Headless CMS vs. Traditional CMS

Jahrelang waren WordPress & Co. die unangefochtenen Spitzenreiter in puncto Webdesign. Wer schnell eine professionelle Homepage ins Web bringen wollte, griff häufig zu einem traditionellen CMS. Doch in den letzten Jahren nimmt eine neue Entwicklung Fahrt auf: Headless CMS haben einige Vorteile gegenüber der klassischen Konkurrenz. Welches System ist das richtige für Sie: Headless CMS oder traditionelles CMS?

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Marktentwicklung von CMS

Content-Management-Systeme (CMS) sind mit der Entwicklung von Web 2.0 aufgekommen. Hatte man zuvor ausschließlich statische Websites direkt in HTML erzeugt, sind Surfende Anfang der 2000er zunehmend selbst zu Content-Produzenten geworden. Klassische CMS wie WordPress sind dafür perfekt geeignet: Ohne Coding-Know-how kann jeder Nutzer Inhalte, z. B. innerhalb eines Blogs, verbreiten. Nach und nach nahm daher der Anteil an CMS in der Webentwicklung zu. Waren 2011 noch mehr als drei Viertel aller Websites statisch aufgebaut, werden 10 Jahre später bereits 65 Prozent der Websites durch CMS realisiert.

Doch das Internet hat sich in den vergangenen Jahren wieder verändert: Lange Zeit waren das World Wide Web und E-Mail die einzigen Techniken, die Nutzer benötigten. Mit dem Wachstum von mobilem Internet hat sich die Nutzung verschoben: Viele Informationen werden heutzutage über Apps auf dem Smartphone abgerufen. Das klassische Web verliert dennoch kaum an Bedeutung. Content-Ersteller stehen deshalb vor der Herausforderung, verschiedene Kanäle gleichzeitig zu bespielen.

Hier spielen Headless CMS ihren Vorteil aus: Die Technik ist auf rudimentären Technologien aufgebaut und kann daher Inhalte schnell sowohl auf einer Website als auch in Apps veröffentlichen. Außerdem sind die neuartigen CMS auch mit Wearables und dem Internet of Things kompatibel, die in den nächsten Jahren weiter an Bedeutung gewinnen werden.

Beide Systeme vorgestellt

Headless CMS und traditionelle CMS vereint vor allem die Geschwindigkeit, mit der Inhalte veröffentlich werden können. Während bei der klassischen Variante allerdings ein festes Frontend – also in der Regel eine einzelne Website unter einer Domain – vorliegt, sind Headless CMS vom Ort der Veröffentlichung abgetrennt.

Traditionelles CMS

WordPress, Drupal oder Joomla: Die traditionellen Content-Management-Systeme haben mitgeholfen, das Web zu revolutionieren. Einmal aufgesetzt, können auch Menschen ohne Coding-Kenntnisse einfach neue Inhalte auf ihre Website oder ihren Blog bringen. Um das zu ermöglichen, gibt es in der auch als „Monolithic CMS“ bekannten Technik das Frontend (was die Besucher sehen) und das Backend (in dem die Website-Verantwortlichen arbeiten).

Ist das Frontend und damit das Webdesign einmal aufgesetzt, können über das Backend neue Inhalte eingepflegt werden. Der Content liegt bei einem klassischen CMS nicht in Form einzelner HTML-Dokumente vor. Stattdessen sind alle Inhalte in einer Datenbank gespeichert und werden von dort beim Website-Besuch geladen.

Bei WordPress und Co. sind Frontend und Backend eng miteinander verknüpft und genau aufeinander abgestimmt. Deshalb ist die Handhabung auch so einfach. Allerdings lassen sich die Inhalte eben auch nur ins dazugehörige Frontend übertragen.

Traditionelle Content-Management-Systeme basieren vielfach auf dem Prinzip des LAMP-Stacks:

  • Linux: Das Betriebssystem ist bestens für Server geeignet.
  • Apache: Die Webserver-Technologie ist im Internet weitverbreitet.
  • MySQL: Das Datenbank-Management-System gehört zu den populärsten Technologien im Web.
  • PHP: Die Skriptsprache ermöglicht das Erstellen von dynamischen Websites.

LAMP-Stacks sind Anfang der 2000er-Jahre gemeinsam mit den ersten Content-Management-Systemen aufgekommen. Ein großer Antriebsmotor war bei beiden die Open-Source-Gemeinde. Alle Technologien des LAMP-Stacks lassen sich lizenzfrei verwenden.

Vorteile Nachteile
✔ einfach zu bedienen ✘ ist fest an ein einziges Frontend gebunden
✔ keine Programmierkenntnisse notwendig ✘ restriktiv bei der Gestaltung
✔ Frontend lässt sich über Backend designen ✘ Performanceverluste bei steigendem Umfang
✔ in sich geschlossenes System ✘ Datenbankabfragen und Server-Side-Rendering pro Nutzeranfrage

Headless CMS

Bei einem Headless CMS ist kein festes Frontend vorhanden. Das System ist also kopflos und besteht nur aus einem Backend. Da mehr und mehr Headless CMS genau wie die traditionellen Varianten mit einer grafischen Nutzeroberfläche ausgestattet sind, funktioniert das Verfassen der Inhalte allerdings ähnlich einfach. Vielfach werden Headless CMS zudem als SaaS angeboten, was die Konfiguration vereinfacht.

Auch bei einem Headless CMS liegt der Content in einer Datenbank. Die Inhalte werden nun aber eben nicht nur einer bestimmten Website zur Verfügung gestellt. Über einfache Schnittstellen können unterschiedlichste Frontends die Daten abrufen. Dies gelingt, da die modernen CMS dem Jamstack-Prinzip folgen:

  • JavaScript: Um Websites dynamisch zu halten, verwendet man die Skriptsprache. So können Bilder nachgeladen oder Benutzereingaben ausgewertet werden.
     
  • APIs: Über Schnittstellen können Inhalte mit verschiedenen Frontends ausgetauscht werden. Meist wird hierzu eine REST-API verwendet, die auf einfachen Befehlen basiert und von unterschiedlichen Anwendungen verstanden wird.
     
  • Markup: Die Auszeichnungssprache HTML ist der Grundpfeiler des Webs. Die Sprache ist so standardisiert, dass praktisch jede Anwendung damit umgehen kann.

Diese sehr einfachen und hochgradig standardisierten Technologien machen es möglich, dass man Informationen an unterschiedlichste Frontends weitergeben kann. Die Gestaltung des Inhalts ist dabei ebenso frei. Während traditionelle CMS in der Regel restriktive Vorgaben beim Verfassen von Content erstellen, um die Veröffentlichung zu vereinheitlichen, fällt dies bei Headless CMS weg.

Vorteile Nachteile
✔ kompatibel mit unterschiedlichen Frontends ✘ weniger einsteigerfreundlich
✔ sehr leichtgewichtig ✘ Frontends müssen separat erstellt werden
✔ Freiheit bei der Gestaltung der Inhalte ✘ viele Angebote nur als SaaS / kein Open Source
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Fazit: Headless CMS oder traditionelles CMS?

Die Entscheidung, welches das richtige Content-Management-System ist, hängt stark von Ihrem Projekt ab. Wenn Sie nur eine unkomplizierte Lösung suchen, um eine einfache Website oder gar nur einen Blog zu realisieren, ist das traditionelle CMS weiterhin eine gute Option. Vor allem bei WordPress stehen Ihnen Unmengen von hilfreichen Themes und Plugins zur Verfügung, mit denen Sie auch ohne Webdesign-Fähigkeiten in kurzer Zeit eine professionelle Website aufbauen können.

Wenn Sie allerdings planen, mehr als nur eine einzelne Website zentral mit Content zu versorgen, lohnt sich ein Blick auf das Headless CMS. Zwar sind diese nicht so einfach zu verwenden, wie man es von WordPress kennt, die Möglichkeiten sind dafür aber umso vielfältiger. Einmal aufgesetzt, können Sie die unterschiedlichsten Systeme mit Ihren Inhalten speisen.

Denken Sie bei der Wahl auch schon an die Zukunft. Vielleicht wollen Sie erstmal mit einer einfachen Website starten, zukünftig aber durchaus auch Apps bespielen? Auch dann sollten Sie schon jetzt auf ein Headless CMS setzen, damit es nicht zu Problemen durch einen späteren Wechsel der Systeme kommt. Auch, wenn Sie Ihre Frontend-Technologie einmal wechseln möchten, sind Sie mit einem Headless CMS auf der sicheren Seite: Durch Entkopplung von Front- und Backend ist ein Wechsel kein Problem.

Es muss übrigens nicht zwingend ein CMS sein: Mit Static-Site-Generatoren erstellen Sie schlanke und performante Websites. Gerade wenn das regelmäßige Veröffentlichen von neuem Content nicht im Fokus steht, könnte eine solche Lösung für Sie die richtige Wahl sein. Mit den besten Static-Site-Generatoren erstellen Sie aus einfachen HTML-Dokumenten beeindruckende Websites.

Tipp

Wenn Sie sich dazu entscheiden, Backend von Frontend zu entkoppeln und auf ein Headless CMS zu setzen, finden Sie in Deploy Now von IONOS ein hilfreiches Tool. Damit veröffentlichen Sie sehr schnell neue Inhalte, ganz einfach per GitHub. Weitere Informationen erhalten Sie in der (englischsprachigen) Deploy-Now-Dokumentation.