Der MyS­QLDum­per ist ein kos­ten­lo­ses Si­che­rungs­pro­gramm für MySQL-Da­ten­ban­ken. Mit der Open Source Software lassen sich Si­che­rungs­ko­pien kom­plet­ter Da­ten­ban­ken – ob von Foren-, Shop- oder Blog-Inhalten – erstellen. Wir haben die wich­tigs­ten Fakten zum MyS­QLDum­per zu­sam­men­ge­fasst und führen Sie Schritt für Schritt durch In­stal­la­ti­on und Kon­fi­gu­ra­ti­on des Programms. Außerdem zeigen wir, wie man das Programm zur Sicherung und Wie­der­her­stel­lung von SQL-Da­ten­ban­ken nutzt. 

Cloud Server
Leis­tungs­star­ke Kon­fi­gu­ra­tio­nen
  • On-Demand ska­lier­bar & Root-Zugriff inklusive
  • Hoch­ver­füg­ba­re Server-Plattform
  • ISO-zer­ti­fi­zier­te Re­chen­zen­tren am Standort Deutsch­land

Vorteile und Features im Überblick

Der MyS­QLDum­per ist als Backup-Programm eine beliebte Al­ter­na­ti­ve zum meist vor­in­stal­lier­ten Programm phpMy­Ad­min. Der große Vorteil des Dumpers: Mit ihm können auch sehr große Da­ten­ban­ken verwaltet, mehrere Da­ten­ban­ken gleich­zei­tig gesichert und auch wie­der­her­ge­stellt werden. Es findet eine lokale Sicherung statt: Das heißt, dass keine Daten auf fremden Servern oder in der Cloud ge­spei­chert werden. Als ei­gen­stän­di­ges Programm funk­tio­niert der Dumper im Gegensatz zu Plugins oder anderen Er­wei­te­run­gen un­ab­hän­gig vom ver­wen­de­ten Content-Ma­nage­ment-System. 

Die wich­tigs­ten Features im Überblick:

  • Einfache Sicherung und Wie­der­her­stel­lung von MySQL-Da­ten­ban­ken
  • E-Mail-Be­nach­rich­ti­gung bei erfolgtem Backup
  • Au­to­ma­ti­sches Versenden von Backups via FTP
  • Ver­wal­tung mehrerer Backup-Dateien
  • Multipart-Backup
  • SQL-Browser
  • Mit­ge­lie­fer­tes Perl-Skript
  • Ver­zeich­nis­schutz
Hinweis

Daniel Schlicht­holz, der Ent­wick­ler von MyS­QLDum­per, hat das Software-Projekt im Januar 2016 offiziell ein­ge­stellt. In einem Fo­ren­bei­trag auf der MySQL-Website gibt Schlicht­holz bekannt, dass der Quellcode der Open-Source Software für eine Community-basierte Wei­ter­ent­wick­lung auf GitHub zur Verfügung steht. Hier finden Anwender eine Version von MyS­QLDum­per, die bereits an den aktuellen Web­stan­dard PHP 7 angepasst wurde.

Umgehen des Timeout-Errors

Ein großes Problem beim Thema Backup und PHP: Die PHP-Skripte werden in der Regel nach einer Laufzeit von 30 Sekunden ab­ge­bro­chen; so lässt sich mit den meisten Tools nur ein Backup bis zu einer be­stimm­ten Ma­xi­mal­grö­ße ein­rich­ten. Braucht das Skript länger und wird ab­ge­bro­chen, kann keine voll­stän­di­ge Si­che­rungs­ko­pie erstellt werden. Der myS­QLDum­per umgeht diesen so­ge­nann­ten Timeout-Error, indem er immer nur eine bestimmte Anzahl von Da­ten­sät­zen aus der Tabelle ausliest. Das Programm merkt sich dann, an welcher Stelle es ste­hen­ge­blie­ben ist, und setzt nach dem Timeout an eben dieser Stelle fort. So wird der Abbruch durch den Server vermieden. Beim Wie­der­her­stel­len der Daten wird das gleiche Prinzip genutzt.

In­stal­la­ti­on des MyS­QLDum­pers

Im Folgenden erklären wir Schritt für Schritt, wie Sie die den MyS­QLDum­per in­stal­lie­ren. Dank eines prak­ti­schen Ein­rich­tungs­as­sis­ten­ten verläuft die In­stal­la­ti­on ebenso schnell wie einfach und stellt den Nutzer vor wenig tech­ni­sche Hürden oder Schwie­rig­kei­ten. 

1. Download und Upload

Die In­stal­la­ti­on ist simpel und bedarf keines be­son­de­ren Fach­wis­sens. Um die MyS­QLDum­per-In­stal­la­ti­on zu beginnen, muss man zunächst die aktuelle Version des Programms in Form eines ZIP-Archives her­un­ter­la­den. Hier empfiehlt sich die aktuelle Version von MyS­QLDum­per die auf GitHub zum Download be­reit­steht. Nach dem Entpacken des ZIP-Archivs können die Dateien via FTP (z. B. mit dem kos­ten­lo­sen Programm FileZilla) auf den Webspace hoch­ge­la­den werden. 

2. Öffnen des Programms im Browser

Nach dem Upload kann man das Programm nun ganz einfach über seinen Web­brow­ser aufrufen. Unter welcher Adresse der MyS­QLDum­per aufrufbar ist, hängt davon ab, in welchem Ver­zeich­nis Sie die Dateien vorher abgelegt haben (Ordner „html“ oder in einem eigenen Un­ter­ord­ner). 

3. Ein­rich­tungs­as­sis­tent

Es erscheint nun der Ein­rich­tungs­as­sis­tent des Dumpers, der den Nutzer Schritt für Schritt durch die In­stal­la­ti­on und Kon­fi­gu­ra­ti­on führt. Nachdem man die Sprache aus­ge­wählt und den In­stal­la­ti­ons­vor­gang bestätigt hat, muss man einige Datenbank-Parameter anpassen. Es sind folgende Angaben er­for­der­lich:

  • Datenbank-Hostnamen
  • Datenbank-Benutzer
  • Datenbank-Passwort

Das Programm benötigt diese Angaben, um sich mit Ihrem mySQL-Server verbinden zu können. Die übrigen Felder zur Datenbank sowie Port und Socket können Sie auslassen.

4. Ver­bin­dung zur MySQL-Datenbank her­stel­len

Stimmen alle ein­ge­ge­be­nen Parameter überein, kommt die Meldung, dass die Datenbank gefunden wurde. Alle ver­füg­ba­ren Da­ten­ban­ken werden nun im Fenster gelistet. Klicken Sie auf „Speichern und In­stal­la­ti­on fort­set­zen“. Die restliche Ein­rich­tung erfolgt au­to­ma­tisch. 

5. Ver­zeich­nis­se erstellen

Im letzten Schritt wird der myS­QLDum­per mehrere Ver­zeich­nis­se erstellen. Dies geschieht im Nor­mal­fall au­to­ma­tisch. Sollte das nicht möglich sein, können Sie auch ganz einfach in FileZilla den Ordner „work“ erstellen und darin die Un­ter­ord­ner „backup“, „config“ und „log“ anlegen.

Damit ist die In­stal­la­ti­on ab­ge­schlos­sen und die Start­sei­te des MyS­QLDum­pers öffnet sich.

Auf der Seite der Ent­wick­ler stehen zu­sätz­lich hilf­rei­che Video-Tutorials zu den einzelnen Schritten zur Verfügung.

Ver­zeich­nis­schutz erstellen

Die In­stal­la­ti­on des MyS­QLDum­pers ist nun ab­ge­schlos­sen. Al­ler­dings kann momentan noch jeder, der die Adresse kennt, auf das Programm zugreifen und Daten verändern bzw. löschen. Um dies zu ver­hin­dern, sollte man sich sofort nach der In­stal­la­ti­on einen Pass­wort­schutz (via .htaccess) ein­rich­ten. Das kann man ganz einfach über die Start­sei­te des MyS­QLDum­pers unter dem Punkt „Ver­zeich­nis­schutz erstellen“ erledigen. Un­ab­hän­gig von allen anderen Zu­gangs­da­ten können hier nun zu­sätz­lich Be­nut­zer­na­me und Kennwort fest­ge­legt werden. Die Art der Ver­schlüs­se­lung muss passend zum ver­wen­de­ten Be­triebs­sys­tem gewählt werden.

Kon­fi­gu­ra­ti­on & Backup erstellen

In der folgenden Übersicht werden alle bekannten Da­ten­ban­ken auf­ge­lis­tet. Die aktuell aus­ge­wähl­te Datenbank ist her­vor­ge­ho­ben und steht an erster Stelle. Auch au­to­ma­tisch erstellte Sys­tem­da­ten­ban­ken des Programms („in­for­ma­ti­on schema“ und „MySQL“) werden angezeigt. Es besteht außerdem die Mög­lich­keit des „Mul­ti­dumps“, was bedeutet, dass mehrere Da­ten­ban­ken gleich­zei­tig aus­ge­wählt und gesichert werden können. Bevor Sie das erste Datenbank-Backup erstellen können, muss der Dumper jedoch noch kon­fi­gu­riert werden.

Kon­fi­gu­ra­ti­on

In der Regel können die Grund­ein­stel­lun­gen des Programms über­nom­men werden. Wer besondere An­for­de­run­gen hat oder mit besonders großen und um­fang­rei­chen Da­ten­men­gen arbeitet, kann zu­sätz­li­che Ein­stel­lun­gen vornehmen. Unter dem Menüpunkt „Allgemein“ erfolgen generelle Ein­stel­lun­gen. Dazu gehört unter anderem die Mög­lich­keit, die Log­da­tei­en des MyS­QLDum­pers zu kom­pri­mie­ren und die maximale Größe anzugeben. Außerdem lässt sich die Ma­xi­mal­gren­ze des ver­wen­de­ten Ar­beits­spei­chers ein­stel­len, der für die Aus­füh­rung der Skripte be­reit­ge­stellt wird. 

All­ge­mei­ne Ein­stel­lun­gen:

  • Kom­pri­mie­rung der Log­da­tei­en
  • maximale Größe für Log­da­tei­en
  • Spei­cher­gren­ze im Ar­beits­spei­cher (kann au­to­ma­tisch ermittelt werden)
  • Ge­schwin­dig­keits­kon­trol­le

Unter dem Menüpunkt „Backup“ können weitere Ein­stel­lun­gen erfolgen. So kann zum Beispiel aus­ge­wählt werden, ob die erstellte Backup-Datei kom­pri­miert werden soll oder nicht. Wenn man mit besonders großen Da­ten­ban­ken arbeiten will, sollte man die Option „Multipart-Backup“ ak­ti­vie­ren. Für diese Funktion kann man die maximale Da­tei­grö­ße für das Backup-Splitting ein­stel­len. 

Backup-Ein­stel­lun­gen:

  • Kom­pri­mie­rung der Backup-Dateien
  • Multipart-Backup
  • Maximale Da­tei­grö­ße
  • Op­ti­mie­rung der Tabellen vor dem Backup

Zuletzt kann man noch die Ein­stel­lun­gen zur Wie­der­her­stel­lung bestimmen. So lässt sich festlegen, ob die Datenbank vor der Wie­der­her­stel­lung gelöscht werden soll. Diese Option sollte man jedoch nur wählen, wenn alle Da­ten­sät­ze im Backup enthalten sind, die auch in der Datenbank ge­spei­chert werden sollen. Außerdem kann man ein­stel­len, wie das Programm mit Fehlern während der Wie­der­her­stel­lung-Prozesse umgehen soll. 

Wie­der­her­stel­lungs-Ein­stel­lun­gen:

  • Datenbank vor Wie­der­her­stel­lung löschen
  • Art der Feh­ler­be­hand­lung bei Wie­der­her­stel­lung
  • Igno­rie­ren von Enable Keys (nur bei großen Datenbank in­ter­es­sant) 

Das Backup erstellen

Nach der Kon­fi­gu­ra­ti­on kann final das Backup erstellt werden. In der linken Na­vi­ga­ti­ons­leis­te findet man den Menüpunkt „Backups“. Dort öffnet man eine Übersicht der vor­ge­nom­me­nen Ein­stel­lun­gen für das Backup. Man geht nun wie folgt vor: 

1. Kommentar eingeben

Damit können Sie einzelne Backups kom­men­tie­ren bzw. benennen. Diese Funktion ist vor allem hilfreich beim Erstellen mehrerer Backups. Mit dem Kommentar „Backup Dezember 2015“ weiß man bei­spiels­wei­se sofort, bis zu welchem Monat der Da­ten­be­stand gesichert ist. 

2. Res­sour­cen auswählen

Nun haben Sie die Mög­lich­keit, aus­zu­wäh­len, welche Bereiche der Datenbank gesichert werden sollen. Möchten Sie ein voll­stän­di­ges Backup, klicken Sie auf „alle auswählen“. 

3. Backup starten

Mit einem Klick auf „Backup starten“ beginnt das Programm mit der Er­stel­lung der Si­che­rungs­ko­pie. Im Brow­ser­fens­ter wird der aktuelle Fort­schritt angezeigt, je nach Größe der Da­ten­men­ge kann dies einige Sekunden oder Minuten dauern.

Wurde der Vorgang ab­ge­schlos­sen, erscheint die ent­spre­chen­de Meldung im Brow­ser­fens­ter. Im Menüpunkt „Ver­wal­tung“ werden alle bereits er­stell­ten Backups nach Da­ten­ban­ken gruppiert auf­ge­lis­tet. Dieser Übersicht können Sie entnehmen,

  • ob die Datenbank kom­pri­miert wurde (gz-Spalte)
  • welches Script verwendet wurde
  • wann das Backup erstellt wurde
  • ob ein Multipart-Backup erstellt wurde
  • wie groß das Backup ist
  • wie viele Tabellen/Einträge es enthält. 
Zum Hauptmenü