Microsoft Paint gehört – als fester Be­stand­teil von Windows – noch immer zu den meist­ge­nutz­ten Gra­fik­pro­gram­men weltweit. Sein Vorteil ist vor allem die einfache Anwendung: Schnell mal ein Bild in ein anderes Format umwandeln, die Größe zu­schnei­den oder einfach frei­hän­dig auf dem Bild­schirm zeichnen – fertig. Doch mitt­ler­wei­le ist das Programm längst überholt, weshalb es im nächsten großen Windows-10-Update nicht mehr enthalten sein wird. Statt­des­sen wird es das ver­bes­ser­te „Paint 3D“ geben. Al­ler­dings sind zahl­rei­che kos­ten­lo­se Al­ter­na­ti­ven zu Paint verfügbar, deren Funk­ti­ons­spek­tren weitaus größer sind als von dem Microsoft-Programm gewohnt. Wir stellen die besten Paint-Al­ter­na­ti­ven vor.

GIMP: Paint-Al­ter­na­ti­ve mit um­fang­rei­chen Funk­tio­nen zur Bild­be­ar­bei­tung

Die erste Version des GNU Image Ma­ni­pu­la­ti­on Program (kurz: GIMP) erschien 1998 und damit lange Zeit nach Microsoft Paint (Er­schei­nungs­jahr: 1985). Die längere Ent­wick­lungs­zeit hatte al­ler­dings einen ent­schei­den­den Vorteil: Während sich Microsoft auf seinen Lorbeeren ausruhte, gelang es GIMP, den Kon­tra­hen­ten mit einem deutlich größeren Funk­ti­ons­spek­trum zu über­tref­fen. Aufgrund des Plug-in-Systems ist das Programm beliebig er­wei­ter­bar, was dazu geführt hat, dass der Funk­ti­ons­um­fang im Laufe der Jahre ständig gewachsen ist. Innerhalb kürzester Zeit wurde GIMP zu einem der be­lieb­tes­ten Open-Source-Gra­fik­pro­gram­me weltweit und somit zu einer perfekten Al­ter­na­ti­ve zu Paint.

Fakt

Im Gegensatz zu Paint ist GIMP nicht nur mit Windows, sondern ebenfalls mit macOS und Linux kom­pa­ti­bel.

Während Paint lediglich die Grund­funk­tio­nen (wie z. B. Bilder zu­schnei­den, Format ändern, schlichte Mal­werk­zeu­ge etc.) besitzt, kann GIMP Ihre Bilder mit einer Vielzahl an Tools und Features auf un­be­grenzt vielen Ebenen op­ti­mie­ren.

Über die Me­nü­leis­te erreichen Sie alle Funk­tio­nen, die Sie zur Bild­be­ar­bei­tung brauchen. Dabei können Sie das Interface Ihren Wünschen ent­spre­chend anpassen und un­ter­schied­li­che Werk­zeug­leis­ten anheften. Somit besitzen Sie alle not­wen­di­gen Werkzeuge struk­tu­riert im Sichtfeld.

GIMP ist im hohen Maße per­so­na­li­sier­bar: Sobald Sie Ihr Lieblings-Set-up erstellt haben, wird dieser au­to­ma­tisch für Sie ge­spei­chert. Alle er­stell­ten Werk­zeug­leis­ten finden Sie nach jedem Start direkt auf der Be­nut­zer­ober­flä­che wieder.

Das Leis­tungs­spek­trum von GIMP ist enorm: Mit nur wenigen Klicks lassen sich bei­spiels­wei­se Farb­ver­tei­lung, Sättigung, Kontrast oder Hel­lig­keit kor­ri­gie­ren. Hinzu kommen Werkzeuge zum Zu­recht­schnei­den, Skalieren und Drehen der Bilder sowie Tools für die manuelle Be­ar­bei­tung einzelner Elemente. U. a. stehen Ihnen folgende Filter und Effekte zur Verfügung:

  • Ver­bes­sern (z. B. Rote Augen entfernen)
  • Weich­zeich­nen (z. B. Verpixeln)
  • Licht- und Schat­ten­ef­fek­te (z. B. Glitzern, Lin­sen­re­flex)
  • Künst­le­ri­sche Effekte (z. B. Leinwand, Ölgemälde)
  • De­ko­ra­ti­ve Effekte (z. B. Kaf­fee­fle­cken, runde Ecken)
  • Ani­ma­tio­nen (z. B. Über­blen­den, Wellen)
Tipp

Mithilfe der Undo-Funktion machen Sie miss­lun­ge­ne Ver­än­de­run­gen schnell wieder rück­gän­gig.

Ein weiterer Pluspunkt ist die große Auswahl möglicher Ex­port­for­ma­te. Bei GIMP können Sie aus mehr als 30 ver­schie­de­nen Da­tei­for­ma­ten wählen: Von den typischen Bild­for­ma­ten wie .jpg, .gif oder .bmp über Ar­chiv­for­ma­te wie .gz oder .bz2 bis hin zu Web­for­ma­ten wie .html oder .xhtml bietet die Software einiges. Außerdem haben Sie die Mög­lich­keit, PDF-Dokumente zu erstellen.

Nachteile: Zwar überzeugt GIMP mit einer Vielzahl an Mal­werk­zeu­gen und Features, al­ler­dings ist das Programm in der Anwendung sehr komplex. Im Vergleich zu Paint brauchen Sie hier eine viel in­ten­si­ve­re Ein­ar­bei­tung und tech­ni­sches Geschick, um am Ende ein gutes Ergebnis erzielen zu können.

Auch wenn Sie zeit­gleich mit mehreren Ebenen arbeiten, bleibt das Original nicht – wie etwa bei pro­fes­sio­nel­len, kost­spie­li­gen Bild­be­ar­bei­tungs­pro­gram­men – auf der Hin­ter­grund­ebe­ne bestehen. Das bedeutet, dass jeder Be­ar­bei­tungs­schritt ein fester Be­stand­teil des Än­de­rungs­pro­zes­ses ist. Wenn Sie einen Fehler kor­ri­gie­ren möchten, müssen Sie dies per Undo-Funktion tun. Liegt der Fehler al­ler­dings viele Schritte zurück, verlieren Sie gleich­zei­tig alle danach gemachten Än­de­run­gen.

Ein weiterer Nachteil ist, dass die Software keine Zwi­schen­spei­cher-Funktion besitzt und damit nicht besonders gut gegen Abstürze gewappnet ist. Um Verluste zu vermeiden, sollten Sie Ihre Bild­be­ar­bei­tun­gen vor­sichts­hal­ber re­gel­mä­ßig speichern.

Tipp

In unserem Ratgeber lesen Sie, welche An­for­de­run­gen ein gutes Bild­be­ar­bei­tungs­pro­gramm erfüllen sollte.

Vorteile Nachteile
leis­tungs­fä­hi­ge Al­ter­na­ti­ve zu Paint komplexe Bedienung
kostenlos bedarf in­ten­si­ver Ein­ar­bei­tung
zahl­rei­che Plug-ins verfügbar das Original bleibt nicht auf der Hin­ter­grund­ebe­ne erhalten
in hohem Maße per­so­na­li­sier­bar keine Zwi­schen­spei­cher-Funktion
Arbeit auf mehreren Ebenen möglich
kann PDFs erstellen
platt­form­über­grei­fend (kom­pa­ti­bel mit Windows, macOS, Linux)

Inkscape: Tech­ni­sches Zeichnen mit einem Vek­tor­gra­fik­pro­gramm

Inkscape ist ein Open-Source-Vek­tor­gra­fik­pro­gramm, mit dem Sie pro­fes­sio­nel­le Il­lus­tra­tio­nen, Icons, Logos, Diagramme, Karten oder auch Web­gra­fi­ken gestalten können. Das Programm nutzt dabei den auf XML ba­sie­ren­den W3C-Standard Scalable Vector Graphics (SVG) und ist eine freie, quell­of­fe­ne Software. Inkscape wird weltweit von pro­fes­sio­nel­len und Hob­by­de­si­gnern als viel­ver­spre­chen­de Paint-Al­ter­na­ti­ve genutzt.

Fakt

Inkscape ist mit Windows, macOS sowie mit Linux kom­pa­ti­bel.

Das Besondere an Inkscape ist, dass die Bild­in­for­ma­tio­nen nicht in Farb­punk­ten, sondern als Vektoren ge­spei­chert werden. Das sind einfache grafische Elemente wie Linien, Kreise, Polygone oder Kurven, die zwei- oder auch drei­di­men­sio­na­le Bilder erzeugen. Ein großer Vorteil gegenüber dem her­kömm­li­chen Pi­xel­ras­ter ist die ver­lust­freie Ska­lier­bar­keit. Mit Inkscape erstellen Sie also Bilder, die Sie beliebig ver­grö­ßern oder ver­klei­nern können – bei gleich­blei­ben­der Qualität.

Tipp

In unserem Grund­la­gen­ar­ti­kel zum Thema finden Sie mehr In­for­ma­tio­nen zu den Vor- und Nach­tei­len von Pixel- und Vek­tor­gra­fi­ken.

Inkscape er­mög­licht vor allem ein präzises tech­ni­sches Zeichen mit so­ge­nann­ten Pfaden. Dafür stehen Ihnen ver­schie­de­ne Form­werk­zeu­ge zur Auswahl, z. B. Rechtecke, Ellipsen, Polygone oder Spiralen, die Sie manuell verändern, bewegen, skalieren, rotieren oder neigen können. Auf dieser Basis entwerfen Sie die un­ter­schied­lichs­ten Vek­tor­gra­fi­ken, kom­bi­nie­ren diese mit anderen Bildern oder fügen Ani­ma­tio­nen hinzu. Die Mal­werk­zeu­ge bleiben hingegen genauso spärlich wie die von Paint. Für Frei­hand­zeich­nun­gen stehen Ihnen lediglich Bleistift-, Kal­li­gra­fie- oder Fül­ler­werk­zeug zur Verfügung.

Was die Bedienung des Programms betrifft, herrscht Un­ei­nig­keit. Einige Nutzer halten Inkscape für eines der be­nut­zer­freund­lichs­ten Gra­fik­pro­gram­me auf dem Markt. Anderen hingegen ist die Bedienung im Vergleich zu weiteren vek­tor­ba­sier­ten Gra­fik­pro­gram­men zu kom­pli­ziert. Die Kritik vieler User hat aber in erster Linie damit zu tun, dass diese an andere Programme wie Il­lus­tra­tor, Sketch oder CorelDRAW gewöhnt sind und sich deshalb bei der Bedienung von Inkscape umstellen müssen. Auf dem Wiki von Inkscape gibt es darum eine Seite, in dem die Anwendung des Programms für Nutzer erklärt wird, die bisher haupt­säch­lich mit Adobe Il­lus­tra­tor ge­ar­bei­tet haben.

Insgesamt prä­sen­tiert sich Inkscape als eine um­fang­rei­che und pro­fes­sio­nel­le Vek­tor­gra­fik-Software. Wer schon einmal mit vek­tor­ba­sier­ten Pro­gram­men ge­ar­bei­tet hat oder zumindest mit der Bild­be­ar­bei­tung im All­ge­mei­nen vertraut ist, dürfte sich relativ schnell ein­ge­ar­bei­tet haben – auch wenn die Na­vi­ga­ti­on und manche Befehle anders umgesetzt sind als bei vielen anderen Gra­fik­pro­gram­men. Ein­stei­ger in diesem Feld könnten jedoch schnell mit der Funk­ti­ons­viel­falt und den Abläufen der einzelnen Design-Vorgänge über­for­dert sein.

Tipp

Etliche Video-Tutorials zu ver­schie­de­nen An­wen­dungs­mög­lich­kei­ten finden Sie auf der Inkscape-Seite.

Inkscape un­ter­stützt alle gängigen Da­tei­for­ma­te (SVG, PNG, PDF etc.), ebenso die Formate ge­büh­ren­pflich­ti­ger Vek­tor­gra­fik-Programme wie Adobe Il­lus­tra­tor (AI) und CorelDRAW (CDR). Somit können auch die Dateien anderer Gra­fik­pro­gram­me mit der Open-Source-Anwendung wei­ter­be­ar­bei­tet bzw. in Inkscape begonnene Designs mit Pro­gram­men wie dem Il­lus­tra­tor vollendet werden.

Nachteile: Damit Sie effizient mit Inkscape arbeiten können, sollten Sie bereits erste Er­fah­run­gen mit Vek­tor­gra­fi­ken gemacht haben. Anfänger, die zuvor aus­schließ­lich mit Pi­xel­gra­fi­ken ge­ar­bei­tet haben, werden es hingegen schwerer haben – hier ist meist eine intensive Ein­ar­bei­tung nötig. Zudem ist die Vek­tor­gra­fik-Software haupt­säch­lich auf das tech­ni­sche Zeichnen aus­ge­rich­tet. Für Frei­hand­zeich­nun­gen ist Inkscape weniger geeignet.

Vorteile Nachteile
leis­tungs­fä­hi­ge Al­ter­na­ti­ve zu Paint Vor­kennt­nis­se zu Vek­tor­gra­fi­ken er­for­der­lich
kostenlos Anfänger: intensive Ein­ar­bei­tung
Vek­tor­gra­fi­ken: ver­lust­freie Ska­lier­bar­keit schmales Malset
Arbeit auf mehreren Ebenen möglich auf tech­ni­sches Zeichnen be­schränkt
zahl­rei­che Plug-ins verfügbar
struk­tu­rier­te Be­nut­zer­ober­flä­che
kann PDFs erstellen
Einfügen von Ani­ma­tio­nen möglich
Video-Tutorials und An­lei­tun­gen verfügbar
platt­form­über­grei­fend (kom­pa­ti­bel mit Windows, macOS, Linux)

MyPaint: Malen auf hohem Niveau

Sie möchten kreative Bilder wie auf einem echten Zei­chen­block entwerfen? Mit dem leis­tungs­star­ken und kos­ten­lo­sen Mal­pro­gramm MyPaint steht dem Zei­chen­spaß nichts im Wege. Das freie, platt­form­über­grei­fen­de Gra­fik­pro­gramm ist in den Pro­gram­mier­spra­chen C, C++ und Python ge­schrie­ben und speziell für druck­sen­si­ti­ve Gra­fik­ta­blets ent­wi­ckelt worden. Damit er­mög­licht MyPaint ein rea­lis­ti­sches Mal­er­leb­nis auf hohem Niveau – und ist somit eine beliebte Paint-Al­ter­na­ti­ve.

Der breite Funk­ti­ons­um­fang von MyPaint ist nahezu un­schlag­bar: Bereits im Ba­sis­pa­ket steht Ihnen eine be­acht­li­che Anzahl von über 400 ver­schie­de­nen Pin­sel­ar­ten und Stiften zur Verfügung. Zudem können Sie unzählige weitere Features, Filter und Effekte her­un­ter­la­den, die zum Teil von der MyPaint-Community be­reit­ge­stellt werden. Passen Sie Ihr Malset nach Ihren Be­dürf­nis­sen an und setzen Sie Ihre in­di­vi­du­el­len Werk­zeug­leis­ten bequem auf die Be­nut­zer­ober­flä­che. So behalten Sie stets den Überblick.

Tipp

Holen Sie sich nützliche Tipps von der MyPaint-Community – dort finden Sie tolle Features, Hilfe bei tech­ni­schen Fragen und In­spi­ra­ti­on für Ihre eigenen Kunst­wer­ke.

Wie auch die Kon­kur­renz un­ter­stützt MyPaint das Arbeiten in Ebenen, die Sie beliebig mit­ein­an­der kom­bi­nie­ren können. Um ein möglichst rea­lis­ti­sches Zeichnen zu erlauben, stehen Ihnen außerdem un­ter­schied­li­che Mal­hin­ter­grün­de zur Auswahl, z. B. Leinwand, Papier etc. Weitere Vorlagen finden Sie ebenfalls in der MyPaint-Community.

Auch in puncto Be­nut­zer­freund­lich­keit ist MyPaint mehr als zu­frie­den­stel­lend. Anwender können sich ihr Malset selbst zu­sam­men­stel­len – damit ist die Grafik-Software sowohl für Anfänger als auch für Fort­ge­schrit­te­ne geeignet. Die Werk­zeug­leis­ten lassen sich beliebig auf dem Interface plat­zie­ren. Auch die Größe der Be­nut­zer­ober­flä­che ist voll­kom­men variabel.

Nachteile: MyPaint gibt es nur in der eng­li­schen Version. Alle Be­zeich­nun­gen zu Pin­sel­ar­ten, Filtern und Effekten sind in eng­li­scher Sprache und müssen dem­entspre­chend bekannt sein. Auch beklagen sich viele User über die schwere Bedienung mit der Maus. Sie sollten daher besser auf ein Gra­fik­ta­blet zu­rück­grei­fen.

Ein weiterer Nachteil ist, dass MyPaint lediglich drei Da­tei­for­ma­te un­ter­stützt: das Stan­dard­da­tei­for­mat ORA sowie JPEG und PNG. Über ein Plug-in können Sie die ORA-Dateien auch in GIMP öffnen und dann wei­ter­be­ar­bei­ten. Hinzu kommt, dass die Da­tei­for­ma­te JPEG und PNG in MyPaint keine Arbeit mit Ebenen erlauben.

Vorteile Nachteile
leis­tungs­fä­hi­ge Al­ter­na­ti­ve zu Paint Sprache: Englisch
kostenlos schwie­ri­ge Bedienung mit der Maus
be­nut­zer­freund­lich nur wenige un­ter­stütz­te Da­tei­for­ma­te
breites Funk­ti­ons­spek­trum Da­tei­for­ma­te JPEG und PNG un­ter­stüt­zen keine Ebenen
in hohem Maße per­so­na­li­sier­bar keine Spei­che­rung im PDF-Format
zahl­rei­che Plug-ins verfügbar
Arbeit auf mehreren Ebenen möglich
große MyPaint-Community

Paint.NET: Die haus­ei­ge­ne Al­ter­na­ti­ve von Microsoft

Ur­sprüng­lich als Stu­den­ten­pro­jekt gestartet, zählt Paint.NET in­zwi­schen zu den besten Paint-Al­ter­na­ti­ven im Freeware-Bereich. Die Software erschien erstmals 2004 auf dem Markt und wurde zunächst mit der freien MIT-Lizenz ver­öf­fent­licht. Doch mitt­ler­wei­le gehört die beliebte Paint-Al­ter­na­ti­ve zu Microsoft und läuft über das Microsoft .NET Framework, das bei der Ein­rich­tung au­to­ma­tisch mit­in­stal­liert wird. Da das Framework jedoch aus­schließ­lich unter Windows läuft, ist Paint.NET nicht mit anderen Be­triebs­sys­te­men wie macOS oder Linux kom­pa­ti­bel.

Wenn Sie Paint.NET starten, werden Sie schnell merken, dass die Auf­ma­chung der von GIMP sehr ähnelt. Speziell bei der Me­nü­leis­te hat man sich von der Kon­kur­renz in­spi­rie­ren lassen. Al­ler­dings besticht Paint.NET eindeutig mit mehr Über­sicht­lich­keit und einer ein­fa­che­ren Bedienung. Das liegt vor allem an der über­schau­ba­ren Auswahl an Werk­zeu­gen und Effekten, die dem Nutzer in der Grund­in­stal­la­ti­on zur Verfügung steht. Mi­cro­softs Paint.NET kann zwar nicht mit der breiten Funk­ti­ons­pa­let­te von GIMP mithalten, das Basis-Paket lässt sich al­ler­dings um zahl­rei­che Filter und Effekte erweitern.

Tipp

Dank der aktiven Community können Sie im Paint.NET-Forum ein Reihe in­ter­es­san­ter Plug-ins (z. B. 3D-Funktion oder Zir­kel­text-Formate) her­un­ter­la­den. Stöbern Sie ein wenig im of­fi­zi­el­len Plug-in-Ver­zeich­nis und erstellen Sie Ihren eigenen Werk­zeug­kas­ten mit zahl­rei­chen kos­ten­lo­sen Features.

Im Basis-Paket sind alle Werkzeuge enthalten, die es auch in Paint gibt:

  • Mal­werk­zeu­ge, z. B. Farb­pin­sel in ver­schie­de­nen Stärken und Farben
  • Radierer
  • Ko­pier­stem­pel
  • geo­me­tri­sche Objekte etc.

Wie bei Paint können Sie Bilder zu­schnei­den, die Größe ändern, das Format anpassen oder auch Git­ter­netz­li­ni­en einfügen. Darüber hinaus bietet Ihnen Paint.NET eine ganze Reihe weiterer Op­ti­mie­rungs­werk­zeu­ge und Effekte, darunter:

  • Farbton- und Kon­trast­än­de­run­gen
  • rote Augen entfernen
  • Weich- und Scharf­zeich­ner
  • Schwarz­weiß- und Sepia-Filter
  • Spiral- oder Wöl­bungs­ef­fek­te
  • Farb­ver­lauf-Generator etc.

Und das ist längst nicht alles: Ähnlich wie bei GIMP können Sie Ihre Bilder auf mehreren Ebenen be­ar­bei­ten und somit un­be­grenzt viele Projekte anlegen. Al­ler­dings geht das Programm – wie auch sein Kon­tra­hent – de­struk­tiv vor, sodass Sie das Ori­gi­nal­bild mit jeder Aktion verändern. Aber auch hier ist es selbst­ver­ständ­lich möglich, miss­glück­te Ver­än­de­run­gen mithilfe der Undo-Funktion rück­gän­gig machen. Ein weiterer Pluspunkt ist die Historie, in der alle von Ihnen durch­ge­führ­ten Än­de­run­gen do­ku­men­tiert werden. Am Ende Ihrer Be­ar­bei­tung können Sie Ihr Ergebnis in acht ver­schie­de­nen Formaten speichern: PDN, BMP, PNG, GIF, JPEG, TIFF, TGA und DDS.

Nachteile: Neben den bereits genannten Nach­tei­len – wie der aus­schließ­li­chen Windows-Kom­pa­ti­bi­li­tät oder dem schmalen Funk­ti­ons­um­fang in der Grund­in­stal­la­ti­on – ist negativ an­zu­mer­ken, dass es mit Paint.NET nicht möglich ist, be­ar­bei­te­te Dateien im PDF-Format zu speichern.

Vorteile Nachteile
leis­tungs­fä­hi­ge Al­ter­na­ti­ve zu Paint nur für Windows verfügbar
kostenlos schmaler Funk­ti­ons­um­fang im Basis-Paket
über­sicht­lich, leichte Bedienung das Original bleibt nicht auf der Hin­ter­grund­ebe­ne erhalten
für Anfänger geeignet keine Spei­che­rung im PDF-Format möglich
zahl­rei­che Plug-ins verfügbar
in hohem Maße per­so­na­li­sier­bar
Arbeit auf mehreren Ebenen möglich
Historie-Funktion

Artweaver: Ein Mal­pro­gramm der Ex­tra­klas­se

Artweaver, ent­wi­ckelt von Boris Eyrich, ist ein um­fang­rei­ches digitales Zei­chen­pro­gramm, mit dem Sie pro­fes­sio­nel­le Bilder entwerfen können. Vor allem die große Auswahl an vor­de­fi­nier­ten Pinseln macht das digitale Malen in diesem Programm zu einem rea­lis­ti­schen Erlebnis. Daher ist das Artweaver sowohl für Anfänger als auch für Fort­ge­schrit­te­ne in­ter­es­sant. Ganz gleich, ob Sie mit Ölpinsel, Wachs­stif­ten, Pastell oder mit Holzkohle zeichnen möchten – hier finden Sie zu jedem Projekt das passende Werkzeug. Damit ist die Software eine perfekte Al­ter­na­ti­ve zu Paint.

Das Programm ist entweder als Freeware oder als kos­ten­pflich­ti­ge Version er­hält­lich. Für Artweaver Plus müssen Sie zwar etwas tiefer in die Geldbörse greifen, al­ler­dings erhalten Sie damit eine be­acht­li­che Auswahl an ex­klu­si­ven Werk­zeu­gen (z. B. Spie­gel­ma­le­rei), eine freie ro­tier­ba­re Ar­beits­flä­che und zu­sätz­li­che Pin­sel­ar­ten (z. B. Haar­pin­sel). Auch beliebte Features wie das Rote-Augen-entfernen-Tool oder Bild­s­tem­pel gibt es nur in der Premium-Version. In der ab­ge­speck­ten Freeware-Version müssen Sie sich zudem mit einer Farbtiefe von 8 bit pro Farbkanal zufrieden geben – im Gegensatz zu 16 bit in Artweaver Plus.

Tipp

Auf der Her­stel­ler­sei­te erfahren Sie, worin genau sich die Freeware von der kos­ten­pflich­ti­gen Version Artweaver Plus un­ter­schei­det.

Auch in diesem Programm können Sie mit ver­schie­de­nen Ebenen arbeiten. Jede angelegte Ebene erscheint in einer Ver­laufs­lis­te, in der Sie beliebig zwischen einzelnen Schritten hin und her wechseln können. Die Bedienung erscheint zwar auf den ersten Blick kom­pli­ziert, sollte al­ler­dings nach einer kurzen Ein­ge­wöh­nungs­pha­se kein Problem mehr dar­stel­len. Damit ist das Programm ebenso gut für Ein­stei­ger wie für Fort­ge­schrit­te­ne geeignet. Dank der struk­tu­rel­len Auf­ma­chung behalten Sie leicht den Überblick über alle Mal­werk­zeu­ge, Effekte und Filter. Das Ergebnis Ihrer Be­ar­bei­tung können Sie in neun ver­schie­de­nen Formaten speichern: AWD (Artweaver), BMP, GIF, JPEG, PCX, TGA, TIFF, PNG und PSD.

Ein­zig­ar­tig ist die Mög­lich­keit, den eigenen Mal­vor­gang als Event zu speichern und jederzeit ab­zu­spie­len. Damit können Sie anderen Künstlern Ihren eigenen Zei­chen­stil prä­sen­tie­ren und den Prozess von einem leeren Bild zum fertigen Kunstwerk in­sze­nie­ren. Diese Funktion ist sowohl in der kos­ten­pflich­ti­gen als auch in der kos­ten­lo­sen Version vorhanden.

Nachteile: Wenn Sie großen Wert auf ein voll aus­ge­stat­te­tes Malset legen, mit dem Sie pro­fes­sio­nel­le Bilder entwerfen können, sollten Sie schon auf die kos­ten­pflich­ti­ge Version Artweaver Plus zu­rück­grei­fen. Die Freeware bietet hingegen nur begrenzt viele Pin­sel­ar­ten und Features – die sich als Al­ter­na­ti­ve zu Paint al­ler­dings allemal sehen lassen können.

Die Mög­lich­keit, im Team zu arbeiten und gemeinsam mit anderen Künstlern Bilder zu entwerfen, wurde zum Bedauern vieler User am 1. Juni 2017 ab­ge­stellt. Ein weiterer Nachteil betrifft das Be­triebs­sys­tem: Artweaver ist – wie Paint oder Paint.NET – aus­schließ­lich mit Windows kom­pa­ti­bel. Außerdem lassen sich weder in der kos­ten­lo­sen noch in der kos­ten­pflich­ti­gen Version PDF-Dokumente erstellen.

Vorteile Nachteile
leis­tungs­fä­hi­ge Al­ter­na­ti­ve zu Paint nur mit Windows kom­pa­ti­bel
kos­ten­lo­se Version verfügbar schmaler Funk­ti­ons­um­fang im Freeware-Paket
rea­lis­ti­sche Malpinsel nur in der kos­ten­pflich­ti­gen Version Artweaver Plus per­so­na­li­sier­bar
über­sicht­lich, leicht zu er­ler­nen­de Bedienung Funktion „Im Team arbeiten“ wurde ein­ge­stellt
Arbeit auf mehreren Ebenen möglich keine Spei­che­rung im PDF-Format möglich
ex­klu­si­ves Malset in der kos­ten­pflich­ti­gen Version
für Anfänger und Fort­ge­schrit­te­ne geeignet
Event-Funktion in beiden Versionen er­hält­lich

Al­ter­na­ti­ven zu Paint: Merkmale und Funk­tio­nen im Vergleich

Merkmale/ Funk­tio­nen Paint GIMP Inkscape Paint.NET MyPaint Artweaver Freeware Artweaver Plus
Typ Kos­ten­lo­se Microsoft-Anwendung Kos­ten­lo­se Open-Source-Anwendung Kos­ten­lo­ses Open-Source-Vek­tor­gra­fik-Programm Freeware Kos­ten­lo­ses Gra­fik­pro­gramm kostenlos kos­ten­pflich­tig
Be­triebs­sys­tem Windows Windows, macOS, Linux Windows, macOS, Linux Windows Windows, macOS, Linux Windows Windows
Breite Auswahl an Features (zu­sätz­li­che Features zum Download er­hält­lich)
Arbeit in Ebenen -
Einfache Bedienung
PDF-Er­stel­lung - - - - -
Un­ter­stütz­te Da­tei­for­ma­te PNG, JPEG, BMP, GIF über 30 ver­schie­de­ne, darunter: PNG, GIF, JPEG, PDF 8 ver­schie­de­ne, darunter: PNG, GIF, JPEG, PDF 8 ver­schie­de­ne, darunter: PNG, GIF, JPEG 3 (ORA, JPEG, PNG) 9 ver­schie­de­ne, darunter: PNG, GIF, JPEG 9 ver­schie­de­ne, darunter: PNG, GIF, JPEG
Geeignet für Anfänger Fort­ge­schrit­te­ne Fort­ge­schrit­te­ne Anfänger und Fort­ge­schrit­te­ne Anfänger und Fort­ge­schrit­te­ne Anfänger und Fort­ge­schrit­te­ne Anfänger und Fort­ge­schrit­te­ne
Zum Hauptmenü