Beim Full Backup handelt es sich um die grund­le­gen­de Backup-Methode. Es gibt andere Backup-Arten, jedoch benötigen diese allesamt eine initiale Kom­plett­si­che­rung als Grundlage. Ein kom­plet­tes Backup anzulegen, ist un­kom­pli­ziert, wenn auch auf Dauer in­ef­fi­zi­ent. Wir stellen die Voll­si­che­rung als Teil unserer Ar­ti­kel­rei­he zu Backup-Stra­te­gien vor.

Hinweis

Die Frage „Was ist ein Backup?“ be­ant­wor­ten wir an anderer Stelle im Detail.

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Was ist ein Full Backup und wie wird es angelegt?

Bei einem Full Backup, auch bekannt als Voll­si­che­rung, wird eine exakte Kopie eines gesamten Da­ten­be­stands angelegt. Da sich ein voll­stän­di­ges Backup auf einen de­fi­nier­ten Da­ten­be­stand bezieht, handelt sich um einen relativen Begriff. Der Da­ten­be­stand, von dem ein Backup erstellt wird, kann bei­spiels­wei­se umfassen:

  • alle auf einem Laptop be­find­li­chen Daten
  • alle Lohn­ab­rech­nun­gen eines Jahres
  • das gesamte Stamm­ver­zeich­nis einer Website

Was ist nun der Un­ter­schied zwischen einem voll­stän­di­gen Backup und einer normalen Kopie? Zunächst wird ein Backup nor­ma­ler­wei­se auf einem anderen phy­si­schen Medium angelegt als dem, das den ur­sprüng­li­chen Datensatz enthält. Bei­spiels­wei­se kopiert man die Daten der internen Laptop-SSD auf eine externe Fest­plat­te. Ferner handelt es sich bei einem Backup um eine exakte Kopie, weshalb der Prozess des Backup-Er­stel­lens auch als „Klonen“ oder „Spiegeln“ be­zeich­net wird. Aus einem voll­stän­di­gen Backup sollte sich der Ori­gi­nal­zu­stand getreu re­kon­stru­ie­ren lassen. Sinn und Zweck der Voll­si­che­rung ist, Redundanz zu erzeugen und die dabei ent­ste­hen­den Kopien verteilt zu lagern, um das Risiko von Da­ten­ver­lus­ten zu mi­ni­mie­ren.

Zum Anlegen einer Kopie in digitalen Systemen müssen Daten trans­fe­riert werden. Die Daten werden von der Quelle gelesen und auf das Ziel ge­schrie­ben. Je nach Größe des Da­ten­sat­zes sowie der zum Einsatz kommenden Da­ten­lei­tung dauert ein Kom­plett­si­che­rung ggf. sehr lange.

Zum Anlegen eines voll­stän­di­gen Backups werden die Daten auf einen phy­si­schen Speicher wie Fest­plat­te oder USB-Stick kopiert oder an einen Cloud-Speicher gesendet. Dazu kommt je nach Be­triebs­sys­tem und An­for­de­run­gen spe­zia­li­sier­te Software zum Einsatz. Für viele ge­bräuch­li­che Szenarien reichen jedoch vor­han­de­ne „Bord­mit­tel“ des Be­triebs­sys­tems voll­kom­men aus. Im Folgenden zeigen wir ein paar Beispiele für Befehle, mit denen sich ein voll­stän­di­ges Backup von der Kom­man­do­zei­le aus anlegen lässt.

Tipp

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Exakte Kopie eines Ver­zeich­nis­ses anlegen (Linux)

Um auf der Kom­man­do­zei­le ein Backup eines Ver­zeich­nis­ses anzulegen, nutzen wir den Linux-Copy-Befehl. Wir kopieren das Quell­ver­zeich­nis auf einen Zielpfad. Das Ziel kann auf jeglichem am System ge­moun­te­ten Volumen liegen:

cp -a <source-dir> <target-path>

Mit der Option -a („Ar­chi­vie­ren“) legt der Copy-Befehl eine exakte Kopie an: Zeit­stem­pel, Zu­griffs­rech­te etc. der Zieldaten werden auf die genauen Werte der kor­re­spon­die­ren­den Quellen gesetzt. Dies ist u. a. kritisch bei Systemen, die Code umfassen, bei­spiels­wei­se einer WordPress-In­stal­la­ti­on. Wird die Kopie ohne Nutzung der Ar­chi­vie­ren-Option angelegt, drohen Si­cher­heits­lü­cken oder Einbußen der Funk­tio­na­li­tät.

Tarball-Archiv anlegen

Eine weit ver­brei­te­te Methode zum Anlegen eines kom­plet­ten Backups besteht im Erzeugen eines Tarball-Archivs. Dazu nutzen wir den Linux-tar-Befehl (der Name steht für „Tape Archive“), um aus mehreren Dateien bzw. Ver­zeich­nis­sen eine einzelne Datei zu erzeugen. Damit dies funk­tio­niert, muss die Zieldatei als erster Parameter angegeben werden:

tar -czf <target-file>.tar.gz <source-1> <source-2> <source-3>

Die Option -z weist den tar-Befehl an, Gzip-Kom­pri­mie­rung zu nutzen. Die dabei erzeugte .tar.gz-Datei ist in der Regel um den Faktor 2 bis 10 kleiner als die Ge­samt­grö­ße der in das Backup auf­ge­nom­me­nen Daten.

Ver­zeich­nis mit Rsync spiegeln

Bei Rsync handelt es sich um eine aus­ge­reif­te Software zum Kopieren von Da­ten­sät­zen. Quelle und Ziel können sich auf demselben phy­si­schen System befinden oder auf über das Netzwerk ver­bun­de­nen, ent­fern­ten Systemen. Im letzteren Fall greift Rsync u. a. auf das aus­ge­reif­te SSH-Protokoll zurück.

So lassen sich Server-Backups mit Rsync erstellen bzw. vormals angelegte Backups wie­der­her­stel­len. Besonders für große Da­ten­sät­ze ist vor­teil­haft, dass Rsync in der Lage ist, ab­ge­bro­che­ne Backups fort­zu­set­zen. Be­trach­ten wir den sim­pels­ten Aufruf von Rsync zum Anlegen einer exakten Ver­zeich­nis­ko­pie:

rsync -a <source-dir>/ <target-path>

Wie beim bereits vor­ge­stell­ten cp-Befehl kommt die Option -a für „Ar­chi­vie­ren“ zum Einsatz. Dies stellt sicher, dass eine exakte Kopie angelegt wird. Unser Beispiel setzt voraus, dass das zu ko­pie­ren­de Ver­zeich­nis am an­ge­ge­be­nen Pfad noch nicht existiert. Ist das Ver­zeich­nis auf der Quelle bereits vorhanden, überträgt Rsync in­tel­li­gent nur die Än­de­run­gen seit dem letzten Ko­pier­vor­gang. Dann handelt es sich nicht mehr um ein Full Backup, sondern per De­fi­ni­ti­on um ein dif­fe­ren­zi­el­les Backup.

Ver­zeich­nis unter Windows mit Robocopy spiegeln

Die bereits vor­ge­stell­ten Befehle cp und Rsync sind beides Linux-Tools. Sie sind per WSL2 („Windows Subsystem for Linux“) auch unter Windows verfügbar. Mit Robocopy steht ferner eine Windows-eigene Al­ter­na­ti­ve zur Verfügung. Dies ist ins­be­son­de­re nützlich, da das unter Windows zum Einsatz kommende NTFS-Da­tei­sys­tem einige Be­son­der­hei­ten aufweist.

Genutzt wird Robocopy Backup wie die Linux-Ver­wand­ten von der Kom­man­do­zei­le aus. Neben der An­spie­lung auf den Su­per­hel­den RoboCop steht der Name des Tools für „Robust File Copy“. Be­trach­ten wir einen ex­em­pla­ri­schen Robocopy-Befehl. Wir spiegeln ein Quell­ver­zeich­nis auf einen Zielpfad:

robocopy /mir <source-dir>/ <target-path>

Die Option /mir steht für „mirror“, also „Spiegel“. Robocopy legt somit eine Kom­plett­si­che­rung des Quell­ver­zeich­nis­ses an. Ziel und Quelle liegen auf dem lokalen System oder auf einem über das Netzwerk an­ge­bun­de­nen Windows-Share. Anders als Rsync bietet Robocopy keine Un­ter­stüt­zung für das Kopieren über eine SSH-Ver­bin­dung.

Full Backup eines Mac- oder Windows-Computers anlegen

Um auf dem Mac ein Backup zu erstellen oder unter Windows 10 ein Backup zu erstellen, nutzt man die ins System ein­ge­bun­de­nen Tools Time Machine bzw. Windows-Sicherung. Beiden ist gemein, dass beim ersten Ausführen eine Kom­plett­si­che­rung angelegt wird. In dar­auf­fol­gen­den Backup-Durch­gän­gen werden lediglich die seit dem letzten Backup an­fal­len­den Än­de­run­gen über­tra­gen. Aus der Voll­si­che­rung lässt sich das System komplett wie­der­her­stel­len.

Daten in der Cloud sichern

Die bisher vor­ge­stell­ten Tools zum Anlegen kom­plet­ter Backups nutzen allesamt ein lokales oder ent­fern­tes Be­triebs­sys­tem, um die Zieldaten zu schreiben. Was jedoch, wenn Sie Daten zu Backup-Zwecken in einem Cloud-Speicher ablegen möchten? Hierzu können Sie auf einen Dienst wie Cloud Backup von IONOS zu­rück­grei­fen. Auf diese Weise schützen Sie auch Ihre ge­schäft­li­chen Daten optimal vor Verlust und anderen Gefahren wie Ran­som­wa­re-Ver­schlüs­se­lung.

Was sind die Vorteile und Nachteile eines Full Backups?

Je nach Ein­satz­sze­na­rio hat es mehr oder weniger Sinn, ein voll­stän­di­ges Backup eines Da­ten­be­stands anzulegen. Daher gibt es weitere, spe­zia­li­sier­te Backup-Methoden. Be­trach­ten wir die Vor- und Nachteile einer Kom­plett­si­che­rung.

Vorteile einer voll­stän­di­gen Da­ten­si­che­rung

Es gibt drei haupt­säch­li­che Vorteile beim Anlegen eines Full Backups:

  1. Einfach anzulegen: Bord­mit­tel genügen
  2. Ver­läss­lichs­te Backup-Methode: Geringes Risiko von Da­ten­ver­lust
  3. Einfach wie­der­her­stell­bar: Meist genügt Umkehren des Ko­pier­vor­gangs

Un­mit­tel­ba­rer Vorteil eines kom­plet­ten Backups ist, dass sich dieses relativ un­kom­pli­ziert anlegen lässt. Man benötigt in der Regel keine spe­zia­li­sier­te Software, sondern bedient sich der vor­han­de­nen Bord­mit­tel. Da ein voll­stän­di­ges Backup den kom­plet­ten Da­ten­be­stand umfasst, erfordert das Anlegen keine spe­zi­el­len Vor­be­rei­tun­gen. Lediglich zwei Vor­aus­set­zun­gen müssen erfüllt sein:

  1. Es ist genug Spei­cher­platz auf dem Ziel­sys­tem vorhanden.
  2. Es ist aus­rei­chend Band­brei­te vorhanden, um den Ko­pier­vor­gang in ak­zep­ta­bler Zeit ab­zu­schlie­ßen.

Hat man si­cher­ge­stellt, dass beide Vor­aus­set­zun­gen erfüllt sind, startet man den Backup-Vorgang. Dann ist Warten angesagt. Denn bis ein Full Backup fertig ist, kann einige Zeit vergehen. Nach Abschluss des Ko­pier­vor­gangs gilt es noch zu über­prü­fen, dass das Backup voll­stän­dig und ohne Fehler angelegt wurde.

Der nächste große Vorteil einer Kom­plett­si­che­rung ist deren Ver­läss­lich­keit. Da ein kom­plet­tes Backup den gesamten zu si­chern­den Da­ten­be­stand umfasst, ist es unmöglich, Daten zu vergessen oder zu übersehen. Dazu ist es jedoch wichtig, dass man sich an die ur­sprüng­li­che Intention hält: Full Backup bedeutet per De­fi­ni­ti­on, dass der gesamte Da­ten­be­stand gesichert wird.

Gerade bei großen Da­ten­men­gen ist es ver­lo­ckend, Argumente zu finden, bestimmte Daten vom Backup aus­zu­schlie­ßen: „Das brauchen wir eh nicht“, „wurde alles beim letzten Mal gesichert“ etc. Leider weiß man tat­säch­lich oft erst im Nach­hin­ein, ob diese Annahmen zutreffen. Gibt es von den aus­ge­nom­me­nen Daten dann kein aktuelles Backup, ist der Schaden an­ge­rich­tet. Daher ist es notwendig, beim Full Backup wirklich den gesamten Da­ten­be­stand voll­stän­dig zu sichern – auch wenn es u. U. sehr lange dauert.

Das Anlegen eines Backups ist erst die halbe Miete. Denn ein Backup ist nur dann wertvoll, wenn es sich ori­gi­nal­ge­treu wie­der­her­stel­len lässt. Auch hier glänzt das voll­stän­di­ge Backup durch seine Ein­fach­heit: Zum Wie­der­her­stel­len wird nur das Backup selbst benötigt; meist reicht es aus, Quelle und Ziel zu ver­tau­schen und den Ko­pier­vor­gang erneut laufen zu lassen.

Jedoch gilt beim Full Backup wie bei allen Backup-Methoden: Ohne vor­he­ri­ges Testen kann man sich nicht darauf verlassen, dass sich der Original-Da­ten­be­stand aus dem Backup wie­der­her­stel­len lässt. Das testweise Wie­der­her­stel­len aus Backups ist Teil jeder soliden Backup-Strategie. Kei­nes­falls möchte man erst beim ein­ge­tre­te­nen Da­ten­ver­lust rea­li­sie­ren, dass die sorg­fäl­tig an­ge­leg­ten Backups wertlos sind.

Nachteile einer voll­stän­di­gen Da­ten­si­che­rung

Der prin­zi­pi­el­le Nachteil einer voll­stän­di­gen Da­ten­si­che­rung liegt in ihrer In­ef­fi­zi­enz begründet. Ein kom­plet­tes Backup anzulegen, dauert in der Regel lange und ver­braucht viel Platz auf dem Ziel­me­di­um. Denn beim Full Backup wird per De­fi­ni­ti­on der komplette Da­ten­be­stand gesichert.

Mac-Benutzer kennen diese Pro­ble­ma­tik von der Nutzung der sys­tem­ei­ge­nen Backup-Software Time Machine. So kann der erste Backup-Vorgang stun­den­lang dauern, bei großen zu si­chern­den Da­ten­men­gen sogar die ganze Nacht. Denn beim ersten Durchlauf wird eine Kom­plett­si­che­rung aller auf dem Mac be­find­li­chen Daten angelegt.

Tipp

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In welchen Szenarien kommt ein Full Backup zum Einsatz?

Zunächst ist das Anlegen einer Kom­plett­si­che­rung die Grundlage für dar­auf­fol­gen­de dif­fe­ren­zi­el­le oder in­kre­men­tel­le Backups. Das heißt: Ohne Voll­si­che­rung gibt es kein Backup im Sinne einer Backup-Strategie. Daneben gibt es ein paar Umstände, die das Anlegen eines Full Backups er­for­der­lich machen oder be­güns­ti­gen. Schauen wir uns ein paar Beispiele an.

Wenn unbekannt ist, welche Daten gesichert werden sollen

In manchen Si­tua­tio­nen hat man es mit einem Da­ten­be­stand zu tun, bei dem unklar ist, welche Be­stand­tei­le wichtig sind. In diesen Fällen ist es vor­teil­haft, zunächst ein voll­stän­di­ges Backup anzulegen. Man spannt damit ge­wis­ser­ma­ßen ein Si­cher­heits­netz auf. So ab­ge­si­chert macht man sich daran, die Daten zu sichten und ggf. in die Ka­te­go­rien „weg­schmei­ßen“ und „auf­be­wah­ren“ zu sortieren. Geht dabei etwas schief, rettet einen das zuvor angelegte Full Backup.

Als Si­cher­heits­maß­nah­me vor der Durch­füh­rung von Än­de­run­gen

Ähnlich verhält es sich, wenn Än­de­run­gen an einem System durch­ge­führt werden sollen. Web­ad­mi­nis­tra­to­ren kennen die Pro­ble­ma­tik allzu gut: Ein neuer Kunde hat ein be­stehen­des System, das vorher von einem anderen Admin gepflegt wurde. Nun sollen vom neuen Admin Än­de­run­gen vor­ge­nom­men werden. Was jedoch, wenn dabei etwas schief geht? Der neue Admin kennt das System nicht, der alte Admin ist nicht mehr verfügbar. Um hand­lungs­fä­hig zu bleiben, legt man zunächst ein Full Backup an. Schlagen die Än­de­run­gen fehl und be­schä­di­gen das System, greift man auf die Voll­si­che­rung zurück. Wichtig ist wiederum, das Wie­der­her­stel­len vor dem Durch­füh­ren der Än­de­run­gen zu testen.

Zur Vor­be­rei­tung einer Sys­tem­mi­gra­ti­on

Möchte man ein System migrieren, z. B. eine WordPress-Site von einem Server auf einen anderen umziehen, benötigt man eine komplette Kopie der Website-Daten. Im Fall von WordPress umfasst dies zumindest das WordPress-Stamm­ver­zeich­nis und die WordPress-Datenbank. Zum Vor­be­rei­ten der Migration legt man ein kom­plet­tes Backup der Daten an und trans­fe­riert dieses auf den neuen Server. Dort wird die Website aus dem Backup re­kon­stru­iert. Hat man si­cher­ge­stellt, dass die Site pro­blem­los läuft, wird sie live ge­schal­tet. Meist lässt man das alte System noch eine Weile bestehen, um im Notfall darauf zu­rück­grei­fen zu können. Dann fungiert das alte System ge­wis­ser­ma­ßen als Voll­si­che­rung.

Um das Neu­auf­set­zen eines Systems vor­zu­be­rei­ten

Manchmal ist es notwendig, ein System neu auf­zu­set­zen. Denken Sie bei­spiels­wei­se an einen Laptop, dessen Fest­plat­te Fehler aufweist, oder eine Website, deren Server neu in­stal­liert wird. In diesen Fällen geht man ähnlich vor wie bei der Sys­tem­mi­gra­ti­on: Man legt ein kom­plet­tes Backup an, setzt die zu­grun­de­lie­gen­de Hardware oder Software neu auf und spielt im Anschluss das Backup wieder ein.

Jedoch gibt es einen ent­schei­den­den Un­ter­schied zur Sys­tem­mi­gra­ti­on: Beim Neu­auf­set­zen geht das ur­sprüng­li­che System verloren. Es ist daher ratsam, der 3-2-1-Backup-Regel folgend min­des­tens zwei Kom­plett­si­che­run­gen des Systems an ge­trenn­ten Orten anzulegen. Ferner ist es un­ab­ding­bar, den Wie­der­her­stel­lungs­pro­zess vor dem Neu­auf­set­zen zu testen.

Zum Ar­chi­vie­ren von Pro­jekt­da­ten

Kommt ein Projekt zum Abschluss, gilt es, alle wichtigen Daten für die Zukunft zu ar­chi­vie­ren. Bei For­schungs- und Ent­wick­lungs­pro­jek­ten ist die än­de­rungs­si­che­re Ar­chi­vie­rung Grund­vor­aus­set­zung für Ver­füg­bar­keit bzw. Re­pro­du­zier­bar­keit der Er­geb­nis­se. Handelt es sich beim Projekt um eine Foto- oder Film­pro­duk­ti­on, fallen große Mengen ein­zig­ar­ti­ger Rohdaten an. Auch diese gilt es zu ar­chi­vie­ren. Als ein­fachs­te Maßnahme erzeugt man ein voll­stän­di­ges Backup als Tarball- oder ZIP-Archiv und legt dieses auf einem red­un­dan­ten Da­ten­spei­cher ab.

Auch Web­pro­jek­te erreichen ir­gend­wann das Ende ihrer Le­bens­dau­er. Bevor eine Website offline genommen wird, legt man stan­dard­mä­ßig ein letztes, kom­plet­tes Backup an. So lässt sich die Site bei Bedarf in der Zukunft re­kon­stru­ie­ren. Da eine Website neben den sta­ti­schen Daten Code umfasst, ist es notwendig, die Aus­füh­rungs­um­ge­bung in das Backup mit­auf­zu­neh­men. Bei­spiels­wei­se erstellt man ein Image auf Grundlage einer vir­tu­el­len Maschine oder eines Con­tai­ners. So ist si­cher­ge­stellt, dass sich das System in Zukunft mitsamt aller Ab­hän­gig­kei­ten starten lässt.

Zur Da­ten­ret­tung von einem in­sta­bi­len System

Viel­leicht kennen Sie dieses Szenario: Ein älterer Rechner zeigt immer stärkere Aus­fall­erschei­nun­gen. Zunächst stürzt der Rechner manchmal ab, dann immer häufiger, bis er schließ­lich nur noch selten startet. In so einem Fall ist Eile geboten – es gilt zu retten, was zu retten ist. Bekommt man das System noch einmal stabil zum Laufen, legt man schleu­nigst ein kom­plet­tes Backup an. Denn viel­leicht bietet sich diese Chance bereits zum letzten Mal. Wurde das Backup angelegt, hat man Zeit, in Ruhe die Daten zu sortieren.

Bei hoher Wich­tig­keit eines kleinen, schnell ver­än­der­li­chen Da­ten­sat­zes

Ein häufiges Szenario, bei dem Nutzer intuitiv komplette Backups anlegen, ergibt sich, wenn ein wichtiger Datensatz vorliegt, der klein ist und sich schnell ändert. Denken Sie bei­spiels­wei­se an einen Ordner mit einer im Aufbau be­find­li­chen Dok­tor­ar­beit. Der Ordner enthält viel­leicht nur eine Handvoll Dokumente, die zu­sam­men­ge­nom­men einige Megabyte umfassen. Der Doktorand arbeitet jeden Tag an den Do­ku­men­ten und sichert die dabei an­fal­len­den Än­de­run­gen, indem er abends den kom­plet­ten Ordner auf einen USB-Stick kopiert. Wenn auch relativ in­ef­fi­zi­ent, ist dieser Ansatz unter technisch weniger ver­sier­ten Nutzern aufgrund seiner Ein­fach­heit weit ver­brei­tet.

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