Das Domain Name System (DNS) er­leich­tert die Kom­mu­ni­ka­ti­on im Internet. Die be­kann­tes­te Funktion dürfte wohl die Na­mens­auf­lö­sung sein. Sie er­mög­licht einem Nutzer, eine URL in den Browser ein­zu­ge­ben und trotzdem eine Ver­bin­dung per IP-Adresse her­zu­stel­len. Damit das funk­tio­nie­ren kann, greift das DNS bzw. greifen die ver­ant­wort­li­chen Name­ser­ver auf Zo­nen­da­tei­en zurück. Dabei handelt es sich um einfache Text­da­tei­en, in denen Zeile für Zeile DNS-Einträge auf­ge­lis­tet sind. Die Na­mens­auf­lö­sung erfolgt dabei über A- oder AAAA-Records. E-Mail-Ver­bin­dun­gen werden durch MX-Records er­mög­licht.

Hinweis

Das DNS kennt über 100 ver­schie­de­ne Resource-Record-Typen. In unserem Über­blicks­ar­ti­kel zu den ver­schie­de­nen Record-Typen haben wir alle auf­ge­führt und geben zu jedem eine kurze Be­schrei­bung. Außerdem erfahren Sie dort mehr über das grund­sätz­li­che Prinzip hinter den DNS-Einträgen.

Die PTR-Records stellen quasi das Ge­gen­stück zu den A-Records da. Statt einer IP-Adresse einen Domain-Namen zu­zu­ord­nen, erfolgt bei ihnen die Ver­knüp­fung an­ders­her­um. Damit er­mög­li­chen PTR-Records das Reverse DNS.

PTR-Records-Erklärung an einem Beispiel

PTR steht für „Pointer“. Der Name liefert bereits eine erste Idee, was mit dem Ein­trags­typ erreicht wird. Ein PTR-Record verweist auf ein Objekt: den Domain-Namen. Dadurch wird das Reverse DNS (rDNS) bzw. ein Reverse Lookup möglich. Im Stan­dard­fall möchte man die Ver­bin­dung zu einem Server aufnehmen, dessen Domain-Namen man kennt, nicht aber die korrekte IP-Adresse. Bei der rück­wär­ti­gen Anfrage läuft der Prozess genau umgekehrt: Die IP-Adresse ist bereits bekannt und man möchte erfahren, wie die zu­ge­hö­ri­ge Domain heißt bzw. unter welcher URL man sie erreichen kann.

Syntax der Einträge

Der Aufbau eines PTR-Records ähnelt dem der anderen Ein­trags­ty­pen. Die ver­schie­de­nen In­for­ma­tio­nen sind im Eintrag in so­ge­nann­ten Feldern nach­ein­an­der an­ge­ord­net.

  • <name>: Das erste Feld wird beim PTR-Record mit der IP-Adresse gefüllt.
  • <ttl>: Die Time to live gibt die Zeit in Sekunden an, die ein Eintrag gültig ist, bevor dieser neu auf­ge­ru­fen werden muss.
  • <class>: Das Feld enthält das Kürzel der ver­wen­de­ten Netz­werk­klas­se.
  • <type>: In diesem Fall steht an vierter Stelle PTR, um den Typ des Eintrags zu de­fi­nie­ren.
  • <rdata>: Das letzte Feld enthält schließ­lich die Resource Data – den Domain-Namen.

Alle Felder werden der Reihe nach innerhalb einer Zeile an­ge­ord­net. Man trennt die Felder nicht durch ir­gend­wel­che Symbole – ein Leer­zei­chen reicht aus. Die Zeile und damit den Eintrag beendet man nur durch den Einsatz eines Zei­len­um­bruchs.

<name> <ttl> <class> <type> <rdata>

Damit ist die Syntax exakt wie bei einem A-Record aufgebaut, nur der Inhalt der Felder un­ter­schei­det sich. Zunächst gibt man die IP-Adresse an. Dabei sind sowohl IPv4- als auch IPv6-Adressen gültig. Es gibt al­ler­dings eine Be­son­der­heit zu beachten: Man verwendet dabei Reverse Mapping – die IP-Adresse wird also in um­ge­kehr­ter Rei­hen­fol­ge angegeben.

Wenn man eine IPv4-Adresse verwendet, dreht man al­ler­dings nur die Oktette um. Innerhalb der einzelnen Gruppen bleibt die Zif­fern­rei­hen­fol­ge un­ver­än­dert. Anders bei IPv6-Adressen: Bei ihnen wird jede Ziffer bzw. jeder Buchstabe umgekehrt und mit einem Punkt vom nächsten Wert getrennt. Auch führende Nullen, die man in der he­xa­de­zi­ma­len Notation in der Regel weglässt, werden in PTR-Records aus­ge­schrie­ben.

Zu­sätz­lich gibt man noch die Zone an. Hier kommen zwei in Frage – wieder abhängig davon, ob es sich um eine IPv4- oder IPv6-Adresse handelt. Erstere erhält die Er­wei­te­rung in-addr.arpa.; letztere ip6.arpa.

Fakt

PTR-Records verwenden wie alle DNS-Einträge Fully Qualified Domain Names (FQDN). Das bedeutet, dass die Domain-Namen (sowohl im Name-Feld als auch bei den Resource Data) immer mit einem Punkt enden. Dieser trennt die Top-Level-Domain (TLD) vom Root-Ver­zeich­nis, das al­ler­dings als leeres Feld dar­ge­stellt wird.

Die Time to live gibt die Dauer an, die ein Eintrag noch gültig ist. Ist die Zeit­span­ne ab­ge­lau­fen, muss die In­for­ma­ti­on erneut angefragt werden. Damit umgeht das DNS das Problem, dass eventuell veraltete Einträge im Cache behalten werden, was dann zu Ver­bin­dungs­pro­ble­men führt. In der Regel taucht das Feld al­ler­dings nicht im Eintrag selbst auf. Statt­des­sen legt man mit der Anweisung $TTL am Anfang der Datei die Zeit für die komplette Zone fest. Die TTL gibt man in Sekunden an.

Das Feld zur Klasse hat nur noch his­to­ri­sche Bedeutung. Als das DNS ent­wi­ckelt wurde, gab es noch zwei weitere Netz­werk­pro­jek­te: Hesiod (mit der Abkürzung HS) und das Chaosnet (durch CH dar­ge­stellt). Beide werden in­zwi­schen nicht mehr genutzt, weshalb nur noch das Internet als Klasse in Frage kommt. Aus diesem Grund findet man an dieser Stelle entweder grund­sätz­lich das Kürzel IN oder das Feld wird komplett aus­ge­las­sen. Bei einer Aus­las­sung geht das System vom üblichen Standard aus, der wiederum das Internet ist. Als Typ steht bei dieser Ein­trags­art ver­ständ­li­cher­wei­se immer PTR. Im ab­schlie­ßen­den Datenfeld steht dann der Name der Domain – wieder in der Notation von FQDN.

PTR-Record-Beispiel

Nehmen wir nun bei­spiel­haft an, ein Nutzer würde die IP-Adressen von example.org kennen, aber wüsste nicht, welche Domain sich dahinter verbirgt. Die Adressen lauten 2606:2800:220:1:248:1893:25c8:1946 und 93.184.216.34. Damit der Nutzer Reverse DNS verwenden kann, stellen wir PTR-Records bereit. Diese wären dann fol­gen­der­ma­ßen aufgebaut:

$TTL 2100
34.216.184.93.in-addr.arpa. IN PTR example.org.
6.4.9.1.8.c.5.2.3.9.8.1.8.4.2.0.1.0.0.0.0.2.2.0.0.0.8.2.6.0.6.2.ip6.arpa. IN PTR example.org.

In diesem Beispiel haben wir die Time to live zu Beginn der Datei fest­ge­legt, damit sie für alle Einträge gilt. Dann folgen die beiden PTR-Records, in denen die Verweise der IP-Adressen auf den Domain-Namen enthalten sind und die damit den Reverse Lookup er­mög­li­chen.

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PTR-Record-Check: So überprüft man den Eintrag

Möchte man den PTR-Record einer Website einsehen, kann man dafür auf ver­schie­de­ne Web­diens­te zu­rück­grei­fen. Google bietet Usern mit Public DNS die Mög­lich­keit, sich alle ver­füg­ba­ren DNS-Einträge einer Domain anzeigen zu lassen. Um den PTR-Record auf­zu­ru­fen, trägt man auf der Start­sei­te des Dienstes eine gültige IP-Adresse ein. Es ist nicht nötig, die Adresse um­zu­stel­len, um so dem Format der PTR-Records zu ent­spre­chen. Das übernimmt die Google-Anwendung selbst­stän­dig.

Public DNS sollte au­to­ma­tisch erkennen, dass man einen PTR-Record-Lookup durch­füh­ren möchte. Die beiden Ein­stel­lungs­op­tio­nen EDNS Client Subnet und DNSSEC müssen nicht verändert werden. Die erste Option er­mög­licht eine ef­fi­zi­en­te­re DNS-Anfrage und die zweite ga­ran­tiert, dass sich keine Dritten in die Kom­mu­ni­ka­ti­on ge­schal­tet haben und die an­ge­for­der­ten In­for­ma­tio­nen verändern.

Die Er­geb­nis­se er­schei­nen unter dem Punkt „Answer“. Der Dienst liefert gleich zwei ver­schie­de­ne Server, deren Namen unter „Data“ zu finden ist. Wie man erkennt, haben beide den gleichen Wert bei der TTL, was auf eine zo­nen­wei­te Vergabe deutet.

Als Typ findet man hier eine Zahl statt ein Kürzel. Die Internet Assigned Numbers Authority (IANA) hat jedem Ein­trags­typ einen in­di­vi­du­el­len Wert verliehen und somit alle durch­num­me­riert. Hinter der Nummer 12 verbirgt sich der PTR-Record.

Die über­prüf­te IP-Adresse gehört ei­gent­lich zur Domain google.com. Die Antworten zeigen aber direkt auf interne Namen der Server, die nicht für den öf­fent­li­chen Gebrauch zu verwenden sind und auch nicht als URL funk­tio­nie­ren.

Tipp

Wer lieber keinen Dienst von Google verwenden möchte, sondern einen deutschen Anbieter sucht, der kann al­ter­na­tiv zum Webtool von Heise Online greifen.

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