Ein Telegram-Bot mit n8n und KI lässt sich erstellen, um ein­ge­hen­de Nach­rich­ten au­to­ma­tisch zu ver­ar­bei­ten und mit in­tel­li­gen­ten Antworten zu versehen. In diesem Artikel zeigen wir Ihnen Schritt für Schritt, wie Sie einen solchen Bot ein­rich­ten, mit Telegram verbinden und um eine KI-Funktion erweitern.

Welche Vorteile bietet ein Telegram-Bot mit n8n und KI?

Ein mit n8n er­stell­ter Telegram-Bot bietet Ihnen die Mög­lich­keit, au­to­ma­ti­sier­te Kom­mu­ni­ka­ti­on ohne klas­si­sche Soft­ware­ent­wick­lung um­zu­set­zen. Statt einen kom­plet­ten Bot selbst pro­gram­mie­ren zu müssen, verbinden Sie im Low-Code-Tool n8n einzelne Bausteine zu einem über­sicht­li­chen Workflow. Dadurch können Sie Nach­rich­ten empfangen, ana­ly­sie­ren, an eine KI wei­ter­ge­ben und die Antwort au­to­ma­tisch wieder an Telegram zu­rück­sen­den. Besonders praktisch ist, dass Sie den Ablauf jederzeit erweitern können, bei­spiels­wei­se um Da­ten­bank­ab­fra­gen, API-An­bin­dun­gen oder Be­nach­rich­ti­gun­gen. Auch kleinere Un­ter­neh­men, Teams oder Ein­zel­an­wen­de­rin­nen und -anwender pro­fi­tie­ren davon, weil sich wie­der­keh­ren­de Kom­mu­ni­ka­ti­ons­auf­ga­ben stark ver­ein­fa­chen lassen. Zu­sätz­lich ist n8n sehr gut geeignet, wenn Sie Ihren Bot selbst hosten und die volle Kontrolle über Ihre Au­to­ma­ti­sie­run­gen behalten möchten.

Schritt 1: Vor­aus­set­zun­gen für den Telegram-Bot schaffen

Bevor Sie mit dem ei­gent­li­chen Erstellen Ihres Telegram-Bots beginnen, sollten Sie einige grund­le­gen­de Vor­aus­set­zun­gen erfüllen. Hierzu zählen ins­be­son­de­re:

  • Eine laufende n8n-Instanz: Ihre n8n-Umgebung muss er­reich­bar sein, damit Sie Workflows anlegen und Webhooks be­zie­hungs­wei­se Trigger nutzen können.
  • Ein Telegram-Konto: Sie benötigen ein normales Telegram-Be­nut­zer­kon­to, um über den BotFather einen Bot zu erstellen.
  • Ein API-Zugang für KI: Sie brauchen einen Dienst, über den Text­ant­wor­ten generiert werden können, bei­spiels­wei­se über ein LLM-Modell oder einen passenden KI-Anbieter.
  • Grund­le­gen­der Zugriff auf die n8n-Ober­flä­che: Sie sollten Workflows anlegen, Nodes öffnen und Zu­gangs­da­ten speichern können.
Tipp

Wenn Sie n8n noch nicht ein­ge­rich­tet haben, empfiehlt sich eine In­stal­la­ti­on mit Docker. Eine n8n Docker-In­stal­la­ti­on ist besonders schnell umgesetzt und eignet sich ideal für erste Tests sowie für pro­duk­ti­ve Setups auf Servern. Für größere oder ska­lier­ba­re Um­ge­bun­gen kann es auch sinnvoll sein, n8n in einer Container-Or­ches­trie­rung zu betreiben. So er­mög­licht eine n8n Ku­ber­netes-In­stal­la­ti­on bei­spiels­wei­se, Workflows hoch­ver­füg­bar und flexibel in komplexen In­fra­struk­tu­ren zu betreiben.

Schritt 2: Telegram-Bot mit dem BotFather erstellen

Bevor Sie Ihren n8n-Workflow bauen können, müssen Sie in Telegram einen eigenen Bot anlegen. Dafür nutzen Sie den of­fi­zi­el­len Telegram-Account BotFather, über den neue Bots erstellt und verwaltet werden können. Öffnen Sie Telegram, suchen Sie in den Chats nach „BotFather“ und starten Sie den Chat.

Bild: Telegram BotFather: BotFather starten
Mit einem Klick auf den Start-Button starten Sie den BotFather-Dienst in Telegram.

An­schlie­ßend senden Sie den Befehl /newbot, um einen neuen Bot anzulegen.

Bild: Telegram BotFather: neuen Bot erstellen
Mit dem Befehl `/newbot` können Sie einen neuen Bot mit BotFather erstellen.

Telegram fragt Sie danach zuerst nach einem frei wählbaren An­zei­ge­na­men für den Bot. Danach müssen Sie einen ein­deu­ti­gen Be­nut­zer­na­men festlegen, der auf „bot“ endet, zum Beispiel „n8n_di­gi­tal­gui­de_test_bot“. Wenn der Name ak­zep­tiert wurde, erhalten Sie von BotFather ein so­ge­nann­tes API-Token. Dieses Token ist sehr wichtig, weil es später in n8n hin­ter­legt wird, damit Ihr Workflow Nach­rich­ten senden und empfangen darf.

Bild: Telegram BotFather: Token
Nachdem Sie einen Namen fest­ge­legt haben, erhalten Sie Ihr Token. Speichern Sie sich dieses ab.

Schritt 3: n8n vor­be­rei­ten und einen neuen Workflow anlegen

Nachdem der Bot erstellt wurde, wechseln Sie in Ihre n8n-Ober­flä­che. Legen Sie dort einen neuen Workflow an, damit Sie die Ver­ar­bei­tung der Telegram-Nach­rich­ten grafisch aufbauen können. In n8n wird jeder einzelne Ver­ar­bei­tungs­schritt als eigener Node dar­ge­stellt. Das macht den Ablauf auch für Ein­stei­ge­rin­nen und Ein­stei­ger sehr ver­ständ­lich, weil Sie genau sehen, wann eine Nachricht eingeht, wann sie an die KI wei­ter­ge­reicht wird und wann die Antwort zurück an Telegram gesendet wird.

Benennen Sie den Workflow am besten direkt eindeutig. So finden Sie ihn später leichter wieder, wenn Sie mehrere Au­to­ma­ti­sie­run­gen in Ihrer n8n-Instanz verwalten. Speichern Sie den Workflow möglichst früh ab, damit erste Än­de­run­gen nicht verloren gehen.

Schritt 4: Telegram Trigger in n8n ein­rich­ten

Jetzt fügen Sie den ersten wichtigen Node hinzu: den Telegram Trigger. Dieser Node sorgt dafür, dass n8n au­to­ma­tisch reagiert, sobald jemand Ihrem Bot eine Nachricht sendet. Öffnen Sie die Node-Auswahl in n8n, suchen Sie nach Telegram und wählen Sie einen ent­spre­chen­den Trigger-Node aus.

Bild: n8n: Telegram Trigger
Wählen Sie aus den n8n-Nodes den Telegram-Node aus und suchen Sie die ge­wünsch­te Trigger-Aktion, in unserem Fall den Eingang einer Nachricht.

An­schlie­ßend müssen Sie die Zu­gangs­da­ten Ihres Bots hin­ter­le­gen. Dafür legen Sie in n8n zunächst neue Telegram-Cre­den­ti­als an und tragen dort das zuvor vom BotFather erhaltene Token ein. Danach kann n8n mit Ihrem Bot kom­mu­ni­zie­ren. So erkennt der Trigger ein­ge­hen­de Telegram-Nach­rich­ten direkt und stellt Ihnen die Inhalte als Daten im Workflow zur Verfügung.

Bild: n8n: Telegram Credentials
Legen Sie in Ihrem Node die Telegram-Zu­gangs­da­ten mithilfe des soeben ge­si­cher­ten Bot-Tokens an.
Hinweis

Damit der Telegram-Trigger in n8n zu­ver­läs­sig funk­tio­niert, sollte Ihre n8n-Instanz über HTTPS öf­fent­lich er­reich­bar sein. Der Grund: Telegram über­mit­telt ein­ge­hen­de Nach­rich­ten in der Regel per Webhook an Ihre n8n-Umgebung. Ist die Instanz nicht von außen er­reich­bar oder nicht korrekt per HTTPS ab­ge­si­chert, kann Telegram den Trigger nicht sauber an­spre­chen. Prüfen Sie deshalb vorab, ob Ihre n8n-URL gültig, öf­fent­lich er­reich­bar und mit einem SSL-Zer­ti­fi­kat versehen ist.

Schritt 5: Test­nach­richt an den Bot senden und Eingang prüfen

Bevor Sie direkt die KI anbinden, sollten Sie zunächst prüfen, ob Ihr Bot überhaupt Nach­rich­ten korrekt empfängt. Öffnen Sie dazu Ihren Workflow, klicken Sie auf den Telegram-Node und wählen Sie oben im Editor die Option „Execute Step“. n8n wartet dann aktiv auf ein­ge­hen­de Er­eig­nis­se; in diesem Fall also auf eine Nachricht, die an Ihren Bot gesendet wird.

Im nächsten Schritt wechseln Sie in die Telegram-App. Suchen Sie dort nach dem Be­nut­zer­na­men Ihres Bots und öffnen Sie den Chat. Falls Sie den Bot zum ersten Mal verwenden, müssen Sie zunächst auf „Start“ klicken oder den Befehl /start senden, damit der Bot aktiviert wird. An­schlie­ßend können Sie eine ganz normale Nachricht eingeben, zum Beispiel „Hallo“. Diese Nachricht wird dann von Telegram an Ihren Bot über­mit­telt.

Wenn alles korrekt ein­ge­rich­tet wurde, sollte n8n die Nachricht un­mit­tel­bar empfangen. Wechseln Sie zurück zur n8n-Ober­flä­che: Der Trigger-Node zeigt nun eine er­folg­rei­che Aus­füh­rung an und Sie sehen in der Ausgabe die emp­fan­ge­nen Daten. Diese Daten enthalten alle re­le­van­ten In­for­ma­tio­nen zur Nachricht. Dieser Zwi­schen­test ist besonders wichtig, weil Sie damit früh­zei­tig erkennen, ob die Ver­bin­dung zwischen Telegram und n8n funk­tio­niert.

Achten Sie in der Ausgabe besonders auf die Struktur der Daten. Der ei­gent­li­che Nach­rich­ten­text befindet sich im Regelfall im Feld message.text, während die Chat-ID separat unter message.chat.id ge­spei­chert ist. Diese beiden Werte sind später ent­schei­dend, um die Nachricht an die KI wei­ter­zu­ge­ben und die Antwort wieder an den richtigen User zu­rück­zu­sen­den.

Ein typischer Aus­schnitt der emp­fan­ge­nen Daten kann zum Beispiel so aussehen:

{
    "message": {
        "message_id": 12,
        "text": "Hallo",
        "chat": {
            "id": 123456789,
            "type": "private"
        },
        "from": {
            "id": 987654321,
            "username": "beispieluser"
        }
    }
}
json

Schritt 6: Ein­ge­hen­den Text für die KI auf­be­rei­ten

Als Nächstes müssen Sie den ein­ge­hen­den Nach­rich­ten­text in eine Form bringen, die sich sauber an einen KI-Dienst übergeben lässt. Dafür nutzen Sie in n8n einen Edit-Fields-Node. Ziel dieses Schritts ist es, die ver­schach­tel­ten Telegram-Daten auf die zwei wirklich wichtigen In­for­ma­tio­nen zu re­du­zie­ren: den Text der Nachricht und die Chat-ID.

Fügen Sie dazu einen neuen Node hinzu und verbinden Sie ihn direkt mit dem Telegram-Trigger. Öffnen Sie den Node und legen Sie zwei neue Felder an. Im ersten Feld tragen Sie als Namen user_message ein. Als Wert klicken Sie auf „Ex­pres­si­on“ und wählen aus den ein­ge­hen­den Daten das Feld mit dem Nach­rich­ten­text aus. Im zweiten Feld erstellen Sie chat_id und wählen hier die Chat-ID. n8n übernimmt diese Werte dann au­to­ma­tisch aus der vor­he­ri­gen Node-Ausgabe.

Ein mögliches Feld­map­ping im Node sieht dann so aus:

Bild: n8n: Set-Node
Nehmen Sie den Output aus Ihrem vor­he­ri­gen Node und erstellen Sie in einem Edit-Fields (Set)-Node ein manuelles Mapping zu Variablen, die Sie frei benennen können.

Nach diesem Schritt stehen Ihnen zwei klar struk­tu­rier­te Werte zur Verfügung, die Sie direkt an die KI übergeben und für die Antwort an den richtigen Chat zu­rück­ver­wen­den können.

Schritt 7: KI-Node oder HTTP-Request für die Text­ge­ne­rie­rung einfügen

In einem nächsten Schritt folgt der ei­gent­li­che Kern Ihres Bots: die KI-Ver­ar­bei­tung. Je nach Ihrem Setup können Sie dafür entweder einen vor­han­de­nen KI-Node verwenden oder per HTTP-Request einen externen KI-Dienst an­spre­chen. Das Grund­prin­zip ist immer gleich: Der Text aus Telegram wird an ein Sprach­mo­dell übergeben, dort ver­ar­bei­tet und als Antwort an n8n zu­rück­ge­lie­fert.

Wir verwenden hierzu den in­te­grier­ten OpenAI-Node. Hier können Sie auf die Daten des vor­he­ri­gen Nodes zugreifen und einen Prompt for­mu­lie­ren, der Ihren Zwecken gerecht wird.

Schritt 8: KI-Antwort aus der Rückgabe ex­tra­hie­ren

Nachdem die Anfrage er­folg­reich an die KI gesendet wurde, müssen Sie die Antwort aus der Rückgabe her­aus­zie­hen. Die genaue Struktur hängt davon ab, welchen Anbieter oder Node Sie verwenden. Prüfen Sie die Ausgabe im n8n-Node daher genau.

Auch hierfür ist ein zu­sätz­li­cher Edit-Fields-Node sehr praktisch. Dort können Sie die KI-Antwort in ein eigenes Feld wie bei­spiels­wei­se bot_reply schreiben. Auf diese Weise bleibt Ihr Workflow sauber aufgebaut und Sie vermeiden kom­pli­zier­te Ausdrücke in späteren Nodes. Gleich­zei­tig ist dieser Schritt nützlich, wenn Sie die KI-Ausgabe noch nach­be­ar­bei­ten möchten, um sie bei­spiels­wei­se zu kürzen oder bestimmte Inhalte her­aus­zu­fil­tern.

Schritt 9: Antwort mit einem Telegram-Node zurück an den User senden

Sobald die KI-Antwort vorliegt, fügen Sie einen weiteren Telegram-Node hinzu, um die Nachricht an den User zu­rück­zu­sen­den. In diesem Node wählen Sie die passende Aktion zum Senden einer Nachricht. An­schlie­ßend tragen Sie als Empfänger bzw. Emp­fän­ge­rin die zuvor ex­tra­hier­te Chat-ID ein. Als Nach­rich­ten­text verwenden Sie das Feld mit der KI-Antwort.

Dadurch entsteht ein voll­stän­di­ger Kreislauf: Telegram empfängt eine Nut­zer­nach­richt, n8n übernimmt die Daten, die KI erzeugt eine Antwort und Telegram sendet diese wieder zurück.

Schritt 10: Kom­plet­ten Workflow testen

Nun sollten Sie den gesamten Ablauf einmal als voll­stän­di­gen Test durch­spie­len. Senden Sie dazu Ihrem Telegram-Bot eine normale Frage und be­ob­ach­ten Sie in n8n nach­ein­an­der alle aus­ge­führ­ten Nodes. So sehen Sie genau, wo Daten korrekt übergeben werden und an welcher Stelle es ge­ge­be­nen­falls Probleme gibt. Wenn die KI-Antwort am Ende bei Telegram erscheint, ist die Grund­funk­ti­on Ihres Bots er­folg­reich ein­ge­rich­tet.

Bei Fehlern hilft es, die Daten in jeder Workflow-Station einzeln zu prüfen. Häufige Ursachen sind falsche Feldpfade, nicht korrekt kon­fi­gu­rier­te API-Zugänge oder eine Ant­wort­struk­tur, die anders aussieht als erwartet. Gerade bei den ersten Versuchen ist es völlig normal, kleine An­pas­sun­gen vornehmen zu müssen. Sobald der Test aber einmal er­folg­reich läuft, lässt sich der Bot sehr leicht erweitern.

Schritt 11: Bot mit einfachen Regeln ver­bes­sern

Ein funk­tio­nie­ren­der Basis-Bot ist ein guter Anfang, aber in der Praxis möchten Sie meistens etwas mehr Kontrolle über das Verhalten haben. Deshalb lohnt es sich, zu­sätz­li­che Regeln in Ihren Workflow ein­zu­bau­en. Sie können zum Beispiel mit einem IF-Node prüfen, ob eine Nachricht leer ist, ob bestimmte Schlüs­sel­wör­ter vorkommen oder ob auf bestimmte Eingaben eine feste Stan­dard­ant­wort erfolgen soll. So vermeiden Sie unnötige KI-Anfragen und ver­bes­sern zugleich die Nut­zer­er­fah­rung.

Ebenso sinnvoll ist ein Schutz gegen überlange oder un­pas­sen­de Eingaben. Sie könnten etwa festlegen, dass sehr lange Nach­rich­ten verkürzt oder mit einem freund­li­chen Hinweis be­ant­wor­tet werden. Auch einfache Be­grü­ßun­gen lassen sich oft ef­fi­zi­en­ter per fester Antwort als per KI lösen. Dadurch bleibt Ihr Workflow günstiger, schneller und besser kon­trol­lier­bar.

Ein einfaches Beispiel für eine Son­der­re­gel wäre:

Wenn Nachricht = “/start”, dann feste Begrüßung senden; ansonsten Nachricht an die KI wei­ter­ge­ben

Schritt 12: Workflow ak­ti­vie­ren und produktiv nutzen

Wenn alle Tests er­folg­reich verlaufen sind, können Sie den Workflow in n8n ak­ti­vie­ren, indem Sie oben rechts auf „Publish“ klicken. Ab diesem Moment reagiert Ihr Telegram-Bot au­to­ma­tisch auf ein­ge­hen­de Nach­rich­ten, ohne dass Sie den Testmodus erneut starten müssen. Jetzt läuft die ver­öf­fent­lich­te Version produktiv, sofern der Telegram-Webhook korrekt er­reich­bar ist.

Bild: n8n: Publish Workflow
Mit einem Klick auf „Publish“ wird Ihr Workflow aktiviert.

Drei prak­ti­sche Ideen für Telegram-Bots mit n8n und KI

Mit einem einfachen Frage-und-Antwort-Bot ist das Potenzial von n8n längst nicht aus­ge­schöpft. Besonders spannend wird es dann, wenn Sie Ihren Telegram-Bot mit weiteren Diensten, Da­ten­quel­len oder internen Prozessen verbinden. Dadurch wird aus einem reinen Chatbot ein Au­to­ma­ti­sie­rungs­hel­fer, der nicht nur antwortet, sondern aktiv Aufgaben übernimmt.

1. Support-Bot für häufige Fragen

Ein sehr na­he­lie­gen­der An­wen­dungs­fall ist ein Support-Bot, der wie­der­keh­ren­de Fragen au­to­ma­tisch be­ant­wor­tet. Nut­ze­rin­nen und Nutzer können dem Bot typische Fragen stellen, zum Beispiel zu Öff­nungs­zei­ten, Rück­ga­be­pro­zes­sen, Produkten oder internen Abläufen. Die ein­ge­hen­de Nachricht wird zunächst von Telegram an n8n übergeben. Dort kann eine KI die Frage verstehen und auf Basis fester Hinweise oder vor­han­de­ner Wis­sens­in­hal­te eine passende Antwort for­mu­lie­ren. Dadurch müssen einfache Stan­dard­an­fra­gen nicht mehr manuell be­ant­wor­tet werden.

Bild: n8n-Telegram-Workflow: Beispiel 1
Sie können mit Telegram-Nodes in Ver­bin­dung mit KI in n8n einen Support-Bot ein­rich­ten.

Besonders nützlich ist dieser Ansatz, wenn Ihr Team re­gel­mä­ßig dieselben Fragen erhält. Sie können den Workflow zu­sätz­lich so erweitern, dass bestimmte Begriffe erkannt und mit festen In­for­ma­tio­nen kom­bi­niert werden. Für kom­ple­xe­re Anliegen könnte der Bot die Anfrage auch an einen Menschen wei­ter­lei­ten oder intern per E-Mail oder mit n8n an Discord melden. Denkbar wäre es auch, die Resultate über eine n8n-In­te­gra­ti­on von Jira an ein Ti­cket­sys­tem wei­ter­zu­lei­ten. Auf diese Weise entsteht eine sinnvolle Vor­fil­te­rung, die Zeit spart und zugleich die Re­ak­ti­ons­ge­schwin­dig­keit erhöht.

2. Interner Assistent für schnelle Team-Abfragen

Ein weiterer sehr prak­ti­scher Bot ist ein interner Telegram-Assistent für kleine Teams oder Ar­beits­grup­pen. Mit­ar­bei­te­rin­nen und Mit­ar­bei­ter können dem Bot kurze Fragen senden, zum Beispiel nach Pro­jekt­sta­tus, Terminen, Zu­stän­dig­kei­ten oder internen In­for­ma­tio­nen. n8n kann die Anfrage dabei nicht nur an eine KI wei­ter­ge­ben, sondern zu­sätz­lich In­for­ma­tio­nen aus anderen Systemen abrufen. Denkbar sind dabei Ka­len­der­da­ten, Da­ten­bank­ein­trä­ge, CRM-In­for­ma­tio­nen oder Inhalte aus internen APIs.

Bild: n8n-Telegram-Workflow: Beispiel 2
Wenn Sie als Trigger-Event einen Channel-Post auswählen, können Sie auch As­sis­ten­ten für ganze Teams mit n8n bauen.

Die KI übernimmt in diesem Fall vor allem die sprach­li­che In­ter­pre­ta­ti­on der Anfrage und die ver­ständ­li­che For­mu­lie­rung der Antwort. Dadurch müssen die Nutzenden keine exakt de­fi­nier­ten Befehle lernen, sondern können in na­tür­li­cher Sprache schreiben. Das senkt die Hürde im Alltag erheblich. Ein solcher Bot eignet sich besonders gut für kleinere Au­to­ma­ti­sie­run­gen, bei denen Menschen schnell In­for­ma­tio­nen benötigen, aber nicht jedes Mal ver­schie­de­ne Tools öffnen möchten.

3. Au­to­ma­ti­scher Content- oder Ideen-Bot

Eine weitere Mög­lich­keit ist ein Telegram-Bot, der Inhalte erstellt oder Ideen liefert. Sie könnten den Bot zum Beispiel bitten, Social-Media-Ideen, E-Mail-Entwürfe, kurze Zu­sam­men­fas­sun­gen, The­men­lis­ten oder Text­vor­schlä­ge zu erzeugen. Der User sendet dazu einfach einen Wunsch in Telegram. n8n übergibt diese Nachricht dann an die KI, die daraus einen struk­tu­rier­ten Vorschlag erstellt. An­schlie­ßend wird das Ergebnis direkt in Telegram zu­rück­ge­ge­ben.

Bild: n8n-Telegram-Workflow: Beispiel 3
Mit nur wenigen Nodes können Sie au­to­ma­tisch Content anfordern, erstellen, sichern und an Telegram zu­rück­sen­den.

Dieser An­wen­dungs­fall ist praktisch, weil Telegram als schneller Ein­ga­be­ka­nal funk­tio­niert. Sie müssen dafür kein separates KI-Tool öffnen, sondern können spontane Ideen direkt im Messenger abrufen. Der Workflow lässt sich zu­sätz­lich so ausbauen, dass Er­geb­nis­se ge­spei­chert, ka­te­go­ri­siert oder an andere Systeme wei­ter­ge­lei­tet werden. Auf diese Weise können gute Ideen au­to­ma­tisch in Google Sheets oder ein Pro­jekt­ma­nage­ment-Tool ge­schrie­ben werden.

Zum Hauptmenü