Das beliebte Ta­bel­len­kal­ku­la­ti­ons­pro­gramm Excel von Microsoft Office er­mög­licht es Ihnen, Zahlen und Texte über­sicht­lich in Tabellen ein­zu­tra­gen. Doch Excel bietet weit mehr Funk­tio­nen, die vor allem bei Ar­beits­blät­tern mit vielen Werten viel­fäl­tig anwendbar sind. Mit über 400 ver­schie­de­nen Optionen be­ar­bei­ten Sie Ihre Daten oder werten diese au­to­ma­ti­siert aus. Seit jeher zählt Excel UND dabei zu den be­lieb­tes­ten Funk­tio­nen. Mithilfe dieser Funktion de­fi­nie­ren Sie bis zu 255 Be­din­gun­gen und über­prü­fen mit wenigen Klicks, ob die Ta­bel­len­wer­te diese Vor­aus­set­zun­gen erfüllen. Im Folgenden erklären wir Ihnen Schritt für Schritt, wie Sie die Excel-UND-Funktion nutzen.

Excel-UND-Funktion – WAHR oder FALSCH?

Excel UND gehört zu den logischen Funk­tio­nen von Excel und er­mög­licht Ihnen damit, zu über­prü­fen, ob bestimmte Be­din­gun­gen erfüllt werden oder nicht. Die Funktion verfügt über zwei mögliche Er­geb­nis­se: Sind alle von Ihnen fest­ge­leg­ten Be­din­gun­gen erfüllt, gibt Excel das Ergebnis „WAHR“ an. Ist hingegen min­des­tens eine Vor­aus­set­zung nicht gegeben, ist das an­ge­zeig­te Resultat „FALSCH“.

Excel UND: Anwendung der Funktion Schritt für Schritt erklärt

Ihre Excel-Tabelle be­inhal­tet eine große Anzahl an Werten und Sie möchten her­aus­fin­den, welche Werte bestimmte Vor­aus­set­zun­gen erfüllen? Eine manuelle Suche nimmt viel Zeit in Anspruch. Zudem übersieht das mensch­li­che Auge leicht Werte und stellt so eine Feh­ler­quel­le dar. Aus diesem Grund bietet Excel mit UND die passende Funktion, um die Erfüllung von Be­din­gun­gen au­to­ma­ti­siert zu prüfen. Lesen Sie im Folgenden, wie Sie die Excel-UND-Funktion Schritt für Schritt nutzen.

Schritt 1: Be­din­gun­gen festlegen

In diesem Beispiel prüfen wir, welche Mit­ar­bei­ter alle Vor­aus­set­zun­gen für eine Bo­nus­zah­lung erfüllen. Dafür gibt es zwei Be­din­gun­gen: Die Mit­ar­bei­ter müssen min­des­tens drei Neukunden und zu­sätz­lich zwei oder mehr Ver­trags­ver­län­ge­run­gen erzielt haben. Das heißt also bei­spiels­wei­se auch: Hat ein An­ge­stell­ter zwar fünf Neukunden (also mehr als ver­pflich­tend), dafür aber nur eine Ver­län­ge­rung erzielt, erhält er keinen Bonus. Für dieses prak­ti­sche Beispiel ist die Anwendung der Excel-UND-Funktion ideal geeignet, denn so kann das Programm optimal testen, ob alle vor­ge­ge­be­nen Be­din­gun­gen erfüllt sind.

Schritt 2: Excel-UND-Funktion anwenden

Nachdem Sie alle Werte für das Excel-UND-Beispiel fest­ge­legt haben, wenden Sie die Funktion auf die Tabelle an. Aus Über­sichts­grün­den ist es emp­feh­lens­wert, für die Funktion und ihr Ergebnis eine eigene Spalte zu nutzen. Um die Funktion ein­zu­ge­ben, haben Sie zwei Mög­lich­kei­ten:

Eingabe in der Zelle

Geben Sie die Funktion in die Zelle ein, in der das Ergebnis angezeigt werden soll. Funk­tio­nen beginnen stets mit einem Gleich­heits­zei­chen und dem Namen der Funktion. An­schlie­ßend folgen in einer Klammer die Parameter, die Sie für die Funktion in­di­vi­du­ell festlegen.

Die all­ge­mei­ne Syntax der Excel-UND-Funktion lautet:

=UND([Wahrheitswert1];[Wahrheitswert2];…)
Hinweis

Wenn Sie „UND“ klein schreiben, passt Excel die Eingabe au­to­ma­tisch an. Es ist daher nicht notwendig, auf die korrekte Schrei­bung zu achten.

Die Wahr­heits­wer­te ent­spre­chen Ihren Be­din­gun­gen, die Sie durch einen Strich­punkt (Semikolon) trennen. Bei Excel UND ak­zep­tiert das Programm die Eingabe von zwei bis 255 Vor­aus­set­zun­gen. Eine über­mä­ßi­ge Ver­wen­dung ist jedoch nicht emp­feh­lens­wert: Je mehr Be­din­gun­gen eine Funktion enthält, desto komplexer und ver­schach­tel­ter ist sie. Dies erschwert die Er­stel­lung, Über­prü­fung und Ver­wal­tung.

Um die Wahr­heits­wer­te bzw. die Be­din­gun­gen bei der Eingabe zu de­fi­nie­ren, nutzen Sie das Gleich­heits­zei­chen (=), das Größer-als-Zeichen (>) sowie das Kleiner-als-Zeichen (<). In unserem Beispiel ist Wahr­heits­wert 1 die Bedingung, dass ein Mit­ar­bei­ter min­des­tens drei Neukunden unter Vertrag genommen hat. Der Wert in Spalte B muss daher gleich oder größer als drei sein. Dies legen Sie mit der Eingabe „B2>=3“ fest. Wahr­heits­wert 2 ist die Bedingung, dass zu­sätz­lich auch min­des­tens zwei Ver­trags­ver­län­ge­run­gen erreicht wurden. Dafür geben Sie „C2>=2“ ein. Die voll­stän­di­ge Excel-UND-Funktion lautet in unserem Beispiel daher wie folgt:

=UND(B2>=3;C2>=2)

Drücken Sie auf die Enter-Taste auf Ihrer Tastatur, um Ihre Eingabe zu be­stä­ti­gen. An­schlie­ßend zeigt Excel in der Zelle nicht die Funktion selbst, sondern bereits das Ergebnis an. Mit­ar­bei­ter 1 erfüllt in unserem Beispiel nur eine von zwei Vor­aus­set­zun­gen. Daher sehen Sie das Resultat „FALSCH“:

Funktion über Menü öffnen

Al­ter­na­tiv bietet Excel die Mög­lich­keit, ein eigenes Dia­log­feld für Excel UND zu nutzen. Um dieses zu öffnen, folgen Sie im Menü dem Dateipfad „Formeln“ > „Funktion einfügen“ oder Sie wählen das ent­spre­chen­de Symbol mit einem Links­klick neben der Be­ar­bei­tungs­leis­te aus:

Daraufhin öffnet Excel das Dia­log­feld „Funktion einfügen“. In diesem ist au­to­ma­tisch die Kategorie „Zuletzt verwendet“ aus­ge­wählt. Haben Sie Excel UND erst kürzlich genutzt, erscheint die Funktion in der darunter an­ge­führ­ten Liste. In diesem Fall wählen Sie die Funktion „UND“ aus. Diese ist daraufhin blau hin­ter­legt. Be­stä­ti­gen Sie Ihre Eingabe mit „OK“.

Ist die ge­wünsch­te Funktion nicht in der Liste enthalten, wählen Sie im Dropdown-Menü „Kategorie auswählen“ die Option „Alle“ aus. Daraufhin zeigt Excel eine Liste mit allen ver­füg­ba­ren Funk­tio­nen an. Na­vi­gie­ren Sie mit den Pfeil­tas­ten bis zur Option „UND“. Klicken Sie mit der linken Maustaste auf die Funktion. Ist diese daraufhin blau markiert, be­stä­ti­gen Sie Ihre Eingabe mit „OK“.

Daraufhin öffnet Excel das Dia­log­fens­ter „Funk­ti­ons­ar­gu­men­te“. In diesem führen Sie jede Bedingung in einer eigenen Zeile an. Während dieses Vorgangs zeigt das Programm bereits an, ob die Vor­aus­set­zun­gen erfüllt sind. Nachdem Sie alle Be­din­gun­gen ein­ge­tra­gen haben, be­stä­ti­gen Sie diese mit einem Links­klick auf „OK“. Excel übernimmt die Formel und zeigt das Ergebnis in der Zelle an.

Schritt 3: Alle Ta­bel­len­wer­te über­prü­fen

Es ist nicht notwendig, die Excel-UND-Funktion in jede Zeile manuell ein­zu­fü­gen. Gelten die an­ge­ge­be­nen Be­din­gun­gen für alle Werte – in unserem Beispiel also für alle Mit­ar­bei­ter – übernimmt Excel die Funktion mit wenigen Klicks für alle Zeilen.

Wählen Sie hierfür zunächst die Zelle, in der die UND-Funktion enthalten ist, mit einem Links­klick aus. An­schlie­ßend klicken Sie mit der linken Maustaste am Rand der Zelle auf das grüne Quadrat. Halten Sie die Taste gedrückt und ziehen Sie damit die Funktion über alle Zellen, auf die diese an­ge­wen­det werden soll. In unserem Beispiel handelt es sich dabei um die Zellen D2 (Mit­ar­bei­ter 1) bis D11 (Mit­ar­bei­ter 10).

Excel übernimmt die UND-Funktion au­to­ma­tisch und passt die Formel ent­spre­chend an. Das Programm prüft dann für jeden Mit­ar­bei­ter, ob die Be­din­gun­gen erfüllt sind:

Mit der WENN-Funktion erwartete und reale Werte ver­glei­chen

Mit der WENN-Funktion prüfen Sie, ob ein ab­ge­frag­ter Wert mit einem er­war­te­ten über­ein­stimmt. Die all­ge­mei­ne Syntax dieser Formel lautet wie folgt:

=WENN(Wahrheitswert;[Wert_wenn_wahr];[Wert_wenn_falsch])

WENN ist der Funktion UND sehr ähnlich. Die zwei we­sent­li­chen Un­ter­schie­de sind:

  • WENN überprüft nur die Erfüllung einer einzigen Bedingung.
  • Sie haben die Mög­lich­keit, die an­ge­zeig­ten Er­geb­nis­se der Prüfung mit WENN in­di­vi­du­ell fest­zu­le­gen.

Bei Excel UND sind die möglichen Er­geb­nis­se „WAHR“ oder „FALSCH“. Bei WENN hingegen legen Sie mit den Pa­ra­me­tern „Wert_wenn_wahr“ und „Wert_wenn_falsch“ die Er­geb­nis­se fest, die Excel nach der Be­rech­nung in der Zelle angibt.

Tipp

Die spezielle SUMMEWENN-Funktion bietet die Mög­lich­keit, nur bestimmte Werte mit­ein­an­der zu addieren. Wie Sie diese Funktion anwenden, lesen Sie in unserem Artikel „Die SUMMEWENN-Funktion erklärt“.

In unserer Tabelle nutzen Sie WENN bei­spiel­haft wie folgt: Nimmt ein Mit­ar­bei­ter min­des­tens fünf Neukunden unter Vertrag, erhält er einen Bonus von 100 Euro. Erreicht der An­ge­stell­te das Ziel nicht, ist der Bonus 0 Euro. Diese Bedingung legen Sie mit der Funktion WENN so fest:

=WENN(B2>=5;100;0)

Excel UND mit WENN kom­bi­nie­ren

Excel er­mög­licht es, mehrere Funk­tio­nen in einer Formel mit­ein­an­der zu verbinden. Die Kom­bi­na­ti­on der beiden Funk­tio­nen UND und WENN bietet gleich zwei Vorteile: Sie legen mehrere Be­din­gun­gen fest und Sie in­di­vi­dua­li­sie­ren die an­ge­zeig­ten Er­geb­nis­se.

Aus der Kom­bi­na­ti­on der beiden Funk­tio­nen ergibt sich folgende, all­ge­mei­ne Syntax:

=WENN(UND([Wahrheitswert1];[Wahrheitswert2];[Wahrheitswert3];…);[Wert_wenn_wahr];[Wert_wenn_falsch])

In unserem Beispiel sieht die Formel in der Praxis wie folgt aus:

=WENN(UND(B2>=3;C2>=2);[100];[0])

Nach der Be­stä­ti­gung der kom­bi­nier­ten Formel erhalten wir in unserem Beispiel folgendes Aus­ga­be­re­sul­tat:

Zum Hauptmenü