Ipconfig gehört unter Windows zu den be­kann­te­ren Kom­man­do­zei­len­be­feh­len, da die Anweisung bei der Kon­fi­gu­ra­ti­on und bei der Analyse von Netz­wer­ken gute Dienste leistet. Vor allem Ad­mi­nis­tra­to­ren nutzen den Befehl, weil man mit diesem schnell und direkt ans Ziel kommt und nicht zeit­in­ten­siv ver­schach­tel­te Menüs der Windows-Be­dien­ober­flä­che durch­fors­ten muss. Aber auch Nor­mal­an­wen­der können bei Surf- und Netz­werk­pro­ble­men von dem Tool pro­fi­tie­ren. Wir erklären den nütz­li­chen ipconfig-Befehl, den Sie bei der Ein­rich­tung, Kontrolle und Ver­wal­tung von Netz­wer­ken benötigen.

Wie ruft man den ipconfig Befehl auf?

Ipconfig ist ein so­ge­nann­ter Kom­man­do­zei­len­be­fehl, der mit Windows NT ein­ge­führt wurde und auf die Netz­werk­kon­fi­gu­ra­ti­on, -ver­wal­tung und -analyse spe­zia­li­siert ist. Der Befehl liefert nützliche netz­werk­spe­zi­fi­sche In­for­ma­tio­nen, kann aber auch konkrete Aktionen durch­füh­ren und Än­de­run­gen an der Netz­werk­kon­fi­gu­ra­ti­on vornehmen. Ipconfig wird über die Be­triebs­sys­tem-Shell von Windows (cmd.exe) auf­ge­ru­fen und aus­ge­führt. Der Befehl kann mit ver­schie­de­nen Optionen versehen werden, um den Funk­ti­ons­um­fang zu erweitern und spe­zi­fi­sche Aufgaben im Netzwerk zu erfüllen.

Tipp

Windows kennt noch viele weitere CMD-Befehle. Mit diesen können Sie die Arbeit mit dem Microsoft-Be­triebs­sys­tem stark be­schleu­ni­gen.

Wofür nutzt man ipconfig?

Ipconfig ist bestens geeignet, um schnell und kompakt einen Überblick über wichtige Kon­fi­gu­ra­ti­ons­ein­stel­lun­gen im TCP/IP-Netzwerk zu erhalten. Dabei werden alle vor­han­de­nen Netz­werk­ad­ap­ter und -schnitt­stel­len (z. B. LAN-, WLAN-, Bluetooth-, ISDN- und VPN-Adapter) erfasst.

Ver­wal­tung und Pro­blem­lö­sung in Netz­wer­ken

Sehr nützlich kann es bei­spiels­wei­se für die lokale Netz­werk­ver­wal­tung und die Pro­blem­lö­sung in Netz­wer­ken sein, vergebene IP-Adressen zu finden. Sie können sich sowohl die IPv4- als auch die IPv6-Adresse anzeigen lassen. Letztere ist aktuell noch nicht so relevant wie der Vorläufer IPv4, wird aber zukünftig bei der Adress­ver­ga­be in Netz­wer­ken immer wichtiger werden. Schon heute werden IPv6-Adressen vermehrt im Internet of Things (IoT, Smart-Home-In­fra­struk­tu­ren) verwendet.

IP-Adresse ermitteln und kon­fi­gu­rie­ren

Die IP-Adresse des Standard-Gateways, mit der Anwender im Internet surfen, kann ebenfalls ermittelt werden (bei Heim­an­wen­dern ist das in der Regel die Adresse des DSL-Routers). Darüber hinaus kann ipconfig die Adress­da­ten für die Sub­netz­mas­ke und das Standard Gateway aller Netz­werk­ad­ap­ter anzeigen. Man kann mit ipconfig auch in Erfahrung bringen, ob ein WINS-Proxy (Proxy für Na­mens­auf­lö­sung mit WINS) oder IP-Routing (ein PC kann so kon­fi­gu­riert werden, dass er IP-Da­ten­pa­ke­te in andere Netzwerke wei­ter­lei­tet) aktiviert sind.

DCHP-Kon­fi­gu­ra­ti­on

Wer Netzwerke ein­rich­tet, nutzt dabei heute in der Regel die Zuweisung von IP-Adressen durch das Dynamic Host Con­fi­gu­ra­ti­on Protocol (DHCP). Ver­bin­dungs­su­chen­de Geräte werden dadurch ohne Zutun des Anwenders durch eine au­to­ma­ti­sier­te Vergabe von IP-Adressen ins heimische Netz ein­ge­bun­den. Tauchen bei dieser Art der dy­na­mi­schen Netz­werk­kon­fi­gu­ra­ti­on Probleme auf oder möchte man aus anderen Gründen in die Adress­ver­ga­be aktiv ein­grei­fen, kann ipconfig helfen.

Sie können DHCP-Routinen also mit ipconfig steuern und be­ein­flus­sen. Bei­spiels­wei­se kann eine IP-Adresse zu­rück­ge­ge­ben werden, die der DHCP-Server bei der au­to­ma­ti­sier­ten Vergabe falsch oder nicht im Sinne des Anwenders zu­ge­ord­net hat. Auch kann man sich über DHCP-Leases in­for­mie­ren und dadurch in Erfahrung bringen, wann eine DHCP-Adresse vergeben wurde und wie lange diese noch gültig ist. IP-Adressen werden von DHCP nicht fix für die Ewigkeit vergeben, sondern sind an eine Gül­tig­keits­dau­er gebunden. Server und Client können diese Vergabe jederzeit beenden, ändern und erneuern.

DNS-Cache löschen

Der so­ge­nann­te DNS-Cache be­schleu­nigt den Aufruf von Webseiten, indem er häufig benötigte Daten für den schnel­le­ren Zugriff in einem lokalen Tem­po­rär­spei­cher vorhält. Sind die dort ent­hal­te­nen Dateien für die be­schleu­nig­te Namensauflösung feh­ler­haft, kann es zu Feh­ler­mel­dun­gen und zu Problemen beim Abruf von In­ter­net­sei­ten kommen (z. B. HTTP-400-Fehler). Auch stellen Caches grund­sätz­lich ein Si­cher­heits­ri­si­ko dar, weil Hacker den Speichern wichtige In­for­ma­tio­nen entnehmen können und damit etwa beim Online-Banking durch DNS-Spoofing Schaden anrichten. Mit ipconfig können Sie den DNS-Cache löschen und dadurch Probleme und Si­cher­heits­ri­si­ken be­sei­ti­gen.

Ipconfig liefert zudem In­for­ma­tio­nen zum DNS-Server, der für Ihren Rechner zuständig ist. Es gibt noch weitere Ein­satz­mög­lich­kei­ten und An­wen­dungs­be­rei­che von ipconfig, die Sie unserer ta­bel­la­ri­schen Be­fehls­über­sicht entnehmen können.

Die ipconfig-Optionen im Überblick

Der Ba­sis­be­fehl ipconfig listet bereits wichtige In­for­ma­tio­nen zum Netzwerk auf. Damit ist das Potenzial des Tools aber bei weitem noch nicht aus­ge­schöpft. Erst durch hin­zu­ge­füg­te Optionen wird ipconfig zu einem viel­sei­ti­gen Werkzeug bei der Netz­werk­ver­wal­tung und -kon­fi­gu­ra­ti­on. In der folgenden Tabelle haben wir die grund­le­gen­den Optionen für den ipconfig-Befehl auf­ge­lis­tet und die Wir­kungs­wei­se sowie die Funktion wichtiger Parameter kurz erläutert:

/? Anzeigen der ipconfig-Hilfe
/all Anzeige aller Kon­fi­gu­ra­ti­ons­in­for­ma­tio­nen Angezeigt werden bei­spiels­wei­se zu­stän­di­ger DNS-Server, IP-Adressen aller Con­trol­ler bei mehreren Netz­werk­kar­ten, Stan­dard­gate­way, Sub­netz­mas­ke
/all­com­part­ments Zeigt In­for­ma­tio­nen zu allen Da­ten­de­pots an
/release IP-Adresse freigeben Angabe eines be­stimm­ten Adapters ist möglich (wenn mehrere Netz­werk­ad­ap­ter vorhanden sind); der Fol­ge­be­fehl /renew weist dann nach der Freigabe eine neue IP zu
/release6 IPv6-Adresse(n) freigeben Adres­siert speziell den DHCPv6-Server und gibt IPv6-Adressen frei
/renew IP-Adresse erneuern Angabe eines be­stimm­ten Adapters ist möglich (wenn mehrere Netz­werk­ad­ap­ter vorhanden sind)
/renew6 IPv6-Adresse(n) erneuern Adres­siert speziell den DHCPv6-Server und nimmt Änderung in der DHCPv6-Kon­fi­gu­ra­ti­on vor
/flushdns DNS-Auf­lö­sungs­cache leeren Empfiehlt sich bei schad­haf­ten Cache-Inhalten, kann Probleme be­sei­ti­gen, die Si­cher­heit erhöhen und das Surfen im Netz be­schleu­ni­gen
/re­gis­terdns Ak­tua­li­sie­rung aller DHCP-Leases und Re­gis­trie­rung von DNS-Namen Erneuert die DNS-Server-Re­gis­trie­rung; löst Probleme bei der dy­na­mi­schen Ak­tua­li­sie­rung zwischen einem Client und dem DNS-Server; ein dafür sonst not­wen­di­ger Neustart kann durch den Parameter umgangen werden; durch Er­neue­rung der Ein­stel­lun­gen können auch Probleme bei der Ver­bin­dung zwischen Rechner und In­ter­net­an­bie­ter gelöst werden
/dis­playdns Inhalt des DNS-Auf­lö­sungs­caches wird angezeigt
/show­clas­sid Anzeige von allen zu­ge­las­se­nen DHCP-Klas­sen­ken­nun­gen für einen Adapter DHCP-Klas­sen­ken­nun­gen erlauben eine de­tail­lier­te­re Steuerung der Kom­mu­ni­ka­ti­on zwischen Client und DHCP-Server. Sie sind speziell für die pro­fes­sio­nel­le Netz­werk­kon­fi­gu­ra­ti­on relevant, um z. B. Be­nut­zer­klas­sen gezielt zu im­ple­men­tie­ren und einer Gruppe von Clients spezielle DHCP-Optionen zu­zu­wei­sen. Vielfach geht es in diesem Kontext um die Erhöhung der Netz­werk­si­cher­heit
/set­clas­sid DHCP-Klas­sen­ken­nung ändern DHCP-Klas­sen­ken­nun­gen erlauben eine de­tail­lier­te­re Steuerung der internen Netz­werk­kom­mu­ni­ka­ti­on. Sie sind speziell für die pro­fes­sio­nel­le Netz­werk­kon­fi­gu­ra­ti­on relevant, um z. B. Be­nut­zer­klas­sen gezielt zu im­ple­men­tie­ren und Si­cher­heits­me­cha­nis­men in der Kom­mu­ni­ka­ti­on zwischen Client und DHCP-Server zu in­te­grie­ren

Pra­xis­bei­spie­le für den ipconfig-Befehl

Die Anwendung von ipconfig ist nicht besonders kom­pli­ziert. Bevor man den Befehl eingeben kann, muss die Windows-Ein­ga­be­auf­for­de­rung (cmd.exe) über den Ausführen-Dialog von Windows 10 auf­ge­ru­fen werden:

  1. Tas­ten­kom­bi­na­ti­on „WIN + R“ drücken
  2. „cmd“ in das Ein­ga­be­feld eintragen (1)
  3. den OK-Button drücken (2)

An­schlie­ßend wird in die Kom­man­do­zei­le der Befehl „ipconfig“ ein­ge­ge­ben und auf ENTER gedrückt. Für weitere An­wen­dungs­mög­lich­kei­ten ergänzen Sie das Kommando mit Pa­ra­me­tern bzw. Optionen. Die an­ge­häng­te Option „/?“ ruft zum Beispiel die Hilfe des Kom­man­do­zei­len­be­fehls auf.

Für jeden CMD-Befehl und seine Ver­wen­dung mit zu­sätz­li­chen Optionen gibt es eine For­mu­lie­rungs­scha­blo­ne, die Syntax genannt wird. Der grund­le­gen­de Aufbau des Struk­tur­mus­ters von ipconfig sieht wie folgt aus:

ipconfig [/allcompartments] [/all] [/renew [<adapter>]] [/release [<adapter>]] [/renew6[<adapter>]] [/release6 [<adapter>]] [/flushdns] [/displaydns] [/registerdns] [/showclassid <adapter>] [/setclassid <adapter> [<classID>]]

Möchten Sie sich einen Ge­samt­über­blick über die Netz­werk­kon­fi­gu­ra­ti­on ver­schaf­fen, müssen Sie lediglich eine kurze Be­fehls­syn­tax for­mu­lie­ren. Sie wird am Ende der Kom­man­do­zei­le, die nach dem Aufruf über den Ausführen-Dialog zunächst das aktuell ak­ti­vier­te Be­nut­zer­kon­to anzeigt (in den folgenden Bei­spie­len das Konto mit der Be­zeich­nung „Peter“), platziert:

ipconfig /all

Drücken Sie ab­schlie­ßend auf die ENTER-Taste, erhalten Sie eine Auf­lis­tung der ab­ge­frag­ten Netz­werk­kon­fi­gu­ra­ti­on:

Um den DNS-Cache zu löschen, reicht ebenfalls ein kurzer Befehl, der mit ENTER bestätigt und direkt aus­ge­führt wird:

ipconfig /flushdns 
ENTER
Tipp

Wie Sie Ihren DNS-Cache löschen, erfahren Sie Schritt für Schritt in unserem Artikel „DNS-Flush: Warum und wie man den DNS-Cache löscht“.

Den Befehl können Sie für in­stal­lier­te Netz­werk­ad­ap­ter auch mit Platz­hal­tern (Asterisk: *) verwenden. For­mu­lie­ren Sie z. B. „local*“, werden bei der Aus­füh­rung eines ipconfig-Befehls alle Adapter erfasst, deren Name an ir­gend­ei­ner Stelle die Buch­sta­ben­fol­ge „local“ enthalten. Windows verwendet „local“ etwa häufig im Zu­sam­men­hang mit in­stal­lier­ten Wireless-Lan-Adaptern, die am Ende mit einer durch­lau­fen­den Num­me­rie­rung versehen werden (also z. B. Local Area Con­nec­tion 1, Local Area Con­nec­tion 2 etc.). Möchte man etwa für einen be­stimm­ten Wi-Fi-Adapter die IP erneuern (z. B. den WLAN-Adapter mit der Be­zeich­nung „Local Area Con­nec­tion 2“), ist folgender Befehl zu verwenden:

ipconfig /renew "Local Area Connection 2"

Verwenden Sie immer An­füh­rungs­zei­chen, wenn in der Syntax längere For­mu­lie­run­gen (also mehrere Worte mit Leer­zei­chen) enthalten sind. Ansonsten funk­tio­niert der ipconfig-Befehl nicht.

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