Un­ter­neh­men bauen heut­zu­ta­ge verstärkt ihre IT-In­fra­struk­tur in ver­teil­ten Cloud-Um­ge­bun­gen auf. Das ist praktisch, doch was, wenn dabei etwas schief geht? Disaster Recovery als Be­stand­teil des Be­triebs­kon­ti­nui­täts­ma­nage­ment kommt eine wichtige Rolle für das Auf­recht­erhal­ten der Ge­schäfts­pro­zes­se bei. Mit Disaster Recovery as a Service (DRaaS) wird die die Sicherung kri­ti­scher Systeme an einen spe­zia­li­sier­ten Partner aus­ge­glie­dert.

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Was ist Disaster Recovery as a Service?

Bei Disaster Recovery as a Service (DRaaS) handelt es sich um einen Managed IT-Service. DRaaS ist ein Spe­zi­al­fall von Disaster Recovery, zu Deutsch Ka­ta­stro­phen­wie­der­her­stel­lung bzw. Not­fall­wie­der­her­stel­lung. Wie der Zusatz „as a Service“ ausdrückt, wird die Aufgabe einer dritten Partei als Dienst­leis­tung über­tra­gen. Disaster Recovery as a Service ist eine der be­lieb­tes­ten und am schnells­ten wach­sen­den IT-Dienst­leis­tun­gen im Bereich des Cloud-Computing.

Disaster Recovery ist ein in­te­gra­ler Be­stand­teil des Business Con­ti­nui­ty Ma­nage­ment (BCM), zu Deutsch Be­triebs­kon­ti­nui­täts­ma­nage­ment. Das BCM umfasst Pläne und Vor­be­rei­tun­gen für die Wei­ter­füh­rung der Ge­schäfts­pro­zes­se bei teil­wei­sem oder kom­plet­tem Ausfall kri­ti­scher Systeme. Aufgabe der Disaster Recovery ist das plan­mä­ßi­ge Wie­der­her­stel­len des normalen Be­triebs­zu­stands. Grund­le­gend ist ein Business Con­ti­nui­ty Plan (BCP), welcher die Kom­po­nen­ten und Prozesse des BCM be­schreibt. Schauen wir uns die drei haupt­säch­li­chen Kom­po­nen­ten des BCP an:

BCP-Kom­po­nen­te Erklärung
High avai­la­bi­li­ty (HA) Ka­pa­zi­tä­ten und Prozesse be­reit­stel­len, welche einem Un­ter­neh­men beim Ausfall lokaler Systeme den Zugriff auf Daten und An­wen­dun­gen erlauben.
Con­ti­nuous ope­ra­ti­ons (CO) Auf­recht­erhal­tung des Betriebs während auf­tre­ten­der Störungen und geplanter War­tungs­ar­bei­ten si­cher­stel­len.
Disaster Recovery (DR) Methoden be­reit­hal­ten, ein kom­plet­tes IT-System beim Ausfall an anderer Stelle wie­der­auf­bau­en zu können.

Als Teil der Disaster Recovery-Strategie kommt heut­zu­ta­ge verstärkt die Cloud Disaster Recovery (Cloud-DR) zum Einsatz. Bei der Cloud-DR werden die zur Wie­der­her­stel­lung be­trof­fe­ner Systeme not­wen­di­gen Daten in der Cloud ge­spei­chert, anstatt auf phy­si­schen Mas­sen­spei­chern vor Ort. Die Cloud Disaster Recovery bietet im Vergleich mit her­kömm­li­chen Backup-Methoden viele Vorzüge und ist dabei, sich als Standard zu eta­blie­ren.

Wann benötigt man Disaster Recovery?

Cha­rak­te­ris­tisch für Disaster Recovery (DR) ist, dass ein Un­ter­neh­men diese nur im Scha­dens­fall benötigt. Tritt der Scha­dens­fall ein, ist eine lü­cken­lo­se DR von her­aus­ra­gen­der Wich­tig­keit. In Zeiten des Nor­mal­be­triebs rückt die Bedeutung von Disaster Recovery jedoch komplett in den Hin­ter­grund. So besteht die latente Gefahr, die DR stief­müt­ter­lich zu behandeln; immerhin benötigt man sie nie, solange nichts ka­ta­stro­phal schief­geht.

Von man­gel­haft geplanter Disaster Recovery geht eine große Gefahr für Un­ter­neh­men aus. Denn beim Ausfall kri­ti­scher Systeme drohen hohe Kosten. In­dus­trie­schät­zun­gen rechnen mit Beträgen von $100.000 bis $1.000.000 pro Stunde Aus­fall­zeit. Dabei kann eine Reihe von Gründen zu Vor­komm­nis­sen führen, welche den Ausfall von Systemen oder Da­ten­ver­lust her­vor­ru­fen. Schauen wir uns die häu­figs­ten Szenarien an.

Die folgenden Vor­komm­nis­se können zu schwer­wie­gen­den Un­ter­bre­chun­gen des Be­triebs­ab­laufs führen, welche eine Disaster Recovery notwendig machen:

  • Strom­aus­fall auf dem Be­triebs­ge­län­de
  • Hardware- und Netzwerk-Ausfälle
  • Software- und IT-System-Fehler
  • Ausfall des be­triebs­ei­ge­nen Da­ten­cen­ters
  • gegen die IT-Si­cher­heit ge­rich­te­te Angriffe

Dabei kann es ver­schie­de­ne Ursachen geben:

  • mensch­li­cher Fehler
  • bös­wil­li­ge Hand­lun­gen
  • Na­tur­ka­ta­stro­phen und Feuer
  • Diebstahl von IT-Geräten und Da­ten­trä­gern
  • feh­ler­haf­te Hard- oder Software

In all diesen Fällen gilt: Hat man nicht gut vor­ge­sorgt, ergeben sich schnell aus­ge­spro­chen ernste Kon­se­quen­zen für das be­trof­fe­ne Un­ter­neh­men.

Was sind die wich­tigs­ten DRaaS-Konzepte?

Die wich­tigs­te Regel in Bezug auf Business Con­ti­nui­ty Ma­nage­ment (BCM) und die be­inhal­te­te Disaster Recovery ist, dass diese von vorn­her­ein gut geplant sein muss. Macht man sich erst Gedanken, wenn der Scha­dens­fall bereits ein­ge­trof­fen ist, ist es meist zu spät. Ein einfaches Beispiel zur Ver­an­schau­li­chung: Sie haben Fotos mit sen­ti­men­ta­lem Wert auf Ihrem Laptop ge­spei­chert. Wird der Laptop gestohlen, sind die Fotos weg. Nur das vor­sor­gen­de, re­gel­mä­ßi­ge Anlegen von Backups auf einem externen Medium oder in der Cloud bietet Schutz.

Als Vorgabe für das Anlegen von Backups gilt seit langem die 3-2-1 Regel. Sie besagt, dass für alle Daten drei Versionen vor­ge­hal­ten werden: das Original, plus zwei Kopien. Sprich: doppelte Redundanz. Dabei wird eine Kopie auf einem separaten Da­ten­trä­ger, jedoch in denselben Räum­lich­kei­ten wie das Original auf­be­wahrt (On-site Backup). Die zweite Kopie wird an physisch ent­fern­tem Ort auf­be­wahrt (Off-site Backup).

Kopie Nutzen
Original für laufende Ge­schäfts­pro­zes­se
On-site Backup bei Verlust oder Ver­än­de­rung des Originals
Off-site Backup bei gleich­zei­ti­gem Verlust von Original und On-site Backup

Bei Disaster Recovery as a Service steht die kon­ti­nu­ier­li­che Re­pli­ka­ti­on der Geschäfts-Daten und -Systeme im Fokus. Dies geht über das bloße Anlegen von Daten-Backups hinaus und schließt sämtliche kritische In­fra­struk­tur, Systeme, An­wen­dun­gen und Daten ein. Ziel ist, bei Ausfällen so schnell wie möglich zum Aus­gangs­zu­stand zu­rück­keh­ren zu können. Denn: bei an­hal­ten­den Ausfällen drohen hohe Kosten.

Zur Cha­rak­te­ri­sie­rung von DRaaS-Ansätzen haben sich zwei Metriken etabliert. Das „Recovery Time Objective“ (RTO) und „Recovery Point Objective“ (RPO) werden nach den An­for­de­run­gen des spe­zi­fi­schen Un­ter­neh­mens fest­ge­legt. Darauf bezogen kommen geeignete Maßnahmen zum Einsatz:

Disaster Recovery-Metrik Erklärung
Recovery Time Objective (RTO) Zeitraum vom Eintreten des Schadens bis zur voll­stän­di­gen Wie­der­her­stel­lung der Ge­schäfts­pro­zes­se
Recovery Point Objective (RPO) Zeitraum, der zwischen zwei Da­ten­si­che­run­gen liegen darf. Das heißt, wie viele Daten dürfen zwischen der letzten Sicherung und einem Sys­tem­aus­fall höchstens verloren gehen?

Um das Recovery Time Objective möglichst klein zu halten, kommen sog. Failover-Sites zum Einsatz. Dabei handelt es sich um komplette Spie­ge­lun­gen kri­ti­scher Systeme, die beim Ausfall der Originale zwi­schen­ge­schal­tet werden. So wird das Fort­füh­ren des Ge­schäfts­be­triebs bis zur Wie­der­her­stel­lung der eigenen Ka­pa­zi­tä­ten ge­währ­leis­tet.

Wie funk­tio­nie­ren die be­lieb­tes­ten DRaaS-Lösungen?

Viele Anbieter haben heut­zu­ta­ge Disaster Recovery as a Service im Programm. Un­ab­hän­gig davon, von welchem Anbieter man DRaaS bezieht, lassen sich die Angebote in drei große Klassen un­ter­tei­len. Die DRaaS-Angebote un­ter­schei­den sich haupt­säch­lich im Grad der Ver­knüp­fung des Kunden mit dem Anbieter:

DRaaS-Modell Erklärung Vorteile Nachteile
Self-Service DRaaS Anbieter stellt Software und hostet Backups nied­rigs­te Kosten benötigt Ma­nage­ment und Planung auf Seite des Kunden; In­te­gra­ti­on mit Anbieter muss umfassend getestet werden
Assisted DRaaS Anbieter stellt Expertise und Res­sour­cen zur Verfügung, um DR zu op­ti­mie­ren nützlich, wenn In-house Spe­zia­lis­ten exis­tie­ren Ver­ant­wor­tung liegt haupt­säch­lich auf Seite des Kunden
Managed DRaaS Anbieter übernimmt komplette Ver­ant­wor­tung für DR; stellt alle be­nö­tig­ten Systeme und Res­sour­cen zur Verfügung benötigt keine Expertise auf Seite des Kunden höchste Kosten; benötigt enge Zu­sam­men­ar­beit mit Anbieter

Allen DRaaS-Angeboten ist gemeinsam, dass der Anbieter spezielle Disaster-Recovery-Tools zur Verfügung stellt. Diese zielen darauf ab, ganze IT-Um­ge­bun­gen inklusive sämt­li­cher Kom­po­nen­ten zu spiegeln. Der Umfang reicht von Daten und An­wen­dun­gen zu Netz­wer­ken und kom­plet­ten Systemen. Gesichert werden Server und Endgeräte über Be­triebs­sys­tem­gren­zen hinweg; dabei werden Dateien, Da­ten­ban­ken, virtuelle Maschinen und Container erfasst. Einmal ge­spie­gelt werden die Kom­po­nen­ten im Scha­dens­fall verfügbar gemacht und ersetzen dann die aus­ge­fal­le­nen Systeme.

Zur Sicherung der Daten kommen für ge­wöhn­lich mehrere Backup-Ziele zum Einsatz. Der 3-2-1 Regel folgend wird zumindest eines der Backups geo­gra­phisch entfernt angelegt. Je nach Aus­ge­stal­tung des zum Einsatz kommenden DRaaS-Modells handelt es sich beim ent­fern­ten Backup-Ziel um ein lokales Da­ten­cen­ter oder ein Cloud-basiertes Spei­cher­me­di­um. Ferner können hybride Ansätze genutzt werden. Wie bei der Sicherung erfolgt die Wie­der­her­stel­lung der Daten je nach Einsatz auf Grundlage phy­si­scher oder vir­tua­li­sier­ter bzw. Cloud-basierter Spei­cher­me­di­en. Per Netzwerk über­tra­ge­ne Daten werden für den Transport ver­schlüs­selt.

Neben der Wie­der­her­stel­lung be­trof­fe­ner Daten und Systeme enthalten pro­fes­sio­nel­le DRaaS-Angebote häufig eine weitere es­sen­zi­el­le Funktion zur Auf­recht­erhal­tung des Ge­schäfts­be­triebs. Mit Cloud-basierten „Failover En­vi­ron­ments“ (zu Deutsch in etwa „System zur Erhöhung der Aus­fall­si­cher­heit“) wird beim Ausfall eines Systems ein Ersatz-System ein­ge­schal­tet. So können die Nutzer mit minimalen Un­ter­bre­chun­gen weiter arbeiten.

Zur Über­wa­chung der ge­schütz­ten Systeme, sowie zur Steuerung der Si­che­run­gen und Failover-En­vi­ron­ments, verfügen die meisten DRaaS-Angebote über Ma­nage­ment-Konsolen. Für ge­wöhn­lich handelt es sich um Web-basierte An­wen­dun­gen, welche über den Browser genutzt werden. So ist es auch im Scha­dens­fall weiterhin möglich, auf die Konsole zu­zu­grei­fen; dies funk­tio­niert auch von Mo­bil­ge­rä­ten aus. Manche DRaaS-Angebote umfassen ferner eine VPN-Funktion für den Zugriff auf ge­si­cher­te Daten und Failover-En­vi­ron­ments.

Seit der Ent­wick­lung der Netz­werk­tech­nik und der Anbindung von Servern an öf­fent­li­che Netzwerke wie das Internet gibt es Angriffe gegen die IT-In­fra­struk­tur von Un­ter­neh­men. Tra­di­tio­nell schützen Ad­mi­nis­tra­to­ren und Techniker Systeme gegen un­er­laub­ten Zugriff und Denial-of-Service-Attacken. In den letzten Jahren ist eine weitere, besonders be­sorg­nis­er­re­gen­de An­griffs­art da­zu­ge­kom­men: Cyber-Kri­mi­nel­le in­fi­zie­ren ein Gerät mit so­ge­nann­ter Ran­som­wa­re, auch als „Krypto-Trojaner“ bekannt. Diese Software nistet sich auf dem Gerät ein und ver­schlüs­selt die dort be­find­li­chen Daten. Einmal ver­schlüs­selt, können die ei­gent­li­chen Nutzer nicht mehr auf die Daten zugreifen und werden zur Zahlung eines Lösegelds auf­ge­for­dert.

Krypto-Trojaner stellen heut­zu­ta­ge eine ernst­haf­te Bedrohung dar. Selbst her­kömm­li­che Backups bieten keinen Schutz, da diese im Ernstfall gleich mit­ver­schlüs­selt und damit un­brauch­bar gemacht werden.

Im Zuge der neuen Be­dro­hungs­la­ge hat sich der Ran­som­wa­re-Schutz als wichtiges Merkmal von DRaaS-Lösungen etabliert. Dabei kommt eine weitere Kopie aller ge­si­cher­ten Daten zum Einsatz. Diese wird als „immutable“ (zu Deutsch „un­ver­än­der­lich“) markiert. Einmal ge­schrie­ben, können die Daten immer wieder gelesen, aber nicht mehr verändert werden. Man spricht dabei auch vom „Write Once, Read Many“ oder WORM-Modell.

Was sind die Vor- und Nachteile von DRaaS gegenüber her­kömm­li­chen Backup-Lösungen?

Vor dem Aufkommen von DRaaS gab es bereits Backup-as-a-Service-Lösungen (BaaS). Jedoch: das alleinige Backup der Daten genügt heut­zu­ta­ge nicht mehr. Es ist notwendig, Daten und Systeme kon­ti­nu­ier­lich zu spiegeln, so dass diese sofort ein­satz­be­reit sind, falls es zu Un­ter­bre­chun­gen des Ge­schäfts­ab­laufs kommt. Wie alle tech­no­lo­gi­schen Ent­wick­lun­gen gibt es auch bei DRaaS Vorteile und Nachteile. Wir be­trach­ten diese ins­be­son­de­re mit Bezug auf her­kömm­li­che Backup-Lösungen. Schauen wir uns zunächst die Vorteile von Disaster Recovery as a Service an.

Bei Disaster Recovery as a Service handelt es sich um einen zen­tra­li­sier­ten Ansatz. Sämtliche Daten und Systeme werden kon­ti­nu­ier­lich gesichert. Wie bekannt ist, handelt es sich beim über­wie­gen­den Anteil der Daten eines Un­ter­neh­mens um leicht in Ver­ges­sen­heit geratene Dark Data. Alle Daten mit kon­sis­ten­ten Methoden zu sichern, ver­rin­gert die Gefahr, dass Daten bei der Sicherung oder Wie­der­her­stel­lung übersehen werden und im Scha­dens­fall verloren gehen. Da für ge­wöhn­lich mehrere Versionen ge­si­cher­ter Daten vor­ge­hal­ten werden, ist DRaaS auch ein wichtiger Schritt hin zur Erfüllung der Re­vi­si­ons­si­cher­heit.

Der 3-2-1 Regel folgend sollten zumindest drei Kopien jeglicher Daten vor­ge­hal­ten werden, davon eine als Off-site Backup. Bei Nutzung von DRaaS mit der Cloud als Ziel der Off-site Backups ergibt sich ein kürzeres Recovery Point Objective (RPO). Zur Er­in­ne­rung, das RPO legt den Zeitraum fest, der zwischen zwei Si­che­run­gen derselben Daten liegt. Durch den Einsatz Cloud-basierter Failover-Systeme im Rahmen von DRaaS ergeben sich si­gni­fi­kan­te Kos­ten­ein­spa­run­gen. Denn um eine ver­gleich­ba­re Kapazität zur Verfügung zu stellen, mussten tra­di­tio­nell red­un­dan­te Hardware-Res­sour­cen als Ersatz für den Ka­ta­stro­phen­fall vor­ge­hal­ten werden.

Anders als Backup as a Service umfasst Disaster Recovery as a Service nicht nur die Sicherung von Daten, sondern die Spie­ge­lung kom­plet­ter Systeme. Ins­be­son­de­re gehört dazu auch die Sicherung vir­tu­el­ler Maschinen und An­wen­dungs­con­tai­ner, welche die Grund­bau­stei­ne moderner IT-Ar­chi­tek­tu­ren dar­stel­len. Bei der Wie­der­her­stel­lung wird aus diesen Ein­zel­tei­len das Ge­samt­sys­tem zu­sam­men­ge­setzt. Um die Ab­hän­gig­kei­ten der einzelnen Kom­po­nen­ten un­ter­ein­an­der korrekt auf­zu­lö­sen, erlauben DRaaS-Lösungen das Festlegen der Rei­hen­fol­ge der einzelnen Wie­der­her­stel­lungs­schrit­te. Dies ist ins­be­son­de­re bei der weit ver­brei­te­ten Mi­cro­ser­vice-Ar­chi­tek­tur es­sen­zi­ell.

Kommen wir nun zu den Nach­tei­len von Disaster Recovery as a Service. Zunächst halten wir fest, dass bei Nutzung von DRaaS für ge­wöhn­lich höhere Kosten anfallen, als bei Einsatz von Backup as a Service der Fall ist. Al­ler­dings leisten DRaaS-Lösungen auch deutlich mehr, wodurch der direkte Preis­ver­gleich hinkt. Wie bei allen X-as-a-Service-Dienst­leis­tun­gen droht auch bei DRaaS der Vendor Lock-In – denn: Man gibt Kontrolle an einen Anbieter ab und macht sich von diesem abhängig. Auch der Verlust der Da­ten­ho­heit muss als po­ten­zi­el­ler Nachteil von DRaaS-Lösungen genannt werden. Hierbei spielt die Lage des Fir­men­sit­zes des DRaaS-Anbieters eine ent­schei­den­de Rolle.

Wie findet man den passenden DRaaS-Anbieter?

Disaster Recovery as a Service ist bei vielen Cloud­ser­vice-Anbietern zu haben. Darüber hinaus exis­tie­ren an­ge­stamm­te Anbieter, welche sich auf auf Disaster Recovery und Backup-Lösungen spe­zia­li­siert haben. Tra­di­tio­nell wurde Backup as a Service auch von Managed Service Providern zur Verfügung gestellt, bzw. in spe­zi­el­len Fällen von Sys­tem­häu­sern im­ple­men­tiert.

Um den passenden DRaaS-Anbieter zu finden, geht man nach dem folgenden Schema vor:

  1. Zunächst erfolgt eine Be­stands­auf­nah­me: Man erfasst den Ist-Zustand und ermittelt den Umfang der zu si­chern­den Daten und Systeme.
  2. Als nächster Schritt gilt es, die eigenen An­for­de­run­gen und Ziele zu de­fi­nie­ren: ins­be­son­de­re zählen dazu Recovery Time Objective (RTO) und Recovery Point Objective (RPO) für die in­vol­vier­ten Daten, An­wen­dun­gen und Dienste.
  3. Weiß man, wie die eigene In­fra­struk­tur auf­ge­stellt ist und kennt man die eigenen An­for­de­run­gen und Ziele, geht man dazu über, Anbieter-Kan­di­da­ten aus­zu­wäh­len. Neben den tech­ni­schen Ka­pa­zi­tä­ten zählen hier vor allem die Com­pli­ance der Anbieter mit eta­blier­ten Vorgaben sowie eine faire und nach­voll­zieh­ba­re Preis­struk­tur.
  4. Aus den er­mit­tel­ten Kan­di­da­ten muss nun der passende Anbieter gewählt werden. Spä­tes­tens an diesem Punkt sollte man Tests durch­füh­ren, um die tech­ni­schen Mög­lich­kei­ten der Anbieter auf Herz und Nieren zu über­prü­fen.

Schauen wir uns die wich­tigs­ten Eckpunkte an, denen ein pro­fes­sio­nel­ler DRaaS-Anbieter genügen sollte.

Grund­le­gend für eine DRaaS-Lösung ist die au­to­ma­ti­sche, kon­ti­nu­ier­li­che Sicherung kri­ti­scher Daten und Systeme. Die Sicherung sollte über Be­triebs­sys­tem­gren­zen hinweg funk­tio­nie­ren und sämtliche wichtigen Da­ten­ty­pen umfassen. Dazu gehören Dateien, Da­ten­ban­ken, Ser­ver­um­ge­bun­gen und Endnutzer-Geräte, sowie vir­tua­li­sier­te Um­ge­bun­gen in vir­tu­el­len Maschinen und Con­tai­nern. Bei der Con­ti­nuous Data Pro­tec­tion (CDP) wird der Zustand eines ganzen Da­ten­cen­ters mit se­kun­den­ge­nau­er Gra­nu­la­ri­tät gesichert.

Vor dem Transfer zum DRaaS-Anbieter müssen die bei der Spei­che­rung erfassten Daten au­to­ma­tisch ver­schlüs­selt werden. Die Backup-Daten und -Systeme sollten ständig au­to­ma­ti­siert auf Fehler und Ab­wei­chun­gen hin überprüft werden. Zur Spei­che­rung der Daten sollten redundant aus­ge­leg­te, global verteilte Systeme zum Einsatz kommen.

Im Scha­dens­fall sollte der DRaaS-Anbieter zumindest zwei Leis­tun­gen erfüllen: Zum einen gilt es, die be­trof­fe­nen Systeme wie­der­her­zu­stel­len. Die Wie­der­her­stel­lung muss sämtliche es­sen­zi­el­len Daten, An­wen­dun­gen und Systeme umfassen. Bei der An­bie­ter­wahl sollte bedacht werden, dass ggf. eine Wie­der­her­stel­lung in Multi-Cloud-Um­ge­bun­gen nötig ist. Zum anderen sollte der DRaaS-Anbieter während der Wie­der­her­stel­lung Failover-Systeme zwi­schen­schal­ten, so dass der Be­triebs­ab­lauf aus Nut­zer­sicht mit minimalen Un­ter­bre­chun­gen wei­ter­läuft.

Über diese Basis-An­for­de­run­gen hinaus ist es mit Blick auf die aktuelle Be­dro­hungs­la­ge ratsam, einen DRaaS-Anbieter zu wählen, dessen Angebot Anti-Ran­som­wa­re umfasst. Kunden mit ex­or­bi­tan­ten An­for­de­run­gen an die Menge der zu spei­chern­den Daten sollten diese bei der An­bie­ter­wahl in Betracht ziehen. Der Transfer enormer Da­ten­men­gen benötigt über das Internet im Ex­trem­fall mehrere Jahre. Viel zu lange für eine ziel­füh­ren­de Wie­der­her­stel­lung. In diesen Fällen kommen spezielle mobile Da­ten­spei­cher zum Einsatz, wie das berühmte „Amazon Snow­mo­bi­le“:

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