Die Ver­bin­dung von Client und Server erfolgt nicht immer über den direkten Weg. In vielen Netzen über­neh­men so­ge­nann­te Proxies die Funktion eines Ver­mitt­lers. So lassen sich Da­ten­strö­me optimal verteilen und zu­sätz­li­che Si­cher­heits­me­cha­nis­men im­ple­men­tie­ren. Auch Pri­vat­nut­zer ent­schei­den sich mitunter, ihren In­ter­net­ver­kehr über einen Proxy-Server um­zu­lei­ten, um die eigenen Ab­sen­der­adres­se zu ver­schlei­ern und somit anonym zu surfen. Wir verraten Ihnen, wie Sie Pro­xy­ein­stel­lun­gen unter Windows 7, 8 und 10 vornehmen, welche Probleme dabei auftreten können und wie Sie diese beheben.

Private Proxy-Nutzung

Kommen Proxy-Server privat zum Einsatz, steht in der Regel die An­ony­mi­sie­rung von In­ter­net­ak­ti­vi­tä­ten im Mit­tel­punkt. Anwender nehmen die Dienste eines Forward-Proxies bewusst in Anspruch, um das eigene System hinter der IP-Adresse des Proxy-Anbieters zu ver­ste­cken. Das kann un­ter­schied­li­che Gründe haben: Neben dem Schutz der Pri­vat­sphä­re in Zeiten zu­neh­men­der Über­wa­chung ist für viele private Proxy-Nutzer auch der Zugang zu blo­ckier­ten Web­in­hal­ten das ent­schei­den­de Motiv. IP-basierte Geo­lo­ka­li­sie­rung er­mög­licht es Anbietern, Online-Services auf bestimmte Länder zu be­schrän­ken. Ein pro­mi­nen­tes Beispiel dafür ist Netflix. Die beliebte Movie-Streaming-Plattform stand deutschen Nutzern anfangs nicht zur Verfügung. Ame­ri­ka­ni­sche Proxy-Server er­mög­lich­ten jedoch, die Blockade zu umgehen.

Im Internet finden sich zahl­rei­che Anbieter, die kos­ten­lo­se Proxy-Dienste zur Verfügung stellen. In­ter­net­nut­zer sollten sich jedoch gut überlegen, welchen Server sie zwischen sich und das Internet schalten. Denn ein Proxy mag Spuren im Netz ver­wi­schen, doch hat der jeweilige Anbieter vollen Zugriff auf den Da­ten­ver­kehr, der seinen Server passiert.

Soll ein Forward-Proxy zum Einsatz kommen, lassen sich die ent­spre­chen­den Ein­stel­lun­gen über die Windows-Sys­tem­steue­rung oder direkt im Browser vornehmen. Wie Sie dabei am besten vorgehen, zeigen wir im Folgenden.

Manuelle Proxy-Ein­stel­lun­gen unter Windows

Grund­sätz­lich brauchen Pri­vat­nut­zer, die mit ihrem Rechner über LAN oder WLAN ins Internet gehen, keine manuellen Än­de­run­gen an den Proxy-Ein­stel­lun­gen vornehmen. Eine Änderung der Stan­dard­ein­stel­lun­gen wird nur dann er­for­der­lich, wenn der Da­ten­ver­kehr bewusst über einen Proxy-Server laufen soll. In Fir­men­net­zen ist die Bündelung des In­ter­net­ver­kehrs über einen Forward-Proxy hingegen die Regel. Der Zugang zum Internet erfordert daher meist eine Proxy-Kon­fi­gu­ra­ti­on durch manuelle Eingaben oder eine Kon­fi­gu­ra­ti­ons-URL.

In beiden Fällen erfolgt die Kon­fi­gu­ra­ti­on über die Windows-Netzwerk Ein­stel­lun­gen. Der Klickpfad ins ent­spre­chen­de Menü un­ter­schei­det sich je nach ver­wen­de­ter Windows-Version.

Proxy-Server unter Windows 7 kon­fi­gu­rie­ren

Um einen Proxy-Server unter Windows 7 ein­zu­rich­ten, klicken Sie im Windows-Menü auf die Schalt­flä­che „Sys­tem­steue­rung“.

Von dort aus führt der Klickpfad über die Me­nü­punk­te „Netzwerk und Ein­stel­lun­gen“ und „In­ter­net­op­tio­nen“.

Das Fenster „Ei­gen­schaf­ten von Internet“ öffnet sich.

Im Reiter „Ver­bin­dun­gen“ finden Sie die Schalt­flä­che „LAN-Ein­stel­lun­gen“. Über diese lässt sich das Fenster „Einst­wel­lun­gen für lokales Netzwerk“ öffnen.

Hier haben Sie drei Kon­fi­gu­ra­ti­ons-Mög­lich­kei­ten. Windows kann die Proxy-Ein­stel­lung au­to­ma­tisch erkennen, ein Skript zur au­to­ma­ti­schen Kon­fi­gu­ra­ti­on verwenden oder auf manuelle Ein­stel­lun­gen zu­rück­grei­fen.

Sollen die Proxy-Ein­stel­lun­gen manuell kon­fi­gu­riert werden, ist es ratsam, das Häkchen aus der Checkbox „Ein­stel­lun­gen au­to­ma­tisch erkennen“ zu entfernen. An­dern­falls kann die au­to­ma­ti­sche Kon­fi­gu­ra­ti­on manuelle Ein­stel­lun­gen über­la­gern. Um einen Proxy-Server manuell ein­zu­rich­ten, setzen Sie ein Häkchen bei „Proxy-Server für LAN verwenden“ und tragen die Adresse des Proxys sowie die Port­num­mer ein.

Über die Schalt­flä­che „Erweitert“ lassen sich ver­schie­de­ne Pro­xy­ser­ver für HTTP, HTTPS, FTP und SOCKS kon­fi­gu­rie­ren. Sollen alle Pro­to­kol­le denselben Proxy-Server verwenden, genügt ein Häkchen in der ent­spre­chen­den Checkbox. Zudem lassen sich über die er­wei­ter­ten Proxy-Ein­stel­lun­gen Ausnahmen de­fi­nie­ren. Adressen, die nicht über den gewählten Proxy-Server auf­ge­ru­fen werden sollen, hin­ter­legt man dort.

Die ent­spre­chen­den Angaben für die Kon­fi­gu­ra­ti­on erhalten Sie vom Proxy-Anbieter. Einige Server sind zudem durch in­di­vi­du­el­le Zu­gangs­da­ten geschützt. Die Nutzung erfordert in diesem Fall ein per­sön­li­ches Be­nut­zer­kon­to inklusive Passwort.

Proxy-Server unter Windows 8 kon­fi­gu­rie­ren

Um die Proxy-Ein­stel­lun­gen unter Windows 8 auf­zu­ru­fen, wählen Sie im Ap­pli­ka­ti­ons­me­nü die Schalt­flä­che „Sys­tem­steue­rung“.

Die App für die Windows-Sys­tem­ein­stel­lun­gen öffnet sich. Wählen Sie hier den Menüpunkt „Netzwerk“.

Wählen Sie in der Sei­ten­leis­te den Punkt Proxy und treffen Sie au­to­ma­ti­sche oder manuelle Ein­stel­lun­gen analog zu Windows 7.

Al­ter­na­tiv haben Sie die Mög­lich­keit, Pro­xy­ein­stel­lun­gen über die Desktop-Ansicht von Windows 8 vor­zu­neh­men. In dieser gleich der Klick­pfand dem unter Windows 7. Über „Netzwerk und Internet“ und „In­ter­net­op­tio­nen“ gelangen Sie in das Windows-Menu „In­ter­net­op­tio­nen“, wo sich die Proxy-Kon­fi­gu­ra­ti­on im Reiter „Ver­bin­dun­gen“ über die Schalt­flä­che „LAN-Ein­stel­lun­gen“ aufrufen lässt.

Proxy-Server unter Windows 10 kon­fi­gu­rie­ren

Auch unter Windows 10 erfolgt die Proxy-Kon­fi­gu­ra­ti­on in der Ein­stel­lungs-App. Um diese auf­zu­ru­fen, klicken Sie im Startmenü auf das Zahnrad-Icon für die System-Ein­stel­lun­gen.

Es öffnet sich das Fenster mit den Windows-Ein­stel­lun­gen.

Die Proxy-Ein­stel­lun­gen erreichen Sie durch einen Klick auf die Schalt­flä­che Proxy in der Sektion „Netzwerk und Internet“.

Wie bei Windows 7 und 8 lassen sich die Proxy-Ein­stel­lun­gen auch bei Windows 10 au­to­ma­tisch oder manuell vornehmen. Die nötigen Schritte für die Kon­fi­gu­ra­ti­on ent­spre­chen denen der Vor­gän­ger­ver­sio­nen.

Proxy-Server über die Browser-Ein­stel­lun­gen ein­rich­ten

Während die Browser Microsoft Internet Explorer, Google Chrome und Opera die Proxy-Ein­stel­lun­gen des je­wei­li­gen Be­triebs­sys­tems verwenden, er­mög­licht Mozilla-Firefox eine separate Pro­xy­kon­fi­gu­ra­ti­on, die sich nur auf die Brow­ser­nut­zung bezieht. Andere Online-An­wen­dun­gen auf dem Computer bleiben von der Umleitung aus­ge­nom­men.

Um die Proxy-Ein­stel­lung in Firefox auf­zu­ru­fen, klicken Sie auf das Symbol für das Firefox-Menü in der oberen rechten Ecke und wählen die Schalt­flä­che „Ein­stel­lun­gen“.

Die Proxy-Kon­fi­gu­ra­ti­on findet sich im Menüpunkt „Erweitert“ und lässt sich unter „Ver­bin­dun­gen“ durch einen Klick auf die Schalt­flä­che „Ein­stel­lun­gen“ aufrufen.

Es öffnet sich das Fenster „Ver­bin­dungs-Ein­stel­lun­gen“.

Hier haben Sie die Mög­lich­keit, Proxies für den Zugriff auf das Internet zu kon­fi­gu­rie­ren. Dabei stehen vier Optionen zur Auswahl.

  • Kein Proxy
  • Die Proxy-Ein­stel­lun­gen für dieses Netzwerk au­to­ma­tisch erkennen
  • Proxy-Ein­stel­lun­gen des Systems verwenden
  • Manuelle Proxy-Kon­fi­gu­ra­ti­on

In der Standard-Kon­fi­gu­ra­ti­on nutzt Firefox die Proxy-Ein­stel­lun­gen des Be­triebs­sys­tems. Ist hier ein Forward-Proxy für Internet-Ver­bin­dun­gen ein­ge­rich­tet, kann dieser für Firefox de­ak­ti­viert werden. Anwender wählen dafür die Ein­stel­lung „Kein Proxy“.

Soll ein Proxy-Server für Firefox manuell ein­ge­rich­tet werden, sind die gleichen Angaben er­for­der­lich wie bei einer Kon­fi­gu­ra­ti­on in den Windows-Netzwerk-Ein­stel­lun­gen. Anwender haben die Wahl, ob sie separate Proxies für HTTP, HTTPS, FTP und SOCKS ein­rich­ten möchten oder für alle Pro­to­kol­le denselben Server verwenden möchten. Auch Firefox er­mög­licht es Anwender, Ausnahmen zu de­fi­nie­ren und die Ein­stel­lung durch eine Proxy-Kon­fi­gu­ra­ti­ons-URL zu au­to­ma­ti­sie­ren.

Proxy-Fehler beheben

Ist die Ver­bin­dung zum Proxy-Server gestört, spielt der Web­brow­ser eine Feh­ler­mel­dung aus. Möglich sind Warnungen wie:

Proxy-Server reagiert nicht

oder

Proxy-Server ver­wei­gert die Ver­bin­dung

Meldungen dieser Art können ver­schie­de­ne Ursachen haben. Die Kon­se­quenz ist in der Regel eine gestörte In­ter­net­ver­bin­dung. Webseiten außerhalb des lokalen Netzwerks sind nur noch ein­ge­schränkt oder gar nicht mehr er­reich­bar.

Um das Problem zu be­sei­ti­gen, sollten Anwender zuerst prüfen, ob eine Proxy-Nutzung gewollt ist. Mitunter werden Proxy-Ein­stel­lun­gen auch ohne Zutun des Nutzers durch Adware, Malware oder Browser-Plug-ins verändert. Gerade wer nor­ma­ler­wei­se ohne Proxy surft, sollte bei Feh­ler­mel­dun­gen dieser Art hellhörig werden. Um zu prüfen, ob Viren und Trojaner für die Umleitung auf den Proxy-Server ver­ant­wort­lich sind, empfiehlt sich ein aus­führ­li­cher System-Scan. Wurden kürzlich neue Browser-Plug-ins in­stal­liert, sollten auch diese überprüft und ge­ge­be­nen­falls de­ak­ti­viert werden.

Nehmen Anwender Proxy-Dienste wil­lent­lich in Anspruch, lassen sich Ver­bin­dungs­feh­ler in der Regel auf eine der folgenden Ursachen zu­rück­füh­ren.

  • Proxy-Server ist über­las­tet: Vor allem Proxies, die im Internet kostenlos zur Verfügung stehen, erfreuen sich bei Nutzern großer Be­liebt­heit, um Online-Ak­ti­vi­tä­ten zu an­ony­mi­sie­ren und Geo­tar­ge­ting zu umgehen. Über­steigt die Nachfrage die Kapazität eines solches Servers, kommt es zu über­las­tungs­be­ding­ten Ausfällen. Der Browser zeigt in diesem Fall die Meldung „Proxy-Server reagiert nicht“. Nutzer haben nun die Wahl, zu warten oder einen anderen Server zu nutzen. Eventuell ist es möglich, beim Ad­mi­nis­tra­tor zu erfragen, wann der Service vor­aus­sicht­lich wieder zur Verfügung steht.
  • Proxy-Server ist offline: Wird ein Server dauerhaft vom Netz genommen, bietet dieser folglich auch keine Proxy-Dienste mehr an. Gründe für das Aus­schei­den können tech­ni­sche Problem oder eine Insolvenz des Anbieters sein. Nutzern bleit in diesem Fall nichts anderes übrig, als einen anderen Forward-Proxy zu wählen oder ohne Proxy im Internet zu surfen.
  • IP des Proxy-Servers wurde geändert: Hat sich die IP-Adresse des Proxy-Servers geändert, führt auch das zu Ver­bin­dungs­feh­lern. Anwender beheben dieses Problem, indem sie die aktuelle Adresse des Proxy-Servers ausfindig machen und die Kon­fi­gu­ra­ti­on in den Sys­tem­ein­stel­lun­gen oder im Browser ent­spre­chend anpassen.
  • Ver­bin­dungs­da­ten wurden falsch über­tra­gen: Die häufigste Fehl­ur­sa­chen sind falsche Proxy-Ein­stel­lun­gen. Bevor Nutzer den je­wei­li­gen Anbieter kon­tak­tie­ren oder einen Al­ter­na­ti­ven Proxy-Service in Erwählung ziehen, empfiehlt es sich daher alle Ein­stel­lung auf Tipp­feh­ler in den ver­wen­de­ten IP-Adressen oder Port­num­mern zu über­prü­fen.

Bei der privaten Proxy-Nutzung beheben Sie pro­xy­be­ding­te In­ter­net­stö­run­gen in der Regel dadurch, dass Sie die Stan­dard­ein­stel­lung des Systems „Ein­stel­lun­gen au­to­ma­tisch erkennen“ auswählen. In Un­ter­neh­mens­net­zen ist die Nutzung eines Proxys oft ob­li­ga­to­risch, um externe Ver­bin­dun­gen auf­zu­bau­en. In diesem Fall sollten Sie sich an den zu­stän­di­gen Ad­mi­nis­tra­tor wenden, um Probleme mit dem je­wei­li­gen Pro­xy­ser­ver beheben zu lassen.

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