Der Mini-Rechner Raspberry Pi ist nicht nur für Spie­le­rei­en gut oder um Kindern den Umgang mit Hardware und Pro­gram­mie­rung nä­her­zu­brin­gen. In­zwi­schen erstellen Nutzer mit dem Raspberry Pi Webserver oder richten mit ownCloud auf dem Raspberry Pi einen Cloud­ser­ver ein. Auch die Kom­bi­na­ti­on von Raspberry Pi und Nextcloud ist möglich. Manche Anwender haben sogar bereits eigene Raspberry-Pi-Mail­ser­ver aufgebaut.

Auch Ent­wick­ler haben den Ein­pla­ti­nen­com­pu­ter für sich entdeckt. Web- und Software-Ent­wick­ler nutzen den Mini-Computer ohnehin schon längst, um bei­spiels­wei­se mit dem Internet of Things zu arbeiten. Warum also nicht die Vorteile von Docker auch auf dem Raspberry Pi nutzen?

Docker unter Raspberry Pi OS in­stal­lie­ren

Docker lässt sich im besten Fall einfach unter dem Be­triebs­sys­tem von Raspberry Pi in­stal­lie­ren. Das Docker-Team hat dafür ein eigenes In­stal­la­ti­ons­skript be­reit­ge­stellt. Im ersten Schritt müssen Sie das Skript her­un­ter­la­den und ausführen. Das funk­tio­niert per curl-Command.

curl -fsSL https://get.docker.com | sh

Um wirklich si­cher­zu­ge­hen, dass die In­stal­la­ti­on auch geklappt hat, kann man das Hello-World-Image aus­pro­bie­ren.

docker run armhf/hello-world

Wenn alles geklappt hat, müsste Docker das Image aus dem Internet ziehen und dann ausführen. Sie sollten eine Nachricht der Ent­wick­ler angezeigt bekommen. Es handelt sich hierbei nicht um das normale Hello-World-Image, das man auf anderen Systemen laufen lassen würde. Das gemeinte Image wurde speziell für ARM-Pro­zes­so­ren (und damit auch für den Raspberry Pi) erstellt.

Hinweis

Docker-Container werden sowohl von of­fi­zi­el­len Ent­wick­lern als auch von der Community be­reit­ge­stellt. Um kein Si­cher­heits­ri­si­ko ein­zu­ge­hen, sollten Sie nur solche Container verwenden, die aktiv gepflegt und bereits von vielen Benutzern verwendet werden. Im DockerHub findet man auch Container, die speziell für Raspberry Pi zu­sam­men­ge­stellt wurden. Das Re­po­si­to­ry bietet zu­sätz­lich die Option, sich nur „Official Images“ oder Container von „Verified Pu­blishers“ anzeigen zu lassen.

Hypriot OS: Die All-in-one-Lösung

Ein kleines Team aus Ent­wick­lern hat für alle, die ein besseres Erlebnis mit dem Raspberry Pi und Docker haben wollen, ein spe­zi­el­les Be­triebs­sys­tem ent­wi­ckelt: Hypriot OS ist speziell für den Container-Einsatz vor­kon­fi­gu­riert. Das Be­triebs­sys­tem basiert auf Debian, ist aber so minimal gehalten, dass es sowohl für den Raspberry Pi als auch für Docker perfekt geeignet ist. Auch der Kernel ist speziell für diesen Ein­satz­zweck optimiert. Durch den leicht­ge­wich­ti­gen Aufbau des Systems ist es auch auf eher leis­tungs­schwä­che­ren Systemen möglich, mehrere Container ne­ben­ein­an­der zu betreiben.

Man in­stal­liert Hypriot OS wie andere Be­triebs­sys­te­me für den Raspberry Pi auch: Zuerst bereitet man auf einem anderen Computer eine SD-Karte mit dem Image von Hypriot vor. (Das Be­triebs­sys­tem lässt sich kostenlos auf der Homepage oder über GitHub her­un­ter­la­den.) Die Spei­cher­kar­te wird an­schlie­ßend in den Raspberry Pi gesteckt. Beim Starten lädt der Computer dann von der Karte und läuft dann mit Hypriot. Über eine SSH-Ver­bin­dung kann man im Anschluss von seinem ei­gent­li­chen Computer auf den Raspberry Pi zugreifen und Docker auf dem Raspberry Pi verwenden.

Tipp

Un­ab­hän­gig davon, wie Sie Docker auf den Raspberry Pi bringen, im Anschluss müssen Sie mit der Container-Software auch arbeiten. In unserem Docker-Tutorial lernen Sie die ersten Schritte und viele wichtigen In­for­ma­tio­nen rund um Docker.

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