Nextcloud auf Ubuntu 24.04 installieren: Schritt für Schritt zur eigenen Cloud
Mit Ubuntu 24.04 können Sie eine aktuelle, langfristig unterstützte Serverbasis nutzen, um Nextcloud sicher zu installieren und Ihre eigene Cloud-Umgebung zu betreiben. Die neue LTS-Version bietet fünf Jahre Sicherheitsupdates und eignet sich daher ideal für produktive Server.
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Schritt 1: Voraussetzungen für die Installation prüfen
Damit Nextcloud unter Ubuntu 24.04 stabil und zuverlässig betrieben werden kann, sollten einige grundlegende Voraussetzungen erfüllt sein. Die folgenden Punkte bilden die technische Basis für eine erfolgreiche Installation und einen späteren störungsfreien Betrieb:
- Ein Server mit Ubuntu 24.04 (z. B. VPS, Cloud-Server oder Dedicated Server), auf dem Sie volle Administrationsrechte besitzen
- Mindestens 2 GB RAM, ausreichend für kleinere Installationen mit wenigen Nutzerinnen und Nutzern; allgemein hängt der RAM-Bedarf von der Nutzungsintensität und der Userzahl ab
- Root-Zugriff oder ein Benutzerkonto mit sudo-Rechten, um Software installieren und Systemänderungen vornehmen zu können
- Eine eigene Domain (optional, jedoch empfohlen), insbesondere wenn Sie eine verschlüsselte HTTPS-Verbindung einrichten möchten
Für den produktiven Einsatz empfiehlt sich darüber hinaus ein Server mit SSD-Speicher sowie ausreichender CPU-Leistung, damit auch bei mehreren gleichzeitigen Zugriffen eine gute Performance gewährleistet bleibt.
Nextcloud ist eine Open-Source-Plattform für den Betrieb einer eigenen Cloud. Sie können damit Dateien speichern, synchronisieren und mit anderen teilen, wobei die Daten auf Ihrem eigenen Server liegen. Neben der Dateiverwaltung bietet Nextcloud zahlreiche Erweiterungen. Dazu zählen Kalender- und Kontaktverwaltung, Videokonferenzen, Aufgabenplanung oder kollaboratives Arbeiten an Dokumenten.
Schritt 2: System aktualisieren
Bevor Sie Software installieren, sollten Sie Ihr System auf den aktuellen Stand bringen. Hierzu können Sie die folgenden Befehle nutzen:
sudo apt update
sudo apt upgrade -ybashAuf diese Weise aktualisieren Sie die Paketliste und installieren verfügbare Sicherheitsupdates.
Schritt 3: Webserver installieren (Apache)
Nextcloud benötigt einen Webserver, damit die Anwendung über einen Browser aufgerufen werden kann. Der Webserver verarbeitet die Anfragen der Nutzerinnen und Nutzer und liefert die Inhalte der Cloud-Oberfläche aus. In dieser Anleitung wird dafür der weit verbreitete und bewährte Webserver Apache eingesetzt. Installieren Sie Apache mit folgendem Befehl:
sudo apt install apache2 -ybashWährend der Installation werden alle notwendigen Komponenten automatisch eingerichtet und der Dienst gestartet. Anschließend können Sie prüfen, ob Apache korrekt läuft:
sudo systemctl status apache2bashWird der Status mit „active (running)“ angezeigt, ist der Webserver aktiv. Öffnen Sie nun einen Browser und geben Sie die IP-Adresse Ihres Servers in die Adresszeile ein. Erscheint die Apache-Standardseite, wurde die Installation erfolgreich abgeschlossen und der Webserver ist einsatzbereit.
Schritt 4: PHP installieren
Nextcloud basiert auf PHP. Installieren Sie daher in einem nächsten Schritt die benötigten Komponenten:
sudo apt install libapache2-mod-php \
php php-gd php-mysql php-curl php-mbstring php-intl php-imagick \
php-xml php-zip php-bcmath php-gmp php-apcu php-redis unzip bzip2 -ybashDiese Pakete stellen sicher, dass alle erforderlichen Funktionen für Dateiverarbeitung, Datenbankanbindung und Verschlüsselung verfügbar sind.
Prüfen Sie nach der Installation die wichtigsten PHP-Einstellungen Ihrer Nextcloud-Umgebung. Dazu zählen insbesondere das Speicherlimit (memory_limit) sowie die Upload-Grenzen (upload_max_filesize und post_max_size). Nextcloud empfiehlt für memory_limit mindestens 512 MB. Wenn größere Dateien über die Weboberfläche hochgeladen werden sollen, sollten auch die Upload-Werte entsprechend angepasst werden. Achten Sie darauf, dass post_max_size mindestens so groß ist wie upload_max_filesize. Nach Änderungen an der PHP-Konfiguration muss der Webserver bzw. PHP-Dienst neu geladen werden.
Schritt 5: Datenbank einrichten (MariaDB)
Nextcloud speichert zentrale Informationen wie Benutzerkonten, Einstellungen und Freigaben in einer Datenbank. Unter Ubuntu 24.04 wird dafür häufig MariaDB verwendet, da es stabil, weit verbreitet und vollständig kompatibel mit MySQL ist. Installieren Sie zunächst den Datenbankserver:
sudo apt install mariadb-server -ybashAnschließend sollten Sie die Installation absichern:
sudo mysql_secure_installationbashFür produktive Installationen empfiehlt es sich, die MariaDB- bzw. MySQL-Konfiguration zusätzlich auf die Anforderungen von Nextcloud abzustimmen. Wichtig ist vor allem der Transaktionsmodus READ-COMMITTED, da er Probleme bei vielen gleichzeitigen Zugriffen und parallelen Dateioperationen vermeiden kann. Wenn binäres Loggen verwendet wird, sollte außerdem binlog_format = ROW gesetzt sein. Diese Einstellungen betreffen den Datenbankserver selbst und müssen nach Änderungen durch einen Neustart des Datenbankdienstes übernommen werden.
Der Assistent hilft Ihnen dabei, grundlegende Sicherheitseinstellungen vorzunehmen, etwa das Entfernen anonymer User oder das Deaktivieren unsicherer Standardoptionen. Melden Sie sich danach in der Datenbank an:
sudo mysqlbashErstellen Sie nun eine eigene Datenbank für Nextcloud mit dem Zeichensatz utf8mb4, richten Sie einen separaten User ein und vergeben Sie ein sicheres Passwort:
CREATE DATABASE IF NOT EXISTS nextcloud CHARACTER SET utf8mb4 COLLATE utf8mb4_general_ci;
CREATE USER 'ncuser'@'localhost' IDENTIFIED BY 'sicherespasswort';
GRANT ALL PRIVILEGES ON nextcloud.* TO 'ncuser'@'localhost';
FLUSH PRIVILEGES;
EXIT;sqlDamit steht nun eine eigenständige Datenbank bereit, auf die ausschließlich Nextcloud zugreifen kann.
Schritt 6: Nextcloud herunterladen
Im nächsten Schritt erfolgt die eigentliche Installation von Nextcloud unter Ubuntu 24.04. Wechseln Sie hierzu in das Webverzeichnis:
cd /var/www/bashLaden Sie die aktuelle Version von Nextcloud herunter und setzen Sie anschließend die entsprechenden Zugriffsrechte:
sudo wget https://download.nextcloud.com/server/releases/latest.tar.bz2
sudo tar -xjf latest.tar.bz2
sudo chown -R www-data:www-data /var/www/nextcloud
sudo find nextcloud/ -type d -exec chmod 750 {} \;
sudo find nextcloud/ -type f -exec chmod 640 {} \;bashSchritt 7: Apache konfigurieren
Damit Apache weiß, unter welcher Domain Ihre Nextcloud erreichbar sein soll und wo sich die Dateien befinden, müssen Sie eine eigene Konfigurationsdatei anlegen. Erstellen Sie zunächst eine neue Datei:
sudo nano /etc/apache2/sites-available/nextcloud.confbashIn dieser Datei definieren Sie einen sogenannten VirtualHost. Damit teilen Sie Apache mit, welche Domain auf welches Verzeichnis verweist. Fügen Sie folgenden Inhalt ein:
<VirtualHost *:80>
ServerName ihre-domain.de
DocumentRoot /var/www/nextcloud
<Directory /var/www/nextcloud/>
Require all granted
AllowOverride All
Options FollowSymLinks MultiViews
<IfModule mod_dav.c>
Dav off
</IfModule>
</Directory>
</VirtualHost>apacheconfServerName gibt Ihre Domain an. Ersetzen Sie ihre-domain.de dabei entsprechend. DocumentRoot legt fest, wo sich die Nextcloud-Dateien befinden. Der Directory-Block erlaubt den Zugriff auf das Verzeichnis und sorgt dafür, dass Nextcloud eigene Einstellungen über .htaccess-Dateien verwenden darf.
Speichern Sie die Datei und aktivieren Sie anschließend die neue Konfiguration:
sudo a2ensite nextcloud.conf
sudo a2enmod rewrite headers env dir mime
sudo systemctl restart apache2bashNach dem Neustart ist die Konfiguration wirksam und Ihre Nextcloud-Instanz kann über die angegebene Domain aufgerufen werden.
Schritt 8: Installation im Browser abschließen
Nachdem Webserver, PHP und Datenbank eingerichtet sind, erfolgt der letzte Schritt direkt im Browser. Rufen Sie dazu Ihre Domain oder alternativ die IP-Adresse Ihres Servers auf. Es erscheint automatisch der Installationsassistent von Nextcloud.
Im ersten Schritt legen Sie hier ein Administratorkonto an. Dieser User hat später volle Rechte innerhalb Ihrer Cloud-Umgebung. Geben Sie daher einen sicheren Admin-Benutzernamen sowie ein starkes Passwort ein.
Darunter tragen Sie die Datenbankdaten ein, die Sie zuvor erstellt haben, in unserem Beispiel:
- Datenbankname:
nextcloud - Datenbankbenutzer:
ncuser - Passwort: das von Ihnen gewählte Datenbankpasswort
- Host:
localhost(mit dieser Angabe wird festgelegt, dass sich die Datenbank auf demselben Server befindet).
Nextcloud richtet nun automatisch die benötigten Tabellen ein und konfiguriert die Umgebung. Dieser Vorgang dauert je nach Systemleistung einige Minuten. Danach werden Sie direkt auf das Dashboard weitergeleitet und können mit der Einrichtung Ihrer Cloud beginnen. Damit Nextcloud Hintergrundaufgaben wie Dateiprüfungen, Benachrichtigungen oder Aufräumprozesse zuverlässig ausführt, empfiehlt sich für produktive Installationen beispielsweise die Einrichtung von Cronjobs. Die standardmäßige AJAX-Ausführung ist von Seitenaufrufen abhängig und daher vor allem für kleinere oder private Installationen geeignet.
Für den produktiven Betrieb empfiehlt es sich, Nextcloud ausschließlich verschlüsselt über HTTPS bereitzustellen, um Anmeldedaten und Dateiübertragungen zu schützen. Dies lässt sich unkompliziert mit einem kostenlosen SSL-Zertifikat, etwa via Let’s-Encrypt-Installation, umsetzen. Nach erfolgreicher Einrichtung ist die Verbindung verschlüsselt, was im Browser durch das Schloss-Symbol in der Adresszeile erkennbar ist.

