Wer Excel nur verwendet, um per Hand Tabellen zu erstellen, verkennt den Nutzen, den das Microsoft-Werkzeug hat. Mit vielen nütz­li­chen Funk­tio­nen können Sie sich Ihre Arbeit er­leich­tern – sowohl im privaten Umfeld als auch bei der Arbeit. Damit man aber von den Vorteilen der Ta­bel­len­kal­ku­la­ti­on pro­fi­tie­ren kann, muss man die einzelnen hilf­rei­chen Funk­tio­nen erst einmal verstehen. Um ein solches nütz­li­ches Hilfs­mit­tel handelt es sich auch bei der ZÄH­LEN­WENN-Funktion (oder auf Englisch COUNTIF). Erfahren Sie, wofür man die Funktion benötigt und wie man diese korrekt einsetzt.

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Wofür braucht man ZÄH­LEN­WENN?

Stellen Sie sich vor, Sie haben eine un­sor­tier­te Liste mit Einträgen. Darin könnten z. B. Verkäufe der letzten Monate auf­ge­lis­tet sein. Nun möchten Sie her­aus­fin­den, wie häufig ein be­stimm­ter Artikel verkauft wurde. Statt per Hand die komplette Liste zu durch­fors­ten, nutzen Sie in einem solchen Fall die ZÄH­LEN­WENN-Funktion. Sie zählen also, wenn ein be­stimm­ter Wert zutrifft.

In Excel ist ZÄH­LEN­WENN eine sta­tis­ti­sche Funktion. Wie am An­wen­dungs­bei­spiel zu erkennen, nutzt man die Funktion, um eine Statistik zu erstellen. Wenn Sie die Frage „Wie häufig wurde Artikel XY verkauft?“ nun auf jedes ver­füg­ba­re Produkt über­tra­gen, können Sie etwa her­aus­fin­den, welcher Artikel am be­lieb­tes­ten ist. Mit den sta­tis­ti­schen Daten lassen sich an­schlie­ßend z. B. Diagramme erstellen.

Bei der ZÄH­LEN­WENN-Funktion handelt es sich im Prinzip um eine Kom­bi­na­ti­on aus der WENN-Funktion (eine logische Funktion) und der ANZAHL-Funktion bzw. der ANZAHL2-Funktion (sta­tis­ti­sche Funk­tio­nen). Die Kom­bi­na­ti­on ergibt, dass Excel eine Zelle nur dann zählt, wenn ein be­stimm­ter Wert erfüllt ist.

Nicht zu ver­wech­seln ist ZÄH­LEN­WENN mit SUMMEWENN: Die ähnliche Funktion gibt nicht die Anzahl der Werte innerhalb eines Da­ten­be­reichs wieder, sondern summiert direkt bestimmte Mengen. In unserem Beispiel: Der ent­spre­chen­de Artikel wurde jeweils pro Ver­kaufs­ak­ti­on in größeren Mengen verkauft. SUMMEWENN ermittelt, wie viele einzelne Produkte schließ­lich veräußert wurden.

Tipp

Mehr über "Excel: Zeichen zählen" finden Sie in unserem Digital Guide Artikel zu dem Thema.

Wie geht es richtig? ZÄH­LEN­WENN im Einsatz

Bei Excel-Funk­tio­nen ist es wichtig, die richtige Syntax ein­zu­hal­ten:

                =ZÄH­LEN­WENN(Bereich;Such­kri­te­ri­um)

Mit dem Begriff Bereich sind die Zellen in Ihrer Tabelle gemeint, in denen die zu zählenden Angaben stehen. Das Such­kri­te­ri­um gibt den ent­spre­chen­den Wert an, der be­rück­sich­tigt werden soll. Den Bereich geben Sie mit einem Start- und einem Endpunkt an, zwischen beiden steht ein Dop­pel­punkt. Die Angabe „B3:B14“ umfasst also sowohl die beiden genannten Zellen als auch alle, die innerhalb der Spalte da­zwi­schen liegen. Al­ter­na­tiv gibt Ihnen Excel die Mög­lich­keit, Bereiche mit der Maus zu ziehen. Die ent­spre­chen­den Zel­len­be­rei­che werden dann farbig markiert. Es ist auch möglich, die komplette Spalte zu markieren. Hierbei gibt man als Werte nur die Spalte und keine Zeilen an: „B:B“. Analog funk­tio­niert dies natürlich auch mit Zeilen.

Das Such­kri­te­ri­um können Sie entweder als Wert angeben, den Sie dann in An­füh­rungs­zei­chen setzen (z. B. „Schuhe“), oder indem Sie auf eine Zelle verweisen, in der dieser Wert steht (z. B. B3). Beide Angaben (Bereich und Such­kri­te­ri­um) trennt man durch ein Semikolon von­ein­an­der. Es kommen keine Leer­zei­chen in der Syntax vor.

                =ZÄH­LEN­WENN(B3:B14;"Schuhe")

                =ZÄH­LEN­WENN(B3:B14;F3)

Hinweis

Funk­tio­nen werden in Excel immer mit einem Gleich­heits­zei­chen ein­ge­lei­tet. Ansonsten in­ter­pre­tiert das Programm die Angabe als einfache Zei­chen­fol­ge und schreibt diese sichtbar in die Zelle.

Excel bietet auch hilf­rei­che Au­to­ver­voll­stän­di­gun­gen an. Ziehen Sie dazu die Funktion (am unteren rechten Rand der ak­ti­vier­ten, also an­ge­klick­ten Zelle) eine Zeile weiter: Die an­ge­ge­be­nen Zellen unter Bereich und Such­kri­te­ri­um passen sich au­to­ma­tisch an. Die Funktion bezieht nun auch au­to­ma­tisch auf Zellen, die eine Zeile tiefer liegen. Wenn Sie das nicht möchten, etwa weil der Such­be­reich der gleiche bleiben soll, können Sie diese Angaben als absolute Werte eintragen. Dafür fügen Sie Dol­lar­zei­chen ein:

                =ZÄH­LEN­WENN($B$3:$B$14;F3)

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ZÄH­LEN­WENN hat auch noch eine er­wei­ter­te Funktion namens ZÄH­LEN­WENNS. Damit fügen Sie mehrere Bereiche und so auch mehrere Such­kri­te­ri­en in Ihre Funktion ein. Sie können z. B. nur solche Schuh­ver­käu­fe zählen, die mehr als ein Produkt be­inhal­ten:

=ZÄH­LEN­WENNS(B3:B14;$G4;C3:C14;>1)

Hinweis

Sie können eine ähnliche Funktion in Google Sheets verwenden. Erfahren Sie mehr über die COUNTIF-Funktion in Sheets in unserem Artikel.

Die ZÄH­LEN­WENN-Funktion anhand von Bei­spie­len erklärt

Nehmen wir an, Sie besitzen ein La­den­ge­schäft und für Ihre Statistik möchten Sie her­aus­fin­den, wie viele Käufer aus Ihrem direkten Umfeld kommen. Dafür haben Sie alle Kunden gefragt, ob Sie bereit wären, Ihnen ihre Post­leit­zahl zu nennen. Alle Angaben tragen Sie nach­ein­an­der in eine Tabelle ein. Nun können Sie bei­spiels­wei­se Zellen zählen, wenn sich in diesen Ihre eigene Post­leit­zahl befindet.

                =ZÄH­LEN­WENN(B3:B17;"10969")

Tipp

In diesem Beispiel verwenden wir Zahlen als Text. Für die ZÄH­LEN­WENN-Funktion macht das im Prinzip keinen Un­ter­schied, aber damit Ihnen in anderen Si­tua­tio­nen keine Probleme entstehen, sollten Sie die Zellen auch als Text for­ma­tie­ren.

So bekommen Sie heraus, wie viele Kunden direkt um Ihr La­den­ge­schäft herum wohnen. Wenn Sie nun auch noch das Gegenteil wissen möchten, also wer alles aus einem anderen Post­leit­zahl­ge­biet kommt, müssen Sie vor das Such­kri­te­ri­um ein Kleiner-als-Zeichen (<) und ein Größer-als-Zeichen (>) setzen.

                =ZÄH­LEN­WENN(B3:B17;"<>10969")

Hinweis

Die ZÄH­LEN­WENN-Funktion achtet nicht auf Groß- und Klein­schrei­bung.

Wenn Sie den Wert nicht direkt in die Funktion eintragen und statt­des­sen auf den Wert in einer be­stimm­ten Zelle re­fe­rie­ren möchten, müssen Sie die Negation („<>“) mit dem Ver­ket­tungs­ope­ra­tor (&) mit der Zelle ver­knüp­fen:

                =ZÄH­LEN­WENN(B3:B17;"<>"&B3)

Darüber hinaus haben Sie die Kunden auch nach dem Alter befragt und diese Zahlen zu­ge­ord­net zu den je­wei­li­gen Post­leit­zah­len in eine Spalte ein­ge­tra­gen. Sie gehen davon aus, dass Ihr Angebot vor allem Menschen über 50 anspricht. Um diese Vermutung zu ve­ri­fi­zie­ren, können Sie die ZÄH­LEN­WENN-Funktion einsetzen. Da Sie nicht nur alle Käufer über 50, sondern auch jene, die genau 50 sind, erfassen wollen, muss die Funktion Größer-als und Gleich enthalten:

                =ZÄH­LEN­WENN(C3:C17; ">=50")

Hierbei in­ter­es­siert Sie natürlich ebenso das negative Ergebnis, also wie viele Menschen jünger als 50 Jahre sind. Dafür benötigen Sie in diesem Fall keine Negation: Das Kleiner-als-Zeichen genügt voll­kom­men:

                =ZÄH­LEN­WENN(C3:C17; "<50")

Sollte jemand Ihnen keine Angabe zum Alter gegeben haben, wird dieser Wert einfach her­aus­ge­rech­net. Sie werden fest­stel­len, dass das einfache Entfernen einer Post­leit­zahl, die nicht 10969 ist, keine Aus­wir­kun­gen auf das Ergebnis hat. Hierfür können Sie Ihre Formel erweitern, indem Sie zu­sätz­lich alle Zellen zählen, die leer sind, und die Anzahl vom ersten Ergebnis sub­tra­hie­ren. Um Excel mit­zu­tei­len, dass Sie leere Zellen als Such­kri­te­ri­um verwenden möchten, lassen Sie den Bereich zwischen den beiden An­füh­rungs­zei­chen einfach frei – schreiben die beiden Zeichen also direkt nach­ein­an­der:

                =ZÄH­LEN­WENN(B3:B17;"<>10969")-ZÄH­LEN­WENN(B3:B17;"")

Al­ter­na­tiv können Sie an dieser Stelle die er­wei­ter­te Funktion ZÄH­LEN­WENNS verwenden. Hierfür fügen Sie Ihrer ur­sprüng­li­chen Formel ein weiteres Such­kri­te­ri­um hinzu, nämlich dass leere Zellen nicht hin­zu­ge­rech­net werden sollen. Sie sub­tra­hie­ren also nicht alle leeren Zellen, sondern schließen beim Zählen alle leere Zellen aus:

                =ZÄH­LEN­WENNS(B3:B17;"<>10969";B3:B17;"<>")

Wenn Sie jetzt schließ­lich noch – aus welchem Grund auch immer – her­aus­fin­den möchten, wie viele der Kunden über 50 aus Ihrem Post­leit­zahl­be­reich kommen, können Sie ebenfalls die ZÄH­LEN­WENNS-Funktion verwenden. Dafür fügen Sie das zu­sätz­li­che Kriterium in die Formel ein:

                =ZÄH­LEN­WENNS(B3:B17;"10969";B3:B17;"<>";C3:C17;">=50")

Hinweis

Excel hat bei ZÄH­LEN­WENN ein Problem mit langen Zei­chen­fol­gen. Um Such­kri­te­ri­en mit mehr als 255 Zeichen zu verwenden, können Sie mehrere Kriterien mit­ein­an­der verketten. Dafür verwenden Sie den Ver­ket­tungs­ope­ra­tor „&“:

=ZÄH­LEN­WENN(B3:B17;"109"&"69").

Bei Ihrer Befragung haben Sie zu­sätz­lich noch notiert, was die Kunden jeweils gekauft haben. Als Besitzer eines Schuh­ge­schäfts in­ter­es­sie­ren Sie sich dafür, wie häufig bestimmte Schuhe verkauft wurden, und möchten also nur diese Verkäufe be­rück­sich­ti­gen. Hierfür können Sie einen Platz­hal­ter einsetzen, der in Excel mit einem As­te­ris­ken (*) rea­li­siert wird:

                =ZÄH­LEN­WENN(D3:D17;"*schuhe")

Hinweis

Platz­hal­ter funk­tio­nie­ren nur für Text­ein­ga­ben. Zah­len­wer­te lassen sich hiermit nicht ersetzen. Das gleiche gilt für das Fra­ge­zei­chen (?) als Platz­hal­ter: Hiermit können Sie jeweils ein Zeichen ersetzen. Möchten Sie statt­des­sen tat­säch­lich nach einem Fra­ge­zei­chen oder einem Sternchen suchen, stellen Sie zur Mas­kie­rung des Zeichens eine Tilde (~) voran.

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