Beim Speichern einer Bilddatei stehen Ihnen ver­schie­de­ne Gra­fik­for­ma­te zur Auswahl. Im Web sowie zum Versenden von Bild­da­tei­en finden vorrangig die Formate JPG, PNG und GIF Ver­wen­dung. Das Standard-Format für hoch­auf­lö­sen­de Fotos und Druck­da­ten ist jedoch TIFF, ein in­ter­na­tio­nal genormtes Format. Die aktuelle Version TIFF 6 stammt aus dem Jahr 1992 und ist seit über 20 Jahren technisch un­ver­än­dert. Welches Da­tei­for­mat sich hinter dieser Abkürzung verbirgt, verrät dieser Artikel.

Was ist TIFF?

TIFF ist ein viel­sei­ti­ges und flexibles Ras­ter­bild­for­mat. Die Un­ter­neh­men Microsoft, Aldus Cor­po­ra­ti­on und Hewlett Packard ent­wi­ckel­ten es im Jahr 1986, um den Bild­aus­tausch zu stan­dar­di­sie­ren. Heute ist TIFF das Standard-Format für ge­ras­ter­te Fotos und für die Über­mitt­lung von Druck­da­ten. Bei einer TIFF-Datei sind jegliche Objekte, ein­schließ­lich Vektor- und Text­in­for­ma­tio­nen, als Ras­ter­da­ten ge­spei­chert. Ein Al­pha­ka­nal er­mög­licht neben dem Speichern von Farb­infor­ma­tio­nen auch die Trans­pa­renz einzelner Pixel.

Eine TIFF-Datei un­ter­stützt Grau­stu­fen sowie den RBG-, CMYK- und LAB-Farbraum. Das Format er­mög­licht eine Farbtiefe von bis zu 16 Bit pro Farbkanal und ist daher ideal für den Da­ten­aus­tausch bei einer RAW-Kon­ver­tie­rung geeignet.

Die Abkürzung TIFF, seltener auch TIF, steht für „Tagged Image File Format“. Diese Be­zeich­nung deutet auf den Aufbau einer TIFF-Datei hin: Im We­sent­li­chen besteht die Datei aus Da­ten­fel­dern, die mittels Tags um­fang­rei­che Metadaten enthalten. Während die so­ge­nann­ten Baseline-Tags immer vorhanden sind (bei­spiels­wei­se für die Bild­brei­te oder die Farbtiefe), sind die Extension-Tags optional (bei­spiels­wei­se für den Software-Namen). Eine spezielle Form ist das GeoTIFF, das In­for­ma­tio­nen über die GPS-Position und Ko­or­di­na­ten, wo genau das Bild auf­ge­nom­men wurde, enthält. Das GeoTIFF-Format wird u. a. für Kar­ten­bil­der oder Luft­bil­der genutzt.

Diese Tags sind die Grundlage der Kom­ple­xi­tät von TIFF-Dateien. Nicht jedes Programm kann alle Tags, ins­be­son­de­re die Extension-Tags, korrekt auslesen. Dies führt in einigen Fällen zu einer feh­ler­haf­ten Dar­stel­lung. Ebenso zu beachten ist, dass nicht jedes Programm den LAB-Farbraum auslesen kann. Um diesem Problem ent­ge­gen­zu­wir­ken, werden so­ge­nann­te Baseline-TIFFs genutzt, die maximal zwölf Tags mit be­grenz­ten Werten enthalten.

Ei­gen­schaf­ten von TIFF-Dateien

Im Un­ter­schied zum Da­tei­for­mat JPG ist die Kom­pri­mie­rung und De­kom­pri­mie­rung einer TIFF-Datei meist ver­lust­frei. Dabei wird die Da­tei­grö­ße reduziert, ohne die ur­sprüng­li­che Qualität negativ zu be­ein­flus­sen.

Hinweis

Es gibt ver­schie­de­ne Farbräume und Al­go­rith­men zur Da­ten­kom­pres­si­on bei TIFF-Dateien, von denen nicht alle ver­lust­frei sind. Zudem ist es möglich, ein TIFF als Con­tai­ner­for­mat für ver­lust­be­haf­te­te JPG-Bilder zu nutzen.

Auf Grund dieser Ei­gen­schaft eignen sich TIFFs für die Ar­chi­vie­rung und den Druck von hoch­auf­ge­lös­ten Bildern und Grafiken. Ein weiterer Vorteil des Da­tei­for­mats ist die Platt­form­un­ab­hän­gig­keit, wodurch sich das Format auch zum Da­tei­aus­tausch eignet – un­ab­hän­gig vom ver­wen­de­ten Be­triebs­sys­tem. Die Be­triebs­sys­te­me Windows und Mac verfügen beide eine in­te­grier­te Software, um TIFF-Dateien zu öffnen. Für die Be­ar­bei­tung einer TIFF-Datei ist es jedoch meist notwendig, diese erst in ein anderes Format zu kon­ver­tie­ren.

Eine ver­lust­freie Kom­pri­mie­rung führt auch zu größeren Da­ten­men­gen als bei anderen Gra­fik­for­ma­ten. Im Web sind kurze La­de­zei­ten al­ler­dings von großer Wich­tig­keit, um eine positive Be­nut­zer­er­fah­rung und schließ­lich auch ein kon­kur­renz­fä­hi­ges Google-Ranking zu erreichen. Auch im Cloud-Bereich ist die Spei­cher­platz­be­le­gung ein wichtiger Faktor, um das passende Da­tei­for­mat aus­zu­wäh­len.

Zwar ist die Größe einer TIFF-Datei auf maximal vier Gigabyte be­schränkt, dennoch werden im Web­be­reich andere Da­tei­for­ma­te bevorzugt. Damit ein­her­ge­hen­de Qua­li­täts­ver­lus­te und geringere Auf­lö­sun­gen sind online kaum sichtbar und werden zugunsten der Da­tei­grö­ße in Kauf genommen. Um hoch­auf­ge­lös­te Bilder in druck­fä­hi­ger Qualität zur Verfügung zu stellen, wird auch im Internet das TIFF-Format genutzt.

Wie sicher sind TIFF-Dateien?

TIFF ist als eines der si­chers­ten Bild­for­ma­te auch für ver­trau­li­ches Bild­ma­te­ri­al geeignet, da sich In­for­ma­tio­nen über eine TIFF-Datei aufrufen lassen, ohne diese zu öffnen. Zudem ver­hin­dert TIFF den Einsatz von Links, die mög­li­cher­wei­se per­sön­li­che Daten über­tra­gen. So ist es bei­spiels­wei­se nicht möglich, dass eine TIFF-Datei den Standort der IP-Adresse zu­gäng­lich macht.

Die Vor- und Nachteile im ta­bel­la­ri­schen Überblick

In der folgenden Tabelle sind die wich­tigs­ten Ei­gen­schaf­ten einer TIFF-Datei als Vor- und Nachteile ge­gen­über­ge­stellt.

Vorteile Nachteile
platt­form­un­ab­hän­gig höhere Da­ten­men­ge
un­ter­stützt Ebenen schwie­ri­ge Be­ar­bei­tung
ver­lust­freie Kom­pri­mie­rung große Kom­ple­xi­tät
Trans­pa­ren­zen durch Al­pha­ka­nal auf maximal vier Gigabyte pro Datei be­schränkt
hohe Da­ten­si­cher­heit
ideal für den Druck

TIFF, JPG, PNG und GIF im Vergleich

Die gän­gigs­ten Gra­fik­for­ma­te sind JPG, PNG, GIF und TIFF. Die folgende Tabelle ver­gleicht die wich­tigs­ten Ei­gen­schaf­ten dieser Formate mit­ein­an­der.

TIFF JPG PNG GIF
Ver­wen­dung Druck­da­ten Web Web; Bilder mit Trans­pa­ren­zen und vielen Farb­nu­an­cen Ani­ma­tio­nen
ver­lust­freie Kom­pri­mie­rung möglich ja nein ja ja
Da­tei­grö­ße maximal 4 GB gering gering sehr gering
Farb­spek­trum CMYK, RGB und LAB; volles Farb­spek­trum CMYK und RGB; volles Farb­spek­trum nur RGB; volles Farb­spek­trum nur RGB; Be­schrän­kung auf 256 Farben
Trans­pa­ren­zen möglich ja nein ja ja
Für den Druck geeignet ja ja nein nein
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