Große Da­ten­men­gen waren früher nicht nur im Marketing eine Her­aus­for­de­rung. Das so­ge­nann­te Data-Mining er­mög­lich­te lediglich das mühsame Ver­ar­bei­ten von Daten aus der Ver­gan­gen­heit, er­for­der­te eine manuelle Analyse und lieferte wenig wertvolle Er­kennt­nis­se. Mitt­ler­wei­le erlauben es die tech­ni­schen Ent­wick­lun­gen, Daten immer schneller zu ver­ar­bei­ten. Eine voll­au­to­ma­ti­sche Analyse in Echtzeit ist kein Problem in Zeiten von Big Data. Abgesehen davon werden durch mehr digitale Be­rüh­rungs­punk­te zum Kon­su­men­ten immer größere Da­ten­men­gen erhoben, die tief­grei­fen­de und wertvolle In­for­ma­tio­nen enthalten. Data-Driven Digital Marketing nutzt genau diese Ent­wick­lun­gen, um Daten im Marketing-Kontext richtig zu in­ter­pre­tie­ren, Po­ten­zia­le zu erkennen und Maßnahmen besser aus­steu­ern zu können.

Was ist Data-Driven Marketing?

Data-Driven Marketing heißt übersetzt so viel wie da­ten­ge­trie­be­nes Marketing. Im Grunde be­zeich­net der Begriff alle Maßnahmen, die aus Da­ten­sät­zen gewonnene Er­kennt­nis­se nutzen, um Marketing-Stra­te­gien zu ent­wi­ckeln und an­zu­pas­sen.

Ent­stan­den ist die Marketing-Disziplin aus dem Einfluss ver­schie­de­ner Ent­wick­lun­gen in Un­ter­neh­men. Neben dem On­line­mar­ke­ting kommen hier Vertrieb und Kun­den­pfle­ge ins Spiel. Alle drei Dis­zi­pli­nen bezogen schon in der Ver­gan­gen­heit Er­kennt­nis­se aus Da­ten­be­stän­den, auf deren Basis Prozesse optimiert und wichtige in­ner­be­trieb­li­che Ent­schei­dun­gen getroffen wurden. Die Op­ti­mie­rung von Abläufen und die nach­hal­ti­ge Res­sour­cen­pla­nung, z. B. im Einkauf, standen dabei im Mit­tel­punkt. Beim Data-Driven Digital Marketing werden nun sehr große Da­ten­be­stän­de genutzt, die vor allem für die Wahr­neh­mung und das Image einer Marke oder eines Un­ter­neh­mens relevant sind, weniger für die ope­ra­ti­ven Abläufe im Un­ter­neh­men. Ziel ist es, Marketing-Maßnahmen besser auf die Ziel­grup­pe aus­zu­rich­ten und damit eine positive Wahr­neh­mung und lang­fris­ti­ge Kun­den­bin­dung zu erzielen.

Die Basis: Daten, Daten, Daten

Die digitale Trans­for­ma­ti­on hat dafür gesorgt, dass man jederzeit überall In­for­ma­tio­nen zu­rück­lässt. Un­ter­neh­men können diese sammeln und für sich nutzen. Immer wieder spricht man von Daten als dem neuen Gold im Zeitalter der Di­gi­ta­li­sie­rung. Das Sammeln von Kun­den­da­ten – Big Data – ist auch beim Data-Driven Marketing we­sent­li­cher Be­stand­teil. Relevant sind u. a.:

  • de­mo­gra­fi­sche Daten: all­ge­mei­ne In­for­ma­tio­nen über Per­so­nen­grup­pen wie Alter, Ge­schlecht, Wohnort, soziale Merkmale (Beruf, Fa­mi­li­en­stand, Einkommen), die helfen, das Ge­samt­bild der Ziel­grup­pe auf­zu­zeich­nen
  • ver­hal­tens­be­zo­ge­ne Daten: gehen aus der Web­ana­ly­se hervor und werden in so­ge­nann­ten KPIs (Key Per­for­mance In­di­ca­tors) aus­ge­ge­ben, z. B. Ver­weil­dau­er, Nut­zer­pfad, Ab­sprungra­te
  • qua­li­ta­ti­ve Kun­den­aus­sa­gen: sind frei­wil­lig zur Verfügung gestellte Daten, die z. B. über Te­le­fon­um­fra­gen oder Online-Fra­ge­bö­gen erhoben wurden

Der Kern: Analyse & Aus­wer­tung

Der Kern des Data-Driven Digital Mar­ke­tings ist die genaue Da­ten­ana­ly­se. Erst durch sie sind die riesigen Da­ten­men­gen sinnvoll nutzbar und Muster, z. B. im Klick­ver­hal­ten der User, erkennbar. Dies er­mög­li­chen ver­schie­de­ne Da­ten­mo­del­le und Al­go­rith­men, die den Daten Struktur verleihen und Zu­sam­men­hän­ge erkennen lassen.

Über vor­aus­schau­en­de Analysen schließen Marketer vom mo­men­ta­nen Surf­ver­hal­ten der Nutzer auf deren künftiges Kauf­ver­hal­ten. Hier ver­schafft man sich einen klaren Wett­be­werbs­vor­teil: Denn wer Daten richtig nutzt, versteht seine po­ten­zi­el­len Kunden besser. Und wer deren Be­dürf­nis­se, Wünsche und Er­war­tun­gen kennt, stimmt seine Produkte oder Dienst­lei­tun­gen besser darauf ab. Die struk­tu­rier­te Sammlung, Aus­wer­tung und In­ter­pre­ta­ti­on von Daten ist am Ende aus­schlag­ge­bend für guten Kun­den­dia­log und den Un­ter­neh­mens­er­folg.

Das Ganze funk­tio­niert nur mit solider Planung und der Ab­stim­mung zwischen den so­ge­nann­ten Data Sci­en­tists, die aus den vor­han­de­nen Daten mithilfe von Ana­ly­se­tools relevante In­for­ma­tio­nen gewinnen, und dem ver­ant­wort­li­chen Marketing-Team. Diese müssen gemeinsam alle re­le­van­ten Fragen be­ant­wor­ten, z. B.:

  • Was ist die Aus­gangs­ba­sis, welche Daten stehen zur Verfügung?
  • Nach welchen Zu­sam­men­hän­gen suchen wir, welche Analysen benötigen wir dafür?
  • Welchen Wert haben die möglichen Er­geb­nis­se für das Un­ter­neh­men?
  • Welcher Aufwand steckt dahinter?
  • Ist das Ver­hält­nis wirt­schaft­lich genug?

Ge­mein­sa­me Aufgabe ist es dann, die Datenflut zu kon­trol­lie­ren und alle re­le­van­ten Fakten ohne In­for­ma­ti­ons­ver­lust nut­zer­freund­lich zu vi­sua­li­sie­ren. Au­to­ma­ti­sier­te Analysen und in­tel­li­gen­tes Seg­men­tie­ren sorgen für ef­fi­zi­en­te Abläufe.

Ziele des Data-Driven Marketing

Hauptziel beim Data-Driven Digital Marketing ist es, das Kun­den­ver­hal­ten nach­zu­voll­zie­hen und über alle aktuellen Er­eig­nis­se auf dem Laufenden zu bleiben. Trends und Strö­mun­gen, kurz- oder lang­fris­ti­ge Än­de­run­gen im Kauf­ver­hal­ten oder ganz all­ge­mei­ne eine ver­än­der­te Wahr­neh­mung der Marke behält man damit immer im Blick. Wer zeitnah reagiert, stärkt nicht nur Kun­den­bin­dung bzw. Kun­den­be­zie­hun­gen, sondern steigert am Ende auch den Umsatz. Indem man aus einer un­über­sicht­li­chen Masse an Rohdaten akute Trends und gezielte Hand­lungs­emp­feh­lun­gen her­aus­liest, er­leich­tert man sich die Marketing-Arbeit erheblich.

Beispiel: Den richten Content finden

Im Data-Driven Content Marketing kommt es immer auf die richtigen Bot­schaf­ten an. Wer die Auf­merk­sam­keit des Kunden gewinnen will, tut dies durch re­le­van­ten und mehr­wer­ti­gen Content. Die richtige Analyse des Data-Driven Mar­ke­tings findet heraus, welche In­ter­es­sen die Ziel­grup­pe hat. So fällt es viel leichter, die passenden Inhalte aus­zu­wäh­len und mit der idealen Ziel­grup­pen-Ansprache aus­zu­spie­len.

Beispiel: Verlorene Kunden wieder einfangen

Das Problem der „Lost Customers“ kennen viele Marketer: Po­ten­zi­el­le Kunden, die Interesse gezeigt und viel­leicht sogar schon den Warenkorb befüllt haben, bleiben weg. Doch welche inaktiven Kunden kann man noch zu­rück­ge­win­nen? Durch die Analyse von Kon­takt­punk­ten erhält man Auf­schluss über die Qualität der Kun­den­be­zie­hung. Bei längerer In­ak­ti­vi­tät über diese Kon­takt­punk­te kann man recht­zei­tig ein­schrei­ten und durch gezielte, per­so­na­li­sier­te Ansprache die Kun­den­be­zie­hung re­ak­ti­vie­ren.

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