Mit Ubuntu 24.04 können Sie eine aktuelle, lang­fris­tig un­ter­stütz­te Ser­ver­ba­sis nutzen, um Nextcloud sicher zu in­stal­lie­ren und Ihre eigene Cloud-Umgebung zu betreiben. Die neue LTS-Version bietet fünf Jahre Si­cher­heits­up­dates und eignet sich daher ideal für pro­duk­ti­ve Server.

vServer / VPS
VPS un­schlag­bar günstig auf Dell En­ter­pri­se Servern
  • 1 Gbit/s, un­be­grenzt Traffic & mehr Cores
  • Min­des­tens 99,99% Ver­füg­bar­keit & ISO-zer­ti­fi­zier­te Re­chen­zen­tren
  • Aus­ge­zeich­ne­ter 24/7 Premium-Support mit per­sön­li­chem Berater

Schritt 1: Vor­aus­set­zun­gen für die In­stal­la­ti­on prüfen

Damit Nextcloud unter Ubuntu 24.04 stabil und zu­ver­läs­sig betrieben werden kann, sollten einige grund­le­gen­de Vor­aus­set­zun­gen erfüllt sein. Die folgenden Punkte bilden die tech­ni­sche Basis für eine er­folg­rei­che In­stal­la­ti­on und einen späteren stö­rungs­frei­en Betrieb:

  • Ein Server mit Ubuntu 24.04 (z. B. VPS, Cloud-Server oder Dedicated Server), auf dem Sie volle Ad­mi­nis­tra­ti­ons­rech­te besitzen
  • Min­des­tens 2 GB RAM, aus­rei­chend für kleinere In­stal­la­tio­nen mit wenigen Nut­ze­rin­nen und Nutzern; allgemein hängt der RAM-Bedarf von der Nut­zungs­in­ten­si­tät und der Userzahl ab
  • Root-Zugriff oder ein Be­nut­zer­kon­to mit sudo-Rechten, um Software in­stal­lie­ren und Sys­tem­än­de­run­gen vornehmen zu können
  • Eine eigene Domain (optional, jedoch empfohlen), ins­be­son­de­re wenn Sie eine ver­schlüs­sel­te HTTPS-Ver­bin­dung ein­rich­ten möchten

Für den pro­duk­ti­ven Einsatz empfiehlt sich darüber hinaus ein Server mit SSD-Speicher sowie aus­rei­chen­der CPU-Leistung, damit auch bei mehreren gleich­zei­ti­gen Zugriffen eine gute Per­for­mance ge­währ­leis­tet bleibt.

Hinweis

Nextcloud ist eine Open-Source-Plattform für den Betrieb einer eigenen Cloud. Sie können damit Dateien speichern, syn­chro­ni­sie­ren und mit anderen teilen, wobei die Daten auf Ihrem eigenen Server liegen. Neben der Da­tei­ver­wal­tung bietet Nextcloud zahl­rei­che Er­wei­te­run­gen. Dazu zählen Kalender- und Kon­takt­ver­wal­tung, Vi­deo­kon­fe­ren­zen, Auf­ga­ben­pla­nung oder kol­la­bo­ra­ti­ves Arbeiten an Do­ku­men­ten.

Schritt 2: System ak­tua­li­sie­ren

Bevor Sie Software in­stal­lie­ren, sollten Sie Ihr System auf den aktuellen Stand bringen. Hierzu können Sie die folgenden Befehle nutzen:

sudo apt update
sudo apt upgrade -y
bash

Auf diese Weise ak­tua­li­sie­ren Sie die Pa­ket­lis­te und in­stal­lie­ren ver­füg­ba­re Si­cher­heits­up­dates.

Schritt 3: Webserver in­stal­lie­ren (Apache)

Nextcloud benötigt einen Webserver, damit die Anwendung über einen Browser auf­ge­ru­fen werden kann. Der Webserver ver­ar­bei­tet die Anfragen der Nut­ze­rin­nen und Nutzer und liefert die Inhalte der Cloud-Ober­flä­che aus. In dieser Anleitung wird dafür der weit ver­brei­te­te und bewährte Webserver Apache ein­ge­setzt. In­stal­lie­ren Sie Apache mit folgendem Befehl:

sudo apt install apache2 -y
bash

Während der In­stal­la­ti­on werden alle not­wen­di­gen Kom­po­nen­ten au­to­ma­tisch ein­ge­rich­tet und der Dienst gestartet. An­schlie­ßend können Sie prüfen, ob Apache korrekt läuft:

sudo systemctl status apache2
bash

Wird der Status mit „active (running)“ angezeigt, ist der Webserver aktiv. Öffnen Sie nun einen Browser und geben Sie die IP-Adresse Ihres Servers in die Adress­zei­le ein. Erscheint die Apache-Stan­dard­sei­te, wurde die In­stal­la­ti­on er­folg­reich ab­ge­schlos­sen und der Webserver ist ein­satz­be­reit.

Schritt 4: PHP in­stal­lie­ren

Nextcloud basiert auf PHP. In­stal­lie­ren Sie daher in einem nächsten Schritt die be­nö­tig­ten Kom­po­nen­ten:

sudo apt install libapache2-mod-php \
php php-gd php-mysql php-curl php-mbstring php-intl php-imagick \
php-xml php-zip php-bcmath php-gmp php-apcu php-redis unzip bzip2 -y
bash

Diese Pakete stellen sicher, dass alle er­for­der­li­chen Funk­tio­nen für Da­tei­ver­ar­bei­tung, Da­ten­bank­an­bin­dung und Ver­schlüs­se­lung verfügbar sind.

Hinweis

Prüfen Sie nach der In­stal­la­ti­on die wich­tigs­ten PHP-Ein­stel­lun­gen Ihrer Nextcloud-Umgebung. Dazu zählen ins­be­son­de­re das Spei­cher­li­mit (memory_limit) sowie die Upload-Grenzen (upload_max_filesize und post_max_size). Nextcloud empfiehlt für memory_limit min­des­tens 512 MB. Wenn größere Dateien über die Web­ober­flä­che hoch­ge­la­den werden sollen, sollten auch die Upload-Werte ent­spre­chend angepasst werden. Achten Sie darauf, dass post_max_size min­des­tens so groß ist wie upload_max_filesize. Nach Än­de­run­gen an der PHP-Kon­fi­gu­ra­ti­on muss der Webserver bzw. PHP-Dienst neu geladen werden.

Schritt 5: Datenbank ein­rich­ten (MariaDB)

Nextcloud speichert zentrale In­for­ma­tio­nen wie Be­nut­zer­kon­ten, Ein­stel­lun­gen und Freigaben in einer Datenbank. Unter Ubuntu 24.04 wird dafür häufig MariaDB verwendet, da es stabil, weit ver­brei­tet und voll­stän­dig kom­pa­ti­bel mit MySQL ist. In­stal­lie­ren Sie zunächst den Da­ten­bank­ser­ver:

sudo apt install mariadb-server -y
bash

An­schlie­ßend sollten Sie die In­stal­la­ti­on absichern:

sudo mysql_secure_installation
bash
Hinweis

Für pro­duk­ti­ve In­stal­la­tio­nen empfiehlt es sich, die MariaDB- bzw. MySQL-Kon­fi­gu­ra­ti­on zu­sätz­lich auf die An­for­de­run­gen von Nextcloud ab­zu­stim­men. Wichtig ist vor allem der Trans­ak­ti­ons­mo­dus READ-COMMITTED, da er Probleme bei vielen gleich­zei­ti­gen Zugriffen und par­al­le­len Da­tei­ope­ra­tio­nen vermeiden kann. Wenn binäres Loggen verwendet wird, sollte außerdem binlog_format = ROW gesetzt sein. Diese Ein­stel­lun­gen betreffen den Da­ten­bank­ser­ver selbst und müssen nach Än­de­run­gen durch einen Neustart des Da­ten­bank­diens­tes über­nom­men werden.

Der Assistent hilft Ihnen dabei, grund­le­gen­de Si­cher­heits­ein­stel­lun­gen vor­zu­neh­men, etwa das Entfernen anonymer User oder das De­ak­ti­vie­ren un­si­che­rer Stan­dard­op­tio­nen. Melden Sie sich danach in der Datenbank an:

sudo mysql
bash

Erstellen Sie nun eine eigene Datenbank für Nextcloud mit dem Zei­chen­satz utf8mb4, richten Sie einen separaten User ein und vergeben Sie ein sicheres Passwort:

CREATE DATABASE IF NOT EXISTS nextcloud CHARACTER SET utf8mb4 COLLATE utf8mb4_general_ci;
CREATE USER 'ncuser'@'localhost' IDENTIFIED BY 'sicherespasswort';
GRANT ALL PRIVILEGES ON nextcloud.* TO 'ncuser'@'localhost';
FLUSH PRIVILEGES;
EXIT;
sql

Damit steht nun eine ei­gen­stän­di­ge Datenbank bereit, auf die aus­schließ­lich Nextcloud zugreifen kann.

Schritt 6: Nextcloud her­un­ter­la­den

Im nächsten Schritt erfolgt die ei­gent­li­che In­stal­la­ti­on von Nextcloud unter Ubuntu 24.04. Wechseln Sie hierzu in das Web­ver­zeich­nis:

cd /var/www/
bash

Laden Sie die aktuelle Version von Nextcloud herunter und setzen Sie an­schlie­ßend die ent­spre­chen­den Zu­griffs­rech­te:

sudo wget https://download.nextcloud.com/server/releases/latest.tar.bz2
sudo tar -xjf latest.tar.bz2
sudo chown -R www-data:www-data /var/www/nextcloud
sudo find nextcloud/ -type d -exec chmod 750 {} \;
sudo find nextcloud/ -type f -exec chmod 640 {} \;
bash

Schritt 7: Apache kon­fi­gu­rie­ren

Damit Apache weiß, unter welcher Domain Ihre Nextcloud er­reich­bar sein soll und wo sich die Dateien befinden, müssen Sie eine eigene Kon­fi­gu­ra­ti­ons­da­tei anlegen. Erstellen Sie zunächst eine neue Datei:

sudo nano /etc/apache2/sites-available/nextcloud.conf
bash

In dieser Datei de­fi­nie­ren Sie einen so­ge­nann­ten VirtualHost. Damit teilen Sie Apache mit, welche Domain auf welches Ver­zeich­nis verweist. Fügen Sie folgenden Inhalt ein:

<VirtualHost *:80>
    ServerName ihre-domain.de
    DocumentRoot /var/www/nextcloud
    <Directory /var/www/nextcloud/>
        Require all granted
        AllowOverride All
        Options FollowSymLinks MultiViews
        <IfModule mod_dav.c>
            Dav off
        </IfModule>
    </Directory>
</VirtualHost>
apach­econf

ServerName gibt Ihre Domain an. Ersetzen Sie ihre-domain.de dabei ent­spre­chend. DocumentRoot legt fest, wo sich die Nextcloud-Dateien befinden. Der Directory-Block erlaubt den Zugriff auf das Ver­zeich­nis und sorgt dafür, dass Nextcloud eigene Ein­stel­lun­gen über .htaccess-Dateien verwenden darf.

Speichern Sie die Datei und ak­ti­vie­ren Sie an­schlie­ßend die neue Kon­fi­gu­ra­ti­on:

sudo a2ensite nextcloud.conf
sudo a2enmod rewrite headers env dir mime
sudo systemctl restart apache2
bash

Nach dem Neustart ist die Kon­fi­gu­ra­ti­on wirksam und Ihre Nextcloud-Instanz kann über die an­ge­ge­be­ne Domain auf­ge­ru­fen werden.

Schritt 8: In­stal­la­ti­on im Browser ab­schlie­ßen

Nachdem Webserver, PHP und Datenbank ein­ge­rich­tet sind, erfolgt der letzte Schritt direkt im Browser. Rufen Sie dazu Ihre Domain oder al­ter­na­tiv die IP-Adresse Ihres Servers auf. Es erscheint au­to­ma­tisch der In­stal­la­ti­ons­as­sis­tent von Nextcloud.

Im ersten Schritt legen Sie hier ein Ad­mi­nis­tra­tor­kon­to an. Dieser User hat später volle Rechte innerhalb Ihrer Cloud-Umgebung. Geben Sie daher einen sicheren Admin-Be­nut­zer­na­men sowie ein starkes Passwort ein.

Darunter tragen Sie die Da­ten­bank­da­ten ein, die Sie zuvor erstellt haben, in unserem Beispiel:

  • Da­ten­bank­na­me: nextcloud
  • Da­ten­bank­be­nut­zer: ncuser
  • Passwort: das von Ihnen gewählte Da­ten­bank­pass­wort
  • Host: localhost (mit dieser Angabe wird fest­ge­legt, dass sich die Datenbank auf demselben Server befindet).

Nextcloud richtet nun au­to­ma­tisch die be­nö­tig­ten Tabellen ein und kon­fi­gu­riert die Umgebung. Dieser Vorgang dauert je nach Sys­tem­leis­tung einige Minuten. Danach werden Sie direkt auf das Dashboard wei­ter­ge­lei­tet und können mit der Ein­rich­tung Ihrer Cloud beginnen. Damit Nextcloud Hin­ter­grund­auf­ga­ben wie Da­tei­prü­fun­gen, Be­nach­rich­ti­gun­gen oder Auf­räum­pro­zes­se zu­ver­läs­sig ausführt, empfiehlt sich für pro­duk­ti­ve In­stal­la­tio­nen bei­spiels­wei­se die Ein­rich­tung von Cronjobs. Die stan­dard­mä­ßi­ge AJAX-Aus­füh­rung ist von Sei­ten­auf­ru­fen abhängig und daher vor allem für kleinere oder private In­stal­la­tio­nen geeignet.

Hinweis

Für den pro­duk­ti­ven Betrieb empfiehlt es sich, Nextcloud aus­schließ­lich ver­schlüs­selt über HTTPS be­reit­zu­stel­len, um An­mel­de­da­ten und Da­tei­über­tra­gun­gen zu schützen. Dies lässt sich un­kom­pli­ziert mit einem kos­ten­lo­sen SSL-Zer­ti­fi­kat, etwa via Let’s-Encrypt-In­stal­la­ti­on, umsetzen. Nach er­folg­rei­cher Ein­rich­tung ist die Ver­bin­dung ver­schlüs­selt, was im Browser durch das Schloss-Symbol in der Adress­zei­le erkennbar ist.

Zum Hauptmenü