We­b­As­sem­bly ist eine Tech­no­lo­gie, mit der sich Programme direkt im Browser ausführen lassen. Dabei handelt es sich um ein kompaktes, binäres Format, das speziell für hohe Ge­schwin­dig­keit und Effizienz ent­wi­ckelt wurde. Wie funk­tio­niert We­b­As­sem­bly, welche Vorteile bietet es und welche In­fra­struk­tur eignet sich für den Einsatz?

Was ist We­b­As­sem­bly?

We­b­As­sem­bly, häufig mit „Wasm“ abgekürzt, ist ein binäres In­struk­ti­ons­for­mat für eine stack­ba­sier­te virtuelle Maschine. Es wurde ent­wi­ckelt, um An­wen­dun­gen mit nahezu nativer Ge­schwin­dig­keit im Web­brow­ser aus­zu­füh­ren (Per­for­mance ist kon­text­ab­hän­gig). Im Gegensatz zu Ja­va­Script handelt es sich nicht um eine text­ba­sier­te Pro­gram­mier­spra­che, sondern um ein kompaktes, ma­schi­nen­les­ba­res Format.

We­b­As­sem­bly wird ty­pi­scher­wei­se nicht direkt ge­schrie­ben, sondern aus anderen Pro­gram­mier­spra­chen wie C, C++ oder Rust kom­pi­liert. Dadurch können be­stehen­de An­wen­dun­gen relativ einfach für den Webeinsatz verfügbar gemacht werden. Ein we­sent­li­ches Ziel von Wasm ist es, re­chen­in­ten­si­ve Aufgaben effizient im Browser aus­zu­füh­ren.

Die Tech­no­lo­gie ist stan­dar­di­siert und wird von allen modernen Browsern un­ter­stützt (Safari teilweise mit Ein­schrän­kun­gen). We­b­As­sem­bly läuft dabei in einer sicheren Sandbox-Umgebung, sodass vom Browser aus kein direkter Zugriff auf das Be­triebs­sys­tem möglich ist. Darüber hinaus ist Wasm eng mit Ja­va­Script verzahnt und kann pro­blem­los mit Ja­va­Script-Code in­ter­agie­ren.

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Wie funk­tio­niert We­b­As­sem­bly?

Die Funk­ti­ons­wei­se von We­b­As­sem­bly basiert auf einem so­ge­nann­ten Kom­pi­lie­rungs­pro­zess. Ent­wick­le­rin­nen und Ent­wick­ler schreiben ihren Code dafür zunächst in einer Hoch­spra­che wie C oder Rust. Dieser Code wird an­schlie­ßend in das We­b­As­sem­bly-Format übersetzt. Das Ergebnis ist eine .wasm-Datei, die an­schlie­ßend vom Browser geladen werden kann. Sobald die Datei geladen ist, wird sie vom Browser in eine interne, aus­führ­ba­re Form kom­pi­liert. Wasm kann daher bei re­chen­in­ten­si­ven Aufgaben Per­for­mance-Vorteile gegenüber Ja­va­Script bieten, ins­be­son­de­re wenn vor­han­de­ner nativer Code wie­der­ver­wen­det wird. Die Aus­füh­rung erfolgt innerhalb einer vir­tu­el­len Maschine, die speziell für We­b­As­sem­bly optimiert ist.

We­b­As­sem­bly verwendet ein stack­ba­sier­tes Modell zur Ver­ar­bei­tung von Befehlen. Das bedeutet, dass Ope­ra­tio­nen auf einem Sta­pel­spei­cher aus­ge­führt werden, was die Aus­füh­rung effizient und vor­her­seh­bar macht. Gleich­zei­tig sorgt die Sandbox-Umgebung für Si­cher­heit, da der Code isoliert aus­ge­führt wird. Die Kom­mu­ni­ka­ti­on mit der Außenwelt erfolgt über de­fi­nier­te Schnitt­stel­len, in den meisten Fällen in Kom­bi­na­ti­on mit Ja­va­Script. So kann We­b­As­sem­bly bei­spiels­wei­se DOM-Ope­ra­tio­nen indirekt durch­füh­ren. Darüber hinaus ist es möglich, Speicher zwischen Ja­va­Script und Wasm zu teilen.

Was sind die Vorteile und Use Cases von Wasm?

We­b­As­sem­bly bietet eine ganze Reihe von Vorteilen, die es für Web­an­wen­dun­gen besonders attraktiv machen. Einer der wich­tigs­ten Vorteile ist die hohe Aus­füh­rungs­ge­schwin­dig­keit, die nahezu an native An­wen­dun­gen her­an­reicht. Dadurch können auch komplexe An­wen­dun­gen direkt im Browser laufen. Ein weiterer Pluspunkt ist die Sprach­un­ab­hän­gig­keit. Ent­wick­le­rin­nen und Ent­wick­ler können be­stehen­de An­wen­dun­gen in ver­schie­de­nen Pro­gram­mier­spra­chen schreiben und diese in We­b­As­sem­bly kom­pi­lie­ren. Das er­leich­tert die Wie­der­ver­wen­dung von Code erheblich.

We­b­As­sem­bly ist zudem platt­form­un­ab­hän­gig. An­wen­dun­gen laufen in jedem gängigen Browser, ganz un­ab­hän­gig vom Be­triebs­sys­tem. Auch die Si­cher­heit spielt eine zentrale Rolle, da Wasm in einer iso­lier­ten Umgebung aus­ge­führt wird.

Typische Ein­satz­be­rei­che für We­b­As­sem­bly sind folgende:

  • Brow­ser­games
  • Vi­deo­be­ar­bei­tung
  • CAD-An­wen­dun­gen
  • wis­sen­schaft­li­che Si­mu­la­tio­nen
  • Edge Computing, da es schnell startet und wenig Res­sour­cen benötigt

Auch außerhalb des Browsers wird Wasm immer häufiger ein­ge­setzt, vor allem in Ser­ver­um­ge­bun­gen oder Mi­cro­ser­vices-Ar­chi­tek­tu­ren.

Vorteile von We­b­As­sem­bly auf einen Blick

Hohe Per­for­mance (nahezu native Ge­schwin­dig­keit)

Platt­form­un­ab­hän­gig­keit

Un­ter­stüt­zung mehrerer Pro­gram­mier­spra­chen

Hohe Si­cher­heit durch Sandbox-Aus­füh­rung

Schnelle La­de­zei­ten durch kompaktes Format

Viel­sei­ti­ge Ein­satz­mög­lich­kei­ten (Browser, Server, Edge)

Was ist eine gute Basis für Wasm-Workloads?

Damit We­b­As­sem­bly-An­wen­dun­gen effizient betrieben werden können, ist die Wahl der passenden In­fra­struk­tur ent­schei­dend. Je nach An­wen­dungs­fall un­ter­schei­den sich die An­for­de­run­gen an Ska­lier­bar­keit, Per­for­mance und Fle­xi­bi­li­tät.

Managed Ku­ber­netes für ska­lier­ba­re Wasm-Services

Managed Ku­ber­netes eignet sich besonders für komplexe, ska­lier­ba­re An­wen­dun­gen. Wenn Sie We­b­As­sem­bly bei­spiels­wei­se in einer Mi­cro­ser­vices-Ar­chi­tek­tur einsetzen, pro­fi­tie­ren Sie von der au­to­ma­ti­schen Ska­lie­rung und Or­ches­trie­rung. Wasm-Module können in diesem Setup als leicht­ge­wich­ti­ge Services betrieben werden. Gerade bei stark schwan­ken­der Last ist Ku­ber­netes eine gute Wahl, da die be­nö­tig­ten Res­sour­cen dynamisch angepasst werden können. Zudem lassen sich De­ploy­ments au­to­ma­ti­sie­ren und ver­sio­nie­ren.

Ein ganz typischer Use Case ist eine API-Plattform, bei der einzelne Funk­tio­nen als Wasm-Module aus­ge­la­gert werden. Auch im Edge-Computing-Umfeld wird Ku­ber­netes häufig ein­ge­setzt, um Workloads nah an den Nut­ze­rin­nen und Nutzern aus­zu­füh­ren. Managed Ku­ber­netes nimmt Ihnen dabei einen Großteil des Be­triebs­auf­wands ab. Sie müssen sich nicht um Updates, Mo­ni­to­ring oder Cluster-Ma­nage­ment kümmern, sodass sich diese Lösung für größere Projekte mit vielen Kom­po­nen­ten lohnt.

Cloud Server für flexible We­b­As­sem­bly-An­wen­dun­gen

Cloud Server basieren in der Regel auf vir­tu­el­len Maschinen. Wenn Sie einen Cloud Server mieten, nutzen Sie also eine solche virtuelle Maschine als ei­gen­stän­di­ge Ser­ver­um­ge­bung. Diese Umgebung bietet Ihnen daher eine hohe Fle­xi­bi­li­tät, da Sie das Be­triebs­sys­tem und die in­stal­lier­te Software selbst bestimmen können. So können Sie bei­spiels­wei­se gezielt eine We­b­As­sem­bly-Runtime wie Wasmtime oder WasmEdge ein­rich­ten und Ihre Anwendung darauf betreiben.

Diese Lösung eignet sich für in­di­vi­du­el­le An­wen­dun­gen oder Ent­wick­lungs­pro­jek­te. Wenn Sie zum Beispiel einen eigenen Backend-Service ent­wi­ckeln, der We­b­As­sem­bly für Be­rech­nun­gen oder Da­ten­ver­ar­bei­tung nutzt, ist ein Cloud Server eine passende Wahl. Auch für kleinere Projekte ohne komplexe Ska­lie­rungs­an­for­de­run­gen ist diese Variante sinnvoll. Sie können die be­nö­tig­ten Res­sour­cen wie CPU, Ar­beits­spei­cher und Spei­cher­platz selbst festlegen und bei Bedarf anpassen.

Im Gegensatz zu voll­stän­dig ge­ma­nag­ten Platt­for­men sind Sie hier jedoch selbst für Wartung, Updates und Si­cher­heit ver­ant­wort­lich. Dafür erhalten Sie maximale Kontrolle über Ihre Umgebung und können We­b­As­sem­bly gezielt und flexibel einsetzen.

S3-kom­pa­ti­bler Object Storage für statische Wasm-Inhalte

Ein Object Storage ist die ideale Lösung, wenn Sie We­b­As­sem­bly-Dateien statisch be­reit­stel­len möchten. .wasm-Dateien können hier einfach ge­spei­chert und über das Internet aus­ge­lie­fert werden. Dieses Vorgehen eignet sich vor allem für Frontend-An­wen­dun­gen, die direkt im Browser aus­ge­führt werden. Ein bei­spiel­haf­ter Use Case ist eine Web-App, die eine Wasm-basierte Bild­ver­ar­bei­tung enthält.

Durch die Kom­bi­na­ti­on mit einem Content Delivery Network (CDN) lassen sich Inhalte weltweit schnell aus­lie­fern. Das ver­bes­sert die La­de­zei­ten erheblich. S3-kom­pa­ti­bler Storage ist außerdem kos­ten­ef­fi­zi­ent und ska­lier­bar. Sie zahlen nur für den tat­säch­lich genutzten Speicher und Traffic. Da keine eigene Ser­ver­in­fra­struk­tur notwendig ist, reduziert sich auch der Ver­wal­tungs­auf­wand erheblich. Für einfache De­ploy­ments und statische An­wen­dun­gen ist diese Lösung daher sehr attraktiv.

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