Welche Cloud ist am sichersten? 4 sichere Cloud-Dienste vorgestellt
Welche Cloud am sichersten ist, hängt vom Serverstandort, der Verschlüsselung, den Zugriffskontrollen und den Sicherheitszertifizierungen der Rechenzentren ab. In diesem Artikel stellen wir Ihnen vier interessante Lösungen genauer vor und erklären, was einen sicheren Cloud-Speicher ausmacht.
Welcher Cloud-Speicher ist am sichersten?
Dies sind die Top 4 der sichersten Clouds zunächst im Überblick:
| Sichere Cloud-Speicher | Sicherheitsmaßnahmen | Serverstandort | Features |
|---|---|---|---|
| IONOS HiDrive | ISO-27001-zertifiziert, Zwei-Faktor-Authentifizierung, optionale Ende-zu-Ende-Verschlüsselung | Deutschland | App, Git-Anbindung, automatische Synchronisation, Erleichterung von Teamarbeit |
| Tresorit | Zero-Knowledge-Architektur, Ende-zu-Ende-Verschlüsselung, AES-256-Verschlüsselung, Zwei-Faktor-Authentifizierung | EU (u. a. Deutschland und Niederlande) | Sichere Dateifreigabe, Versionierung, Business- und Teamfunktionen |
| MagentaCLOUD | Verschlüsselte Datenübertragung (TLS), Zwei-Faktor-Authentifizierung, Sicherheitsmechanismen in Telekom-Rechenzentren | Deutschland | Optimiert für die Telekom-Welt, Smartphone-App |
| Icedrive | Clientseitige Verschlüsselung mit Twofish-256, Zero-Knowledge-Ordner | UK, Deutschland und USA | Web-, Desktop- und Smartphone-App, kostenloser Basistarif |
Stand: März 2026
HiDrive Cloud-Speicher
Der IONOS HiDrive Cloud-Speicher ist ein sicherer Onlinespeicher, der Ihnen einen flexiblen Zugriff auf Ihre Daten bietet. Neben einer Smartphone-App unterstützt HiDrive auch die Nutzung von Git-Repositories, sodass sich Dateien beispielsweise für Entwicklungsprojekte versionieren und verwalten lassen.
In Sachen Sicherheit ist die deutsche Cloud-Lösung eine gute Wahl und ISO-27001-zertifiziert. Mithilfe der Zwei-Faktor-Authentifizierung wird der Login besonders sicher. In ausgewählten Tarifen steht außerdem eine clientseitige Verschlüsselung zur Verfügung, mit der Sie Dateien bereits vor dem Upload verschlüsseln können.
Tresorit Cloud-Speicher
Der Cloud-Speicher von Tresorit gehört zu den Diensten, die besonders stark auf Datenschutz und Verschlüsselung ausgerichtet sind. Der Anbieter setzt auf eine Ende-zu-Ende-Verschlüsselung mit Zero-Knowledge-Architektur. Dateien werden bereits auf dem Gerät der Nutzerinnen und Nutzer verschlüsselt, bevor sie in die Cloud hochgeladen werden. Dadurch hat selbst Tresorit keinen Zugriff auf die Inhalte oder die verwendeten Schlüssel. Ergänzend bietet Tresorit Sicherheitsfunktionen wie Zwei-Faktor-Authentifizierung, granulare Zugriffskontrollen und sichere Freigabelinks für den Austausch sensibler Daten.
Der Anbieter ermöglicht es auch, Daten zu synchronisieren und mit anderen zu teilen. Neben dem Webzugang stehen auch Apps für Desktop- und Mobilgeräte zur Verfügung. Tresorit bietet einen sehr eingeschränkten kostenlosen Basic-Tarif zum Ausprobieren; für mehr Speicher und zusätzliche Funktionen stehen verschiedene kostenpflichtige Tarife zur Verfügung.
MagentaCLOUD
Auch MagentaCLOUD kommt aus Deutschland und betreibt ihre Cloud-Infrastruktur überwiegend in deutschen Rechenzentren. Somit werden Ihre Daten auch hier nach deutschem Datenschutzrecht behandelt.
Die Cloud-Lösung setzt für die sichere Datenübertragung auf Verschlüsselung und Sicherheitsmechanismen in den Telekom-Rechenzentren. Optional können Sie sich bei MagentaCLOUD außerdem für eine Zwei-Faktor-Authentifizierung entscheiden, mit der Sie Ihren Account und somit Ihre Daten noch besser schützen, beispielsweise gegen Cyberangriffe. Zusätzlich zum Onlinezugang bietet die Telekom Kundinnen und Kunden eine kostenlose Smartphone-App an.
Icedrive Cloud-Speicher
Bei Icedrive handelt es sich um eine Cloud-Speicher-Lösung, die eine clientseitige Verschlüsselung auf Basis des Twofish-256-Algorithmus nutzt. Bei aktivierter Verschlüsselung werden Dateien bereits auf dem Gerät verschlüsselt, bevor sie in die Cloud übertragen werden. Das Zero-Knowledge-Prinzip stellt sicher, dass nur die Nutzerinnen und Nutzer selbst Zugriff auf die entschlüsselten Daten haben.
Sie können die Cloud, die auch als App verfügbar ist, im kostenlosen Tarif mit 10 GB Speicherplatz nutzen oder sich für einen der kostenpflichtigen Tarife entscheiden.
Wieso ist Sicherheit bei der Cloud-Speicherung bedeutsam?
Viele Userinnen und User vertrauen einer Cloud persönliche Daten an. Hierunter befinden sich oftmals sensible Daten wie private Fotos oder Dokumente, die nicht in die Hände Dritter geraten sollten. Doch nicht alle Cloud-Anbieter haben ausreichende Sicherheitsmaßnahmen oder bewahren Daten gänzlich verschlüsselt in ihrer Cloud auf. So werden die Inhalte der Userinnen und User zu einem leichten Ziel für Hackerinnen und Hacker.
Auch im Unternehmenskontext sind Sicherheitsdefizite in Cloud-Speichern problematisch. Vor allem, wenn Daten von Kundinnen und Kunden in cloudbasierten Speicherlösungen hochgeladen werden, ist eine hohe Sicherheit im Hinblick auf den Datenschutz wünschenswert.
Was sind die Besonderheiten der sichersten Cloud-Speicher?
Die sichersten Cloud-Speicher zeichnen sich durch eine Kombination aus technischen Sicherheitsmaßnahmen, transparenten Datenschutzrichtlinien und zuverlässiger Infrastruktur aus. Dabei spielt nicht nur der Serverstandort eine Rolle, sondern auch die eingesetzten Verschlüsselungs- und Sicherheitsmechanismen.
Zwei-Faktor-Authentifizierung (2FA)
Bei der Zwei-Faktor-Authentifizierung benötigen Sie neben Ihrem Passwort einen zusätzlichen Sicherheitscode, der beispielsweise über eine Authenticator-App generiert wird. Selbst wenn ein Passwort kompromittiert wird, kann ein Angreifer so nicht ohne Weiteres auf das Konto zugreifen.
Ende-zu-Ende-Verschlüsselung
Ein besonders hohes Maß an Datenschutz bieten Cloud-Dienste mit Ende-zu-Ende- oder clientseitiger Verschlüsselung. Dabei werden Dateien bereits auf dem Gerät der Nutzerinnen und Nutzer verschlüsselt, bevor sie in die Cloud übertragen werden. Der Anbieter selbst hat in diesem Fall keinen Zugriff auf die unverschlüsselten Inhalte.
Sichere Rechenzentren
Viele datenschutzfreundliche Cloud-Anbieter betreiben ihre Rechenzentren innerhalb der EU oder des Europäischen Wirtschaftsraums (EWR), da hier die Verarbeitung personenbezogener Daten den Vorgaben der Datenschutz-Grundverordnung (DSGVO) unterliegt. Auszeichnungen wie ISO-27001-Zertifizierungen bestätigen zudem, dass Betreiber geprüfte Informationssicherheitsmanagementsysteme implementiert haben und definierte Sicherheitsstandards im Rechenzentrum einhalten. Dadurch werden Daten besser vor technischen Ausfällen, unbefugten Zugriffen und Cyberangriffen geschützt.
Die Sicherheitsdefizite von Clouds im Überblick
Die Sicherheit Ihrer Daten hängt nicht nur davon ab, einen Cloud-Dienst sicher zu verwenden, sondern auch davon, für welchen Cloud-Dienstleister Sie sich entscheiden. Cloud-Anbieter unterscheiden sich deutlich in ihrer Sicherheitsarchitektur, ihren Datenschutzstandards und den eingesetzten Verschlüsselungstechnologien. Typische Risiken bei Cloud-Speichern betreffen vor allem folgende Bereiche:
- Serverstandorte und internationale Datenübertragung
- Verschlüsselung und Schlüsselverwaltung
- Zugriffskontrollen und Account-Sicherheit
- Transparenz über Sicherheitsmaßnahmen
Im Folgenden erläutern wir Ihnen die zwei größten Sicherheitsrisiken noch genauer.
Speicherung von Daten in nicht-europäischen Drittländern
Ein häufig diskutiertes Risiko bei Cloud-Speichern betrifft den Serverstandort und die internationale Datenübertragung. Viele bekannte Dienste wie Dropbox oder Google Drive betreiben Rechenzentren weltweit. Dadurch können Daten auch außerhalb der Europäischen Union gespeichert oder verarbeitet werden.
Für europäische Nutzerinnen und Nutzer ist dies insbesondere aus datenschutzrechtlicher Sicht relevant. Werden personenbezogene Daten in sogenannte Drittländer übertragen, müssen Cloud-Anbieter zusätzliche rechtliche Anforderungen erfüllen. Zu den wichtigsten Mechanismen gehören:
- EU-US Data Privacy Framework (DPF) für zertifizierte US-Unternehmen
- Standardvertragsklauseln (Standard Contractual Clauses, SCC)
- zusätzliche technische und organisatorische Schutzmaßnahmen
Auch wenn Daten außerhalb der EU gespeichert werden, gilt die Datenschutz-Grundverordnung (DSGVO) weiterhin, sobald ein Anbieter Daten von Personen in der EU verarbeitet. Unternehmen müssen sicherstellen, dass der Cloud-Dienst die entsprechenden Schutzmechanismen erfüllt.
Datenverschlüsselung
Wenn Ihre Daten nicht verschlüsselt sind, geben sie ein leichtes Ziel für Angreiferinnen und Angreifer ab, die sich Zugang zu den Rechenzentren des Cloud-Dienstes verschafft haben. Wenn Ihr Cloud-Anbieter keine eigenen Verschlüsselungsmaßnahmen vornimmt, kann es sich also lohnen, Ihre Daten eigenhändig zu verschlüsseln und erst in diesem Zustand in die Cloud hochzuladen.
In den meisten Fällen ist die Verschlüsselung von Daten jedoch ein zentraler Bestandteil der Cloud-Dienste. Die meisten modernen Cloud-Dienste verschlüsseln Daten heute automatisch während der Übertragung sowie bei der Speicherung im Rechenzentrum. Die Dienste unterscheiden sich allerdings deutlich darin, wie stark die Verschlüsselung implementiert ist und wer Zugriff auf die Schlüssel besitzt.
| Sicherheitsmechanismus | Bedeutung |
|---|---|
| Transportverschlüsselung (TLS) | schützt Daten während der Übertragung zwischen Gerät und Cloud |
| Serverseitige Verschlüsselung | Daten werden verschlüsselt im Rechenzentrum gespeichert |
| Clientseitige Verschlüsselung | Dateien werden bereits auf dem Gerät der Nutzerinnen und Nutzer verschlüsselt |
| Ende-zu-Ende-Verschlüsselung | nur die Nutzerinnen und Nutzer selbst besitzen den Entschlüsselungsschlüssel |
Besonders hohe Sicherheit bieten Cloud-Dienste mit clientseitiger oder Ende-zu-Ende-Verschlüsselung. In diesem Fall werden Dateien bereits vor dem Upload verschlüsselt, sodass selbst der Anbieter keinen Zugriff auf die Inhalte hat.
Private Cloud – die sicherste Cloud-Lösung?
Eine eigene Private Cloud kann ein besonders hohes Maß an Kontrolle über Daten, Infrastruktur und Sicherheitsmechanismen bieten. Im Gegensatz zu öffentlichen Cloud-Diensten nutzen hier in der Regel nur eine Organisation oder ein klar definierter Nutzerkreis die Infrastruktur. Dadurch lassen sich Zugriffsrechte, Netzwerkeinstellungen und Sicherheitsrichtlinien individuell festlegen. Unternehmen können beispielsweise selbst bestimmen:
- wer auf welche Daten zugreifen darf
- welche Sicherheitsrichtlinien gelten
- wie Netzwerke und Systeme abgesichert werden
Auch Sicherheitsmechanismen wie Firewall-Regeln, Zugriffskontrollen oder Monitoring-Systeme lassen sich gezielt an die Anforderungen des Unternehmens anpassen. Eine Private Cloud kann deshalb insbesondere für Organisationen mit hohen Anforderungen an Datenschutz, Compliance oder Datenkontrolle eine sinnvolle Lösung sein.
Die tatsächliche Sicherheit hängt stark davon ab, wie gut die Infrastruktur konfiguriert, betrieben und überwacht wird. Ohne ein professionelles Sicherheitsmanagement kann auch eine private Cloud Sicherheitslücken aufweisen.


