Das im Web am häu­figs­ten ver­wen­de­te Bild­for­mat ist das JPEG. Rund 71,4 Prozent aller Websites enthalten Fotos und Grafiken in diesem Format. JPEG ist aber tat­säch­lich nur ein Ober­be­griff für eine Norm der Bild­kom­pri­mie­rung. PJPEGs, auch Pro­gres­si­ve JPEGs genannt, gehören ebenfalls zu dieser Norm. Pro­gres­si­ve JPEGs kom­pri­mie­ren Fotos und Grafiken auf eine spezielle Art, die im Browser dafür sorgt, dass die Dateien anders als „normale“ bzw. Baseline JPEGs geladen werden.

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Grund­la­gen: JPEG und Bild­kom­pri­mie­rung

JPEG be­zeich­net eine 1992 ent­wi­ckel­te Norm für die Kom­pri­mie­rung von Bildern. Sie umfasst un­ter­schied­li­che Methoden der Bild­kom­pres­si­on. Das Kürzel JPEG steht dabei für „Joint Pho­to­gra­phic Expert Group“, also das Gremium, das diese Norm ent­wi­ckelt hat. JPEGs sind das am häu­figs­ten ver­wen­de­te Bild­for­mat im Web und werden aufgrund ihrer Effizienz für komplexe Grafiken mit hoher Farbtiefe und auch Fotos verwendet. Innerhalb der Norm gibt es gra­vie­ren­de Un­ter­schie­de in der Kom­pres­si­on, basierend auf den jeweils ver­wen­de­ten Export-Ein­stel­lun­gen des ent­spre­chen­den Bild­be­ar­bei­tungs­pro­gramms.

Bei einer Kom­pri­mie­rung werden Dateien, z. B. Bilder, in ihrer Größe reduziert. Dies spart Spei­cher­platz und verkürzt Über­tra­gungs- und La­de­zei­ten. Eine kürzere Über­tra­gungs­zeit heißt konkret, dass ein Bild auf einer Website schneller lädt. Die Ver­klei­ne­rung der Da­tei­grö­ße geschieht aber in den meisten Fällen auf Kosten des Inhalts, denn dieser muss dafür auf die ein oder andere Weise reduziert werden. Speziell bei Bildern und Grafiken muss man deshalb bei der Kom­pri­mie­rung darauf achten, dass die Bild­qua­li­tät nicht zu sehr reduziert wird. Dann wird die Datei zwar schnell geladen, aber das Ergebnis ist wenig über­zeu­gend.

PJPEG

Zu den Un­ter­me­tho­den für Bild­kom­pres­si­on der Norm JPEG gehört auch das so­ge­nann­te Pro­gres­si­ve JPEG oder PJPEG. PJPEGs werden ebenfalls mithilfe eines Kom­pri­mie­rungs­al­go­rith­mus erstellt, aber beim Aufruf im Browser anders aufgebaut. PJPEGs funk­tio­nie­ren in allen modernen Browsern inklusive Chrome, Firefox und dem Internet Explorer ab der Version 9. Alle älteren Internet Explorer haben er­heb­li­che Probleme mit der Dar­stel­lung von Pro­gres­si­ve JPEGs. Da aber Internet Explorer 8 weltweit nur noch eine Ver­brei­tung von 0,4 Prozent hat, ist dies für die meisten Web­pro­jek­te nicht relevant. Ein Browser, der das Pro­gres­si­ve-JPEG-Format nicht un­ter­stützt, lädt das ent­spre­chen­de Foto wie ein reguläres JPEG. Was genau ist der Un­ter­schied zwischen den beiden Formaten?

JPEG vs. PJPEG

Der größte Un­ter­schied zwischen JPEGs und PJPEGs liegt in der Methode, wie das Bild geladen wird. Während bei Baseline JPEGs (also „normalen“ JPEGs) die Bilder Zeile für Zeile von oben nach unten geladen werden, ist das bei Pro­gres­si­ve JPEGs anders: Bei PJPEGs wird das gesamte Bild sofort angezeigt und pi­xel­wei­se geladen. So wird aus einem ver­pi­xel­ten, un­schar­fen Bild nach und nach ein fein­kör­ni­ge­res. Während ein Baseline JPEG also von oben nach unten geladen wird, wird ein PJPEG in gewisser Weise von hinten nach vorne aufgebaut.

Dies hat einen positiven Effekt auf die User Ex­pe­ri­ence – also wie ein Nutzer die Website wahrnimmt. Denn subjektiv empfunden lädt die Site schneller, weil keine auf­fäl­li­gen weißen Flächen („White­space“) vorhanden sind, die visuell aus­ge­füllt werden müssen. Die folgenden Bil­der­rei­hen stellen an­schau­lich dar, in welcher Art JPEGs und PJPEGs tat­säch­lich geladen werden. Bei Baseline JPEGs werden die Pixel des Bildes zei­len­wei­se von oben nach unten aufgebaut:

Im Vergleich dazu werden Bilder im PJPEG-Format von hinten nach vorne geladen. Dabei wird das Bild mit zu­neh­men­dem La­de­fort­schritt klarer und die Pi­xel­an­zahl nimmt schritt­wei­se zu.

Vorteile und Nachteile von PJPEGs

Dass direkt ein kom­plet­tes Bild – wenn auch unscharf – erscheint, nehmen viele Nutzer als angenehm wahr. Doch PJPEGS bringen auch Nachteile mit sich.

Vorteile Nachteile
Kom­pres­si­ons­ra­te kann mit Pro­gram­men wie Photoshop selbst bis ins Detail bestimmt werden Internet Explorer vor Version 9 hat er­heb­li­che Probleme bei der Dar­stel­lung von PJPEGs
Kleine Da­tei­grö­ße Hin­ter­grund-Trans­pa­renz, z. B. bei GIFs, wird nicht un­ter­stützt
Ver­hält­nis­mä­ßig hohe Bild­qua­li­tät bei hoher Kom­pri­mie­rung Bei modernen Browsern fast kein messbarer Effekt, was schnel­le­res Laden der Datei angeht
Positiver Effekt auf die User Ex­pe­ri­ence bzw. subjektiv schnel­le­res Laden durch mi­ni­mier­ten White­space Negativer Effekt auf die User Ex­pe­ri­ence, weil man nicht wahr­neh­men kann, wann die Datei zu Ende geladen hat
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PJPEGs erstellen

Die meisten Bild­be­ar­bei­tungs­pro­gram­me speichern Fotos und Grafiken au­to­ma­tisch als Baseline JPEG. Oft ist es aber ganz einfach, Dateien auch als PJPEG ab­zu­spei­chern. Um ein Pro­gres­si­ve JPEG zu erstellen, gibt es viele ver­schie­de­ne Mög­lich­kei­ten. Programme wie IrfanView oder Adobe Photoshop bieten beim Speichern eine einfache Mög­lich­keit, Dateien in dem modernen Format zu ex­por­tie­ren. Mit dem beliebten Bild­be­ar­bei­tungs­pro­gramm Photoshop von Adobe kann jedes Bild wie folgt als PJPEG ge­spei­chert werden:

  • Unter „Datei“ die Option „Ex­por­tie­ren“ wählen und den Dialog „Für Web speichern (Legacy)“ aufrufen
  • Als Da­tei­for­mat rechts oben JPEG auswählen und ein Häkchen vor „Pro­gres­si­ve“ setzen
  • Qualität wie gewünscht ein­stel­len
  • Unten links auf „Speichern“ klicken

Das kos­ten­lo­se Programm IrfanView erlaubt das Speichern von Pro­gres­si­ve JPEGs ebenfalls und ist eine einfache Al­ter­na­ti­ve zum pro­fes­sio­nel­len Adobe Photoshop. IrfanView ist nicht für iOS verfügbar. Um eine Datei als PJPEG zu speichern, wird wie folgt vor­ge­gan­gen:

  • Unter „Datei“ auf „Speichern“ klicken oder auf das „Speichern“-Icon klicken
  • Im Dia­log­fens­ter „JPEG/GIF save options“ vor „Save as pro­gres­si­ve JPG“ ein Häkchen setzen
  • Auf „Save“ klicken

Nun können die Dateien einfach in den Web­auf­tritt ein­ge­bun­den werden. Sollte der Browser des Nutzers das Format un­ter­stüt­zen, wird das Foto oder die Grafik als Pro­gres­si­ve JPEG geladen.

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