig für Ad-Blocker und Tracking Pre­ven­ti­ons.
  6. Da­ten­an­rei­che­rung: Server-Side-Tracking er­mög­licht es Un­ter­neh­men, ihre Daten an­zu­rei­chern und zu­sätz­li­che In­for­ma­tio­nen über Nut­ze­rin­nen und Nutzer zu sammeln. Durch die Kom­bi­na­ti­on von Tracking-Daten mit anderen Da­ten­quel­len können Un­ter­neh­men ein um­fas­sen­des Bild ihrer Ziel­grup­pen erstellen und per­so­na­li­sier­te Er­leb­nis­se schaffen.
  7. Ska­lier­bar­keit: Server-Side-Tracking er­mög­licht die Ver­ar­bei­tung großer Da­ten­men­gen und eine Ska­lie­rung ent­spre­chend dem Website-Traffic. Dies ge­währ­leis­tet eine ef­fi­zi­en­te Ver­ar­bei­tung auch bei stark fre­quen­tier­ten Websites.
  8. Fle­xi­bi­li­tät: Durch die Im­ple­men­tie­rung eigener Tracking-Logiken und die In­te­gra­ti­on in ver­schie­de­ne Ana­ly­se­platt­for­men bietet Server-Side-Tracking ein hohes Maß an Fle­xi­bi­li­tät. Website-Be­trei­ben­de können ihre Tracking-An­for­de­run­gen anpassen und maß­ge­schnei­der­te Lösungen ent­wi­ckeln.

Wie funk­tio­niert ser­ver­sei­ti­ges Tracking?

Im Gegensatz zum her­kömm­li­chen Client-Side-Tracking, bei dem die Da­ten­ver­ar­bei­tung im Browser der User erfolgt, findet beim Server-Side-Tracking die Ver­ar­bei­tung der Nut­zer­da­ten auf dem Server der Website-Be­trei­ben­den statt. Dazu wird auf der Website ein Ja­va­Script-Code eingebaut, der die Daten erhebt, die danach zunächst an den Server geschickt werden, der die Website hostet. Dort werden die Daten da­ten­schutz­kon­form ver­ar­bei­tet, bevor sie schließ­lich an Dritt­an­bie­ter wie z. B. Google Analytics wei­ter­ge­lei­tet werden. Der Prozess des ser­ver­sei­ti­gen Trackings in Ver­bin­dung mit cli­ent­sei­ti­gem Ja­va­Script läuft wie folgt ab:

  • Cli­ent­sei­ti­ge Da­ten­er­fas­sung: Wenn ein Benutzer bzw. eine Be­nut­ze­rin eine Website besucht, wird das Ja­va­Script-Tracking-Skript im Browser geladen und aus­ge­führt. Dieses Skript zeichnet die In­ter­ak­tio­nen des Benutzers bzw. der Be­nut­ze­rin auf der Website auf, wie z. B. Klicks, Sei­ten­auf­ru­fe und For­mu­lar­ein­ga­ben.
  • Über­tra­gung der Daten an den Server: Die vom Ja­va­Script ge­sam­mel­ten Daten werden entweder sofort oder in re­gel­mä­ßi­gen Abständen an den Server der Website-Be­trei­ben­den gesendet. Dies geschieht in der Regel über HTTP-Requests, AJAX-Requests oder andere Methoden der Da­ten­über­tra­gung.
  • Ser­ver­sei­ti­ge Ver­ar­bei­tung: Auf dem Server werden die ein­ge­hen­den Daten ana­ly­siert und ver­ar­bei­tet. Dies be­inhal­tet ty­pi­scher­wei­se die Ex­trak­ti­on re­le­van­ter In­for­ma­tio­nen aus den emp­fan­ge­nen Daten, wie z. B. die IP-Adresse des User, den Zeitpunkt der Aktion und andere be­nut­zer­de­fi­nier­te Daten.
  • Ag­gre­ga­ti­on und Spei­che­rung: Die ver­ar­bei­te­ten Daten werden in einer Datenbank oder Ana­ly­se­platt­form ge­spei­chert und für spätere Analysen und Berichte verwendet.
  • Wei­ter­lei­tung an Ana­ly­se­tools: Nach der Ver­ar­bei­tung können die Daten an Ana­ly­se­tools, Da­ten­ban­ken oder andere Endpunkte wei­ter­ge­lei­tet werden, um weitere Analysen durch­zu­füh­ren oder in anderen Systemen verwendet zu werden.
Bild: Funktionsweise des Server-Side-Trackings
Beim Server-Side-Tracking werden die Daten auf dem Server der Website ver­ar­bei­tet, was zu prä­zi­se­ren Analysen und besserem Da­ten­schutz führt.
Zum Hauptmenü