Ein Umzug kann nicht nur von Hamburg nach Berlin, sondern auch virtuell von Server A zu Server B erfolgen. Die Gründe für solch einen Ser­ver­um­zug können ein An­bie­ter­wech­sel, die Er­stel­lung eines Backups oder eine Testing-Runde sein. Wer mit seinem WordPress-Blog umziehen will, hat die Mög­lich­keit, dies manuell oder mit Hilfe eines Migration-Tools zu tun.

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Mit WordPress manuell umziehen

Den Umzug auf einen neuen Server und eine neue Domain können halbwegs rou­ti­nier­te WordPress-Nutzende pro­blem­los selbst durch­füh­ren. In wenigen Schritten werden so alle Themes, Plugins, Ein­stel­lun­gen und natürlich auch alle Inhalte inklusive Kom­men­ta­ren voll­stän­dig migriert. Einzige Vor­aus­set­zung für den Umzug ist ein SFTP-Zugriff auf die be­stehen­de Seite, der phpMy­Ad­min-Zugriff auf die Datenbank und ein Web­hos­ting-Paket bei einem ent­spre­chen­den Anbieter. Innerhalb grob einer Stunde werden die alten Daten gesichert und ex­por­tiert, neue Zugänge und eine neue Datenbank angelegt und die be­stehen­den Daten angepasst und im­por­tiert.

Schritt 1: Datenbank und WordPress-Dateien sichern

Vor jedem Umzug sollte zuerst der aktuelle Stand der Datenbank gesichert werden. Dabei reicht es nicht, lediglich den Content zu ex­por­tie­ren, denn so würden dennoch alle anderen wichtigen Ein­stel­lun­gen und Plugins ver­lo­ren­ge­hen. Für Blogs und kleinere Seiten mit bis zu 2 MB bietet sich die Software phpMy­Ad­min an, die bei vielen Hostern in­te­griert ist. Für größere Seiten sollte man ein externes Programm, zum Beispiel myS­QLDum­per, verwenden.

Das Backup wird lokal ge­spei­chert. Innerhalb von phpMy­Ad­min wählen Sie dafür zunächst die korrekte Datenbank aus – falls Sie auf dem Server mehrere Webseiten betreiben. Ein Klick auf „Ex­por­tie­ren“ bringt Sie zur Auswahl „Schnell“ oder „Angepasst“. Letztere Option er­mög­licht Ihnen, den Export zu be­ein­flus­sen. Dies ist al­ler­dings nur zu empfehlen, wenn Sie sich bereits mit MySQL auskennen. Der Grund für das Backup: Sie wollen mit WordPress manuell umziehen. Deshalb wählen Sie als Format auch erneut SQL. Die anderen Formate sind nur dann sinnvoll, wenn Sie mit Ihrem Export andere Ziele verfolgen. Be­stä­ti­gen Sie nun Ihre Ein­stel­lun­gen und speichern Sie die Datei auf Ihrer Fest­plat­te.

Bild: Ansicht der Exportfunktion in phpMyAdmin
Ex­por­tie­ren Sie die SQL-Datenbank Ihrer WordPress-Site.
Hinweis

Wenn Sie mehr über das populäre Datenbank-Ma­nage­ment-System lernen möchten, können Sie dies im MySQL-Tutorial für Ein­stei­gen­de.

Mithilfe eines FTP-Clients wie FileZilla werden im Anschluss alle weiteren WordPress-Dateien lokal ge­spei­chert: Wählen Sie dafür innerhalb Ihrer Ord­ner­struk­tur die korrekte Website aus und kopieren Sie die Daten auf Ihre Fest­plat­te. Nun haben Sie alle Dateien zusammen und können mit WordPress umziehen.

Bild: Standardansicht von FileZilla
Mit SFTP-Software wie FileZilla können Sie alle Dateien auf Ihre Fest­plat­te kopieren.

Schritt 2: Einen neuen Zugang und die Datenbank erstellen

Im nächsten Schritt müssen Sie beim neuen Webhoster eine Datenbank anlegen. Als IONOS-Kunde öffnet man dafür im Control Center den Bereich MySQL-Datenbank und kann dort eine neue Datenbank erstellen. Auch für Ihren neuen Server brauchen Sie einen FTP-Zugang, den Sie generell über den Login-Bereich Ihres Hosting-Anbieters erstellen können. Notieren Sie sich bei der Er­stel­lung des FTP-Zugangs für spätere Schritte den neuen Nut­zer­na­men und Passwort. Ebenso sollten Sie bei der Ein­rich­tung der Datenbank verfahren und den Da­ten­bank­na­men, Hostnamen, Datenbank-Be­nut­zer­na­men sowie das Passwort fest­hal­ten.

Schritt 3: WordPress-Dateien anpassen und hochladen

Im nächsten Schritt werden die be­stehen­den Daten an­ge­gli­chen. Dafür öffnet man die Datei wp-config.php mit einem her­kömm­li­chen Text­edi­tor. Die Datei befindet sich im Root-Ver­zeich­nis des er­stell­ten Backups. Nun müssen Sie die Einträge DB_NAME, DB_USER, DB_PASSWORD und DB_HOST anpassen und speichern. Auch diese Angaben finden Sie in den Ein­stel­lun­gen Ihres Hosts. Der Blog ist damit bereit für den WordPress-Ser­ver­um­zug. Mithilfe von FileZilla oder einem ähnlichen Programm wird im Anschluss eine Kopie aller WordPress-Dateien und -Ordner in das Root-Ver­zeich­nis des neuen Servers hoch­ge­la­den.

Bild: Ausschnitt der Datei wp-config.php
Bevor Sie mit Ihrer WordPress-Seite umziehen können, müssen die Angaben in der wp-config.php anpassen.

Schritt 4: Domain ändern

Ändert sich durch den Umzug die Domain der Seite oder des Blogs, kann man dies direkt in der SQL-Datei vermerken, bevor man sie hochlädt. Sucht man mit einem Text­edi­tor nach den Schlag­wör­tern „siteurl“ und „home“ lässt sich dort die alte Domain durch die neue Adresse ersetzen.

Bild: SQL-Anfrage zum Ändern der Datenbank
Wenn sich durch den WordPress-Umzug auch die Domain ändert, müssen Sie dies in der Datenbank ändern.

Wenn Sie noch nach einer neuen Domain Ausschau halten, kann der IONOS Domain-Checker helfen:

Domain Check

Schritt 5: Die Datenbank im­por­tie­ren

Um die WordPress-Migration ab­zu­schlie­ßen, muss jetzt noch die Datenbank im­por­tiert werden. Dafür ruft man im Ad­mi­nis­tra­ti­ons­be­reich des neuen Providers das Programm phpMy­Ad­min auf oder nutzt für größere Projekte myS­QLDum­per. Dort können Sie die zuvor ex­por­tie­re SQL-Datei wieder im­por­tie­ren. Für phpMy­Ad­min: Wichtig ist, dass die richtige Datenbank in der linken Sei­ten­leis­te an­ge­klickt wird, ansonsten ist die Datenbank nicht aus­ge­wählt und der Import wird fehl­schla­gen. Nun können Sie auf den Reiter „Im­por­tie­ren“ wechseln, die Datenbank auf Ihrer Fest­plat­te auswählen und den Upload starten. Wenn Sie beim Ex­por­tie­ren keine spe­zi­el­len Ein­stel­lun­gen vor­ge­nom­men haben, können Sie auch beim Import die Stan­dard­ein­stel­lun­gen bei­be­hal­ten.

Schritt 6: WordPress-Migration ab­schlie­ßen und prüfen

Die Website sollte nun auf dem neuen Server laufen. Doch einige Fehler können natürlich trotzdem auftreten. Wir stellen die drei häu­figs­ten davon vor und prä­sen­tie­ren die passende Pro­blem­lö­sung:

  • .htaccess-Fehler: In der* .htaccess*-Datei können manuell Ver­lin­kun­gen hin­ter­legt werden. Nach dem Umzug bestehen oft noch einige solcher Ver­lin­kun­gen, die auf die alte Domain verweisen und so* Feh­ler­mel­dun­gen ver­ur­sa­chen. Än­de­run­gen können Sie schnell und un­kom­pli­ziert in der .htaccess*-Datei vornehmen.
  • Umlaute werden nicht richtig angezeigt: Wenn Umlaute nicht korrekt angezeigt werden, liegt das meist am* *falschen Charset (Sprach­code)**. Dieses muss aus­ge­tauscht be­zie­hungs­wei­se angepasst werden. Oft hilft es schon, mit ver­schie­de­nen Mög­lich­kei­ten (latin, UTF8/Unicode usw.) zu ex­pe­ri­men­tie­ren, bis die Anzeige stimmt. Das passende Charset für Tabellen kann man außerdem aus einer WordPress-In­stal­la­ti­on ziehen. Zu­sätz­lich gibt es noch ver­schie­de­ne Plugins, deren Ent­wick­ler sich des Umlaut-Problems an­ge­nom­men haben.
  • Mod_Rewrite und Internal Error 500: Kann der neue Server keine* .htaccess*-Dateien lesen, liegt das daran, dass er über kein* mod_rewrite*-Modul verfügt. Die Folge ist die Feh­ler­mel­dung* Internal Error 500 beim Aufrufen der Artikel. Dies kann im Dashboard des CMS unter „Ein­stel­lun­gen/Per­ma­links“ de­ak­ti­viert werden. Bleiben die Feh­ler­mel­dun­gen dann aus, kann man mod_rewrite* ak­ti­vie­ren und die Seite läuft auch nach dem WordPress-Ser­ver­um­zug ohne Probleme.

Die WordPress-Migration mit Plugins

Viele An­lei­tun­gen im Netz ver­mit­teln den Eindruck, WordPress zu migrieren sei überaus einfach und schnell zu erledigen. Doch für nicht so tech­nik­af­fi­ne Nut­ze­rin­nen und Nutzer ist die manuelle Migration durchaus komplex und nicht ohne weiteres zu be­werk­stel­li­gen. Schnell über­springt man einen wichtigen Schritt und der Ser­ver­um­zug misslingt. Auch für fort­ge­schrit­te­ne Nutzende und Profis ist das Step-by-Step-Vorgehen nicht immer prak­ti­ka­bel – so bei­spiels­wei­se, wenn man möglichst schnell variable Testings durch­füh­ren möchte. Da WordPress eine Open-Source-Software ist, gibt es in­zwi­schen jedoch viele kos­ten­lo­se Plugins, die die WordPress-Migration er­leich­tern. Die Programme decken auch die we­sent­li­chen Si­cher­heits­schrit­te ab – al­ler­dings sollte man trotzdem vor dem Umzug des Blogs ein Backup erstellen.

Die 5 besten kos­ten­lo­sen WordPress-Migration-Tools

Migrate Guru

Migrate Guru ist ein beliebtes Plugin für die WordPress-Migration, das besonders durch seine Ein­fach­heit und Effizienz punktet. Mit Migrate Guru können Sie Ihre gesamte WordPress-Seite – inklusive Datenbank, Medien und Plugins – schnell und un­kom­pli­ziert auf einen neuen Server oder eine neue Domain über­tra­gen. Das Plugin erledigt die Migration au­to­ma­tisch und ohne manuelle Eingriffe, was es besonders be­nut­zer­freund­lich macht. Besonders praktisch ist, dass es keine PHP-Upload-Limits gibt, da die Migration direkt auf Ser­ver­ebe­ne erfolgt. Außerdem un­ter­stützt Migrate Guru die Migration großer Websites mit bis zu 200 GB, ohne dass die Per­for­mance leidet.

Bild: Screenshot von Migrate Guru
Mit dem Migrate Guru Plugin ist ein WordPress-Umzug bei un­ter­stütz­ten Anbietern schnell vollzogen.

Für den Umzug in­stal­lie­ren Sie das Plugin auf beiden Servern und starten mit wenigen Klicks die Migration bei un­ter­stütz­ten Hos­ting­part­nern. Auch bei dieser Lösung benötigen Sie keine FTP-Kennt­nis­se oder zu­sätz­li­che Tools. Wenn Sie also nach einer schnellen und un­kom­pli­zier­ten Methode für die WordPress-Migration suchen, könnte Migrate Guru die ideale Wahl sein.

All-in-One WP Migration

Wie der Name schon verrät, ist das Tool All-in-One WP Migration eine Kom­plett­lö­sung für die WordPress-Migration. Es ex­por­tiert sämtliche Daten – so können Sie mitsamt aller Dateien und der WordPress-Datenbank umziehen: in einem Schritt. Ein weiterer Vorteil der Er­wei­te­rung: Der Upload kann in der Premium-Version in kleine Pakete auf­ge­teilt. Dadurch umgeht das Plugin mögliche Grö­ßen­ein­schrän­kun­gen des Web­ser­vers.

Bild: Screenshot von All-in-One WP Migration
Bei einem Umzug mit All-in-One WP Migration pro­fi­tie­ren Sie von diversen Vorteilen.

Sie ex­por­tie­ren alles in eine einzige Datei. Wenn Sie sich für die Premium-Version ent­schei­den, haben Sie auch die Mög­lich­keit, alles direkt auf einen FTP-Server oder ver­schie­de­ne Cloud-Lösungen zu laden. Auf Ihrem neuen Server in­stal­lie­ren Sie auch WordPress und das Plugin und können dann per Drag-and-Drop die alten Daten hochladen.

WordPress Clone by WordPress Academy

Das Plugin WordPress Clone ist die wohl un­kom­pli­zier­tes­te und schnells­te Lösung, möchte man mit WordPress umziehen. Das Plugin kann außerdem dabei helfen, mit Seiten auf eine lokale Server-Umgebung zu wechseln und damit Kopien für das Testen ver­schie­de­ner Ansätze zu schaffen.

Bild: Screenshot von WordPress Clone
WP Clone ist einfach zu bedienen und intuitiv in der Hand­ha­bung.

Auch WP Clone erstellt einen neuen Menü-Eintrag. Der Umzug verläuft denkbar einfach. Ein Klick auf „Create Backup“ kreiert einen Link. Unter dieser Adresse befindet sich das Backup. Auf dem neuen Server (auch dort in­stal­lie­ren Sie zunächst WordPress und das Plugin) kann dann einfach an ent­spre­chen­der Stelle die URL eingefügt werden.

WordPress Du­pli­ca­tor

Der WordPress Du­pli­ca­tor er­mög­licht die Du­pli­ka­ti­on eines Blogs und im Anschluss den Transfer der Seite von Server A nach Server B. Dieses Plugin ist aber definitiv keine Lösung für WordPress-Laien, sondern ein speziell für Ent­wick­le­rin­nen und Ent­wick­ler gedachtes Tool, das ent­spre­chend an­spruchs­voll hin­sicht­lich der Be­dien­bar­keit ist.

Bild: Screenshot von WordPress Duplicator
Auch mit WP Du­pli­ca­tor lassen sich Backups Ihrer WordPress-Seite erstellen, die sich an anderem Ort wie­der­her­stel­len lassen.

Unter dem Menüpunkt „Du­pli­ca­tor“ lassen sich nun einige Ein­stel­lun­gen vornehmen, bevor das Tool ein Backup erstellt. Zudem bekommt jedes erzeugte Archiv einen Installer. Mit diesem fällt der Umzug leichter: Beide Dateien können her­un­ter­ge­la­den und dann auf den neuen Server auf­ge­spielt werden. Dann wird die Datei installer.php auf dem neuen Server auf­ge­ru­fen (z. B. meinewebsite.de/installer.php) und die Migration kann beginnen.

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Up­draft­Plus

Das Plugin Up­draft­Plus er­mög­licht Ihnen, Ihr Backup auf ver­schie­de­nen Cloud-Servern zu speichern: Nachdem Sie die Er­wei­te­rung aktiviert haben, finden Sie das Plugin als Menü im Dashboard Ihrer WordPress-In­stal­la­ti­on. Stellen Sie in Up­draft­Plus zunächst den Spei­cher­ort des Backups ein: Dies kann zum Beispiel bei Dropbox, Amazon S3, Google Drive oder sogar per E-Mail geschehen (Letzteres ist nur dann zu empfehlen, wenn man keinen Freemail-Anbieter verwendet, der die Größe der emp­fan­ge­nen Dateien stark be­schränkt). Wenn Sie alle Ein­stel­lun­gen vor­ge­nom­men haben, lässt sich das Backup mit einem Knopf­druck ein­rich­ten. Um es auf einem neuen Server zu in­stal­lie­ren, wechselt man im neu auf­ge­setz­ten WordPress wieder in die Ansicht des Plugins und wählt die ent­spre­chen­den Dateien zum Wie­der­her­stel­len aus.

Bild: Screenshot von WordPress UpdraftPlus
Ohne die Premium-Version von Up­draft­Plus funk­tio­niert ein WordPress-Umzug durch die Backup-Funktion.

Einfacher kann man es sich machen, wenn man zur Be­zahl­ver­si­on des Plugins wechselt. Dann steht auch eine de­zi­dier­te Mi­gra­ti­ons­funk­ti­on zur Verfügung. Premium-Nutzende haben zudem die Mög­lich­keit, Ihre Backups zu ver­schlüs­seln, was gerade bei Si­cher­heits­ko­pien auf Cloud-Servern keine schlechte Idee ist.

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