Stromverbrauch des PCs richtig schätzen und reduzieren

Einen großen Einfluss auf den realen Stromverbrauch haben neben der Nutzungszeit von PC und Laptop auch die konkret im PC verbauten Komponenten wie das Netzteil. Aber auch Peripherie-Geräte wie Monitor und Drucker haben mitunter einen hohen Verbrauch. Mit bewusstem Herangehen sowohl bei der Ausstattung als auch bei der Benutzung lassen sich allerhand Kosten sparen.

Stromverbrauch am PC auf der Arbeit

Ein gängiger Office-PC mit Mainboard und integrierter Grafikkarte hat (ohne Monitor) eine Leistungsaufnahme von ca. 125 Wattstunden – ein beispielhafter Durchschnittswert. Setzt man vier aktive Arbeitsstunden (also PC nicht im Ruhemodus) an, sind das pro Arbeitstag 500 Wattstunden, in einem Jahr mit gerundeten 250 Arbeitstagen summiert sich das zu 125 Kilowattstunden. Mit dem sogenannten Arbeitspreis Ihres Stromanbieters ist der Stromverbrauch allein für den oben erwähnten Muster-PC in Euro und Cent schnell errechnet: 125 (kWh) x 0,35 EUR = 43,75 Euro!

Hinweis

Die in diesem Ratgeber als Beispiele errechneten Kosten beziehen sich auf einen Durchschnitts-Strompreis vom März 2022.

Dazu kommen noch die Verbrauchskosten für Peripherie-Geräte wie Monitor und Drucker, wobei Laserdrucker einen deutlich höheren Energiebedarf haben als Tintenstrahldrucker.

Laptops hingegen weisen einen geringeren Stromverbrauch auf. Die Leistungsaufnahme bewegt sich zwischen 60 und 80 Wattstunden, je nachdem, mit welchen Programmen gerade gearbeitet wird. In der großen Mehrzahl der Nutzungsfälle geht es darum, per E-Mail erreichbar zu sein, Texte zu schreiben oder eine Excel-Tabelle zu befüllen. Das macht – bei gleicher angenommener Nutzungszeit – gerundet 24,50 Euro im Jahr.

Stromverbrauch am privaten PC

Ähnlich verhält es sich mit privat genutzten PCs oder Laptops. Wer etwa Bild- und Videobearbeitungsprogramme für sein Hobby nutzt, benötigt einen etwas stärkeren Prozessor und eine leistungsfähigere Grafikkarte. Und genau das sind die beiden Komponenten, die den Energiehunger eines Rechners wesentlich ausmachen. Oft geht das mit einem größeren Monitor einher, der dann ebenfalls in der Gesamtbilanz zu Buche schlägt.

Große Datensicherungen für Fotos oder Videos werden in der Regel auf separaten Festplatten abgelegt. Diese sollten auch nur dann angeschlossen bleiben, wenn gesichert wird. Ansonsten sollten sie an einem sicheren Aufbewahrungsort verwahrt werden.

Wenn ein Laptop privat genutzt wird, kann man die gleichen Hinweise wie bei der Office-Verwendung beherzigen. Vor einer Neuanschaffung ist es überlegenswert, wie der mobile Rechner genutzt werden soll. Für das Schreiben von E-Mails oder das Surfen im Internet kann ein kleines Netbook völlig ausreichend sein, das außer mit einem niedrigen Anschaffungspreis auch mit geringem Stromverbrauch punktet.

Für den privaten Bereich kann von ähnlichen Kosten wie im beruflichen Umfeld ausgegangen werden, denn oft gleicht die höhere Mediennutzung im Privaten den geringeren Verbrauch einzelner Geräte wieder aus. Tatsächliche Werte sind jedoch stark von der jeweiligen Hardware und dem individuellen Nutzungsverhalten abhängig.

Gaming-PC und Stromverbrauch

Wer privat gern ressourcenintensive Spiele spielt, hat nicht nur meist eine leistungsstärkere Hardware, sondern auch eine höhere Stromrechnung. Vor allem High End Gaming in 3D ist mit hohem Stromverbrauch am PC verbunden. Hierzu werden nämlich Prozessoren mit vielen Kernen und superschnellen Taktfrequenzen sowie Hochleistungs-Grafikkarten, oft mit eigener Kühlung, eingesetzt. Solch eine leistungsstarke Grafikkarte kann unter Volllast allein bis zu 150 Wattstunden verbrauchen.

In solchen Workstations werden auch die Prozessoren gekühlt, bis hin zu Lösungen mit Wasserkühlung, um die CPU-Temperatur im Bereich der Herstellervorgabe zu halten. Das hat natürlich große Auswirkungen auf den Energiehaushalt eines solchen Gaming-PCs. Dessen Stromverbrauch kann in der Summe bei einer Nutzung von vier Stunden pro Tag bis zu 500 Kilowattstunden und mehr pro Jahr erreichen. Dies entspricht Stromkosten von ca. 175 Eurojährlich. Hinzu kommt, dass diese Rechner auch in der Anschaffung wesentlich teurer als andere Computer sind.

Es gibt auch Laptops mit Gaming-Ausstattung – z. B. ein Gerät mit Vierkernprozessor und 3,1 GHz Taktfrequenz sowie einer Hybrid-Grafikkarte. Ein solcher Gaming-Laptop liegt im Stromverbrauch niedriger als ein PC. Bei gleicher angenommener Nutzungsdauer kommen ungefähr kostenmäßig 150 Euro im Jahr zusammen.

Tipp

Wie stark CPU und GPU gerade belastet werden, sehen Sie, wenn Sie den Task-Manager aufrufen.

PC-Stromverbrauch senken: Unsere Tipps

Um den Stromverbrauch von PCs zu senken, kommen verschiedene Maßnahmen mit unterschiedlich starken Auswirkungen in Betracht. Dazu zählen zum einen dieMöglichkeiten, die die Betriebssysteme von Hause aus mitbringen, zum anderen das Austauschen von energieintensiven Hardware-Komponenten sowie einfache Anpassungen in der täglichen Arbeitsroutine.

PC-Stromverbrauch am Rechner selbst

Achten Sie schon beim Kauf eines PCs auf die Kennzeichnung des Netzteils mit „80Plus“ – eine Initiative, die Netzteile mit einem Wirkungsgrad größer als 80 Prozent in den Abstufungen von Bronze (mindestens 80 %) bis Titanium (91 bis 96 %) kennzeichnet.

In günstigen PCs werden oft auch geringerwertige Komponenten verbaut, um den Anschaffungspreis niedrig zu halten. Je nach Effizienz dieser Bauteile zahlt man die Einsparung dann später mit der Stromrechnung wieder drauf. Beim Austausch von PC-Komponenten sollte neben dem reinen Stromverbrauch immer das Verhältnis zum Anschaffungspreis mit in Betracht gezogen werden.

Wenn es ans Umrüsten geht, ist auch eine Umstellung des System- und/oder Datenspeichers auf SSD (Solid State Disk) eine Überlegung wert. Diese Laufwerke kommen völlig ohne bewegliche Teile aus, was den Energiebedarf und zugleich die Störanfälligkeit senkt. Außerdem arbeiten sie geräuschlos und mit wesentlich höheren Datenraten als HDD-Festplatten. Unser Ratgeber SSD vs. HDD betrachtet beide Speichertypen eingehend.

Wenn Sie den PC nicht nutzen, sollten Sie auch alle Peripherie-Geräte abschalten. Eine Mehrfach-Steckdose mit Schalter kann hier behilflich sein. So stellen Sie sicher, dass kein Gerät mehr Strom verbraucht, obwohl es nicht benutzt wird. Auch WLAN-Router sind oft ununterbrochen an der Stromversorgung. Wenn Sie das Heimnetzwerk für längere Zeit nicht benötigen (z. B. während eines Urlaubs), können Sie es ebenfalls abschalten.

Außerdem können Sie regelmäßig statt des Standby-Modus den Windows-11-Ruhezustand aktivieren. Es gehen dabei keine Daten verloren und das Energiesparpotenzial ist erheblich. Eine weitere Option: Der Windows 11 Dark Mode schont nicht nur die Augen in dunkler Umgebung, sondern senkt auch den Energieverbrauch des Geräts. Zudem bieten die jeweiligen Systemeinstellungen in der Regel eine Stromsparfunktion. Oft wird diese standardmäßig bei geringer Akkuladung aktiviert. Durch individuelle Einstellungen können Sie die Energieeffizienz des Geräts je nach Bedarf ausbalancieren.

Gute Gaming-PCs haben ein separates Gaming-Setup im System, in dem sich Nutzungszustände definieren lassen, um Strom zu sparen. Dazu richtet man sich am besten Leistungsprofile in den Optionen für die Energieverwaltung ein.

Monitor und Drucker nicht vergessen

Verringern Sie die Helligkeit am Monitor bzw. am Laptop-Bildschirm. Oft sind Monitore zu hell und zu kontrastreich eingestellt. Wenn Sie etwa die Windows-Bildschirmhelligkeit optimal einstellen, schonen Sie nicht nur Ihre Augen, sondern auch den Stromzähler und senken so den Stromverbrauch des PCs. Gerade bei der Arbeit mit mehreren Monitoren lohnt sich dies. Einige Monitore haben einen sogenannten Eco-Modus als Voreinstellung. Achten Sie schon bei Kauf auf eine gute Energieeffizienzklasse.

Drucker verbrauchen im Standby ebenfalls Strom, dabei werden sie oft für nur wenige Minuten pro Arbeitstag aktiv benötigt. Somit kann es sich lohnen, mehrere Druckaufträge zu sammeln und auf einen Schlag zu drucken. Ansonsten empfiehlt sich, den Drucker komplett auszuschalten.

Effizient laden

Ladegeräte für Laptop, Tablet, Handy und Co. sollten nach dem Ladevorgang immer vom Stromnetz getrennt werden. Denn auch ohne zu ladendes Gerät zieht ein solches (Schalt-)Netzteil ganz allein Strom, wenn es an der Steckdose verbleibt.

Für Laptops gilt wie für alle mobilen Geräte: den Akku schonen, also nicht immer voll aufladen, was der Lebensdauer abträglich ist. Empfohlen ist ein Ladezustand von rund 80 Prozent. Einige Hersteller haben dafür ein automatisches Lademanagement verbaut. Neuere MacBooks gehen außerdem beim Zuklappen in den Ruhezustand, der fast keinen Strom benötigt.

Wenn der Akku eines Laptops deutliche Schwächen zeigt und womöglich eine Neuanschaffung ins Haus steht, sollten Sie auch über ein Tablet nachdenken. Das ist deutlich sparsamer im Verbrauch und kann mit Tastatur und weiterer Peripherie so ausgestattet werden, dass es der vorherigen Arbeitsumgebung weitestgehend entspricht.

Wirklich messen?

Auch die Anschaffung eines Energiekosten-Messgeräts klingt erst einmal ziemlich attraktiv. Aber die Kosten dafür müssen mit vermindertem Verbrauch erst einmal wieder hereingeholt werden. Und es ist auch unter Umweltaspekten recht fragwürdig, ob ein zusätzliches Gerät, das nur wenige Male benutzt wird, wirklich sein muss.

Fazit

Es lohnt sich, PCs und Laptops hinsichtlich des Stromverbrauchs auf die konkreten Arbeitsanforderungen abzustimmen, und zwar gerade bei den aktuellen Entwicklungen der Energiepreise. Im professionellen Bereich hat man das Reduzieren des Energieverbrauchs bereits seit längerem im Blick: Green IT und Green Hosting sind gute Beispiele dafür.


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