Domain-Sperre: Welche Sperrfristen gibt es für welche Domain?
Eine gelöschte Domain ist meist nicht sofort wieder registrierbar. Grund dafür ist eine sogenannte Domain-Sperre: Nach der Löschung bleibt die Internetadresse für eine bestimmte Zeit reserviert, bevor sie erneut vergeben wird. Wie lange diese Sperrfrist dauert, hängt von der jeweiligen Domain-Endung ab.
Der Lebenszyklus einer Domain nach der Löschung
Eine Domain durchläuft nach der Löschung mehrere standardisierte Phasen, bevor sie wieder für alle zur Registrierung freigegeben wird. Viele Nutzerinnen und Nutzer gehen davon aus, dass eine Domain direkt nach der Kündigung wieder frei wird. Tatsächlich bleibt sie zunächst bei der zuständigen Registry gesperrt und durchläuft mehrere Schutzstufen.
Typischer Ablauf:
| Phase | Was passiert? | Neue Registrierung möglich? |
|---|---|---|
| Ablauf | Laufzeit endet, Domain kann noch verlängert werden | ✗ Nein |
| Grace Period | Kurze Schonfrist nach Ablauf, Inhaber/Inhaberin kann ohne zusätzliche Kosten verlängern | ✗ Nein |
| Redemption Grace Period | Domain in Rückkaufphase; Wiederherstellung möglich, oft gegen eine zusätzliche Gebühr | ✗ Nein |
| Pending Delete | Endphase vor endgültiger Löschung | ✗ Nein |
| Freigabe | Domain ist aus dem Register gelöscht und für alle verfügbar | ✓ Ja |
Somit wird die Domain erst in der letzten Phase der Freigabe wieder öffentlich registrierbar.
- Inklusive 1 SSL-Wildcard-Zertifikat pro Vertrag
- Inklusive Domain Lock
- Inklusive Domain Connect für einfache DNS-Einrichtung
Was ist eine Domain-Sperrfrist und warum gibt es sie?
Diverse Top-Level-Domains (TLDs) verfügen über eine Sperrfrist, während der eine Internetadresse nicht den Besitzer bzw. die Besitzerin wechseln darf. Eine Domain-Sperre blockiert also keineswegs die Website, sondern verhindert vielmehr die Veräußerung der Webadresse. Eine Sperrfrist beginnt nach dem Erwerb einer Adresse oder nach deren Löschung. In erster Linie sind Sperrfristen eine Reaktion auf den Domain-Handel: Die Zeitspanne, in der die Domain nicht weiterverkauft werden kann, soll den Missbrauch von Domains als reine Spekulationsobjekte mindern. Die Frist bewirkt, dass sich ein Besitzer bzw. eine Besitzerin nach dem Kauf einer Webadresse zumindest eine Weile lang an diese bindet.
Grundsätzlich gibt es zwei Umstände, weswegen eine Internetadresse für den Verkauf gesperrt wird:
- Domain-Transfersperre: Wenn eine Domain mit einer Transfersperre belegt ist, tritt die Sperrung sofort nach dem Erwerb der Webadresse in Kraft. Dies gilt sowohl für die Neuregistrierung einer Domain als auch für die Übernahme einer bereits zuvor vergebenen Domain.
- Sperre nach Löschung einer Domain: Manche Internetadressen sind für eine gewisse Zeitspanne blockiert, wenn sie von den Inhabenden gelöscht oder nicht verlängert werden. Diese Sperre stellt auch einen Schutz für die Domain-Inhabenden dar, falls sie die Verlängerung ihrer Adresse versäumt haben. Sie werden per E-Mail über die Löschung informiert und können die Domain innerhalb der Frist gegen eine Gebühr wiederherstellen lassen und dann sofort wieder nutzen.
Die Dauer der Blockierung kann variieren. Dabei unterbindet die Sperrung einer Domain allerdings nicht nur den raschen Weiterverkauf – es kann während der Frist auch kein Domain-Umzug erfolgen. Sperrfristen verhindern somit ebenfalls, dass Sie mit einer neu erworbenen Internetadresse zeitnah den Internetdienstanbieter wechseln können. Dies steht Ihnen vor allem dann im Weg, wenn Sie Ihre neue Domain nicht bei dem Provider hosten wollen, bei dem sie sie kürzlich erworben haben.
Warum ist eine gelöschte Domain nicht sofort frei?
Die Domain-Sperre verhindert eine sofortige Registrierung durch Dritte. Ohne diese Schutzfrist könnten Domains unmittelbar übernommen werden, wenn ..
- eine Verlängerung vergessen wurde,
- eine Benachrichtigungs-E-Mail übersehen wurde,
- oder ein Zahlungsproblem aufgetreten ist.
Die Sperrfrist funktioniert daher wie eine Sicherheitsreserve.
Wie lange sind Domains gesperrt?
Wie lange eine Webadresse blockiert ist, legt immer die für die jeweilige TLD zuständige Vergabestelle fest.
TLDs werden gemeinhin in zwei Hauptgruppen gegliedert:
| Typ | Bedeutung |
|---|---|
| gTLD | generische Domains (.com, .org, .net) |
| ccTLD | länderspezifische Domains (.de, .at, .ch) |
Sperrfristen bei generischen Domains (gTLD)
Die Internet Corporation for Assigned Names and Numbers (ICANN) besitzt die Kontrolle über viele bekannte gTLDs – sie verwaltet unter anderem folgende Endungen:
- .com
- .org
- .net
- .info
- .biz
Für Internetadressen mit diesen TLDs hat die ICANN eine Domain-Transfersperre von 60 Tagen festgelegt. Zusätzlich folgt nach Löschung meist eine etwa 30-tägige Wiederherstellungsphase (Redemption Period).
Nicht nur die altbekannten gTLDs unterliegen diesen Regeln, sondern auch viele der neuen generischen Top-Level-Domains wie .international, .movie, .restaurant, .support oder .theater. Es gibt noch viele weitere Vergabestellen für TLDs. Diese legen in letzter Instanz fest, ob und wie lange man nicht auf die Domains zugreifen kann, sobald sie veräußert oder gelöscht wurden.
Sperrfristen bei länderspezifischen Domains (ccTLD)
Generell besitzen die meisten ccTLDs keine Transfersperren. So sind auch die ccTLDs des deutschsprachigen Raums (.de, .at, .ch) sowie die europäische .eu-Endung nach einem Domain-Transfer nicht gesperrt. Allerdings besteht eine Sperrfrist, sobald sie gelöscht werden. Die Zeiträume unterscheiden sich wie folgt:
| TLD | Zuständig für die TLD-Verwaltung | Sperre nach Löschung einer Domain |
|---|---|---|
| .de | DENIC | 30 Tage |
| .at | nic.at | 8 Wochen |
| .ch | SWITCH | 40 Tage |
| .eu | European Registry of Internet Domain Names (EURid) | 40 Tage |
Sonderfälle bei Domain-Sperren
Einige Domain-Endungen besitzen besondere Regeln:
Die ccTLDs .tv und .cc (eigentlich Tuvalu und den Kokosinseln zugeordnet) unterliegen einer 60-tägigen Domain-Transfersperre. Sie erfreuen sich internationaler Beliebtheit und werden über die Vergabestelle Verisign angeboten. Zusätzlich besitzen die von Verisign verwalteten ccTLDs eine Sperrfrist von 30 Tagen nach ihrer Löschung.
Die ebenfalls international beliebte TLD .me (Montenegro) bildet einen Sonderfall bei den Domain-Sperren: Wenn Sie eine bereits bestehende Internetadresse mit dieser Endung erwerben, erfolgt keine Sperrung. Anders verhält es sich aber bei der Neuregistrierung von .me-Adressen – hier dürfen Sie die Domain innerhalb der folgenden 60 Tage nicht weiterverkaufen.
Domain-Sperre, Registrar-Lock und Whois-Lock: der Unterschied
Die Domain-Sperre wird häufig mit anderen Schutzfunktionen verwechselt. Tatsächlich handelt es sich um verschiedene Mechanismen mit unterschiedlichen Aufgaben.
| Begriff | Bedeutung |
|---|---|
| Domain-Sperrfrist | automatische Blockierung nach Registrierung oder Löschung |
| Registrar-Lock | Schutz vor unbefugtem Transfer |
| Whois-Privacy | Schutz der Kontaktdaten |
Die Domain-Sperrfrist wird automatisch von der zuständigen Vergabestelle (Registry) festgelegt. Während dieser Zeit kann die Domain weder übertragen noch neu registriert werden. Der Registrar-Lock dagegen ist eine zusätzliche Sicherheitseinstellung: Die Domain-Inhaberin oder der Domain-Inhaber kann ihn selbst aktivieren, um einen unerlaubten Umzug der Domain zu verhindern.
Warum gelöschte Domains oft sofort wieder vergeben sind
Viele gelöschte Domains sind nur für einen sehr kurzen Moment frei verfügbar. Der Grund sind sogenannte Backorder- oder Domain-Catching-Dienste. Dabei überwachen automatisierte Systeme den Zeitpunkt der Freigabe und registrieren die Domain sofort, sobald sie verfügbar wird.
Besonders häufig betroffen sind:
- kurze oder einprägsame Domains
- Marken- oder Firmennamen
- Domains mit bestehenden Verlinkungen
- ehemalige Shop- oder Unternehmensseiten
Für Nutzerinnen und Nutzer wirkt es deshalb oft so, als wäre die Domain nie frei gewesen, obwohl sie tatsächlich nur für Sekunden verfügbar war.
Wie kann eine gelöschte Domain übernommen werden?
Eine gelöschte Domain lässt sich erst nach vollständiger Freigabe neu registrieren. Wer eine bestimmte Adresse übernehmen möchte, sollte deshalb den Zeitpunkt der Freigabe im Blick behalten.
Hilfreich ist es, …
- den Domainstatus regelmäßig zu prüfen,
- den erwarteten Freigabetermin zu notieren,
- Benachrichtigungen des Registrars zu nutzen
- und die Domain sofort zu registrieren, sobald sie verfügbar ist.
Bei stark nachgefragten Domains kann zusätzlich ein Backorder-Service helfen, der die Registrierung automatisch ausführt.
Während einer Domain-Sperrfrist ist kein Provider-Wechsel möglich. Die Domain kann in dieser Zeit nicht zu einem anderen Anbieter umgezogen werden. Das gilt vor allem für neu registrierte Domains, kürzlich übertragene Domains und Domains nach einem Inhaberwechsel. Erst nach Ablauf der Sperrfrist lässt sich die Domain regulär transferieren.


