Photon OS ist ein mi­ni­ma­lis­ti­scher Container-Host des US-ame­ri­ka­ni­schen Un­ter­neh­mens VMware. Zwar ist das Be­triebs­sys­tem für die Platt­for­men der Firma optimiert, es funk­tio­niert aber grund­sätz­lich auch in anderen Um­ge­bun­gen. Die Dis­tri­bu­ti­on gilt als sehr schlank und sicher, richtet sich al­ler­dings eher an erfahrene Nutzer.

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Was ist Photon OS?

Photon OS ist eine Linux-Dis­tri­bu­ti­on, die von VMware ent­wi­ckelt und ver­öf­fent­licht wird. Der Haupt­ein­satz­zweck des Be­triebs­sys­tems ist die Container-Im­ple­men­tie­rung. Zwar ist Photon OS für Platt­for­men von VMware optimiert, es läuft aber auch in zahl­rei­chen anderen Um­ge­bun­gen. Erstmals vor­ge­stellt wurde das System bereits im Jahr 2015. Seitdem ent­wi­ckel­te VMware ver­schie­de­ne Versionen, die vor allem im Bereich Si­cher­heit und Ma­nage­ment ver­bes­sert wurden. Die mi­ni­ma­lis­ti­sche Linux-Dis­tri­bu­ti­on selbst ist sehr schlank und wird mit einem vor­in­stal­lier­ten Docker aus­ge­lie­fert. Un­ter­stützt wird dabei neben ARM64 und x64 auch Raspberry Pi. Photon OS ist Open Source und verwendet die Apache License 2.0.

Für wen ist Photon OS geeignet?

Photon OS ist auf den Einsatz von Con­tai­nern ausgelegt und wird von sämt­li­chen VMware-Um­ge­bun­gen genutzt. Das Be­triebs­sys­tem ist sehr schlank und mi­ni­ma­lis­tisch, erfüllt aber auch höchste Ansprüche in Bezug auf Ge­schwin­dig­keit, Si­cher­heit und Funk­tio­na­li­tät. Das macht es zur idealen Linux-Dis­tri­bu­ti­on für erfahrene Nutzer, die in den Bereichen Mi­cro­ser­vices, Container und Vir­tua­li­sie­rung aktiv sind. Gerade in Re­chen­zen­tren erfüllt Photon OS her­vor­ra­gen­de Dienste.

Welche Sys­tem­an­for­de­run­gen stellt die Dis­tri­bu­ti­on?

Images von Photon OS gibt es aktuell für VMware vSphere, VMware Work­sta­tion Pro, VMware Fusion, Microsoft Azure, Google Compute Engine und Amazon Elastic Compute Cloud und in zwei Versionen. Die Mi­ni­mal­ver­si­on benötigt lediglich 512 MB Spei­cher­platz. Dazu wird ein Ar­beits­spei­cher von min­des­tens 2 GB RAM empfohlen. Für die Voll­ver­si­on werden 8 GB Spei­cher­platz für Fusion und Work­sta­tion ver­an­schlagt. vSphere benötigt das Doppelte.

Was bietet Photon OS?

Photon OS ist mit dem Docker Daemon aus­ge­stat­tet und enthält ein Lifecycle Ma­nage­ment System namens tdnf, das YUM-kom­pa­ti­bel und pa­ket­ba­siert ist. Dazu gibt es einen Kernel, der von VMware nach den Richt­li­ni­en des Kernel Self Pro­tec­tion Projects (KSPP) optimiert wird. Seit der Version Photon OS 4.0 gibt es Support für OpenSSL 3.0, das Ma­nage­ment­tool pmd-nextgen für die Arbeit mit Clouds und mobilen An­wen­dun­gen sowie die wich­tigs­ten Pakete zu Linux Kernel, Glibc, Systemd, Python3, Openjdk und Cloud-init. Sämtliche gängigen Con­tai­ner­for­ma­te können mit Photon OS ver­ar­bei­tet werden. Con­tai­ner­ba­sier­te Ap­pli­ka­tio­nen lassen sich mit dem System von der Ent­wick­lung bis zur Pro­duk­ti­on migrieren.

Welche Vor- und Nachteile hat das Be­triebs­sys­tem?

Da Photon OS eine recht spezielle und nur für bestimmte Ein­satz­zwe­cke vor­ge­se­he­ne Linux-Dis­tri­bu­ti­on ist, lohnt sich ein genauer Blick auf die Vor- und Nachteile, um zu über­prü­fen, ob das Be­triebs­sys­tem das richtige für Ihre Zwecke ist.

Vorteile

  • Größe: Bereits VMware selbst legt den klaren Fokus auf den mi­ni­ma­lis­ti­schen Ansatz von Photon OS. Das ist nur allzu ver­ständ­lich. Das Be­triebs­sys­tem ist sehr schlank und funk­tio­niert daher auf vielen ver­schie­de­nen Maschinen.
  • Si­cher­heit: Trotz des über­schau­ba­ren Umfangs wird das Thema Si­cher­heit bei Photon OS groß­ge­schrie­ben. Der si­cher­heits­ge­här­te­te Kernel ist sehr gut geschützt, da für das System die Emp­feh­lun­gen des Kernel Self Pro­tec­tion Projects (KSPP) genutzt werden. Für die gängigen Container-Pakete werden dazu von VMware re­gel­mä­ßig Si­cher­heits­up­dates zur Verfügung gestellt.
  • Ver­wal­tung: Das Ma­nage­ment von Photon OS wurde im Laufe der un­ter­schied­li­chen Versionen immer weiter angepasst und optimiert. Gerade der Photon Ma­nage­ment Daemon er­leich­tert die Ver­wal­tung von Netz­werk­schnitt­stel­len, Paketen, Firewalls und Benutzern. Durch native Ku­ber­netes-Binaries können mit Photon OS Ku­ber­netes-Container erstellt werden.
  • Open Source: Durch den Open-Source-Ansatz haben sämtliche Nutzer Zugriff auf den Quelltext und können so an und mit Photon OS frei arbeiten. Die Codebasis steht damit für jeden Nutzer offen.
  • Container: Auch wenn Photon OS eng mit VMware verknüpft ist und von dem Un­ter­neh­men her­aus­ge­bracht wird, können alle gängigen Container mit dem Be­triebs­sys­tem verwendet werden.

Nachteile

  • Keine Viel­sei­tig­keit: Photon OS ist stark im Bereich der Container-Vir­tua­li­sie­rung, eignet sich al­ler­dings darüber hinaus nicht für viele Ein­satz­zwe­cke. Wer auf der Suche nach einer viel­sei­ti­gen Linux-Dis­tri­bu­ti­on ist, findet bessere Optionen.
  • Bindung zu VMware: Selbst wenn Photon OS grund­sätz­lich auch in anderen Um­ge­bun­gen laufen kann, kri­ti­sie­ren viele Nutzer die enge Bindung oder gar Ab­hän­gig­keit von VMware. Das Be­triebs­sys­tem ist klar für die un­ter­schied­li­chen VMware-Platt­for­men optimiert.
  • Be­nut­zer­freund­lich­keit: Photon OS richtet sich in erster Linie an erfahrene Nutzer, die sich bereits gut mit Linux und der Container-Vir­tua­li­sie­rung auskennen. Für Ein­stei­ger ist das Be­triebs­sys­tem, das lediglich eine Be­fehls­zei­len­schnitt­stel­le zur Verfügung stellt, eher nicht geeignet.
  • Kleine Community: Im Vergleich zu anderen Dis­tri­bu­tio­nen verfügt Photon OS nur über eine sehr über­sicht­li­che Community. Bei Fragen und Problemen sind Nutzer daher oft auf sich allein gestellt.

Al­ter­na­ti­ven zu Photon OS

Während Photon OS lediglich in vir­tu­el­len Um­ge­bun­gen läuft, gibt es für anderen Ein­satz­zwe­cke zahl­rei­che al­ter­na­ti­ve Linux-Dis­tri­bu­tio­nen. Dazu zählen bei­spiels­wei­se die beiden bekannten Be­triebs­sys­te­me Ubuntu und Debian oder das Derivat Linux Mint. Für um­fang­rei­che Si­cher­heits­checks und Ethical Hacking hat sich Kali Linux bewährt. Wer keine Angst vor Linux-Befehlen hat, bekommt mit Arch Linux ein mi­ni­ma­lis­ti­sches und dadurch extrem flexibles Be­triebs­sys­tem. Für Nutzer, die sich an CentOS gewöhnt haben, bieten AlmaLinux und Rocky Linux will­kom­me­ne Nach­fol­ger.

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