CardDAV ist ein quell­of­fe­nes Protokoll, das auf WebDAV aufbaut und speziell auf die Syn­chro­ni­sie­rung von Kon­takt­da­ten­ban­ken aus­ge­rich­tet ist. Dabei er­mög­licht das Client-Server-Protokoll die Spei­che­rung und Freigabe digitaler Adress­bü­cher samt deren Kon­takt­da­ten auf einem Server. Auf diese Weise lassen sich wichtige Adressen, Te­le­fon­num­mern und In­for­ma­tio­nen von allen End­ge­rä­ten aus abrufen, verändern und sogar von mehreren Personen gemeinsam nutzen.

Nachdem die IETF (Internet Engi­nee­ring Task Force) den CardDAV-Standard im August 2011 offiziell im RFC 6352 ver­öf­fent­licht und vor­ge­schla­gen hatte, war CardDAV lange Zeit ins­be­son­de­re als Syn­chro­ni­sa­ti­ons­pro­to­koll von iOS (seit Version 7) bekannt. Heute wird es auch von ver­schie­de­nen Mail-An­wen­dun­gen wie Gmail un­ter­stützt. 2013 erhielt das Protokoll ein Update, das unter anderem den Da­ten­ver­brauch beim Syn­chro­ni­sie­rungs­pro­zess re­du­zier­te und die Mög­lich­keit im­ple­men­tier­te, auch Bilder mit sehr hoher Auflösung zu erfassen.

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So funk­tio­niert CardDav

CardDAV speichert Kon­takt­da­ten als vCards, die man auch als „elek­tro­ni­sche Vi­si­ten­kar­ten“ be­zeich­net. Der große Vorteil dieses Formats: Als vCards ge­spei­cher­te Daten lassen sich wahlweise in HTML-Seiten einbetten, als Mail-Anhang ver­schi­cken oder per QR-Code wei­ter­ge­ben und vom Empfänger bequem per Mausklick in das Adress­buch eines E-Mail-Programms einbinden. Vor­aus­set­zung dafür, den Standard zur Kon­takt­ver­wal­tung zu nutzen, ist eine aktive Ver­bin­dung zwischen einem CardDAV-Client und dem CardDAV-Server, auf dem die Daten ge­spei­chert sind. Auf dem ver­wen­de­ten Gerät – ob Desktop-PC oder Mo­bil­ge­rät – muss also eine ent­spre­chen­de Client-Anwendung in­stal­liert sein. Zudem werden die Adress­da­ten des Servers sowie eigene, in­di­vi­du­el­le Zu­griffs­da­ten für den Log-in benötigt.

Die Syn­chro­ni­sa­ti­ons­me­cha­nis­men funk­tio­nie­ren grund­sätz­lich so ähnlich wie bei CalDAV, einem weiteren Protokoll zur Ka­len­der­syn­chro­ni­sa­ti­on, das die Kon­takt­da­ten aber anders als CardDAV als Er­eig­nis­se im iCalendar-Format speichert. Alle Än­de­run­gen, die an den Kontakten durch­ge­führt werden, werden au­to­ma­tisch auf dem Server über­nom­men und im Anschluss auf allen ver­bun­de­nen Clients syn­chro­ni­siert. So ist jeder au­to­ri­sier­te Nutzer auf dem neuesten Stand, wenn neue Kun­den­da­ten ein­ge­tra­gen oder vor­han­de­ne Adressen ak­tua­li­siert werden. Das er­mög­licht vor allem im Beruf eine zentrale Ver­wal­tung von Kontakten, dank der alle Mit­ar­bei­ter auf dem ak­tu­ells­ten Stand sind.

Die Ein­rich­tung der CardDAV-Syn­chro­ni­sie­rung ist in den meisten Fällen ganz einfach, erfordert oft aber die In­stal­la­ti­on einer zu­sätz­li­chen Software. Soll bei­spiels­wei­se das Adress­buch eines Gmail-Kontos (Gmail verfügt über eine CardDAV-Server-Im­ple­men­tie­rung) via CardDAV syn­chro­ni­siert und in einem Outlook-Client verfügbar gemacht werden, funk­tio­niert dies fol­gen­der­ma­ßen:

  1. In­stal­lie­ren Sie ein CardDAV-Plug-in für Outlook wie CalDav Syn­chro­ni­zer oder cFOS Outlook DAV. Outlook muss derweil ge­schlos­sen sein.

Öffnen Sie Outlook und starten Sie das Menü des in­stal­lier­ten Plug-ins.

  1. Geben Sie die An­mel­de­da­ten für die Ver­knüp­fung mit dem Google-Konto ein.
  2. Via „Sync All“ oder ähnliche Schalt­flä­chen findet nun der Da­ten­ab­gleich statt, der einige Minuten in Anspruch nehmen kann.
  3. Das Google-Adress­buch wird nun au­to­ma­tisch und in Echtzeit mit dem Outlook-Account syn­chro­ni­siert.
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So sieht ein CardDAV-Eintrag im vCard-Format aus

Damit Kon­takt­da­ten als vCard auf einem CardDAV-Server ge­spei­chert werden, sendet der Client einen PUT-Request (Stan­dard­an­fra­ge für den Upload von Daten). Wie der Inhalt einer solchen Anfrage aussieht, zeigt nach­fol­gen­des Beispiel:

BEGIN:VCARD
VERSION:4.0
N:Mustermann;Erika;;Dr.;
FN:Dr. Erika Mustermann
ORG:Wikimedia
ROLE:Kommunikation
TITLE:Redaktion & Gestaltung
PHOTO;MEDIATYPE=image/jpeg:http://commons.wikimedia.org/wiki/File:Erika_Mustermann_2010.jpg
TEL;TYPE=work,voice;VALUE=uri:tel:+49-221-9999123
TEL;TYPE=home,voice;VALUE=uri:tel:+49-221-1234567
ADR;TYPE=home;LABEL="Heidestraße 17\n51147 Köln\nDeutschland"
 :;;Heidestraße 17;Köln;;51147;Germany
EMAIL:erika@mustermann.de
REV:20140301T221110Z
END:VCARD

Es ist sehr gut erkennbar, welche Kon­takt­in­for­ma­tio­nen die vCards erfassen und für die Anwender abrufbar machen können – unter anderem Vor- und Nachnamen, Titel, Adressen, Te­le­fon­num­mern, Un­ter­neh­men und Po­si­tio­nen und Rollen innerhalb des Un­ter­neh­mens.

Wo wird CardDav ein­ge­setzt und welche Vorteile birgt die Syn­chro­ni­sie­rung?

Der Einsatz von CardDAV ist überall dort sinnvoll, wo Kontakte zentral verwaltet werden sollen. Das erspart Anwendern die Pflege von Adressen auf un­ter­schied­li­chen Geräten. Ob beruflich oder privat – mit dem Protokoll haben alle Endgeräte denselben Da­ten­stand. Ferner können wahlweise auch Mit­ar­bei­ter, Au­ßen­dienst­ler oder Fa­mi­li­en­mit­glie­der auf die Kon­takt­da­ten zugreifen, diese ergänzen oder verändern. Auch bei Verlust, Diebstahl, Defekt oder Wechsel eines Endgeräts ist es weiterhin möglich, auf alle Kon­takt­da­ten zu­rück­zu­grei­fen, da diese separat auf dem Server abgelegt sind. Das erlaubt eine schnelle Syn­chro­ni­sie­rung mit einem neuen Gerät.

Weitere Vorteile sind:

  • Mit eigenem CardDAV-Server ist man un­ab­hän­gig von externen Diensten wie iCloud, Google Drive und Co.
  • Man hat jederzeit die Kontrolle über die Si­cher­heit der Daten, da diese auf einem aus­ge­wähl­ten Server liegen.
  • Die Nutzung der Syn­chro­ni­sie­rungs­me­tho­de ist geräte- und wei­test­ge­hend an­wen­dungs­un­ab­hän­gig.

Clients und Server mit CardDAV-Un­ter­stüt­zung

Die folgenden An­wen­dun­gen bieten eine ser­ver­sei­ti­ge Un­ter­stüt­zung des CardDAV-Pro­to­kolls:

  • Apple Contacts Server
  • Com­mu­ni­Gate Pro
  • DAViCal ( ab Version 0.9.9.2)
  • fruux
  • GMail und Google Kalender
  • Office
  • Horde Groupware
  • MDaemon Email Server
  • Meishi
  • Nextcloud
  • ownCloud
  • Radicale
  • SabreDAV
  • SOGo
  • Zimbra 6
  • SYNOLOGY DSM 6.0
  • Xandikos

Die folgenden An­wen­dun­gen im­ple­men­tie­ren den cli­ent­sei­ti­gen Teil des CardDAV-Pro­to­kolls:

  • Apple Kontakte
  • Apple iOS
  • Black­ber­ry
  • DAVx
  • eM Client
  • Evolution
  • KDE Software
  • Kerio Connect
  • Outlook CalDav Syn­chro­ni­zer
  • Sailfish OS
  • Thun­der­bird
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