PDF (kurz für Portable Document Format) ist ein prak­ti­sches Da­tei­for­mat, das viele Vorteile bietet. Einer davon ist die relativ kompakte Größe im Vergleich zu anderen Formaten, die Text- oder Bild­ele­men­te enthalten. Er­mög­licht wird das durch eine Kom­bi­na­ti­on aus gleich mehreren Kom­pres­si­ons­al­go­rith­men. Doch manchmal ist klein einfach noch nicht klein genug. Die weitere Kom­pri­mie­rung einer PDF-Datei ist für ge­wöhn­lich aber nur über Umwege möglich.

Was macht die Größe einer PDF-Datei aus?

Die Byte-Zahl einer PDF-Datei wächst nicht vorrangig mit der Menge an Text. Erst ab mehreren Hundert oder Tausend Seiten fällt die Wort­an­zahl ins Gewicht. Die Da­tei­grö­ße wird sehr viel stärker durch Bilder, Diagramme und Grafiken mit hoher Auflösung und großer Farbtiefe be­ein­flusst. Pro­ble­ma­tisch ist es demnach auch, wenn man ein ein­ge­scann­tes Dokument in ein PDF umwandelt. Das wird dann nämlich als Bilddatei ein­ge­bet­tet, selbst wenn es sich beim Scan aus­schließ­lich um Text handelt. Mit mehreren Scans können so schnell ein paar Dutzend Megabyte zu­sam­men­kom­men. In­ter­ak­ti­ve Formulare sowie Mul­ti­me­dia-Elemente tragen ebenfalls zur Ge­samt­da­tei­grö­ße bei.

Warum sollte man eine PDF-Datei ver­klei­nern wollen?

Da das PDF-Format keine fest­ge­leg­ten Seiten- oder Spei­cher­be­schrän­kun­gen hat, ist eine große Datei grund­sätz­lich kein Problem. Es gibt aber viele Vorteile, die für eine möglichst geringe Da­tei­grö­ße sprechen. Zuerst einmal das Of­fen­sicht­lichs­te: Ein ver­klei­ner­tes PDF spart Spei­cher­platz auf der Fest­plat­te. Bei der Ver­schie­bung auf einen externen Da­ten­trä­ger wie einen USB-Sticks ist zudem der Faktor Über­tra­gungs­ge­schwin­dig­keit ein wichtiges Argument.

PDFs werden zudem häufig als E-Mail-Anhang versendet. Denn For­ma­tie­run­gen und Schrift­ar­ten sind in einem PDF-Dokument fest ein­ge­bet­tet, was die ori­gi­nal­ge­treue Wie­der­ga­be auf allen Geräten er­mög­licht. Das un­ter­schei­det sie bei­spiels­wei­se von Word-Dateien. Möchte man daher Text­do­ku­men­te per Mail ver­schi­cken, ist es durchaus sinnvoll, sie vorher von Word in PDF zu kon­ver­tie­ren. Al­ler­dings bieten die kos­ten­lo­sen Post­fä­cher vieler E-Mail-Anbieter nur einen be­grenz­ten Spei­cher­platz und lassen lediglich den Versand von Anhängen zwischen 4 und 35 Megabyte zu.

Und auch in For­mu­la­ren für Online-Be­wer­bun­gen großer Firmen sind PDFs von nicht allzu aus­ufern­der Größe von Vorteil, geben viele Konzerne doch eine strikte Megabyte-Be­gren­zung für ein­zu­sen­den­de Un­ter­la­gen vor.

Wie kann man ein PDF-Dokument ver­klei­nern?

Im Idealfall sollte man schon bei der Er­stel­lung eines PDF-Dokuments darauf achten, dieses möglichst klein zu halten. Dabei gilt stets die einfache Regel: Weniger In­for­ma­tio­nen bedeuten eine geringere Da­tei­grö­ße. Ins­be­son­de­re Bilder sollte man schon im Voraus kom­pri­mie­ren. Das geht am besten über Bild­be­ar­bei­tungs­pro­gram­me wie Photoshop oder Gimp.

Der wich­tigs­te Faktor ist dabei (neben den Ab­mes­sun­gen und der Farbtiefe) die Bild­auf­lö­sung, die mit der Einheit „dpi“ (Englisch „dots per inch“) angegeben wird. Die Hal­bie­rung einer Auflösung von 600 dpi auf 300 dpi ver­rin­gert die Größe eines PDFs merklich, etwa von 4,55 Megabytes auf 2,68 Megabytes. Bei der Wahl der richtigen Auflösung sollte man sich immer überlegen, für welchen Ver­wen­dungs­zweck die PDF-Datei erstellt wird. Soll sie nur am Com­pu­ter­bild­schirm gelesen werden, reichen 72 bis 96 dpi völlig aus. Für eine Druck­vor­la­ge oder Prä­sen­ta­ti­on sollte man wiederum nicht unter 150 dpi gehen, 300 dpi wären optimal.

Hat man ein bereits fertiges PDF vor sich oder ist nicht selbst der Ersteller der Datei, kommt man um eine nach­träg­li­che Kom­pri­mie­rung meist nicht herum, wenn man eine kleinere Da­tei­grö­ße wünscht. Das ist al­ler­dings in der Regel die un­güns­tigs­te Methode, denn eine nach­träg­li­che Ver­rin­ge­rung der Auflösung geht immer zulasten der Bild­qua­li­tät – auch dann, wenn sich der Verlust an Bild­in­for­ma­tio­nen so ein­schrän­ken lässt, dass immer noch ein an­schau­li­ches Ergebnis erreicht wird. Zur nach­träg­li­chen Kom­pri­mie­rung gibt es ver­schie­de­ne Tools, die wir im Folgenden kurz vor­stel­len und erläutern.

Welche Tools können ein PDF kleiner machen?

Natürlich kann man ein PDF ganz einfach mithilfe von WinZip kom­pri­mie­ren. Das hat aber den Nachteil, dass man die ZIP-Datei zum Öffnen erst wieder entpacken muss. Andere Tools erlauben es statt­des­sen, ein PDF direkt zu ver­klei­nern. Un­be­ding­te Vor­aus­set­zung dafür ist, dass das jeweilige Dokument nicht vor Be­ar­bei­tun­gen geschützt ist. Denn an­dern­falls muss man zunächst den Schreib­schutz entfernen.

PDF ver­klei­nern via Acrobat Pro und Mac-Vorschau

Adobe, die Firma, die das PDF-Format ur­sprüng­lich ent­wi­ckelt hat, liefert auch ein Tool zur Kom­pri­mie­rung solcher Dateien: Das kos­ten­pflich­ti­ge Acrobat Pro DC (nicht zu ver­wech­seln mit dem Acrobat Reader). Nachdem man das zu be­ar­bei­ten­de Dokument in diesem Programm geöffnet hat, kann man über „Datei“ > „Speichern unter (andere)“ ein „Op­ti­mier­tes PDF“ erstellen. In der sich öffnenden Schalt­flä­che kann man über den Button rechts oben zuvor über­prü­fen, wieviel Speicher die einzelnen Elemente (zum Beispiel Schrift­ar­ten, Bilder, Le­se­zei­chen, Formulare, Ziele und Kom­men­ta­re) einnehmen.

Wählen Sie die Option „Standard“, führt Acrobat Pro eine ef­fi­zi­en­te Kom­pres­si­on durch, bei der das Programm versucht, die nied­rigst­mög­li­che Da­tei­grö­ße zu erreichen, die keine allzu großen Qua­li­täts­ein­bu­ßen bedingt. Das passiert, indem nicht ver­wen­de­te Schrift­ar­ten entfernt, die Auflösung von Bildern reduziert und nicht benötigte Elemente gelöscht werden. Traut man es sich zu, kann man die Kom­pri­mie­rungs­pa­ra­me­ter auch selbst festlegen. So lassen sich zum Beispiel unnütze Objekte löschen, Be­nut­zer­da­ten verwerfen oder die Trans­pa­renz von Bildern anpassen. Anfänger müssen hier etwas her­um­ex­pe­ri­men­tie­ren, da zu strikte Parameter den Druck von Bildern oder die Ver­wen­dung von For­mu­la­ren unmöglich machen können.

Mac-User haben in vielen Fällen schon ein äqui­va­len­tes Tool auf ihrem Be­triebs­sys­tem vor­in­stal­liert: Die Vorschau-App. Ihre Funk­ti­ons­wei­se ist nahezu dieselbe wie bei Acrobat Pro: Nach Öffnen einer Datei klickt man auf „Export“. Im sich dann öffnenden Pop-up-Fenster wählt man das Format „PDF“ und setzt den Quartz-Filter auf „Reduce File Size“. Das Ergebnis wird wie bei Acrobat Pro nach einem Stan­dard­al­go­rith­mus kom­pri­miert.

Vorteile Nachteile
Auch als PDF-Reader ver­wend­bar Acrobat Pro DC ist kos­ten­pflich­tig
Diverse Zu­satz­funk­tio­nen (Acrobat Pro DC) Benutzung an den eigenen Rechner gebunden
Per­sön­li­che Daten und Dokumente sind sicher, da auf dem eigenen Rechner ge­spei­chert

PDF-Datei ver­klei­nern via Freeware-Dru­cker­trei­ber

Abgesehen von solchen Firmware-Tools gibt es noch zahl­rei­che andere Programme, die man als Freeware im Internet finden kann. In der Regel sind diese kostenlos, schnell zu in­stal­lie­ren und einfach zu bedienen. Der PDF24 Creator ist dafür ein beliebtes wie prak­ti­sches Beispiel.

PDF24 funk­tio­niert nach seiner In­stal­la­ti­on wie ein Treiber für einen vir­tu­el­len Drucker. Nachdem man ein PDF mit einem Reader oder einem anderen Programm geöffnet hat, klickt man auf „Drucken“. Als Drucker wählt man nun „PDF24“ aus der Liste der ver­füg­ba­ren Geräte und bestätigt die Eingabe. Das PDF-Dokument wird dann jedoch nicht aus­ge­druckt, vielmehr öffnet sich der PDF24-Launcher. Mit einem Klick auf „PDF kom­pri­mie­ren“ kann man sich dann zum PDF24-Compress-Tool wei­ter­lei­ten lassen. Hier lassen sich sämtliche Kom­pri­mie­rungs­pa­ra­me­ter ein­stel­len und Sie können einen Spei­cher­ort für die aus­zu­ge­ben­de PDF-Datei auswählen.

Al­ter­na­tiv lässt sich der PDF24 Creator auch als ei­gen­stän­di­ges Programm verwenden. Mit ihm kann man die zu kom­pri­mie­ren­de Datei auf dem Rechner suchen oder ganz einfach per Drag-&-drop ins Interface ziehen. Wie manch andere Software bietet der PDF24 Creator darüber hinaus einige in­ter­es­san­te Zu­satz­funk­tio­nen, darunter einen PDF-Viewer, ver­schie­de­ne Ver­schlüs­se­lungs­me­tho­den sowie die Mög­lich­keit, mehrere PDF zu einem großen Dokument zu verbinden oder einzelne Seiten her­aus­zu­lö­sen.

Beispiele für andere Freeware-Tools sind der BullZip PDF Printer sowie doPDF, die ebenfalls als Dru­cker­trei­ber in­stal­liert werden. Diese funk­tio­nie­ren (mit geringen Un­ter­schie­den) genauso wie PDF24. Welches Tool man benutzt, hängt also von der per­sön­li­chen Präferenz ab. Vorsicht gilt jedoch bei weniger bekannten, kos­ten­lo­sen Pro­gram­men oder solchen von nicht ver­trau­ens­wür­di­gen Dritt­an­bie­tern: Die In­stal­la­ti­ons-Setups können zahl­rei­che Wer­be­an­zei­gen und un­er­wünsch­te Zu­satz­kom­po­nen­ten enthalten.

Vorteile Nachteile
Kostenlos Werbung auf der Be­nut­zer­ober­flä­che
Einfache In­stal­la­ti­on und Bedienung
Als Dru­cker­trei­ber von Word oder einem PDF-Viewer aus er­reich­bar
Auch als ei­gen­stän­di­ges Programm ver­wend­bar (PDF24 Creator)

PDF-Dokument ver­klei­nern via Online-Tools

Eine Al­ter­na­ti­ve zur schnellen Ver­klei­ne­rung von PDF-Dateien können Online-Tools dar­stel­len. Diese sind als Web-Apps über den Web­brow­ser er­reich­bar. Per Datei-Such­funk­ti­on oder Drag-&-drop lassen sich über sie meist ein oder gleich mehrere PDF hochladen. Die Kom­pri­mie­rung findet dann in der Cloud des Web­sei­ten­be­trei­bers statt – man muss dafür weder ein Programm in­stal­lie­ren, noch eigene Rech­ner­ka­pa­zi­tä­ten be­reit­stel­len.

Im Internet gibt es zahl­rei­che solcher kos­ten­lo­sen Dienst­leis­ter, gute Beispiele sind SmallPDF, PDFCom­pres­sor und PDF2GO. Genau wie die vielen Freeware-Programme ähneln sie sich hin­sicht­lich der Benutzung und Funk­tio­nen sehr stark. Aufgrund der zahl­rei­chen Wer­be­ban­ner können diese Seiten auf den ersten Blick etwas un­über­sicht­lich wirken, jedoch dienen die Anzeigen nur zur Fi­nan­zie­rung des kos­ten­lo­sen Angebots.

Diese Dienste kann man in der Regel voll­stän­dig anonym nutzen, man muss also keine per­sön­li­chen Daten eingeben. Je nach Brisanz oder Ge­heim­hal­tungs­grad eines PDF sollte man jedoch genau abwägen, ob man das Si­cher­heits­ri­si­ko eingehen und die PDF-Datei auf einen fremden Server über­tra­gen will, anstatt eine Software auf dem eigenen Computer zu in­stal­lie­ren. Denn im Internet ist man nie hun­dert­pro­zen­tig vor Da­ten­dieb­stahl sicher. Im Zwei­fels­fall ver­schafft die Lektüre der Da­ten­schutz­an­ga­ben Ge­wiss­heit, wie gut die eigenen Daten beim je­wei­li­gen Anbieter geschützt sind.

PDF24 gibt an, die hoch­ge­la­de­nen Dateien nach kurzer Zeit wieder restlos vom Server zu entfernen. Auch SmallPDF und PDFCom­pres­sor ga­ran­tie­ren die per­ma­nen­te Löschung sämt­li­cher Daten nach einer Stunde. PDF2GO dagegen hält kom­pri­mier­te Dokumente für ganze 24 Stunden ge­spei­chert – damit der Nutzer eine Datei auch mehrmals her­un­ter­la­den kann, wie der Anbieter erklärt. Erscheint einem das hin­sicht­lich des Da­ten­schut­zes zu unsicher, sollte man lieber eines der anderen Online-Tools nutzen.

Vorteile Nachteile
Kostenlos und anonym ver­wend­bar Hoch­ge­la­de­ne PDF werden vor­über­ge­hend auf einem externen Server ge­spei­chert
Leichte Be­dien­bar­keit Weniger Ein­stel­lungs­mög­lich­kei­ten
Von überall über einen Web­brow­ser er­reich­bar

FAQs

Nach­fol­gend haben wir die wich­tigs­ten Fragen und Antworten zum Thema nochmals für Sie zu­sam­men­ge­fasst.

Warum sollte man eine PDF-Datei ver­klei­nern wollen?

Ein ver­klei­ner­tes PDF spart Spei­cher­platz auf der Fest­plat­te und USB-Sticks. Außerdem bieten die kos­ten­lo­sen Post­fä­cher vieler E-Mail-Anbieter nur einen be­grenz­ten Spei­cher­platz und lassen lediglich den Versand von Anhängen zwischen 4 und 35 Megabyte zu.

Wie kann man ein PDF-Dokument ver­klei­nern?

Um ein fertiges PDF zu ver­klei­nern kann man es nach­träg­lich mit Hilfe eines Tools kom­pri­mie­ren. Im Idealfall sollte man schon bei der Er­stel­lung eines PDF-Dokuments darauf achten, dieses möglichst klein zu halten.

Mit welchen Tools kann man ein PDF kleiner machen?

Neben dem kos­ten­pflich­ti­gen Acrobat Pro DC können PDFs auch mit spe­zi­el­len Dru­cker­trei­bern, Freeware wie dem PDF24 Creator oder Online-Tools wie SmallPDF, PDFCom­pres­sor oder PDF2GO ver­klei­nert werden.

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