Mit den Rich Cards hat Google im Mai 2016 sein neues Aus­ga­be­for­mat für struk­tu­rier­te Daten einer Website in Such­an­fra­gen vor­ge­stellt. Wie die sehr er­folg­rei­chen Rich Snippets er­mög­li­chen auch sie die Prä­sen­ta­ti­on an­spre­chen­der und visueller Such­ergeb­nis­se – passend zum Inhalt des je­wei­li­gen Web­pro­jek­tes. Auch für dieses neue Google-Format sind nach Schema.org struk­tu­rier­te Markups (Aus­zeich­nun­gen) von Nöten. Im Gegensatz zu den Snippets sollen die Google Rich Cards in erster Linie die Nut­zer­er­fah­rung von Usern mobiler Geräte positiv be­ein­flus­sen. Zu diesem Zweck er­schei­nen sie wie die Ac­ce­le­ra­ted Mobile Pages (AMP) in einem Info-Karussell, das Nutzer durch­scrol­len können. Dieses Info-Karussell kann auch mehrere Cards eines einzigen Web­auf­tritts enthalten. Zum Start sind die neuen Er­geb­nis­for­ma­te auf die zwei In­halts­ka­te­go­rien Rezepte und Filme be­schränkt und er­schei­nen zunächst nur bei mobilen Such­an­fra­gen, die Google.com erreichen. Es ist aber davon aus­zu­ge­hen, dass Google die Rich Cards auch in den an­ders­spra­chi­gen Versionen seiner Such­ma­schi­ne in­stal­liert und das Angebot an In­halts­ty­pen aufstockt. Ins­be­son­de­re für die Prä­sen­ta­ti­on von Produkten scheint das neue Er­geb­nis­for­mat wie ge­schaf­fen, weshalb sich Betreiber einer E-Commerce-Plattform unbedingt mit der Thematik aus­ein­an­der­set­zen sollten. Auch für die Ver­mark­tung von Hotels, Re­stau­rants, Events oder Künstlern ließe sich das neue Google-Er­geb­nis­for­mat einsetzen.

Wie un­ter­schei­den sich Google Rich Cards von Google Rich Snippets?

Google hat die Qualität der Such­ergeb­nis­se seit seinem Start 1998 beständig ver­bes­sert. In erster Linie op­ti­mier­te der Such­ma­schi­nen­rie­se dabei die Art und Weise, wie die Web­an­ge­bo­te in der Er­geb­nisan­zei­ge platziert wurden, weshalb sich die Such­ma­schi­nen­op­ti­mie­rung schnell zu einem der wich­tigs­ten In­stru­men­te ent­wi­ckel­te, um die eigene Website bzw. den eigenen Web­ser­vice bekannt zu machen. In den letzten Jahren befasste man sich al­ler­dings auch zunehmend mit der optischen Anpassung der aus­ge­spiel­ten Treffer – mit den internen AdWords-Wer­be­an­zei­gen­kam­pa­gnen kam ein weiterer Faktor für die Prä­sen­ta­ti­on in der Such­ma­schi­ne hinzu, der jedoch von der or­ga­ni­schen Suche losgelöst ist. So besitzen Webmaster heute nicht nur die Mög­lich­keit, die Auf­merk­sam­keit der User mit einer guten Plat­zie­rung zu gewinnen, sondern sie auch mit einem ge­lun­ge­nen optischen und in­for­ma­ti­ven Auftritt an­zu­spre­chen.

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Als Google die Neuerung der Rich Cards an­kün­dig­te, hat das Un­ter­neh­men in seinem Blog folgendes Bild mit­ge­lie­fert, das den optischen Wandel der Such­ergeb­nis­se zu­sam­men­fasst:

Die Abbildung macht deutlich, inwiefern sich die Google Rich Cards von den Snippets un­ter­schei­den: In Bezug auf ihre Struk­tu­rie­rung ähneln die Rich Cards den Product Listing Ads, die Google 2011 in Deutsch­land ein­ge­führt hat und auf mobilen Geräten ebenfalls ganz oben listet. Sie sind im Gegensatz zu diesen aber, wie bereits erwähnt, Teil der or­ga­ni­schen Suche. Rich Snippets sind dagegen wie stan­dard­mä­ßi­ge Google-Such­ergeb­nis­se un­ter­ein­an­der an­ge­ord­net. In welcher Weise die neuen Such­ergeb­nis­se zukünftig mit den ver­schie­de­nen bezahlten Google-Anzeigen kom­bi­niert werden und ob es dabei klare Hier­ar­chien geben wird, bleibt ab­zu­war­ten.

Ferner liegt der Fokus bei dem neuen Aus­ga­be­for­mat stärker auf dem prä­sen­tier­ten Bild. Wie bei den Snippets umrahmen folgende Zu­satz­in­for­ma­tio­nen die Such­ergeb­nis­se:

  • Dauer des Koch­vor­gangs bzw. des Films,
  • Angaben zu Kalorien bzw. be­tei­lig­ten Schau­spie­lern
  • oder Nut­zer­be­wer­tun­gen

Auch ein Link zur Website ist in beiden Aus­ga­be­for­ma­ten vorhanden. Zugunsten des kompakten Formates und des großen Bildes fällt in den Rich Cards jedoch der kurze Teaser, die so­ge­nann­te De­scrip­ti­on, weg.

Das dritte Un­ter­schei­dungs­merk­mal ist bereits zur Sprache gekommen: Google spielt die Rich Cards nur in solchen Such­ergeb­nis­sen aus, die auf Anfragen mit mobilen Geräten zu­rück­zu­füh­ren sind. Auf Desktop-PCs werden Nutzern weiterhin Rich Snippets angezeigt. Es ist al­ler­dings nicht gesagt, dass Google diese geplante Trennung auch unbedingt beibehält.

Google Rich Cards: Wie Sie ein Markup erstellen

Rich Cards und Rich Snippets haben eines gemeinsam: Beide Formate setzen voraus, dass Sie als Website-Betreiber struk­tu­rier­te Daten nutzen und Ihren Inhalt auf diese Weise so markieren, dass die Google-Crawler ihn ent­spre­chend erfassen und klas­si­fi­zie­ren können. Ver­zich­ten Sie hingegen auf die Markups, bleibt es bei den ge­wöhn­li­chen Such­ergeb­nis­sen. Haben Sie bereits ein passendes Set struk­tu­rier­ter Daten in Ihr Projekt im­ple­men­tiert, um die Mög­lich­kei­ten der Snippets wahr­zu­neh­men, bedeutet das neue Google-Er­geb­nis­for­mat für Sie also keinerlei Um­ge­wöh­nung. Google empfiehlt nach wie vor, JSON-LD für die Aus­zeich­nun­gen zu verwenden. Im Developer-Forum bietet Google eine Auf­lis­tung der ver­schie­de­nen Content-Typen inklusive der ver­füg­ba­ren Features – wie eben der Rich Cards. Außerdem können Sie zu jedem Typ eine In­for­ma­ti­ons­sei­te aufrufen, die verrät, welche Ei­gen­schaf­ten die ent­spre­chen­de Markup-Im­ple­men­tie­rung enthalten sollte bzw. muss. Für ein Rezept soll das JSON-LD-Skript laut Google zum Beispiel folgende In­for­ma­tio­nen enthalten:

Ei­gen­schaft Wert (nach Schema.org) Be­schrei­bung Relevanz
name Text Name des Gerichtes notwendig
image URL oder Image­Ob­ject Bild des kom­plet­ten Gerichtes notwendig
author Person Ersteller des Rezeptes empfohlen
da­te­Pu­blished Date Datum, an dem das Rezept ver­öf­fent­licht worden ist – im ISO-8061-Format empfohlen
de­scrip­ti­on Text Kurz­be­schrei­bung des Gerichtes empfohlen
ag­gre­ga­te­Ra­ting Ag­gre­ga­te­Ra­ting durch­schnitt­li­che User-Bewertung empfohlen
review Review Rezension des Gerichtes empfohlen
prepTime Duration Dauer der Vor­be­rei­tungs­zeit; kann mit Minimal-/Ma­xi­mal­an­ga­ben spe­zi­fi­ziert werden; im ISO-8061-Format anzugeben empfohlen; immer in Kom­bi­na­ti­on mit cookTime oder totalTime nutzen
cookTime Duration Dauer der Kochzeit empfohlen; immer in Kom­bi­na­ti­on mit prepTime oder totalTime nutzen
totalTime Duration Ge­samt­dau­er für Vor- und Zu­be­rei­tung des Gerichtes; im ISO-8061-Format an­zu­ge­be­ne empfohlen; kann mit prepTime oder cookTime kom­bi­niert werden
re­cipeY­ield Text durch das Rezept pro­du­zier­te Menge empfohlen
re­ci­p­eIn­gre­di­ent Text in dem Rezept ver­wen­de­te Zutaten empfohlen
re­ci­p­eIn­s­truc­tions Text Anleitung für das Rezept empfohlen
nutrition.calories Energy Ka­lo­rien­an­ga­be für das Rezept empfohlen

Zu­sätz­lich sollten Sie Schema.org als das zu­grun­de­lie­gen­de Vokabular de­fi­nie­ren (@context) und angeben, dass es sich um den Content-Typ Recipe handelt (@type). Das komplette Skript sieht am Ende bei­spiels­wei­se so aus:

<script type="application/ld+json">
{
    "@context": "http://schema.org/",
    "@type": "Recipe",
    "name": "Pizza Mozzarella Rezept",
    "image": "https://pixabay.com/photo-711662/",
    "author": {
        "@type": "Person",
        "name": "User"
    },
    "datePublished": "2016-08-05",
    "description": "Leckere Pizza Mozzarella mit frischen Zutaten und wenig Aufwand selbst gemacht.",
    "aggregateRating": {
        "@type": "AggregateRating",
        "ratingValue": "5",
        "reviewCount": "52"
    },
    "prepTime": "PT20M",
    "totalTime": "PT60M",
    "recipeYield": "1 Person",
    "nutrition": {
        "@type": "NutritionInformation",
        "calories": "900 cal"
    },
    "recipeIngredient": [
        "Zutaten"
    ],
    "recipeInstructions": "Anleitung"
}
</script>

Sie haben im Anschluss die Mög­lich­keit, dass Google Test-Tool für struk­tu­rier­te Daten zu nutzen und damit Ihr Markup auf Fehler zu über­prü­fen. Starten Sie einfach einen neuen Test und geben entweder die URL Ihres Web­pro­jek­tes oder nur das JSON-LD-Snippet an:

Mit einem Klick auf „Test durch­füh­ren“ startet der Scan und Sie bekommen eine über­sicht­li­che Zu­sam­men­fas­sung Ihres Markups:

Für das an­ge­führ­te Beispiel findet das Tool keinen Fehler. Über den Button „Vorschau“ kann zu­sätz­lich eine kleine Vorschau der Rich Card erstellt werden. Al­ler­dings muss das Vor­schau­bild bei Google indexiert sein und das end­gül­ti­ge Ergebnis kann laut Google stark von dieser Preview abweichen.

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