2008 ver­öf­fent­lich­te eine Person oder eine Per­so­nen­grup­pe unter dem Pseudonym Satoshi Nakamoto das White­pa­per für Bitcoin und ebnete damit den Weg für die Kryp­to­wäh­run­gen. Bis heute ist unklar, wer sich hinter dem Pseudonym und damit auch hinter der Idee dieses re­vo­lu­tio­nä­ren, digitalen Zah­lungs­mit­tels verbirgt. Ähnlich unklar ist für viele bis heute außerdem die Antwort auf die Frage, was eine Kryp­to­wäh­rung ei­gent­lich genau ist – und das, obwohl es rund ein Jahrzehnt nach dem Er­schei­nen von Bitcoin mehr als 2.000 ver­schie­de­ne Anbieter dieser digitalen Zah­lungs­sys­te­me gibt wie die Auf­lis­tung des Web­por­tals Co­in­Mar­ket­Cap ein­drucks­voll unter Beweis stellt.

Was ist eine Kryp­to­wäh­rung?

Eine Kryp­to­wäh­rung (auch Kryp­to­geld) ist ein digitales Zah­lungs­mit­tel, das auf der Block­chain-Tech­no­lo­gie und kryp­to­gra­fi­schen Verfahren wie Hash­funk­tio­nen und digitalen Si­gna­tu­ren basiert. Anders als bei klas­si­schen Währungen spielen Münzen oder Scheine bei Kryp­to­wäh­run­gen keine Rolle, da sämtliche Zah­lungs­ein­hei­ten aus­schließ­lich in digitaler Form vorliegen. Erzeugt werden diese für ge­wöhn­lich asym­me­trisch ver­schlüs­sel­ten Wäh­rungs­ein­hei­ten ge­mein­schaft­lich durch das gesamte System, wobei in den meisten Fällen bereits zum Start einer Kryp­to­wäh­rung eine fest­ge­leg­te Anzahl an Einheiten definiert wird. Dabei hat sich der Begriff „Mining“ (dt. „Schürfen“) für den Prozess der Ein­hei­ten­er­zeu­gung etabliert, weshalb man auch davon spricht, Kryp­to­wäh­run­gen zu schürfen.

Hinweis

Die Ein­stu­fung von Kryp­to­geld als Währung ist um­strit­ten. So hat die US-Steu­er­be­hör­de IRS (Internal Revenue Service) Kryp­to­wäh­run­gen bereits im Jahr 2014 als Ver­mö­gens­wert ein­ge­stuft, womit diese nach ähnlichen Regeln wie etwa Ak­ti­en­be­sitz zu behandeln und damit auch zu ver­steu­ern sind.

Kernpunkt der meisten Kryp­to­sys­te­me ist ein de­zen­tra­ler Aufbau: Nicht nur die Ge­ne­rie­rung neuer Wäh­rungs­ein­hei­ten, sondern auch die einzelnen Trans­ak­tio­nen werden ge­mein­schaft­lich durch­ge­führt, indem mehrere Teil­neh­mer am je­wei­li­gen System diese kon­trol­lie­ren und ge­gen­zeich­nen. Die Kom­mu­ni­ka­ti­on erfolgt dabei über ein Peer-to-Peer-Netzwerk, in dem alle Rechner gleich­be­rech­tigt sind. Im Gegensatz zu Zen­tral­bank­geld haben klas­si­sche Kryp­to­wäh­run­gen keinen „Single Point of Failure“, also keine einzelne Instanz im Netzwerk, deren Funk­tio­na­li­tät bzw. Handeln das Wäh­rungs­sys­tem gefährden bzw. do­mi­nie­ren kann. Eine Ausnahme bilden dabei Kryp­to­wäh­run­gen wie Ripple, die von pri­vat­wirt­schaft­li­chen Un­ter­neh­men geführt werden, die einen Großteil der Ein­hei­ten­er­zeu­gung für sich be­an­spru­chen und diese nach eigenen Regeln verteilen.

De­fi­ni­ti­on

Bei Kryp­to­wäh­run­gen bzw. Kryp­to­geld handelt es sich um Zah­lungs­sys­te­me, die aus­schließ­lich Zah­lungs­ein­hei­ten in digitaler Form aufweisen. Stan­dard­mä­ßig bauen diese Kryp­to­sys­te­me auf einem de­zen­tra­len Peer-to-Peer-Netzwerk auf, in dem alle Teil­neh­mer gleich­be­rech­tigt sind und ge­mein­schaft­lich neue Wäh­rungs­ein­hei­ten ge­ne­rie­ren und Trans­ak­tio­nen durch­füh­ren. Ihre Ein­stu­fung als Währung ist um­strit­ten, da ihnen u. a. eine konstante Wertbasis fehlt. Das Konzept für Kryp­to­wäh­run­gen bzw. für den ersten und be­kann­tes­ten Vertreter Bitcoin wurde im Jahr 2008 ver­öf­fent­licht.

Die Haupt­merk­ma­le einer Kryp­to­wäh­rung

Infolge der Hy­per­in­fla­ti­on des Bolívar Fuerte hat Venezuela am 20. August 2018 nicht nur die neue Währung Bolívar Soberano ein­ge­führt, sondern diese auch an das Kryp­to­sys­tem Petro geknüpft. Auch wenn die ve­ne­zo­la­ni­sche Regierung von der „ersten staat­li­chen Kryp­to­wäh­rung“ spricht, fehlen dem Petro gerade durch die staat­li­che Re­gu­lie­rung ent­schei­den­de Ei­gen­schaf­ten einer solchen, etwa die De­zen­tra­li­tät des Systems oder die Gleich­be­rech­ti­gung aller Teil­neh­mer. Ähnlich kon­tro­vers sind die bereits erwähnten pri­vat­wirt­schaft­lich geführten Systeme wie Ripple.

Wirft man einen genaueren Blick auf die drei ele­men­ta­ren Kom­po­nen­ten einer Kryp­to­wäh­rung, wird deutlich, dass pri­vat­wirt­schaft­lich und staatlich geführte Systeme zwar den „Krypto“-Aspekt erfüllen, ansonsten aber nicht viel mit dem klas­si­schen Bitcoin-Prinzip zu tun haben.

Kryp­to­gra­fie

Die Kryp­to­gra­fie ist nicht nur der Na­mens­ge­ber, sondern auch die ent­schei­den­de Disziplin für die Si­cher­heit von Kryp­to­wäh­run­gen. Hinter dem Begriff „Kryp­to­gra­fie“ verbirgt sich nämlich die Wis­sen­schaft, die sich mit der Ver­schlüs­se­lung und dem all­ge­mei­nen Schutz von Daten und In­for­ma­tio­nen aus­ein­an­der­setzt. Beides ist für ein bar­geld­lo­ses und gänzlich digitales Zah­lungs­sys­tem, das stan­dard­mä­ßig ohne zentrale, re­gu­lie­ren­de Instanz funk­tio­nie­ren soll, un­ent­behr­lich. Bei Kryp­to­wäh­run­gen kommen in erster Linie zwei kryp­to­gra­fi­sche Verfahren zum Einsatz:

  • Hash­funk­tio­nen
  • Digitale Si­gna­tu­ren

Hash­funk­tio­nen sind das ele­men­ta­re Puz­zle­teil, um die In­te­gri­tät der Daten zu über­prü­fen und die Kon­to­adres­sen und Trans­ak­tio­nen der Teil­neh­mer zu kodieren. Zudem bilden sie die Basis für die Block­chain und das Block-Mining. Digitale Si­gna­tu­ren machen es möglich, den Status ver­schlüs­sel­ter In­for­ma­tio­nen zu beweisen, ohne diese preis­zu­ge­ben. Diese Mög­lich­keit wird u. a. verwendet, um den Inhalt von E-Mails zu schützen (beim digitalen Signieren von E-Mails). Bei den Kryp­to­wäh­run­gen macht man sich diese Tech­no­lo­gie zunutze, um Trans­ak­tio­nen zu un­ter­zeich­nen und dem Netzwerk zu ver­mit­teln, dass einer Trans­ak­ti­on zu­ge­stimmt wurde.

Block­chain

Die Block­chain ist das dezentral geführte Hauptbuch einer Kryp­to­wäh­rung, in dem sämtliche Trans­ak­tio­nen in Form von Blöcken ver­zeich­net sind. Die Auf­zeich­nung der einzelnen Blöcke findet dabei lü­cken­haft und in chro­no­lo­gi­scher Rei­hen­fol­ge statt, sodass mit der Zeit eine offene, dau­er­haf­te und über­prüf­ba­re Auf­zeich­nung entsteht. Die Ver­wal­tung obliegt den Teil­neh­mern des zu­grun­de­lie­gen­den Peer-to-Peer-Netzwerks, die einem fest­ge­leg­ten Protokoll folgen, um neue Trans­ak­tio­nen zu va­li­die­ren. Dabei laden alle Teil­neh­mer au­to­ma­tisch auch eine voll­stän­di­ge Kopie der Block­chain herunter, was eine zentrale Instanz zur Einsicht statt­ge­fun­de­ner Trans­ak­tio­nen über­flüs­sig macht.

Ein Datensatz auf Basis der Block­chain-Tech­no­lo­gie lässt sich ohne Zu­stim­mung der anderen Mit­glie­der nicht ändern.

Hinweis

Dank ihres enormen Po­ten­zi­als ist die Block­chain mitt­ler­wei­le auch in An­wen­dun­gen fernab digitaler Kryp­to­wäh­run­gen im Einsatz: So hat das R3-Kon­sor­ti­um in Zu­sam­men­ar­beit mit über 200 Tech­no­lo­gie- und In­dus­trie­part­nern eine Block­chain-Plattform mit dem Namen Corda ent­wi­ckelt, die die Kon­takt­auf­nah­me sowie Trans­ak­tio­nen (z. B. Treffen rechts­ver­bind­li­cher Ver­ein­ba­run­gen oder Wert­aus­tausch) zwischen zwei oder mehreren Un­ter­neh­men er­mög­licht.

Block-Mining

Die dritte wichtige Säule von Kryp­to­wäh­run­gen ist das so­ge­nann­te Block-Mining. Bei diesem Verfahren handelt es sich um den Prozess, der er­for­der­lich ist, um neue Trans­ak­tio­nen im Kryp­to­sys­tem als Blöcke an die Block­chain an­zu­hän­gen. Das Mining erfordert eine bestimmte Software, die ma­the­ma­ti­sche Rätsel und damit auch die zu­grun­de­lie­gen­den Hash­funk­tio­nen lösen kann. Alle Teil­neh­mer des Netzwerks können sich um die Lösung des je­wei­li­gen ma­the­ma­ti­schen Problems bemühen, das zur der Va­li­die­rung eines neuen Trans­ak­ti­ons-Blocks gestellt wird. Man spricht in diesem Fall auch vom Proof of Work (dt. „Ar­beits­nach­weis“), der erbracht werden muss. Ist ein Block korrekt geschürft und damit der Output der Hash­funk­ti­on ga­ran­tiert, können alle Teil­neh­mer prüfen, ob die Lösung korrekt ist.

Die Belohnung für den er­folg­rei­chen Schürf­pro­zess erhält al­ler­dings nur der Miner, dessen Computer das Rätsel zuerst gelöst hat. Ty­pi­scher­wei­se umfasst ein solcher Block-Reward – wie diese Art von Belohnung auch be­zeich­net wird – eine fest­ge­leg­te Summe an Wäh­rungs­ein­hei­ten sowie sämtliche Trans­ak­ti­ons­ge­büh­ren, die mit dem neu hin­zu­ge­füg­ten Block verknüpft sind.

Hinweis

Um die Chance auf Block-Rewards zu erhöhen, schließen sich Teil­neh­mer von Kryp­to­netz­wer­ken immer häufiger in so­ge­nann­ten Mining-Pools zusammen, die mit Spiel­ge­mein­schaf­ten beim Lotto zu ver­glei­chen sind. Anstelle von Spiel­ein­sät­zen bündeln die Nutzer in diesem Fall Hardware-Res­sour­cen, um gemeinsam an der Lösung der ge­stell­ten ma­the­ma­ti­schen Aufgaben zu arbeiten.

Wofür werden Kryp­to­wäh­run­gen verwendet?

Dass Kryp­to­wäh­run­gen auch als Kryp­to­geld be­zeich­net werden, kommt nicht von ungefähr: Die Ähn­lich­keit zu realen Währungen mit Schein- und Münzgeld sowie die Tatsache, dass Vertreter wie Bitcoin oder ähnlich ein­fluss­rei­che Al­ter­na­ti­ven wie Ethereum, IOTA oder Monero einen Gegenwert (Nachfrage und Nutzen) besitzen, haben die digitalen Wäh­rungs­sys­te­me als mögliche Zah­lungs­mit­tel der Zukunft ins Gespräch gebracht. Ins­be­son­de­re der Bitcoin ist in dieser Hinsicht auch bereits zum Einsatz gekommen, da ver­schie­dens­te Online-Ver­kaufs­platt­for­men wie z. B. Avo­ca­do­s­to­re die Bezahlung via Bitcoin ins Arsenal ver­füg­ba­rer Zah­lungs­ar­ten auf­ge­nom­men haben. Als Zah­lungs­mit­tel etabliert hat sich aber auch der Primus unter den Kryp­to­wäh­run­gen bis dato nicht, was vor allem auf den stark schwan­ken­den Wert zu­rück­zu­füh­ren ist.

Fakt

Am 22. Mai 2010 ver­an­lass­te Laszlo Hanyecz die weltweit erste Zahlung mit Bitcoins. Für 10.000 BTC orderte er zwei Pizzas bei der ame­ri­ka­ni­schen Re­stau­rant-Kette Papa John’s. Nach dem damaligen Kurs des Bitcoins von rund 0,0034 Euro ließ er sich seine Mahlzeit also rund 34 Euro kosten. Dass er zum damaligen Zeitpunkt die wohl teuersten Pizzas der Welt­ge­schich­te ver­speis­te, ahnte er wohl kaum: Zum acht­jäh­ri­gen Jubiläum des „Bitcoin Pizza Days“ hatten die 2010 läppisch er­schei­nen­den 10.000 BTC einen Wert von um­ge­rech­net rund 75 Millionen Euro.

Ins­be­son­de­re im Start-up-Sektor finden Kryp­to­wäh­run­gen jedoch auch noch an­der­wei­tig Ver­wen­dung:

Ge­ne­rie­rung von Kapital Start-ups machen sich Kryp­to­wäh­run­gen und die Block­chain-Tech­no­lo­gie immer häufiger zunutze, indem sie diese für das Ein­sam­meln von In­vest­ments nutzen. Hierfür ent­wi­ckeln die Jung­un­ter­neh­men eine eigene Kryp­to­wäh­rung und bieten so­ge­nann­te Initial Coin Offerings (ICO) an: Im Gegenzug für Geld­über­wei­sun­gen erhalten In­ves­to­ren eine oder mehrere Einheiten der neuen Kryp­to­wäh­rung.
Kopplung an Service / Un­ter­neh­men Auch die Kopplung einer Kryp­to­wäh­rung an das eigene Produkt bzw. die of­fe­rier­te Dienst­leis­tung stellt für Start-ups eine leicht um­zu­set­zen­de Fi­nan­zie­rungs­lö­sung dar. Dabei wird etwa die Nutzung des Produkts bzw. Services oder ein Mit­spra­che­recht an den Besitz von Wäh­rungs­ein­hei­ten geknüpft. Auch die Vergabe von Anteilen am Un­ter­neh­men ist auf diesem Wege möglich.
Handel (Spe­ku­la­ti­ons­ge­schäf­te) Trader haben Kryp­to­wäh­run­gen seit langem für sich entdeckt: Der Handel mit neuen, aber auch mit eta­blier­ten Währungen stellt für sie eine at­trak­ti­ve Al­ter­na­ti­ve zum Ak­ti­en­han­del und anderen Spe­ku­la­ti­ons­ge­schäf­ten dar. Die fehlende Re­gu­lie­rung des Marktes sorgt dafür, dass Ge­winn­span­nen, aber auch Ver­lust­ri­si­ken bis dato sehr hoch sind.

Wie genau funk­tio­niert die Zahlung mit einer Kryp­to­wäh­rung?

Solange die Einheiten einer Kryp­to­wäh­rung einen be­stimm­ten Gegenwert besitzen, der sich in Zen­tral­bank­wäh­run­gen wie den Euro umrechnen lässt, ist die Vor­aus­set­zung für die Nutzung als Zah­lungs­mit­tel prin­zi­pi­ell erfüllt. Um aber tat­säch­lich mit digitalem Geld zahlen zu können, muss der Verkäufer die jeweilige Kryp­to­wäh­rung auch als Zah­lungs­art zulassen. Für die Durch­füh­rung der Zahlung selbst wird ein Schlüs­sel­paar benötigt, das aus einem öf­fent­li­chen und einem privaten Schlüssel besteht.

Der öf­fent­li­che Schlüssel ist für jeden sichtbar und hat im Grunde genommen die gleiche Funktion wie eine Bank­kon­to­num­mer: Er dient als Aus­gangs­adres­se, von der aus ein Nutzer eine Zahlung mit der je­wei­li­gen Kryp­to­wäh­rung ver­an­lasst. Der private Schlüssel dient hingegen der Ve­ri­fi­zie­rung einer Trans­ak­ti­on, weshalb er am ehesten mit einem Passwort bzw. einer TAN zu ver­glei­chen ist. Er ist aus­schließ­lich für den Besitzer des je­wei­li­gen Kryp­to­kon­tos sichtbar, der ihn dazu verwendet, seine Trans­ak­ti­on zu signieren. Letzteres übernimmt der Wallet, wie die virtuelle Geldbörse bei einer Kryp­to­wäh­rung genannt wird, in der Regel au­to­ma­tisch. Nutzer müssen bei einer Zahlung also lediglich die Summe sowie die Ziel­adres­se, d. h. den öf­fent­li­chen Schlüssel, des Be­güns­tig­ten angeben.

Wie in­ves­tiert man in eine Kryp­to­wäh­rung?

Kryp­to­wäh­run­gen sind spä­tes­tens seit dem spek­ta­ku­lä­ren Preis-Boom des Bitcoins im Jahr 2017 ein beliebtes Spe­ku­la­ti­ons­ob­jekt. Innerhalb kürzester Zeit ist das Interesse an In­vest­ments in die Kryp­to­geld­bran­che si­gni­fi­kant gestiegen, wobei es ver­schie­de­ne Her­an­ge­hens­wei­sen gibt, um in eine der auf dem Markt ver­füg­ba­ren Währungen zu in­ves­tie­ren.

Ähnlich wie beim De­vi­sen­han­del lässt sich auch Kryp­to­geld als Han­dels­gut nutzen, wobei man ganz klassisch Kurs­schwan­kun­gen ausnutzt, um das eigene Kapital zu vermehren. Der Un­ter­schied besteht hierbei darin, dass es bei einer Kryp­to­wäh­rung keine Zen­tral­ban­ken, Fi­nanz­auf­sich­ten oder staat­li­che Re­gu­lie­rungs­stel­len gibt, die die Geldmenge über­wa­chen und ein­grei­fen, wenn sich der Markt aufheizt. Ankauf, Verkauf und Tausch von Wäh­rungs­ein­hei­ten der ver­schie­de­nen Kryp­to­sys­te­me gelingen über Han­dels­platt­for­men wie Any­co­in­Di­rect.eu oder Bitcoin.de, die immer auch die al­ler­neu­es­ten Kurse prä­sen­tie­ren. Al­ter­na­tiv existiert die Mög­lich­keit, über die Börse indirekt in Kryp­to­wäh­run­gen zu in­ves­tie­ren, indem man auf Kurs­schwan­kun­gen wettet oder Aktien von Un­ter­neh­men kauft, die im Bereich der Kryp­to­wäh­run­gen tätig sind.

Hinweis

Der Kurswert von Kryp­to­wäh­run­gen basiert einzig auf der Nachfrage nach den Wäh­rungs­ein­hei­ten. Das er­mög­licht auf der einen Seite ein rasantes Wachstum, wie es der Bitcoin über viele Jahre erlebt hat, auf der anderen Seite aber eine ebenso rasante Talfahrt und damit das Risiko eines To­tal­ver­lusts. Ein In­vest­ment in Kryp­to­geld sollte man also nur in Betracht ziehen, wenn das in­ves­tier­te Kapital im Grunde ver­zicht­bar ist.

Welche Kryp­to­wäh­run­gen gibt es?

An­ge­sichts der Tatsache, dass es weltweit über 2.000 ver­schie­de­ne Kryp­to­wäh­run­gen gibt, ist es nicht weiter ver­wun­der­lich, dass auch aus­ge­wie­se­ne Experten nicht mit allen Anbietern und deren Modellen vertraut sind. Wer in Kryp­to­geld in­ves­tie­ren möchte, hat also keine andere Mög­lich­keit, als den Markt intensiv zu be­ob­ach­ten und nach ge­eig­ne­ten Lösungen zu sondieren. Ins­be­son­de­re bei neueren oder eher un­be­kann­ten Währungen besteht nämlich jederzeit das Risiko, dass man Opfer eines Betrugs wird oder das System gänzlich zu­sam­men­bricht. Die folgende Auf­lis­tung zeigt einige der eta­blier­ten Kryp­to­wäh­run­gen, die sich durch eine hohe Markt­ka­pi­ta­li­sie­rung – also durch eine relativ hohe Summe an im Umlauf be­find­li­chen Anteilen – aus­zeich­nen:

Kryp­to­wäh­rung Kürzel Be­schrei­bung
Bitcoin BTC Der 2009 ver­öf­fent­lich­te Bitcoin ist nicht nur der Vorreiter der Krypto-Offensive, sondern auch bis heute die be­deu­tends­te digitale Währung mit dem höchsten Gegenwert in Dollar, Euro und Co. Ende 2018 sind bereits über 17,4 Millionen der maximal 21 Millionen Bitcoins im Umlauf, die nur selten für Zahlungen, sondern vorrangig zur In­ves­ti­ti­on verwendet werden.
Bitcoin Cash BCH Bitcoin Cash ist ein 2017 ent­stan­de­ner Fork (Ab­spal­tung) des Bitcoins, dem eine jah­re­lan­ge Dis­kus­si­on innerhalb der Bitcoin-Community vor­aus­ge­gan­gen war. Streit­punkt war das Block­grö­ßen-Limit von 1 MB und damit verknüpft die geringe Trans­ak­ti­ons­ra­te des Bitcoins (ca. sieben Trans­ak­tio­nen pro Sekunde). Bitcoin Cash erlaubt mitt­ler­wei­le bereits ein Limit von 32 MB, was 130 Trans­ak­tio­nen pro Sekunde möglich macht.
Ethereum ETH Die Kryp­to­wäh­rung Ethereum, deren Wäh­rungs­ein­hei­ten Ether genannt werden, kommt offiziell seit 2015 zum Einsatz. Digitale Zahlungen spielen in dem von Vitalik Buterin ent­wi­ckel­ten System eine un­ter­ge­ord­ne­te Rolle: Der Fokus liegt vielmehr auf der Mög­lich­keit, Smart Contracts – also ge­schäft­li­che Verträge – ohne Mit­tels­mann ab­zu­schlie­ßen. Diese lassen sich in Form von Code-Skripten in die Ethereum-Block­chain einsetzen.
Ripple XRP Auch Ripple ist keine klas­si­sche Kryp­to­wäh­rung, sondern vielmehr eine uni­ver­sel­le Tausch­platt­form für Währungen („Block­chain der Banken“) jeglicher Art – egal ob Euro, Dollar oder Kryp­to­wäh­rung. Ver­ant­wort­lich für Ripple ist das Un­ter­neh­men Ripple Labs, das als zentrale Ver­wal­tungs­in­stanz agiert und damit den de­zen­tra­len Ansatz von Kryp­to­wäh­run­gen sprengt. Zudem hält Ripple Labs einen Großteil der ver­füg­ba­ren Wäh­rungs­ein­hei­ten.
Monero XMR Bei Monero steht die An­ony­mi­tät der Nutzer im Vor­der­grund, was Features wie ver­steck­te Adressen oder Gruppen-Si­gna­tu­ren ge­währ­leis­ten. Der ein­ge­setz­te Cryp­to­Night-Al­go­rith­mus soll Mining durch ASICs (spe­zi­fi­sche Mining-Hardware) un­ter­bin­den – statt­des­sen wollen die Ent­wick­ler den Schürf­pro­zess durch han­dels­üb­li­che PCs forcieren. Dabei kommt es zu einer stetigen Anpassung der Mining-Schwie­rig­keit, um die Ge­schwin­dig­keit der Block-Ge­ne­rie­rung konstant zu halten.
Infografik: Die Top 10 der Kryptowährungen | Statista Mehr In­fo­gra­fi­ken finden Sie bei Statista

Fazit: Die Vorzüge und Risiken von Kryp­to­wäh­run­gen im Überblick

Kryp­to­wäh­run­gen bieten ent­schei­den­de Mög­lich­kei­ten und Chancen, die klas­si­schen Währungen fehlen. Ins­be­son­de­re die Block­chain-Tech­no­lo­gie hat bis dato auf ganzer Linie überzeugt, weshalb sie nicht von ungefähr in zahl­rei­chen Projekten außerhalb der Fi­nanz­bran­che auf­ge­grif­fen wurde. Auch der Verzicht auf eine zentrale Re­gu­lie­rungs­ein­heit, der bei den meisten Kryp­to­sys­te­men fest verankert ist, stellt grund­sätz­lich einen viel­ver­spre­chen­den Ansatz dar. Die damit ver­knüpf­te Freiheit der Markt­re­gu­lie­rung ist aber gleich­zei­tig eines der größten Probleme von Kryp­to­wäh­run­gen: Auch weil ein konkreter Gegenwert fehlt, un­ter­lie­gen die Kurse von Kryp­to­geld starken Schwan­kun­gen, wobei jederzeit das Risiko eines totalen System-Crashs besteht.

Die Vor- und Nachteile von Kryp­to­wäh­run­gen gegenüber all­ge­mei­nen Geld- bzw. Wäh­rungs­sys­te­men in ta­bel­la­ri­scher Zu­sam­men­fas­sung:

Vorteile von Kryp­to­wäh­run­gen Nachteile von Kryp­to­wäh­run­gen
An­ony­mi­tät starke Wert­schwan­kun­gen
schnelle Trans­ak­tio­nen po­ten­zi­el­le Spe­ku­la­ti­ons­bla­sen
einfache Anwendung mögliche Ha­cker­an­grif­fe
weltweite Ver­füg­bar­keit (über Staats­gren­zen hinaus) keine Zu­griffs­mög­lich­keit auf das Konto nach Verlust des Zu­gangs­schlüs­sels
keine Be­gren­zung der Trans­ak­ti­ons­hö­he aus­schließ­lich vir­tu­el­les Geld
frei vom Einfluss durch Banken keinerlei Ver­lust­ver­si­che­rung
Block­chain-Tech­no­lo­gie  

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