Open­Ne­bu­la und Proxmox gehören zu den bekannten Open-Source-Platt­for­men für Vir­tua­li­sie­rung und In­fra­struk­tur­ver­wal­tung. Beide Lösungen er­mög­li­chen den Betrieb vir­tu­el­ler Maschinen und Container, verfolgen jedoch un­ter­schied­li­che Ansätze: Während Open­Ne­bu­la stärker auf Cloud-In­fra­struk­tu­ren aus­ge­rich­tet ist, bietet Proxmox eine besonders zu­gäng­li­che All-in-One-Lösung für Vir­tua­li­sie­rung.

Ein­satz­be­rei­che von Open­Ne­bu­la und Proxmox

Sowohl Open­Ne­bu­la als auch Proxmox werden ein­ge­setzt, um Ser­ver­res­sour­cen effizient zu verwalten und mehrere virtuelle Systeme auf einer ge­mein­sa­men Hardware zu betreiben. Beide Platt­for­men un­ter­stüt­zen virtuelle Maschinen und er­mög­li­chen eine zentrale Ver­wal­tung über Web­ober­flä­chen.

Ins­be­son­de­re der Aufbau von Open­Ne­bu­la Private Clouds ist ein gefragtes Nut­zungs­sze­na­rio. Darüber hinaus ist die Plattform auch für hybride Cloud-Um­ge­bun­gen kon­zi­piert. Neben klas­si­schen vir­tu­el­len Maschinen un­ter­stützt Open­Ne­bu­la auch komplexe Netz­werk­kon­fi­gu­ra­tio­nen und au­to­ma­ti­sier­te Be­reit­stel­lun­gen. Dadurch eignet sich die Lösung besonders für Un­ter­neh­men, Re­chen­zen­tren oder For­schungs­um­ge­bun­gen.

Proxmox richtet sich stärker an Ad­mi­nis­tra­to­rin­nen und Ad­mi­nis­tra­to­ren, kleinere Un­ter­neh­men und am­bi­tio­nier­te Pri­vat­an­wen­den­de. Die Plattform kom­bi­niert Vir­tua­li­sie­rung, Con­tai­ner­be­trieb und Storage-Ver­wal­tung in einer in­te­grier­ten Umgebung. Proxmox wird oft als Vir­tua­li­sie­rungs­lö­sung für einzelne Server oder kleine bis mittlere Cluster verwendet.

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Sys­tem­vor­aus­set­zun­gen und Betrieb

Beide Platt­for­men werden ty­pi­scher­wei­se auf phy­si­scher Ser­ver­hard­ware betrieben und über­neh­men dort die Rolle eines Vir­tua­li­sie­rungs­hosts. Meist kommen so­ge­nann­te Bare-Metal-In­stal­la­tio­nen zum Einsatz, bei denen die Vir­tua­li­sie­rungs­platt­form direkt auf der Hardware in­stal­liert wird. Dadurch steht die gesamte Re­chen­leis­tung für virtuelle Maschinen zur Verfügung.

Proxmox wird als voll­stän­di­ges Be­triebs­sys­tem in­stal­liert. Die In­stal­la­ti­on erfolgt meist direkt auf einem phy­si­schen Server, kann aber auch testweise in einer vir­tu­el­len Maschine erfolgen. Für pro­duk­ti­ve Um­ge­bun­gen empfiehlt sich Hardware mit mehreren CPU-Kernen, aus­rei­chend Ar­beits­spei­cher und schnellen SSDs. Bereits ein einzelner Server reicht aus, um mit Proxmox zu starten.

Open­Ne­bu­la verwendet ebenfalls Linux-basierte Hosts, benötigt jedoch meist eine stärker struk­tu­rier­te Umgebung. Neben den ei­gent­li­chen Vir­tua­li­sie­rungs­hosts gibt es zu­sätz­li­che Kom­po­nen­ten wie Frontend-Server oder Storage-Server. Dadurch eignet sich Open­Ne­bu­la besonders für verteilte In­fra­struk­tu­ren. Der Einstieg ist daher im Regelfall etwas komplexer als bei Proxmox.

Open­Ne­bu­la vs. Proxmox: Wich­tigs­te Ei­gen­schaf­ten und Un­ter­schie­de

Obwohl beide Platt­for­men ähnliche Grund­funk­tio­nen bieten, un­ter­schei­den sich Open­Ne­bu­la und Proxmox deutlich in ihrer Ziel­set­zung und Ar­chi­tek­tur. Die Un­ter­schie­de betreffen vor allem Bedienung, Ska­lier­bar­keit, Ar­chi­tek­tur und typische Ein­satz­sze­na­ri­en. Diese Aspekte bestimmen maß­geb­lich, welche Lösung sich für eine bestimmte Umgebung besser eignet.

Ar­chi­tek­tur und Konzept

Proxmox ist als in­te­grier­te Vir­tua­li­sie­rungs­platt­form kon­zi­piert, die viele Funk­tio­nen bereits stan­dard­mä­ßig mitbringt. Vir­tua­li­sie­rung, Storage-Ver­wal­tung, Clus­ter­be­trieb und Backups sind direkt enthalten und sofort nutzbar. Dadurch lässt sich eine funk­tio­nie­ren­de Umgebung relativ schnell aufbauen.

Ein weiterer Un­ter­schied zeigt sich bei der Un­ter­stüt­zung von Con­tai­nern. Proxmox in­te­griert neben vir­tu­el­len Maschinen auch LXC-Container direkt in die Plattform. Ad­mi­nis­tra­to­rin­nen und Ad­mi­nis­tra­to­ren können damit sowohl klas­si­sche virtuelle Maschinen als auch leicht­ge­wich­ti­ge Container innerhalb derselben Ober­flä­che verwalten.

Open­Ne­bu­la verfolgt einen stärker modularen Ansatz. Die Plattform fungiert als Or­ches­trie­rungs­schicht, die mehrere Vir­tua­li­sie­rungs­hosts und Res­sour­cen zu­sam­men­führt. Dadurch lassen sich kom­ple­xe­re Cloud-Struk­tu­ren abbilden. Al­ler­dings erfordert dies im All­ge­mei­nen mehr Planung und Kon­fi­gu­ra­ti­on.

Bedienung und Be­nut­zer­freund­lich­keit

Proxmox bietet eine sehr über­sicht­li­che Web­ober­flä­che, die sich vor allem für Ein­stei­ge­rin­nen und Ein­stei­ger eignet. Virtuelle Maschinen können mit nur wenigen Schritten erstellt werden. Viele Ein­stel­lun­gen sind direkt über Menüs er­reich­bar.

Open­Ne­bu­la besitzt ebenfalls eine Web­ober­flä­che, setzt dabei jedoch stärker auf Konzepte aus dem Cloud-Umfeld. Begriffe wie Templates, Virtual Networks oder Da­tasto­res erfordern etwas Ein­ar­bei­tung. Die Plattform richtet sich stärker an erfahrene Ad­mi­nis­tra­to­ren. Im Vergleich Open­Ne­bu­la vs. Proxmox zeigt sich, dass vor allem im Alltag letzteres meist schneller ein­ge­rich­tet ist. Open­Ne­bu­la benötigt mehr Vor­be­rei­tung, bietet dafür aber mehr Fle­xi­bi­li­tät bei größeren Um­ge­bun­gen.

Ska­lier­bar­keit und In­fra­struk­tur­grö­ße

Proxmox un­ter­stützt Cluster mit mehreren Nodes und eignet sich gut für mit­tel­gro­ße Um­ge­bun­gen. Auch Hoch­ver­füg­bar­keit lässt sich ein­rich­ten. Für viele Un­ter­neh­men reicht dieser Funk­ti­ons­um­fang voll­stän­dig aus.

Open­Ne­bu­la ist speziell auf große In­fra­struk­tu­ren ausgelegt. Die Plattform kann viele Hosts und virtuelle Maschinen gleich­zei­tig verwalten. Res­sour­cen lassen sich dabei de­tail­liert zuweisen und au­to­ma­ti­sie­ren. Dadurch eignet sich Open­Ne­bu­la besonders für Cloud-Platt­for­men oder große Re­chen­zen­tren. In kleinen Um­ge­bun­gen kann Open­Ne­bu­la jedoch teilweise über­di­men­sio­niert wirken.

Au­to­ma­ti­sie­rung und Cloud-Funk­tio­nen

Open­Ne­bu­la bietet um­fang­rei­che Funk­tio­nen für Cloud-Ma­nage­ment und Au­to­ma­ti­sie­rung. Virtuelle Maschinen können au­to­ma­ti­siert be­reit­ge­stellt und verwaltet werden. Auch Self-Service-Portale für Nut­ze­rin­nen und Nutzer sind möglich.

Proxmox un­ter­stützt ebenfalls Au­to­ma­ti­sie­rung, bei­spiels­wei­se über APIs oder Skripte. Der Fokus liegt jedoch stärker auf klas­si­scher Ser­ver­vir­tua­li­sie­rung. Er­wei­ter­te Cloud-Funk­tio­nen müssen häufig zu­sätz­lich ein­ge­rich­tet werden. Für reine Cloud-In­fra­struk­tu­ren ist Open­Ne­bu­la daher meist besser geeignet. Für klas­si­sche Vir­tua­li­sie­rung genügt Proxmox voll­kom­men.

Typische Ein­satz­sze­na­ri­en

Proxmox eignet sich besonders für kleine bis mit­tel­gro­ße Vir­tua­li­sie­rungs­um­ge­bun­gen. Ein­zel­ser­ver oder kleine Cluster lassen sich schnell aufbauen und betreiben. Die Plattform ist damit ideal für IT-Ab­tei­lun­gen, Ent­wick­ler­um­ge­bun­gen oder Test­sys­te­me geeignet.

Open­Ne­bu­la hingegen eignet sich vor allem für größere Or­ga­ni­sa­tio­nen. Besonders sinnvoll ist die Plattform beim Aufbau von Private Clouds oder Hosting-Platt­for­men. Auch Service-Provider nutzen Open­Ne­bu­la häufig.

Weitere Al­ter­na­ti­ven

Neben Open­Ne­bu­la und Proxmox exis­tie­ren weitere Vir­tua­li­sie­rungs­lö­sun­gen mit un­ter­schied­li­chen Schwer­punk­ten. Besonders ver­brei­tet ist VMware vSphere, das viele Un­ter­neh­mens­funk­tio­nen bietet, aber kos­ten­pflich­tig ist. Microsoft Hyper-V wird häufig in Windows-basierten Um­ge­bun­gen ein­ge­setzt.

Es exis­tie­ren außerdem weitere Platt­for­men, die ähnlich wie Open­Ne­bu­la auf den Aufbau von Cloud-In­fra­struk­tu­ren aus­ge­rich­tet sind. Besonders häufig werden in diesem Zu­sam­men­hang Open­Ne­bu­la und Cloud­Stack sowie Open­Ne­bu­la und OpenStack mit­ein­an­der ver­gli­chen, da alle drei Lösungen für den Betrieb von Private Clouds geeignet sind. Apache Cloud­Stack bietet eine ver­gleichs­wei­se struk­tu­rier­te Cloud-Ar­chi­tek­tur und wird häufig von Hosting-Anbietern ein­ge­setzt. OpenStack gilt als besonders leis­tungs­fä­hig und flexibel, ist jedoch deutlich komplexer in In­stal­la­ti­on und Betrieb.

Die Wahl der passenden Lösung hängt stark von der Größe der In­fra­struk­tur und dem in­di­vi­du­ell ge­wünsch­ten Funk­ti­ons­um­fang ab. Proxmox eignet sich häufig als Ein­stiegs­lö­sung, während Open­Ne­bu­la und OpenStack eher für größere Cloud-Um­ge­bun­gen geeignet sind.

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