Als Anfänger steht man beim Thema Pro­gram­mie­ren vor vielen Fra­ge­zei­chen. Ob Coding, Methoden oder Tools: Ganz ohne Erfahrung ist es schwierig, sich einen ersten Überblick zu ver­schaf­fen. Pro­gram­mie­ren zu lernen ist eine um­fang­rei­che Aufgabe, ins­be­son­de­re wenn man plant, sich die Grund­la­gen in Ei­gen­re­gie bei­zu­brin­gen. Wir haben zu­sam­men­ge­fasst, was man für einen er­folg­rei­chen Start mit Code, Befehlen und Script-Sprache benötigt.

Pro­gram­mie­ren für Anfänger: Die Vor­be­rei­tung

Wer eine Pro­gram­mier­spra­che lernen will, muss viel lesen. Denn die Lektüre von Foren und Büchern ist der erste Schritt in die richtige Richtung. Durch gründ­li­ches Einlesen schafft man die für die nächsten Schritte not­wen­di­ge Wis­sens­grund­la­ge. Das Gute: Für jede Sprache gibt es ein passendes Forum – und für fast jede er­denk­li­che Frage schon die passende Antwort oder zumindest einen Lö­sungs­an­satz. Können Sie dennoch keine zu­frie­den­stel­len­de Antwort finden, stellen Sie Ihre Frage einfach einer großen Community – in der Regel hilft Ihnen dort jemand mit geballtem Know-how weiter. Schreiben Sie in­ter­es­san­te Er­kennt­nis­se schon während der Ein­ar­bei­tungs­pha­se auf. Eine über­sicht­li­che per­sön­li­che Datenbank mit Notizen hilft später, gezielt auf bereits gefundene Pro­blem­lö­sun­gen zu­rück­zu­grei­fen und effektiv zu arbeiten.

Pro­gram­mie­ren lernen: Welche Sprachen gibt es?

Ein wichtiger Teil der Recherche und Vor­be­rei­tung besteht darin, her­aus­zu­fin­den, welche Sprachen es gibt und welche die passende Pro­gram­mier­spra­che für das eigene Vorhaben ist. Zu den be­kann­tes­ten und meist­ge­nutz­ten gehören:

  • Java
  • C
  • C++
  • C#
  • Objective-C
  • Python
  • Visual Basic .NET
  • PHP
  • Ja­va­Script

Diese Sprachen sind jeweils un­ter­schied­lich komplex und dem­entspre­chend leicht bzw. schwer zu erlernen. Sie sollten sich deshalb immer im Klaren darüber sein, wozu Sie Pro­gram­mie­ren lernen wollen. Möchten Sie später Websites bauen? Ist Ihr Ziel, Apps für Smart­phone oder Tablet zu ent­wi­ckeln? Oder wollen Sie lieber Mi­kro­kon­trol­ler pro­gram­mie­ren, die im Alltag, z. B. im Auto, ein­ge­setzt werden?

Pro­gram­mie­ren fürs Web

Möchte man In­ter­net­sei­ten gestalten oder Web­an­wen­dun­gen anpassen, fängt man am besten mit den Basics an. HTML und CSS sind per se keine Pro­gram­mier­spra­chen, stellen aber die Grundlage der meisten Websites dar und sollten auch beim Pro­gram­mie­ren für Anfänger der Start­punkt sein. Mithilfe von HTML gestaltet man Web­sei­ten­ele­men­te und baut so ein Grund­ge­rüst. Einen Schritt weiter geht man mit HTML5, hier bieten sich (audio-)visuell mehr Mög­lich­kei­ten.

Mit CSS (Cascading Style Sheets) geht es an die Ge­stal­tung. Alle Ei­gen­schaf­ten der Elemente wie Position oder Farbe werden hier fest­ge­legt. Mit HTML und CSS baut man einfache, funk­tio­na­le, jedoch nur statische Seiten. Hat man das Aus­gangs­ma­te­ri­al zur Hand, kann es ans Pro­gram­mie­ren gehen. Für erste Versuche mit dy­na­mi­schen Seiten nutzt man am besten die ver­hält­nis­mä­ßig einfache Skript­spra­che Ja­va­Script. Mithilfe von Ja­va­Script setzt man dy­na­mi­sche Websites um, die z. B. über au­to­ma­ti­sche Grö­ßen­an­pas­sung und Bil­der­ga­le­rien verfügen. PHP und SQL runden das Ba­sis­pa­ket für das Pro­gram­mie­ren von Web­an­wen­dun­gen ab. PHP ist eine Open-Source-Skript­spra­che und kann in HTML ein­ge­bet­tet werden. SQL ist eine Da­ten­bank­spra­che, mit der man Da­ten­struk­tu­ren de­fi­nie­ren, be­ar­bei­ten und die darauf ba­sie­ren­den Da­ten­be­stän­de abfragen kann. Bei der Kon­zep­ti­on kom­ple­xe­rer Seiten (z. B. mit Mit­glie­der­be­reich) und der Arbeit mit CMS bringen Grund­kennt­nis­se in PHP und SQL er­heb­li­che Ar­beits­er­leich­te­run­gen.

Dies ist natürlich nur eine kleine Auswahl aus den zahl­rei­chen Sprachen und Skripten fürs Web. Doch mit HTML, CSS, Ja­va­Script, SQL und PHP schafft man eine solide Wis­sens­ba­sis, die für die meisten In­ter­net­an­wen­dun­gen hinreicht. Eine gute und auch für Ein­stei­ger geeignete Do­ku­men­ta­ti­on sowie Tutorials für alle erwähnten Skripte und Sprachen findet man unter W3Schools.com.

An­wen­dun­gen pro­gram­mie­ren

Wer andere An­wen­dun­gen wie Spiele, Bild­be­ar­bei­tungs­pro­gram­me oder Apps pro­gram­mie­ren möchte, setzt auf andere Basics. Zu den wich­tigs­ten Grund­la­gen gehören hierbei C, C++ und Java. Diese drei Sprachen haben eine ähnliche Syntax – wer also bereits C oder C++ be­herrscht, dem fällt es leichter, auch Java zu erlernen. Unter C-How To findet man aus­führ­li­che Tutorials zum Pro­gram­mie­ren mit C. Für die Pro­gram­mier­spra­chen C++, Java und C# sind auf der Seite Highscore.de zahl­rei­che Grund­la­gen und Ein­füh­rungs­hil­fen ver­sam­melt.

Apps für iOS und OS X

Apps und An­wen­dun­gen für iPhone, iPad und Co. pro­gram­miert man mithilfe von Cocoa. Cocoa ist keine Pro­gram­mier­spra­che, sondern eine so­ge­nann­te Pro­gram­mier­schnitt­stel­le für das Apple-Be­triebs­sys­tem Mac OS. Xcode ist eine Ent­wick­lungs­um­ge­bung für Mac OS, mit der man im Verbund mit Cocoa Mac- und iOS-An­wen­dun­gen bauen kann. Der Interface Builder ist eine grafische Ge­stal­tungs­soft­ware für An­wen­dungs­ober­flä­chen. Zu den ver­wen­de­ten Sprachen zählt u.a. Objective-C.

Apps für Android

Apps und An­wen­dun­gen für das Be­triebs­sys­tem Android sind in Java ge­schrie­ben. Zusammen mit der Ent­wick­lungs­um­ge­bung (IDE) Android Studio und dem Java De­ve­lo­p­ment Kit von Oracle – sowie den an­ge­eig­ne­ten Grund­kennt­nis­sen – entstehen so die ver­schie­dens­ten Apps.

Pro­gram­mie­ren lernen online

Ob als Bewerber oder als Gründer im eigenen Start-up: Pro­gram­mier­kennt­nis­se sind in der On­line­bran­che heute ein großer Bonus und oft auch eine wichtige An­for­de­rung. Für den Schnell­ein­stieg ohne große Umwege gibt es Hilfe aus dem Netz. Mitt­ler­wei­le werden viele On­line­kur­se angeboten, um Pro­gram­mie­ren zu lernen.

Code Academy

Die Code Academy bietet in­ter­ak­ti­ve Pro­gram­mier­kur­se an, u. a. für HTML, Ja­va­Script und PHP. Dazu gehören auch Kurse, die nicht nur auf bestimmte Pro­gram­mier­spra­chen ab­ge­stimmt sind, sondern ganze The­men­ge­bie­te wie z. B. das Pro­gram­mie­ren in­ter­ak­ti­ver Websites abdecken. Code Academy zeigt: Pro­gram­mie­ren lernen geht auch kostenlos.

  • Sprache: Englisch
  • Vor­aus­set­zun­gen: Basis-Kennt­nis­se
  • Kosten: kostenlos

Udemy

Die Online-Lern­platt­form Udemy bietet insgesamt über 40.000 On­line­kur­se an – von Fo­to­gra­fie über Sprache bis Design. Und auch zu den Schwer­punk­ten IT, Software und Pro­gram­mie­ren gibt es einige teils kos­ten­pflich­ti­ge, teils kos­ten­lo­se Angebote. Nutzer finden z. B. eine kos­ten­lo­se Ein­füh­rung in Java, HTML5 oder PHP, weitere Pro­gram­mier­spra­chen, Kurse zu Mobile Apps und E-Commerce können gegen Gebühr genutzt werden. Praktisch für Gründer: Es steht ein spe­zi­el­ler Pro­gram­mier­kurs für Un­ter­neh­mer zur Verfügung.

  • Sprache: Englisch, einzelne Kurse auf Deutsch verfügbar
  • Vor­aus­set­zun­gen: je nach Kurs keine bis Basis-Kennt­nis­se
  • Kosten: kos­ten­lo­se Kurse, kos­ten­pflich­ti­ge ab ca. 12 Euro

Code.org

Code.org ist ein On­line­por­tal für absolute Pro­gram­mier-Anfänger und damit der ideale Einstieg. Es gibt eine Vielzahl von spie­le­ri­schen Tutorials, mit Anlehnung an bekannte On­line­spie­le wie Angry Birds. Bei Code.org geht es vor allem um die Grund­lo­gik des Pro­gram­mie­rens. Es ist ein in­ter­na­tio­na­les Portal und auch in deutscher Sprache verfügbar. Den Nutzer erwarten kleine Spiele und Aufgaben, der erstellte Pro­gramm­code ist immer einsehbar.

  • Sprache: Deutsch
  • Vor­aus­set­zun­gen: für blutige Anfänger geeignet
  • Kosten: kostenlos

Viel Un­ter­stüt­zung beim Einstieg

Wer her­aus­ge­fun­den hat, welche Pro­gram­mier- und Skript­spra­chen auf seine To-do-Liste gehören, findet im Netz eine riesige Auswahl an On­line­tu­to­ri­als und anderen Hil­fe­stel­lun­gen. Außerdem braucht es noch ein wenig Geduld, natürlich einen PC und den passenden Editor. Die Auswahl an Editoren ist groß, zu den gängigen gehören Notepad++ für Windows-Nutzer, BBEdit für Mac-User und TextMate. Sowohl für Mac als auch Windows hat sich der Editor Sub­li­me­Text bewährt. Für Sprachen wie Java oder C und Familie wird man in der Regel zu einer IDE greifen, die bereits einen Compiler enthält (z. B. Eclipse, NetBeans, Visual Studie, XCode). On­line­kur­se sind praktisch und beliebt – aber es lohnt sich auch immer, einen Blick auf das Angebot von Uni­ver­si­tä­ten oder Fach­hoch­schu­len zu werfen. Dort an­ge­bo­te­ne Kurse sind oft auch für externe Teil­neh­mer gegen eine Gebühr offen.

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