Nextcloud vs. ownCloud: Die beiden Cloud-Lösungen im direkten Vergleich
Beim Vergleich von ownCloud vs. Nextcloud zeigt sich schnell: Beide Lösungen ermöglichen es, eine eigene Cloud zu betreiben und Daten unabhängig von großen Cloud-Anbietern zu verwalten. Während ownCloud aber vor allem auf Dateiverwaltung ausgerichtet ist, hat sich Nextcloud stärker zu einer umfassenden Kollaborationsplattform entwickelt.
Übersicht: ownCloud vs. Nextcloud
| ownCloud | Nextcloud | |
|---|---|---|
| Website | owncloud.com | nextcloud.com |
| Entwickler | ownCloud GmbH | Nextcloud GmbH |
| Veröffentlichungsjahr | 2010 | 2016 |
| Lizenzmodelle | Open Source, zusätzlich Enterprise-Angebote | Open Source, zusätzlich Enterprise-Support und Enterprise-Pakete |
| Clients für Cloud-Zugang | Windows, macOS, Linux, iOS, Android | Windows, macOS, Linux, iOS, Android |
| Hosting in Eigenregie möglich | ✓ | ✓ |
| Schwerpunkt | Filesharing, Enterprise-Dateiplattform | Filesharing, Collaboration, Office, Kommunikation, KI |
| Integrierte KI-Funktionen | kein vergleichbar breites natives KI-Paket im Kernprodukt | Nextcloud Assistant mit Text-, Audio- und Aktionsfunktionen |
Stand: März 2026.
ownCloud vs. Nextcloud: ausführlicher Vergleich der Open-Source-Clouds
Am 2. Juni 2016 verließ Frank Karlitschek, Gründer von ownCloud, gemeinsam mit einem Großteil der Entwicklerschaft das finanziell schwächelnde ownCloud-Projekt. Das Team veröffentlichte noch im selben Jahr eine eigene Cloud-Lösung, deren Fokus stärker auf Collaboration liegen sollte, unter dem Namen Nextcloud. Seitdem haben sich beide Lösungen in unterschiedliche Richtungen entwickelt:
- ownCloud positioniert sich stärker als Dateiplattform für Unternehmen.
- Nextcloud kombiniert Filesharing, Office-Integrationen, Kommunikation und inzwischen auch KI-Funktionen.
Ein wichtiger Unterschied liegt außerdem im Produktaufbau. Bei ownCloud muss heute zwischen dem klassischen ownCloud Server und ownCloud Infinite Scale unterschieden werden, die sich in ihrer Architektur und in ihren Systemanforderungen deutlich voneinander abheben. Nextcloud setzt im Gegensatz zu ownCloud weiterhin auf eine einheitliche Server-Plattform, die modular um zusätzliche Apps und Funktionen ergänzt wird.
ownCloud
| ownCloud: Vorteile | ownCloud: Nachteile |
|---|---|
| ✓ Desktop-Clients und mobile Apps für alle gängigen Plattformen verfügbar | ✗ Produktbild ist komplexer, weil ownCloud Server und Infinite Scale parallel existieren |
| ✓ Minimale Systemvoraussetzungen (Hard- und Software) | ✗ Einige erweiterte Unternehmensfunktionen sind an Enterprise-Angebote gebunden |
| ✓ Modulare Erweiterbarkeit und professionelle Enterprise-Ausrichtung | ✗ Collaboration-Funktionen sind weniger breit integriert als bei Nextcloud |
| ✓ ownCloud Infinite Scale ist modern, skalierbar und cloud-native aufgebaut | ✗ Für kleinere Teams ist die Abgrenzung zwischen den Produktlinien nicht immer intuitiv |
Das ownCloud-Projekt wurde 2010 von Frank Karlitschek ins Leben gerufen. Es sollte Nutzenden eine freie Alternative zu kommerziellen Cloud-Diensten bieten. Heute besteht das ownCloud-Ökosystem im Wesentlichen aus zwei Linien: dem klassischen ownCloud Server 10 und ownCloud Infinite Scale. Für neue Installationen und moderne, skalierbare Setups rückt ownCloud Infinite Scale inzwischen stärker in den Vordergrund. ownCloud beschreibt diese Plattform als cloud-native Lösung mit einheitlicher Datenzugriffsschicht, die ohne PHP und ohne klassische Datenbank auskommt.
Die ownCloud-Linien bedingen folgende technischen Voraussetzungen:
| ownCloud Server 10 | ownCloud Infinite Scale | |
|---|---|---|
| Architektur | klassische Server-Anwendung | cloud-native Plattform |
| PHP erforderlich | ✓ | ✗ |
| Datenbank erforderlich | ✓ | ✗ |
| Einsatzprofil | klassische Installationen, Bestandsumgebungen | moderne, skalierbare Deployments |
Ist der ownCloud-Server installiert und eingerichtet, können Dateien mithilfe des Desktop-Clients auf diesen hochgeladen werden. ownCloud bietet weiterhin Clients für Windows, macOS, Linux, Android und iOS an. Die Plattform deckt damit die typischen Anforderungen an Dateisynchronisierung, Freigaben und mobilen Zugriff weiterhin solide ab.

Für Unternehmen bietet ownCloud kostenpflichtige Enterprise-Angebote an, die ab 25 Nutzenden verfügbar sind und zusätzliche Funktionen, Support sowie eine kommerzielle Lizenz umfassen. ownCloud bietet diverse Funktionen, die die Usability der Cloud-Plattform optimieren:
| Feature | ownCloud Infinite Scale | ownCloud Server |
|---|---|---|
| Dateisynchronisierung und Freigaben | ✓ Dateien lassen sich geräteübergreifend synchronisieren und über Links oder innerhalb von Teams teilen. | ✓ Dateien lassen sich geräteübergreifend synchronisieren und intern oder extern teilen. |
| Gruppen- und Rechteverwaltung | ✓ Granulare Verwaltung von Nutzenden, Gruppen und Zugriffsrechten. | ✓ Differenzierte Rechteverwaltung für Nutzende und Teams. |
| Versionierung | ✓ Dateiversionen werden in ownCloud Infinite Scale unterstützt. | ✓ Frühere Dateiversionen können gespeichert und wiederhergestellt werden. |
| Office-Integration | ✓ Möglich über Integrationen wie Collabora Online oder ONLYOFFICE. | ✓ Zusammenarbeit an Dokumenten über Collabora Online oder ONLYOFFICE. |
| Enterprise-Funktionen | ✓ Erweiterte Funktionen wie Branding, zusätzliche Sicherheitsfeatures und Enterprise-Support. | ✓ Erweiterte Funktionen je nach Enterprise-Paket. |
Komplettiert werden die ownCloud-Angebote durch verschiedene Sicherheitsfeatures:
| Sicherheitsfeature | ownCloud Infinite Scale | ownCloud Server |
|---|---|---|
| Serverseitige Verschlüsselung | ✓ Daten können serverseitig verschlüsselt gespeichert werden, zusätzlich zum verschlüsselten Datentransfer über TLS. | ✓ Serverseitige Verschlüsselung mit AES-256 für gespeicherte Dateien möglich. |
| Ende-zu-Ende-Verschlüsselung | ✗ nur eingeschränkt bzw. integrationsabhängig verfügbar | ✓ Optional über entsprechende Verschlüsselungs-Apps möglich. |
| Brute-Force-Schutz | ✓ Schutzmechanismen gegen Login-Angriffe können über Sicherheits-Policies und Authentifizierungsdienste umgesetzt werden. | ✓ Schutz gegen Brute-Force-Angriffe über Login-Schutzmechanismen und Sicherheits-Apps möglich. |
| 2FA und SSO | ✓ Unterstützung für Multi-Faktor-Authentifizierung sowie SAML- und OpenID-basierte Single-Sign-on-Lösungen. | ✓ Zwei-Faktor-Authentifizierung sowie SAML-/SSO-Integration verfügbar. |
| Passwort-Richtlinien | ✓ Administrierende können Richtlinien für Passwortstärke und Zugriffsregeln definieren. | ✓ Passwort-Richtlinien für Nutzerkonten und Freigaben konfigurierbar. |
| Sicherheits- und Compliance-Fokus | ✓ Enterprise-Funktionen wie Audit-Logs, Compliance-Kontrollen und erweiterte Sicherheitsrichtlinien verfügbar. | ✓ Sicherheits-Features wie Audit-Logs, Virenscanner-Integration und Enterprise-Compliance-Tools verfügbar. |
Nextcloud
| Nextcloud: Vorteile | Nextcloud: Nachteile |
|---|---|
| ✓ Sehr breiter Funktionsumfang für Filesharing, Office, Kommunikation und Zusammenarbeit | ✗ Im KMU-Bereich nur mit externem Hosting-Dienstleister zu empfehlen |
| ✓ Standardmäßig aktivierter Brute-Force-Schutz und diverse andere Sicherheits-Features | ✗ Nicht jede App aus dem Ökosystem ist qualitativ auf demselben Niveau |
| ✓ Große Erweiterbarkeit über integrierten App-Store | ✗ Performance-Probleme bei vielen kleinen Dateien |
| ✓ Deutlich ausgebautes KI-Angebot mit Nextcloud Assistant | ✗ Professioneller Support ist kostenpflichtig |
Als Nextcloud 2016 zum ersten Mal als eigenständige Abspaltung von ownCloud veröffentlicht wurde, handelte es sich im Grunde genommen um die Open-Source-Edition der damaligen ownCloud-Version, der man lediglich ein neues Design verpasst hatte. Inzwischen hat sie sich zu einer umfassenden Open-Source-Suite für Dateiverwaltung und Zusammenarbeit entwickelt. Neben Filesharing gehören dazu heute unter anderem Office-Integration, Videokonferenzen, Kalender, Mail, Aufgaben und KI-gestützte Funktionen.
Die elementare Anwendung heißt Nextcloud Server und kann auf klassischen Servern sowie in Container-Umgebungen betrieben werden. Für die Verwendung von Nextcloud müssen folgende Systemanforderungen gegeben sein:
| Nextcloud: Systemanforderungen | |
|---|---|
| Architektur | 64-Bit-CPU, 64-Bit-Betriebssystem und 64-Bit-PHP empfohlen |
| Arbeitsspeicher | mindestens 128 MB RAM pro Prozess, empfohlen mindestens 512 MB pro Prozess |
| Datenbanken | u. a. MySQL 8.0/8.4, MariaDB 10.6/10.11/11.4, PostgreSQL 13 bis 17, SQLite für kleine oder Test-Instanzen |
| Webserver | Apache 2.4 oder NGINX |
| PHP | PHP 8.1 oder höher empfohlen |
Für den Zugriff auf den Server stehen Desktop-Clients für Windows, macOS und Linux sowie mobile Apps für Android und iOS zur Verfügung. Die Clients synchronisieren lokale Ordner mit dem Server und erleichtern das Teilen von Dateien über interne Freigaben oder öffentliche Links.

Nextcloud bleibt vollständig Open Source, bietet Unternehmen aber kostenpflichtige Enterprise-Pakete mit Support, Wartung und zusätzlichen Leistungen an. Auf der aktuellen Preisseite werden drei Pakete ausgewiesen: Standard, Premium und Ultimate (jeweils ab 100 Benutzenden buchbar). Nextcloud ist nicht einfach nur auf den Up- und Download von Dateien beschränkt, sondern mit verschiedenen Features ausgestattet.
| Nextcloud: Features | |
|---|---|
| Filesharing und Synchronisierung | Dateien lassen sich geräteübergreifend synchronisieren, organisieren und teilen. |
| Office-Integration | Über Nextcloud Office, Collabora Online oder ONLYOFFICE ist gemeinsames Arbeiten an Dokumenten möglich. |
| Talk und Collaboration | Chats, Audio- und Videokonferenzen sowie Teamarbeit sind eng in die Plattform integriert. |
| Workflow- und Automatisierungsfunktionen | Regeln für Dateizugriffe, Verarbeitung und administrative Abläufe lassen sich konfigurieren. |
| Branding und Erweiterungen | Oberfläche und Funktionsumfang können über Apps angepasst werden. |
| All-in-One-Bereitstellung | Für einfachere Installationen stehen vereinfachte Deployment-Modelle bereit. |
Dank des modularen Aufbaus liegt eine der Stärken der Cloud-Plattform in ihrer hochgradigen Erweiterbarkeit: Über die Nextcloud-Apps lassen sich die verschiedensten Funktionen aus Bereichen wie „Integration“, „Büro & Text“ oder „Authentifizierung & Autorisierung“ hinzufügen. Alle offiziell unterstützten Erweiterungen listet Nextcloud im eigenen Nextcloud App Store auf. Dort finden Sie nicht nur die Download-Links, sondern auch einen Guide für die Modul-Programmierung.

Mindestens ebenso wichtig wie ein großes Arsenal an Features ist die Sicherheit der Daten. Gerade in diesem Bereich ist Nextcloud heute deutlich breiter aufgestellt als ein reiner Dateisynchronisierungsdienst:
| Nextcloud: Sicherheitsfeatures | |
|---|---|
| Serverseitige Verschlüsselung | Daten können zusätzlich zum gesicherten Transport verschlüsselt auf dem Server abgelegt werden. |
| Ende-zu-Ende-Verschlüsselung | Für bestimmte Szenarien unterstützt Nextcloud Ende-zu-Ende-verschlüsselte Dateiablage und -freigabe. |
| Brute-Force-Schutz | Schutzmechanismen gegen Brute-Force-Angriffe sind standardmäßig vorhanden. |
| 2FA und SSO | Zwei-Faktor-Authentifizierung sowie SAML/SSO werden unterstützt. |
| Passwort-Richtlinien | Administrierende können Regeln für Passwörter und Freigaben definieren. |
| Sicherheits- und Compliance-Fokus | Nextcloud betont den Einsatz als datenschutzorientierte, private Kollaborationsplattform. |
Seit 2025 hat Nextcloud seine KI-Funktionen deutlich erweitert. Mit dem Nextcloud Assistant bietet die Plattform inzwischen ein eigenes KI-Ökosystem, das modular über Assistant- und AI-Apps eingebunden wird. Zu den offiziell beschriebenen Funktionen gehören unter anderem:
- Texte generieren, umformulieren, korrigieren und übersetzen
- Inhalte kontextbezogen zusammenfassen
- Audio transkribieren
- Bilder generieren
- Fragen zu eigenen Inhalten in einer Dialogoberfläche beantworten
- Aktionen in anderen Nextcloud-Apps auslösen
Nextcloud bietet inzwischen auch agentische Funktionen: Der Assistant kann Informationen aus verschiedenen Apps zusammenführen und bestimmte Aktionen ausführen, etwa Kalenderereignisse anlegen, Nachrichten in Nextcloud Talk lesen oder versenden und E-Mails verschicken. Damit hat Nextcloud im Vergleich zu klassischen Cloud-Dateiplattformen einen klaren funktionalen Vorsprung aufgebaut.
Die wichtigsten Unterschiede zwischen ownCloud und Nextcloud
Beide Lösungen eignen sich für den Aufbau einer privaten oder unternehmenseigenen Cloud. Die Unterschiede fallen heute aber deutlicher aus als noch vor einigen Jahren.
ownCloud ist weiterhin eine starke Lösung für kontrolliertes Filesharing im Unternehmensumfeld. Dabei ist wichtig, zwischen ownCloud Server 10 und ownCloud Infinite Scale zu unterscheiden. Gerade Infinite Scale steht für den moderneren, cloud-nativen Ansatz.
Nextcloud ist breiter aufgestellt: Die Plattform verbindet Dateispeicherung, Office, Kommunikation und Teamarbeit in einer einzigen Umgebung und hat ihr KI-Angebot seit 2025 deutlich ausgebaut. Außerdem eignet sich Nextcloud auch für Organisationen, die eine datenschutzorientierte Alternative zu großen Kollaborationssuiten suchen.
Kurz gesagt: Wenn der Fokus auf einer Enterprise-Dateiplattform mit klarer Filesharing-Ausrichtung liegt, bleibt ownCloud relevant. Wenn zusätzlich Collaboration, Office, Kommunikation und moderne KI-Funktionen gefragt sind, ist Nextcloud inzwischen die vielseitigere Lösung.
Nextcloud-Lösungen von IONOS
Als Partner von Nextcloud bietet IONOS verschiedene Möglichkeiten, die Open-Source-Cloud im eigenen Unternehmen zu betreiben. Selbstständige sowie kleine und mittelständische Unternehmen können die Software beispielsweise über die Nextcloud-App automatisch auf einem IONOS-Server installieren und für eigene Zwecke nutzen.
Als Nutzerin oder Nutzer profitieren Sie dabei nicht nur von einem passenden Hardware- und Software-Grundgerüst und einer vereinfachten Installation und Einrichtung, sondern bleiben dank IONOS immer auch auf dem neuesten (Sicherheits-)Stand und DSGVO-konform.
Wenn Sie einen eigenen Server mit einer Nextcloud-Cloud realisieren wollen, können Sie mit Managed Nextcloud Hosting von IONOS auf eine Lösung zurückgreifen, die besonders bequem ist: Managed Nextcloud von IONOS übernimmt einen großen Teil des technischen Betriebs sowie die Wartung und Updates der Plattform. Die Software wird automatisch bereitgestellt und kann über eine Ein-Klick-Installation eingerichtet werden.


