Die meisten Hypes folgen ganz eigenen Gesetzen – ins­be­son­de­re, wenn sie im Internet entstehen. Das gilt auch für das soziale Netzwerk „Vero - True Social“: Erst führte die plötz­li­che Be­geis­te­rung für die Vero-App zu einem rasanten Nut­zer­an­stieg von mageren 150.000 auf 3 Millionen, dann kamen die Kon­tro­ver­sen und die Ser­ver­aus­fäl­le, die in zahl­rei­chen Blogs, Vlogs, Podcasts, Tweets und News the­ma­ti­siert wurden. Aber selbst diese Art von Publicity hat dazu bei­getra­gen, dass Vero nun ein bekannter Name im Social-Media-Bereich ist. Viele Firmen springen schon auf den Zug auf und erkennen reichlich Mar­ke­ting­po­ten­zi­al in der Plattform.

Doch was ist ei­gent­lich „Vero – True Social“? Was un­ter­schei­det dieses soziale Netzwerk von Größen wie Facebook und Instagram? Ist die Euphorie be­rech­tigt oder wird Vero wahr­schein­lich bald wieder in der Ver­sen­kung ver­schwin­den? Wir erklären Ihnen, wie Vero True Social funk­tio­niert und ana­ly­sie­ren die App in unserem Review kritisch aus mehreren Per­spek­ti­ven. Un­ab­hän­gig davon, ob Sie mit Vero bereits auf den neuen Stern am Social-Media-Himmel setzen oder ob die App nur eine Ein­tags­flie­ge ist: Es lohnt sich durchaus, die Funk­tio­nen und In­no­va­tio­nen, mit denen Vero punktet, genauer zu be­leuch­ten – aber ebenso in­ter­es­sant sind auch die mit Vero ver­bun­de­nen Kon­tro­ver­sen.

De­fi­ni­ti­on Vero

Vero ist ein soziales Netzwerk, das Nutzer über die App „Vero – True Social“ erreichen. Die App gibt es für Android und iOS. Vero wurde im August 2015 in der Be­ta­ver­si­on 1.0 ver­öf­fent­licht. Derzeit ist sie kostenlos er­hält­lich. Al­ler­dings plant der Betreiber von Vero eigenen Angaben zufolge, die App kos­ten­pflich­tig zu machen. Der Un­ter­schied von Vero zu anderen sozialen Netz­wer­ken besteht in der Wer­be­frei­heit.

Ent­ste­hung der App „Vero – True Social“

Vero ist ein soziales Netzwerk, das Nutzer über die App „Vero – True Social“ erreichen. Die App gibt es für Android und iOS – eine Web- oder Desk­top­an­wen­dung ist derzeit nicht geplant. Vero wurde im August 2015 in der Be­ta­ver­si­on 1.0 ver­öf­fent­licht (die immer noch die aktuelle Version ist). Derzeit (Stand: 08.03.2018) ist sie kostenlos er­hält­lich. Al­ler­dings plant der Betreiber eigenen Angaben zufolge, die App auf Basis mo­nat­li­cher Abon­ne­ments kos­ten­pflich­tig zu machen, um Vero zu fi­nan­zie­ren. Denn im Gegensatz zu Facebook und Instagram ver­zich­tet Vero auf Werbung in der Timeline. Das ist der we­sent­li­che Un­ter­schied zu den anderen Social Media und praktisch Veros Al­lein­stel­lungs­merk­mal – es bedeutet aber auch, dass das Un­ter­neh­men Vero Labs ohne Wer­be­ein­nah­men auskommen muss.

Wie Vero-True Social selbst seine Mission sieht, zeigen die Gründer in diesem Wer­be­vi­deo:


Hinter der Ent­wick­ler­fir­ma Vero Labs, Inc. steht der li­ba­ne­si­sche Gründer Ayman Hariri, mil­li­ar­den­schwe­rer Sohn des ehe­ma­li­gen li­ba­ne­si­schen Pre­mier­mi­nis­ters Rafiq al-Hariri. Die öf­fent­li­che Wahr­neh­mung und Be­ur­tei­lung Veros ist daher eng mit dem Ruf der Hariri-Familie verknüpft. Und anders als bei vielen anderen modernen Startups mit in­spi­rie­ren­den Er­folgs­ge­schich­ten steht hinter Vero kein unbedingt sym­pa­thi­scher Gründer. Nicht wenige Stimmen meinen, der Hype um Vero sei mit den Hariri-Mil­li­ar­den vor­an­ge­trie­ben und die App so künstlich gepusht worden.

Das zeichnet Vero aus

Vero wird mit dem Slogan „True Social“ beworben. Damit verweist man darauf, dass bei Vero keine Wer­be­an­zei­gen wie bei Facebook ge­schal­tet werden und es dort keinen Al­go­rith­mus gibt, der den Feed des Nutzers durch­ein­an­der­wirft. Vero ver­spricht die chro­no­lo­gi­sche Ein­heit­lich­keit des Feeds, den z. B. auch Facebook vor seiner Neu­aus­rich­tung als Wer­be­platt­form hatte. Der Nutzer soll nur Beiträge von Ver­fas­sern sehen, mit denen er tat­säch­lich über das Netzwerk verbunden ist: Eben „pures soziales Netz­wer­ken“, bei dem das Neuste immer oben steht.

Natürlich muss Vero irgendwie fi­nan­ziert werden – und Wer­be­an­zei­gen fallen als Ein­nah­me­quel­le weg. Die Fi­nan­zie­rung wollte man ur­sprüng­lich über ein Nut­zerabon­ne­ment regeln, wobei den ersten Millionen Nutzern ein kos­ten­lo­ses Konto ver­spro­chen wurde. Dieses Limit wurde aber aufgrund des Andrangs schnell auf­ge­ho­ben, wodurch Vero aktuell (Stand: 08.03.2018) komplett kostenlos ist. Man darf davon ausgehen, dass darin auch eine Teil­erklä­rung des Hypes liegt, nach dem Motto: „Lieber schnell einen kos­ten­lo­sen Account für die App erstellen, bevor sie zu populär wird und ich zur Kasse gebeten werde.“

Positiv fällt bei Vero ins­be­son­de­re das elegante Design auf, das in einer schicken Noir-Optik da­her­kommt. Damit grenzt sich Vero deutlich vom „Facebook-Blau“ ab und setzt auf eine dunklere Dar­stel­lung im Gegensatz zu Facebooks ten­den­zi­ell grell­wei­ßem Design. In unserem Test erwies sich Vero als sehr angenehm für die Augen.

Auch das Interface punktet mit Leicht­gän­gig­keit und Funk­tio­na­li­tät. Die Funk­tio­nen sind über­sicht­lich geordnet und dürften den meisten Nutzern von anderen sozialen Netz­wer­ken vertraut sein. Funk­ti­ons­tech­nisch will Vero auch gar keine neuen Wege gehen. Statt­des­sen werden die bewährten Konzepte und Funk­tio­nen des sozialen Netz­wer­kens neu umgesetzt. Dabei gilt das Prinzip „Die Nutzer zuerst!“ – Nut­zer­freund­lich­keit hat hier Vorrang vor der Op­ti­mie­rung zugunsten von Wer­be­trei­ben­den.

In­ter­es­sant ist auch das Prinzip der Ka­te­go­ri­sie­rung. Vero sammelt für den Nutzer alle Beiträge und ka­te­go­ri­siert diese in so­ge­nann­te „Coll­ec­tions“ danach, um welches Medium (z. B. ein Foto, Video, Lied, Bild oder Link) es sich handelt. Reine Text­bei­trä­ge sind nor­ma­ler­wei­se nicht möglich, sondern jede Ver­öf­fent­li­chung be­inhal­tet auch einen Link, einen Song, ein Video oder Ver­gleich­ba­res. Dadurch bleibt der Feed bunt und me­di­en­las­tig. Ausnahme sind lediglich Kom­men­ta­re zu anderen Beiträgen, die auch reine Text­nach­rich­ten sein dürfen. Dieser mul­ti­me­dia­le Ansatz ist modern und viel­ver­spre­chend.

Bei Vero haben Sie die Mög­lich­keit, Kontakte als „Bekannte“, „Freunde“ oder „Enge Freunde“ hin­zu­zu­fü­gen. Chatten können Sie nur mit Freunden, aber nicht mit bloßen Bekannten. Somit ist dieses Feature ein nütz­li­cher Filter, auch wenn die Un­ter­schei­dung zwischen „Freunden“ und „engen Freunden“ durchaus Kon­flikt­po­ten­zi­al bietet. Ein soziales Netzwerk sorgt mit so einem Feature für reichlich Zündstoff.

Bei Vero gibt es außerdem auch das Prinzip der „Follower“, wie man es von Twitter kennt. Sie können also öf­fent­li­chen Personen, Gruppen oder Firmen folgen, deren Beiträge dann in Ihrem Feed er­schei­nen. Ähnlich wie bei der Gefällt-mir-Funktion von Facebook kann man diese Instanzen dann auch wieder de­abon­nie­ren. Abhängig davon, wem genau Sie folgen, kann sich durch solch ein Abon­ne­ment natürlich auch Werbung in Ihrem Feed breit machen. Anders bei Facebook und anderen Al­ter­na­ti­ven erhalten Sie dann al­ler­dings aus­schließ­lich Werbung von Instanzen, denen Sie frei­wil­lig folgen. Vero schlägt jedoch Produkte und Personen in der Such­funk­ti­on für Sie vor. Man kann also vermuten, dass auf Vero nun eben doch Werbung betrieben wird – nur nicht in der Timeline.

Die Kritik an Vero

Jeder Hype wird im Internet grund­sätz­lich von einem Gegenhype begleitet. Und dem­entspre­chend werden über die anderen Social Media unter dem Hashtag #de­le­te­vero auch Ne­ga­tiv­be­rich­te ver­brei­tet. Denn die hinter Vero stehende Firma hat einen durchaus zwei­fel­haf­ten Ruf. Zudem lieferte der plötz­li­che Aufstieg des Netzwerks im Februar 2018 auch Futter für diverse Ver­schwö­rungs­theo­rien: So sollen zahl­rei­che In­fluen­cer angeblich von Vero dafür bezahlt worden sein, die App zu hypen. Denn schließ­lich gibt es Vero schon seit August 2015 – was ist also Grund für den drei Jahre später auf­kom­men­den Hype? Viele be­ant­wor­ten diese Frage damit, dass er künstlich und mit er­heb­li­chen Geld­ein­satz her­ge­stellt wurde.

Ein weiterer Kri­tik­punkt: Vero funk­tio­niert nur, wenn der Nutzer seine Te­le­fon­num­mer angibt. An­schlie­ßend ver­schickt die App einen vier­stel­li­gen Code, mit dem dann das Konto aktiviert wird. Mit Verweis auf den Kon­kur­ren­ten WhatsApp ar­gu­men­tiert Vero, man wolle durch die Abfrage Bots aus­sper­ren, da man das Netzwerk frei von Wer­be­pro­gram­men und anderen un­er­wünsch­ten „Robotern“ halten möchte. Al­ler­dings ginge dies theo­re­tisch auch auf anderem Wege, ohne Te­le­fon­num­mern­an­ga­be. In­ter­es­sier­te müssen also in jedem Fall ver­trau­li­che In­for­ma­ti­on hin­ter­le­gen, um Vero nutzen zu können. Dass die Server von Vero in England stehen und somit nicht den Da­ten­schutz­richt­li­ni­en der EU un­ter­lie­gen dürften, sobald der Brexit vollzogen wurde, stärkt das das Vertrauen in Veros Da­ten­schutz nicht gerade.

Nach dem plötz­li­chen Nut­zer­an­sturm hatte Vero zudem mit diversen Ser­ver­aus­fäl­len und Per­for­man­ce­pro­ble­men zu kämpfen. Dadurch war es vielen Usern zeitweise nicht möglich, ein Konto zu erstellen. Auch in unserem Test erwies sich das Über­sen­den des Codes per SMS als pro­ble­ma­tisch, da die App unseren Code ablehnte. Erst bei einem dritten Versuch über die Call-me-Funktion hat es geklappt. Dabei wurden wir von einer Te­le­fon­num­mer aus den USA angerufen, was wahr­schein­lich Mehr­kos­ten ver­ur­sacht hat. Vero scheint dies Problem derzeit also noch nicht in den Griff bekommen zu haben.

In unserem Test hat sich die Vero-App zudem als Ak­kuf­res­ser erwiesen. Etwa zehn Minuten Test be­deu­te­ten einen En­er­gie­ver­lust von etwa 8 %. Das ist ein ein­deu­ti­ger Hinweis darauf, dass die App ungemein viele Res­sour­cen ver­braucht. Auch das mobile Da­ten­vo­lu­men dürfte unter Vero leiden. Schließ­lich setzt die App auf die Ein­bin­dung von Medien. Werden diese über das mobile Netz geladen, kann eine um­fang­rei­che Timeline sehr viel Da­ten­vo­lu­men fressen. Nutzer mit nur wenig Da­ten­vo­lu­men und/oder schwachen Handys sind daher mit Vero weniger gut beraten: Vero ist an­schei­nend nur für moderne Geräte und leis­tungs­fä­hi­ge Netze optimiert.

Funk­ti­ons­tech­nisch gibt es an Vero al­ler­dings über­ra­schend wenig zu bemängeln. Auffällig ist das Fehlen von Emojis. Für einige Nutzer könnte das aber ein Pluspunkt sein, wenn sie den populären gelben Ge­sich­tern ent­flie­hen wollen. Und ohnehin passen die gängigen gelben Emojis eher schlecht zum eher düsteren Ge­samt­stil der App, weswegen die Kritik an den fehlenden Emojis auch letztlich auch eine Ge­schmacks­fra­ge ist. Im Bereich der Ka­te­go­ri­sie­rung fehlen al­ler­dings noch wichtige Ka­te­go­rien wie Vi­deo­spie­le und Comics. Auch die Tatsache, dass man ohne an­ge­häng­tes Medium nicht posten kann, dürfte kaum bei allen Nutzern Anklang finden.

Ein Großteil der Kritik hängt al­ler­dings direkt mit dem Vero-Gründer Ayman Hariri zusammen. Die Kon­tro­ver­sen um seine Person führen bei nicht wenigen Kritikern zu mo­ra­li­schen Bedenken, ob man seine App überhaupt nutzen sollte.

Doch woraus re­sul­tiert die ab­leh­nen­de Haltung gegenüber Hariri? Zum einen war der li­ba­ne­si­sche Mil­li­ar­där Gründer der Baufirma Saudi Oger. Dies Un­ter­neh­men ging schließ­lich im Jahr 2016 Pleite, nachdem zuvor Tausende Mit­ar­bei­ter mo­na­te­lang nicht bezahlt worden waren.

Hariri ist zudem Sohn des be­rüch­tig­ten früheren li­ba­ne­si­schen Pre­mier­mi­nis­ters Rafiq al-Hariri, der 2005 einem Attentat zum Opfer fiel, nachdem er zuvor zahl­rei­chen Kor­rup­ti­ons­vor­wür­fen aus­ge­setzt war. Heute besetzt Aymans Bruder Saad das Amt des Pre­mier­mi­nis­ters, während Ayman mit Vero versucht, den Bereich Social Media auf­zu­wir­beln. Die Ge­schich­te der Hariri-Familie ist eng verknüpft mit Kor­rup­ti­on und Skandalen – auch der men­schen­feind­li­che Umgang mit den eigenen An­ge­stell­ten prägt bis heute den Ruf der Familie. Viele Online-Nutzer weigern sich, Vero eine Chance zu geben, weil sie diese Familie und ihre Praktiken nicht un­ter­stüt­zen wollen. Gegenüber Ayman Hariri wirkt Mark Zu­cker­berg, der CEO von Facebook, wie eine strah­len­de Hel­den­fi­gur.

Soziale Netzwerke stehen und fallen mit der Userbase. Wird Vero weiter wachsen, könnte die App im Bereich Social Media zur echten Größe werden. Bleiben die User fern, wird Vero wieder in die Ver­sen­kung ver­schwin­den. Genau das ist z.B. bereits mit den Netz­wer­ken ello, Aka-Aki und Mastodon passiert. Alle drei ver­spra­chen eine Neu­kon­zep­tio­nie­rung des sozialen Netz­wer­kens und machten sich auf, am Thron des Social-Media-Giganten Facebook zu sägen. Alle drei boten in­no­va­ti­ve Features und tolle Design-Ideen. Trotzdem ent­wi­ckel­ten sich alle drei zum Ni­schen­pro­dukt. Ein Schicksal, das auch Vero droht, wenn der Zustrom an Nutzern zu schnell abebbt.

Nutzer, die Ihr Vero-Konto wieder löschen wollten, sahen sich bis vor kurzem al­ler­dings mit Problemen kon­fron­tiert: Man konnte sein Vero-Konto nämlich nur löschen lassen, indem man den E-Mail-Support kon­tak­tier­te. Die Wartezeit auf die Löschung des Accounts fiel un­ter­schied­lich lang aus. Mitt­ler­wei­le hat Vero jedoch eine Lösch­funk­ti­on in­te­griert und ver­spricht die end­gül­ti­ge Löschung des Accounts innerhalb von 24 Stunden. Dadurch si­gna­li­siert der Betreiber Einsicht und beweist schnelle Hand­lungs­fä­hig­keit bei be­rech­tig­ter Kritik. Am Ende dieses Artikels bieten wir Ihnen übrigens eine Schritt-für-Schritt-Anleitung, wie Sie Ihren Vero-Account löschen können.

Übersicht: Vorteile und Nachteile von Vero

Vorteile Nachteile
Derzeit noch komplett kostenlos Höchst kon­tro­ver­ser Betreiber
Rasanter Nut­zer­an­stieg, darunter viele In­fluen­cer und Personen öf­fent­li­chen In­ter­es­ses Kos­ten­pflich­ti­ges Abon­ne­ment an­ge­kün­digt
Wer­be­freie, streng chro­no­lo­gi­sche Timeline Re­gis­trie­rung nur unter Angabe der Te­le­fon­num­mer
Ka­te­go­ri­sie­rung von Me­di­en­posts Nut­zer­ri­si­ko: Viele neue soziale Netzwerke ver­schwan­den bereits wieder in die Be­deu­tungs­lo­sig­keit
Elegantes Design Kein Posten ohne an­ge­häng­tes Medium
Gute Funk­tio­na­li­tät Aktuell häufig Ser­ver­pro­ble­me
Hier­ar­chi­sche Ein­tei­lung von Kontakten ver­bes­sert Pri­vat­sphä­re Keine Emojis
Bewährtes Follower-Prinzip Fehlende Ka­te­go­rien für einzelne Medien (bspw. Vi­deo­spie­le)

Fazit

Im Moment scheiden sich an Vero die Geister. Auf der einen Seite überzeugt die App mit einem tollen Design und einer in­tui­ti­ven und leicht­gän­gi­gen Funk­tio­na­li­tät. Die Idee eines wer­be­frei­en sozialen Netzwerks ist reizvoll. Schließ­lich sehnen sich viele Nutzer nach einem Netzwerk, das einen Gegenpol zu jenen eta­blier­ten Social-Media-Größen bildet, die sich immer mehr zu gi­gan­ti­schen Wer­be­platt­for­men ent­wi­ckeln. Vero geht in dieser Hinsicht tat­säch­lich einen in­ter­es­san­ten Weg, den es sich lohnt, weiter zu be­ob­ach­ten. Die Frage wird sein: ist den Nutzern eine wer­be­freie Plattform wichtig genug, um dafür monatlich zu bezahlen?

Auf der anderen Seite stehen die zahl­rei­chen Kon­tro­ver­sen: Ent­schei­det man sich für Vero, un­ter­stützt man damit zwangs­läu­fig auch den Gründer Ayman Hariri und dessen Familie, die auf eine Ge­schich­te geprägt von Kor­rup­ti­on zu­rück­blickt. Viele lehnen Vero daher aus mo­ra­li­schen Bedenken ab. Auch der Da­ten­schutz ist in der heutigen Zeit ein wichtiges Thema bei der Wahl digitaler Produkte. Solange Vero aus fa­den­schei­ni­gen Gründen fleißig Te­le­fon­num­mern sammelt, werden auch bei Da­ten­schüt­zern weiterhin die Alarm­glo­cken schlagen.

Was die tech­ni­sche Seite betrifft, hat Vero auch noch Luft nach oben. Da wären zum einen die Per­for­mance-Probleme und die weiterhin auf­tre­ten­den Ser­ver­aus­fäl­le, die für ein „flo­rie­ren­des“ soziales Netzwerk schlicht Gift sind. Dass die Vero-App ungemein Res­sour­cen frisst, wird die Nutzer ebenfalls nicht be­geis­tern. Immerhin: Zahl­rei­che „Kin­der­krank­hei­ten“ dürften in re­gel­mä­ßi­gen Abständen aus­ge­merzt werden, da man bei Vero schnell auf Probleme reagiert. Der Ent­wick­ler zeigt sich durchaus ein­sich­tig bei be­rech­tig­ter Kritik. Man darf also hoffen, dass Vero auch technisch in ab­seh­ba­rer Zukunft zu einer at­trak­ti­ven App wird.

Vero – True Social hat viel Potenzial. Aber damit dieses aus­ge­schöpft werden kann, muss den Ent­wick­lern ein re­gel­rech­ter Coup gelingen, um die Massen an neuen Nutzern nicht wieder zu verlieren. Technisch lässt sich viel ver­bes­sern, um dieses Ziel zu erreichen. Der schlechte Ruf von Gründer Aymar Hariri und seiner Familie dürfte al­ler­dings an der Marke haften bleiben und den Erfolg des Netzwerks hemmen. In jedem Fall dürfte es spannend sein, die Ent­wick­lung von Vero weiter zu be­ob­ach­ten.

So löschen bzw. melden Sie sich von Ihrem Vero-Account ab

  • Gehen Sie über das obere Menü in die „Übersicht“.
  • Gehen Sie unten rechts auf „Ein­stel­lun­gen“.
  • Wählen Sie nun den Account, der gelöscht werden soll.
  • Scrollen Sie nach unten, finden Sie die Option „Account löschen“.
  • An­schlie­ßend öffnet sich ein Dia­log­feld, in dem Sie die Löschung be­stä­ti­gen können.
  • Daraufhin loggt Vero Sie aus und Sie haben keinen Zugriff mehr auf das Konto.
  • Laut Vero wird das Konto innerhalb von 24 Stunden komplett gelöscht.
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