Der Kom­man­do­zei­len­be­fehl chkdsk war bereits in früheren MS-DOS Versionen der Microsoft-Be­triebs­sys­te­me enthalten. Seit Windows NT 3.1 läuft chkdsk als 32-Bit Programm, das auch NTFS-for­ma­tier­te Da­ten­trä­ger un­ter­stützt. Zu­sätz­lich gibt es seit Windows XP die Da­ten­trä­ger­über­prü­fung mit einer einfachen gra­fi­schen Ober­flä­che, die den Da­ten­trä­ger­dienst im Hin­ter­grund nutzt, aber nur zwei seiner viel­fäl­ti­gen Optionen anbietet. Erfahren Sie in den folgenden Ab­schnit­ten, welche ver­schie­de­nen chdsk-Befehle und -Parameter es gibt und wie Sie das Tool für Ihre Zwecke nutzen können.

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So können Sie chkdsk starten:

  • Sie starten chkdsk über die Da­ten­trä­ger­über­prü­fung im Explorer
  • Sie starten chkdsk mit vollem Funk­ti­ons­um­fang über die Kom­man­do­zei­le (Ein­ga­be­auf­for­de­rung oder Power­Shell)

chkdsk über die Da­ten­trä­ger­über­prü­fung starten – so funk­tio­niert‘s

Wollen Sie chkdsk über den Da­tei­ex­plo­rer starten, klicken Sie dort per Rechts­klick auf ein Laufwerk und wählen den Kon­text­me­nü­punkt „Ei­gen­schaf­ten“ aus. An­schlie­ßend wechseln Sie in die Re­gis­ter­kar­te „Tools“, wo Sie die benötigte Rubrik „Feh­ler­über­prü­fung“ inklusive der zu kli­cken­den Schalt­flä­che „Prüfen“ finden:

Nach einer kurzen Prüfung schlägt Windows 10 not­wen­di­ge Re­pa­ra­tur­maß­nah­men au­to­ma­tisch vor (in Windows 7 mussten die Re­pa­ra­tur­op­tio­nen noch manuell gewählt werden). Grund­sätz­lich stehen dabei zwei Mög­lich­kei­ten zur Wahl:

  • Da­tei­sys­tem­feh­ler au­to­ma­tisch kor­ri­gie­ren – ent­spricht dem chkdsk-Parameter /f.
  • Feh­ler­haf­te Sektoren suchen/wie­der­her­stel­len – ent­spricht dem chkdsk-Parameter /r.

Wird eine der oben genannten Re­pa­ra­tur­op­tio­nen gewählt, ver­län­gert sich die benötigte Zeit deutlich. Außerdem lässt sich das zu prüfende Laufwerk in diesem Zeitraum nicht verwenden. Beenden Sie daher vorher alle Programme und auch Explorer-Fenster, die Daten dieses Lauf­wer­kes verwenden oder anzeigen.

Auch im Read-only-Modus (nur lesen) sollten Sie, während die Über­prü­fung läuft, möglichst nicht auf das zu prüfende Laufwerk zugreifen, da sich sonst die Prüfzeit erheblich ver­län­gert. Am besten schließen sie alle Programme und beenden auch Vi­ren­scan­ner von Dritt­her­stel­lern, um deren Hin­ter­grund­ak­ti­vi­tä­ten zu un­ter­bin­den.

chkdsk über die Kom­man­do­zei­le mit vollem Funk­ti­ons­um­fang starten: Anleitung

Setzen Sie chkdsk über die Kom­man­do­zei­le ein, stehen Ihnen we­sent­lich mehr Prüf­op­tio­nen zur Verfügung als bei der Prüfung im Explorer. In Windows 10 können Sie die chkdsk-Befehle wahlweise über die Ein­ga­be­auf­for­de­rung oder die neuartige Power­Shell eintippen. Letztere Option haben Sie in älteren Versionen des Be­triebs­sys­tems wie Windows 7 oder Windows 8 nicht. Wie die Steuerung des Tools über die Kom­man­do­zei­le genau funk­tio­niert, verrät die folgende Schritt-für-Schritt-Anleitung.

  1. Schließen sie zunächst alle Fenster, in denen das zu prüfende Laufwerk angezeigt wird, und beenden sie alle Programme, die mög­li­cher­wei­se auf das Laufwerk zugreifen.
  2. Öffnen Sie per Rechts­klick auf das Windows-Logo in der Task­leis­te das Sys­tem­me­nü. Wählen Sie dort „Ein­ga­be­auf­for­de­rung (Ad­mi­nis­tra­tor)“ oder „Windows Power­Shell (Ad­mi­nis­tra­tor)“. Je nach Version von Windows wird nur einer dieser beiden Me­nü­punk­te angezeigt.
  3. Sollten Sie als Benutzer mit ein­ge­schränk­ten Rechten an­ge­mel­det sein, ist an dieser Stelle die Eingabe des Ad­mi­nis­tra­tor­pass­worts er­for­der­lich.
  4. Geben Sie chkdsk und den Lauf­werks­buch­sta­ben des zu prüfenden Laufwerks ein.

chkdsk läuft daraufhin ohne weitere Parameter im Read-only-Modus, verändert also auf der Fest­plat­te nichts.

Durch zu­sätz­li­che chkdsk-Parameter können spezielle Über­prü­fungs­pha­sen oder Re­pa­ra­tur­op­tio­nen ein­ge­schal­tet werden. Die grund­le­gen­de Syntax, die es bei der Eingabe der je­wei­li­gen chkdsk-Befehle zu beachten gilt, sieht wie folgt aus:

chksdk [Laufwerk[[Pfad]Dateiname]]] [/F] [/V] [/R] [/X] [/I] [/C] [/L[:Größe]] [/B] [/scan] [/spotfix]

Wird kein Laufwerk angegeben, wird chkdsk auf dem aktuell aus­ge­wähl­ten Laufwerk aus­ge­führt. Das Laufwerk kann als Lauf­werks­buch­sta­be oder bei NTFS-Lauf­wer­ken auch als Ver­zeich­nis­pfad angegeben werden, in den eine weitere Fest­plat­te ein­ge­bun­den ist.

Auf FAT32-Lauf­wer­ken können auch einzelne Ver­zeich­nis­se oder sogar nur spezielle Dateien geprüft werden. Unter NTFS ist die Angabe eines Ver­zeich­nis­ses nur dann möglich, wenn dieses Ver­zeich­nis im Ver­zeich­nis­baum durch eine eigene Partition dar­ge­stellt wird.

Die wich­tigs­ten chkdsk-Befehle und -Parameter im Überblick

Die folgende Tabelle fasst die wich­tigs­ten chkdsk-Parameter bzw. -Befehle zusammen und erklärt ihre Bedeutung. Zudem wird dar­ge­stellt, für welches Da­tei­sys­tem und ab welcher Windows-Version die ver­schie­de­nen Befehle verfügbar sind.

chksdk-Befehl/-Parameter Bedeutung FAT32 / extFAT NTFS ab Windows Version
Volume Gibt den Lauf­werks­buch­sta­ben bzw. das Volume (gefolgt von einem Dop­pel­punkt) oder den Be­reit­stel­lungs­punkt an. x x  
Dateiname Angabe konkreter Dateien, die überprüft werden sollen. x    
/F Behebt Fehler auf dem Da­ten­trä­ger. x x  
/V Zeigt den voll­stän­di­gen Pfad und Namen jeder Datei auf dem Da­ten­trä­ger an. x    
/V Zeigt Be­rei­ni­gungs­nach­rich­ten an, falls vorhanden.   x  
/R Sucht be­schä­dig­te Sektoren und stellt lesbare In­for­ma­tio­nen wieder her (bedingt /F, wenn /scan nicht angegeben wird). x x  
/L:Größe Ändert die Größe der Pro­to­koll­da­tei in die an­ge­ge­be­ne Anzahl von KB. Fehlt die Grö­ßen­an­ga­be, wird die aktuelle Größe angezeigt.   x  
/X Erzwingt, dass die Be­reit­stel­lung des Volumes auf­ge­ho­ben wird. Alle ge­öff­ne­ten Prozesse etc. auf dem Volume werden dann ungültig. (bedingt /F). x x  
/I Über­prüfung der In­dex­ein­trä­ge aus (gelockert).   x  
/C Zyklen innerhalb der Ord­ner­struk­tur werden nicht überprüft.   x  
/B Erneute Aus­wer­tung feh­ler­haf­ter Cluster auf dem Volume (bedingt /R).   x Windows 7
/scan Führt eine Online-Über­prü­fung durch.   x Windows 10
/force­off­line­fix Umgeht die Online-Reparatur (muss mit „/scan“ verwendet werden); gefundene Fehler werden in die War­te­schlan­ge für die Offline-Reparatur ein­ge­reiht (d. h. „chkdsk /spotfix“).   x Windows 10
/perf Verwendet mehr Sys­tem­res­sour­cen, um die Über­prü­fung zu be­schleu­ni­gen; kann sich negativ auf die Leistung anderer im System aus­ge­führ­ter Tasks auswirken (Muss mit „/scan“ verwendet werden).   x Windows 10
/spotfix Repariert das Volume.   x Windows 10
/sdcleanup Führt eine Spei­cher­be­rei­ni­gung für nicht benötigte Si­cher­heits­be­schrei­bungs­da­ten aus (bedingt /F).   x Windows 10
/off­line­sca­nandfix Startet die Offline-Über­prü­fung und Reparatur auf dem Volume. x x Windows 10
/free­or­pha­ned­chains Gibt nicht mehr benötigte Cluster-Ketten frei, statt ihren Inhalt wie­der­her­zu­stel­len. x   Windows 10
/markclean Markiert das Volume als feh­ler­frei. x   Windows 10

Läuft chkdsk mit einer der Re­pa­ra­tur­op­tio­nen (/F oder /R), ver­län­gert sich die für die Über­prü­fung benötigte Zeit in der Regel deutlich. Auch im schreib­ge­schütz­ten Stan­dard­mo­dus sollten Sie während der Aus­füh­rung von chkdsk möglichst wenig auf die getestete Fest­plat­te zugreifen. Der chkdsk-Check lässt sich jederzeit vorzeitig mit der Tas­ten­kom­bi­na­ti­on [Strg] + [C] abbrechen.

Die Optionen /I und /C ver­rin­gern den Zeit­auf­wand für die Aus­füh­rung von chkdsk, da einige Über­prü­fun­gen über­sprun­gen werden.

Hinweis

Auf dem Sys­tem­lauf­werk sind ständig Dateien geöffnet, deshalb kann chkdsk hier mit den Re­pa­ra­tur­op­tio­nen nicht laufen. In diesem Fall wird die Option angeboten, das Sys­tem­lauf­werk beim nächsten Sys­tem­start mit AutoChk zu über­prü­fen.

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