Per Broadcast lassen sich Pakete in IT-Netz­wer­ken an alle Teil­neh­me­rin­nen und Teil­neh­mer ver­schi­cken, ohne dass die Emp­fän­ger­adres­sen bekannt sind. Jedes Netzwerk verfügt zu diesem Zweck über eine re­ser­vier­te Broadcast-Adresse, an die wahlweise ein Limited oder Directed Broadcast gesendet wird.

Broadcast – was ist das?

Ein Broadcast in einem Com­pu­ter­netz­werk ist eine Nachricht, die an alle Teil­neh­me­rin­nen und Teil­neh­mer eines Netzes über­tra­gen wird und keiner Rück­mel­dung bedarf. Ein Computer in einem Netzwerk sendet hierbei ein Da­ten­pa­ket gleich­zei­tig an alle anderen Teil­neh­men­den des Netzwerks. Dabei muss der Absender oder die Ab­sen­de­rin keine Emp­fän­ger­adres­sen angeben – dies un­ter­schei­det das Broadcast-Verfahren vom so­ge­nann­ten Unicast, bei dem nur ein einzelner, bekannter Empfänger oder eine Emp­fän­ge­rin adres­siert wird.

Der all­ge­mei­ne Vorteil eines Broad­casts ist, dass In­for­ma­tio­nen breit gestreut werden können und nicht mehrfach über­tra­gen werden müssen. Um das Verfahren zu rea­li­sie­ren, ist eine spezielle Adresse nötig, die die je­wei­li­gen Emp­fän­ger­adres­sen ersetzt. Diese Broadcast-IP wird vor allem dann verwendet, wenn die Adressen der einzelnen Netz­werk­teil­neh­men­den unbekannt sind.

De­fi­ni­ti­on

Ein Broadcast ist eine Mehr­punkt­ver­bin­dung in einem Com­pu­ter­netz­werk. Dabei wird ein Da­ten­pa­ket von einem Punkt aus an alle Teil­neh­men­den eines Nach­rich­ten­net­zes über­tra­gen. Dies geschieht unter Ver­wen­dung der Broadcast-Adresse.

Grund­la­gen der Broadcast-Technik

Um Daten zur Kom­mu­ni­ka­ti­on in einem Netzwerk über das In­ter­net­pro­to­koll von einem System zu einem anderen zu über­tra­gen, wird eine Adres­sie­rung verwendet. Die IP-Adresse er­mög­licht dabei die ein­deu­ti­ge Wei­ter­lei­tung und Zu­stel­lung der Da­ten­pa­ke­te von der Quelle bis zum Ziel. Diese Adresse lässt sich, ähnlich wie eine Te­le­fon­num­mer, in Vorwahl und Rufnummer un­ter­tei­len – nur heißt es bei IP-Adressen Netzwerk- und Host-Teil. Diese Un­ter­tei­lung geschieht mithilfe der Netzmaske, die wie eine Schablone über die IP-Adresse gelegt wird. Eine Netzmaske ist genauso lang wie eine IPv4-Adresse. Sie be­schreibt, welche Bit-Po­si­tio­nen innerhalb der IP-Adresse als Netzwerk- bzw. Host-Teil fungieren.

Hinweis

Neben dem Broadcast- und dem Unicast-Verfahren gibt es noch weitere Netzwerk-Kom­mu­ni­ka­ti­ons­for­men, etwa das Multicast-Verfahren, bei dem nur aus­ge­wähl­te Teil­neh­men­den(-Gruppen) adres­siert werden, und das Geocast-Verfahren, bei dem diese Auswahl räumlich begrenzt wird.

IP-Adresse

Eine IP-Adresse ist eine nu­me­ri­sche Be­zeich­nung. Jedem Gerät, das an ein auf der Internet-Technik ba­sie­ren­des Com­pu­ter­netz­werk an­ge­schlos­sen ist, wird eine IP-Adresse zu­ge­wie­sen. Diese IP-Adresse verwendet das In­ter­net­pro­to­koll für die Kom­mu­ni­ka­ti­on. Eine IP-Adresse erfüllt zwei Haupt­auf­ga­ben: Host- oder Netz­werk­schnitt­stel­le­n­iden­ti­fi­zie­rung und Stand­ort­adres­sie­rung.

Fakt

Das Internet Protocol Version 4 (IPv4) definiert eine IP-Adresse als 32-Bit-Nummer. Aufgrund des wach­sen­den Bedarfs und der Er­schöp­fung ver­füg­ba­rer IPv4-Adressen wurde 1995 mit IPv6 eine neue Version des Pro­to­kolls mit 128 Bit für die IP-Adresse ent­wi­ckelt. Im Dezember 1998 wurde diese stan­dar­di­siert. Im Juli 2017 wurde eine end­gül­ti­ge De­fi­ni­ti­on des Pro­to­kolls ver­öf­fent­licht. Der IPv6-Einsatz läuft seit Mitte der 2000er Jahre.

Ethernet

Für ka­bel­ge­bun­de­ne Da­ten­net­ze werden Software und Hardware mit der Ethernet-Technik mit­ein­an­der verbunden. Durch diese Technik ist ein Da­ten­aus­tausch zwischen lokal an­ge­schlos­se­nen Teil­neh­me­rin­nen und Teil­neh­mern möglich. Das Ethernet-Netzwerk ist vor allem in Fir­men­net­zen und Heim­net­zen die meist­ver­brei­te­te Technik des draht­ge­bun­de­nen Netzes. Des Weiteren bildet das Ethernet oft die Grundlage für Intranets.

MAC-Adresse (Media Access Control)

Die MAC-Adresse ist die Adresse eines Netz­werk­ge­räts. Sie wird in der Regel als he­xa­de­zi­ma­le Zahl ge­schrie­ben, also etwa 08-00-20-ae-fd-7e oder 08:00:20:ae:fd:7e (oder auch: 080020aefd7e).

Broadcast-Adresse

Durch die Broadcast-Adresse werden die Daten und In­for­ma­tio­nen an alle Geräte eines Netzwerks versendet. Die Netz­werk­kom­po­nen­ten sind für den Empfang und die Ver­ar­bei­tung der Daten ver­ant­wort­lich. Die Aufgabe der Broadcast-IP-Adresse ist es, alle Geräte eines Netzwerks mit­ein­an­der zu verbinden. Weitere In­for­ma­tio­nen hierzu liefern wir in unserem aus­führ­li­chen Artikel zur Broadcast-Adresse.

Wie funk­tio­niert ein Broadcast?

Ein Ver­bin­dungs­auf­bau per Broadcast wird durch den Sender oder die Senderin initiiert. Dabei schickt dieser seine Adresse mit, über die die Emp­fän­ge­rin­nen und Empfänger ihn kon­tak­tie­ren können. Ein Broadcast funk­tio­niert also ähnlich einer Mai­ling­lis­te, bei der die Emp­fän­ge­rin­nen und Empfänger nicht sichtbar sind – und auch der Sender oder Senderin die Adressen der Netz­werk­teil­neh­men­den nicht kennen muss. Erst wenn die Teil­neh­me­rin­nen und Teil­neh­mer mit dem Sender oder der Senderin in Kontakt treten, geben sie ihre eigenen Adressen preis. Die Teil­neh­men­den eines Netzwerks können die Da­ten­pa­ke­te öffnen und die In­for­ma­tio­nen dann in­ter­pre­tie­ren, An­wei­sun­gen ausführen oder verwerfen.

Man un­ter­schei­det außerdem zwischen Limited und Directed Broad­casts:

Limited Broadcast

Beim Limited Broadcast wird eine IP-Adresse als Ziel angegeben. Diese IP-Adresse lautet stets 255.255.255.255. Technisch gesehen zielt dieser Broadcast auf alle exis­tie­ren­den IP-Adressen ab. Tat­säch­lich versteht man die genannte IP aber als Adresse für den Broadcast in diesem Netzwerk. Dieses Ziel liegt immer im eigenen Netzwerk und kann deshalb mithilfe eines Ethernet-Broad­casts umgesetzt werden. Ein Router leitet ein solches Paket nicht weiter.

Directed Broadcast

Beim Directed Broadcast werden immer alle Emp­fän­ge­rin­nen und Empfänger innerhalb des Ziel­netz­werks adres­siert. Eine Kom­bi­na­ti­on aus der Nummer des Ziel­netz­werks und dem Setzen aller Host-Bits auf 1 ergibt in diesem Fall die Broadcast-Adresse. Falls sich das Ziel nicht im eigenen (Sub-)Netz befindet, leitet ein Router das Da­ten­pa­ket weiter.

Hinweis

Host-Bits sind der Teil einer IP-Adresse, der einen be­stimm­ten Host in einem Subnetz iden­ti­fi­ziert. Die Sub­netz­mas­ke bestimmt, welcher Anteil der Adresse für Netz­werk­bits und welcher für Host-Bits verwendet wird. Zum Beispiel hat eine IPv4-Adresse von 192.168.0.64/26 einen 6-Bit-Host-Teil, weil 26 von 32 Bits für den Netz­werk­teil re­ser­viert sind.

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