Den Sta­tis­ti­ken von w3techs zufolge basieren mehr als 60 Prozent aller Web­pro­jek­te, die mit einem CMS erstellt wurden, auf WordPress (Stand: Mai 2019). Die Open-Source-Anwendung hat sich seit ihrer Ver­öf­fent­li­chung im Jahr 2003 zu einem wahren All­roun­der ent­wi­ckelt: Ur­sprüng­lich lediglich als Grund­ge­rüst für Blogs kon­zi­piert, eignet sich WordPress mitt­ler­wei­le für die Er­stel­lung un­ter­schied­lichs­ter Arten von Websites – egal, ob Un­ter­neh­mens­sei­te, Webshop oder Community-Website. Die heutige Viel­sei­tig­keit re­sul­tiert ei­ner­seits aus der Wei­ter­ent­wick­lung des Ba­sis­codes, an­de­rer­seits aus der Vielzahl an Plug-ins, die von Ent­wick­lern aus der ganzen Welt pro­gram­miert werden und WordPress um zahl­rei­che Funk­tio­nen erweitern.

Obwohl der hohe Be­liebt­heits­grad der Website-Software also durchaus nach­voll­zieh­bar ist, gibt es dennoch stich­hal­ti­ge Gründe, nach einer Al­ter­na­ti­ve zu WordPress zu suchen. Warum das sinnvoll sein kann und welche WordPress-Al­ter­na­ti­ven in jedem Fall einen Blick wert sind, verrät dieser Artikel.

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Warum eine WordPress-Al­ter­na­ti­ve sinnvoll sein kann

Ei­gent­lich scheint nichts gegen den Einsatz von WordPress zu sprechen: Das Ent­wick­ler-Team weist eine lang­jäh­ri­ge Expertise auf, während die Community stetig wächst und über die Be­reit­stel­lung von Themes und Plug-ins sehr aktiv am Ent­wick­lungs­pro­zess des Systems teilnimmt. Neue An­for­de­run­gen der Nutzer werden zeitnah be­rück­sich­tigt und ent­spre­chen­de Funk­tio­nen in die Software im­ple­men­tiert – un­ab­hän­gig davon, ob es sich um eine bessere Rech­te­ver­wal­tung, Mobile-Support, Shop-Features, SEO-Funk­tio­nen oder eine nahtlose Social-Media-In­te­gra­ti­on handelt. Auch wenn der Großteil dieser Neue­run­gen nicht Be­stand­teil der Stan­dard­aus­ga­be ist, gibt es dennoch einige, die auch dem Basiscode hin­zu­ge­fügt werden. Das einst simple Grund­ge­rüst ist dadurch mit der Zeit immer komplexer geworden.

Für kleinere Web­pro­jek­te wie bei­spiels­wei­se Weblogs, für die WordPress ur­sprüng­lich gedacht war, ist das Website-System mitt­ler­wei­le also schlicht­weg sehr über­di­men­sio­niert – ein Umstand, der unter anderem auch zu Per­for­mance-Problemen führen kann. Derartige tech­ni­sche Probleme, die sich negativ auf die User-Ex­pe­ri­ence auswirken, re­sul­tie­ren häufig auch aus feh­ler­haft pro­gram­mier­ten oder nicht-kom­pa­ti­blen Plug-ins und Themes. Außerdem wirkt es sich oft negativ auf den Pageload aus, wenn zu viele Er­wei­te­run­gen zum Einsatz kommen – eine Tatsache, die WordPress aber mit einigen der ver­füg­ba­ren Al­ter­na­ti­ven gemeinsam hat.

Neben der erhöhten Ladezeit ist mitunter auch der Si­cher­heits­aspekt bei der WordPress-Nutzung ein Pro­blem­feld: Die Auswahl an Plug-ins und Vorlagen für die CMS-Software ist so riesig, dass das Ent­wick­ler-Team nicht alle ver­öf­fent­lich­ten Er­wei­te­run­gen ve­ri­fi­zie­ren kann. Da jede Er­wei­te­rung ein po­ten­zi­el­les Ein­fall­tor für Cyber-Attacken ist, nutzen Hacker die große Be­liebt­heit der Software für ihre Ma­chen­schaf­ten: Kos­ten­lo­se Layouts oder nützliche Features stellen sich so im Nach­hin­ein oft als Weg­be­rei­ter für Ha­cker­an­grif­fe oder die In­fil­trie­rung mit Malware heraus.

Fazit

WordPress größte Stärke ist zugleich auch seine größte Schwäche: Das Open-Source-Programm ist mitt­ler­wei­le weit mehr als eine einfache Blog-Software und für simple Websites fast schon zu komplex. Zu­sätz­lich sorgt die große Be­liebt­heit für ein großes Ge­fah­ren­po­ten­zi­al durch Cy­ber­kri­mi­nel­le. Weniger stark ver­brei­te­te WordPress-Al­ter­na­ti­ven sind nur selten Fokus von Hacker-Angriffen. Ferner legen viele Anbieter den Fokus auf eine Kern­dis­zi­plin, um nicht mit dem All­roun­der WordPress kon­kur­rie­ren zu müssen.

5 Al­ter­na­ti­ven zu WordPress im Kurz­por­trät

Natürlich gibt es auch Ent­wick­ler, die es sich zur Aufgabe gemacht haben, ein System zu pro­gram­mie­ren, das WordPress als All­roun­der-CMS ersetzt. Da WordPress jedoch bereits ein sehr gutes CMS ist, lohnt es sich eher, nach Al­ter­na­ti­ven zu suchen, die auf die Er­stel­lung ganz spe­zi­el­ler Web­pro­jekt-Arten aus­ge­rich­tet sind und zum eigenen Vorhaben passen. Solche Programme bieten in der Regel von Werk an alle Bausteine, die Sie zur Umsetzung einer Web­prä­senz benötigen – al­ler­dings ist das Code-Gerüst meist deutlich schlanker als bei WordPress und den anderen großen Allround-Pro­gram­men.

Letztlich heißt das jedoch, dass man nicht pauschal die beste WordPress-Al­ter­na­ti­ve nennen kann. Ent­schei­dend ist vielmehr, wie geeignet die jeweilige Software für Ihr spe­zi­el­les Web­pro­jekt ist. Bei der Vor­stel­lung der WordPress-Al­ter­na­ti­ven werden wir daher immer auch darauf eingehen, für welche Projekte und Nut­zer­grup­pen sie gedacht sind.

IONOS MyWebsite – die Bau­kas­ten­lö­sung für Pri­vat­per­so­nen und KMU

Anfang 2014 trat IONOS MyWebsite die Nachfolge des Dienstes IONOS Do-It-Yourself Homepage an. Die rund­erneu­er­te Bau­kas­ten­lö­sung erhielt dabei nicht nur eine neue, güns­ti­ge­re Preis­struk­tur, sondern auch um­fang­rei­che Upgrades in Sachen Be­nut­zer­freund­lich­keit, Funk­ti­ons­um­fang und Design-Auswahl. Auch infolge dieser Ver­bes­se­run­gen zeichnet sich der Web­ser­vice auf Basis von HTML, CSS und Ja­va­Script vor allem durch seine leicht ver­ständ­li­che Me­nü­füh­rung und Viel­sei­tig­keit aus. So können Nutzer aus über 400 ver­füg­ba­ren Website-Vorlagen wählen, deren Elemente sich an­schlie­ßend bequem per Drag-and-drop ver­schie­ben und anpassen lassen – was MyWebsite zu einer her­vor­ra­gen­den WordPress-Al­ter­na­ti­ve für die Kreation privater Homepages oder bran­chen­spe­zi­fi­scher Un­ter­neh­mens­sei­ten macht.

Sobald die Ent­schei­dung für eine De­sign­vor­la­ge gefallen ist, kann die Arbeit an der eigenen Website im soft­ware­ei­ge­nen MyWebsite-Editor beginnen: Vor­ge­fer­tig­te Sei­ten­kom­po­nen­ten wie Schalt­flä­chen oder Blöcke für Texte, Videos oder Bilder lassen sich nach Belieben und ohne jegliche Pro­gram­mier­kennt­nis­se auswählen und an die ge­wünsch­te Position setzen. Der zu­grun­de­lie­gen­de Quellcode wird au­to­ma­tisch generiert und für mobile Geräte optimiert, sodass es keinen Un­ter­schied macht, ob Besucher die Website später auf einem Desktop-PC oder einem Mo­bil­ge­rät aufrufen. Gleiches gilt auch für den Baukasten selbst: Wer unterwegs an der eigenen Homepage wei­ter­bas­teln möchte, der kann dies pro­blem­los über den Browser seines Smart­phones oder Tablets erledigen. Zu den ein­satz­fer­ti­gen Elementen zählen dabei unter anderem folgende:

  • An­fahrts­be­schrei­bun­gen
  • Kun­den­re­zen­sio­nen
  • Fo­to­ga­le­rien
  • Öff­nungs­zei­ten
  • Ter­min­ver­ein­ba­run­gen
  • Gäs­te­bü­cher

IONOS MyWebsite ist auch deshalb eine emp­feh­lens­wer­te Al­ter­na­ti­ve zu WordPress, weil der Baukasten seine Nutzer umfassend hin­sicht­lich Da­ten­si­cher­heit und Da­ten­schutz un­ter­stützt. Egal, ob es um ein Kon­takt­for­mu­lar oder das Impressum des eigenen Web­pro­jekts geht – sämtliche sensiblen Kom­po­nen­ten sind au­to­ma­tisch DSGVO-konform gestaltet. Hinzu kommen Si­cher­heits-Features wie Anti-Spam-Schutz, SSL/TLS-Zer­ti­fi­zie­rung oder re­gel­mä­ßi­ge Back-ups. Da alle Daten in den hoch­mo­der­nen Re­chen­zen­tren von IONOS ge­spei­chert werden, sind außerdem eine hohe Aus­fall­si­cher­heit und eine optimale Per­for­mance des Web­pro­jekts ga­ran­tiert.

Pro Contra
Kos­ten­lo­se Domain und E-Mail-Postfach in allen Paketen inklusive Kein Selbst-Hosting möglich
Hohe Si­cher­heits­stan­dards Viele Features sind erst ab dem Business-Tarif verfügbar
Per­sön­li­cher Berater inklusive

Ghost – die einfache Lösung für Publisher

Das im April 2013 ver­öf­fent­lich­te Content-System Ghost fußt auf einer Kick­star­ter-Kampagne, bei der die Ent­wick­ler innerhalb nur eines Monats 200.000 Euro einnehmen konnten. Die WordPress-Al­ter­na­ti­ve, die bereits rund 1,5 Millionen Mal in­stal­liert wurde (Stand: Mai 2019), richtet sich an alle, die sich auf das Schreiben kon­zen­trie­ren wollen und auf der Suche nach einer pro­fes­sio­nel­len Plattform zur Ver­öf­fent­li­chung von Texten sind. Sie legt also damit den Fokus auf genau das, was WordPress einst groß gemacht hat. Die Ziel­grup­pe des quell­of­fe­nen Programms sind folglich Blogger und un­ab­hän­gi­ge Jour­na­lis­ten, aber auch komplette Re­dak­ti­ons­teams. Neben Desktop-Versionen für macOS, Windows und Linux (Ubuntu)  und einer App für Android existiert auch ein Web-Dashboard (Ghost Pro), über das sich Layout und Content verwalten lassen.

Dass Ghost perfekt auf die Belange von Re­dak­teu­ren zu­ge­schnit­ten ist, wird an vielen Stellen deutlich: So ist das Ein­pfle­gen von Content ebenso einfach wie das spätere Ver­öf­fent­li­chen oder nach­träg­li­che Über­ar­bei­ten. Wer die Software für sein Re­dak­ti­ons­team nutzen möchte, kann das als Ad­mi­nis­tra­tor im Team-Bereich ohne weiteres tun. Die Blogging-Plattform, die im Gegensatz zu WordPress nicht auf PHP, sondern auf Node.js basiert, zeichnet sich dabei vor allem durch ex­zel­len­te La­de­zei­ten aus. Besonders bei der Live-Per­for­mance der Seiten ist der schlanke Pro­gramm­code deutlich spürbar. Um Artikel zu ka­te­go­ri­sie­ren und für Such­ma­schi­nen zu op­ti­mie­ren, kann man folgende Angaben direkt zu jedem Eintrag hin­zu­fü­gen:

  • URL (manuell oder au­to­ma­tisch)
  • Ver­öf­fent­li­chungs­da­tum (manuell oder au­to­ma­tisch)
  • Tags
  • Autor
  • Title und De­scrip­ti­on (inklusive Vorschau)

Ghost setzt auf die ver­ein­fach­te Aus­zeich­nungs­spra­che Markdown, die im Zu­sam­men­spiel mit dem in­te­grier­ten WYSIWYG-Editor für eine au­to­ma­ti­sche Um­wand­lung des Inhalts in HTML-Code sorgt. Durch die stan­dard­mä­ßi­ge Re­spon­si­vi­tät der Projekte sind Ihre Web­pro­jek­te von Beginn an für alle Geräte optimiert, sodass sie sowohl auf dem PC als auch auf dem Tablet oder dem Smart­phone eine gute Figur machen. Die optische Anpassung der Website funk­tio­niert über Themes (CSS, Ja­va­Script), die mit dem ent­spre­chen­den Know-how selbst erstellt werden können. Al­ter­na­tiv stellt der Ghost-Mar­ket­place ver­schie­de­ne fertige Themes zum Download bzw. Kauf zur Verfügung. Die WordPress-Al­ter­na­ti­ve lässt sich kostenlos auf dem eigenen Webspace oder gegen eine mo­nat­li­che Gebühr beim Her­stel­ler hosten.

Pro Contra
Erst­klas­si­ge, ein­steig­er­freund­li­che Bedienung Wird nicht von jedem Hosting-Anbieter un­ter­stützt
Au­to­ma­tisch für Such­ma­schi­nen und mobile Geräte optimiert Keine Plug-ins verfügbar

Chimpify – WordPress-Al­ter­na­ti­ve für Inbound-Marketer

2016 ver­öf­fent­lich­ten Nico Puhlmann (Ent­wick­ler der Analytics-Software Stetic) und Vladislav Melnik (bekannt durch den affenblog) ihr ge­mein­sa­mes Software-Projekt mit dem Namen Chimpify. Die web­ba­sier­te Lösung zur Rea­li­sie­rung von Webseiten ist trotz ihrer noch jungen Ge­schich­te eine in­ter­es­san­te WordPress-Al­ter­na­ti­ve für Inbound-Marketer. Die beiden Jung­un­ter­neh­mer wenden sich dabei mit ihrem kos­ten­pflich­ti­gen Angebot gezielt an KMUs, die davon pro­fi­tie­ren, alle wichtigen Marketing-Tools in einer Plattform vereint vor­zu­fin­den. Nach einer ein­mo­na­ti­gen Testphase können Nutzer zwischen mo­nat­li­cher oder jähr­li­cher Zah­lungs­wei­se wählen, wobei sich der Service jederzeit ab­be­stel­len lässt. Die Website läuft wahlweise unter einer eigenen Domain oder einer kos­ten­frei­en Chimpify-Subdomain.

Damit Anwender aus ihrer Web­prä­senz die perfekte Marketing-Maschine machen können, stellt Chimpify Werkzeuge aus 4 ver­schie­de­nen Ka­te­go­rien zur Verfügung: Unter dem Menüpunkt Design haben User die Mög­lich­keit, die Struktur und das Layout ihrer Seiten zu gestalten, Landing-Pages zu de­fi­nie­ren oder Pop-ups zu erstellen. Unter der Kategorie Content findet man neben dem nütz­li­chen WYSIWYG-Website-Builder unter anderem auch ein Medien-Center, ein Backlink-Op­ti­mie­rer sowie ein Tool zur Keyword-Recherche. Die beiden Bereiche E-Mail und Social enthalten alle not­wen­di­gen Features, um schnell und effizient News­let­ter- und Social-Media-Kampagnen zu erstellen. Darüber hinaus enthält die mar­ke­ting­ori­en­tier­te Al­ter­na­ti­ve zu WordPress ein in­te­grier­tes Analyse-Tool, mit dem sich der Erfolg der Website messen lässt. Es liefert unter anderem folgende Kenn­zif­fern:

  • Be­su­cher­zahl und Sei­ten­auf­ru­fe
  • Auf­ent­halts­dau­er und Ab­sprungra­te
  • Con­ver­si­ons und Con­ver­si­on-Rate
  • Ranking-Ent­wick­lung
  • Desktop- und Mobile-Sessions (inklusive Un­ter­schei­dung von Smart­phone und Tablet)

Zudem bietet Chimpify auch eine Such­funk­ti­on, mit der Websites po­ten­zi­el­ler In­fluen­cer und Mit­be­wer­ber gefunden werden können. Sofern die Infos verfügbar sind, zeigt die Anwendung auch die Such­reich­wei­te und Link­stär­ke dieser Seiten sowie Kon­takt­mög­lich­kei­ten an. Ein be­son­de­rer Fokus liegt auf den Themen Per­for­mance und Si­cher­heit. So sind die Server in deutschen Re­chen­zen­tren mit schnells­ter Backbone-Anbindung und höchsten Si­cher­heits­stan­dards (DIN ISO/IEC 27001 zer­ti­fi­ziert) un­ter­ge­bracht. Alle Daten werden darüber hinaus ge­spie­gelt und mehrfach täglich über externe Back-up gesichert. Caching-Me­cha­nis­men und Load-Balancing verleihen den Web­pro­jek­ten einen Ge­schwin­dig­keits-Boost. Für einen zu­sätz­li­chen Schutz sorgt ein kos­ten­frei­es SSL-Zer­ti­fi­kat.

Pro Contra
Vereint alle wichtigen Marketing-In­stru­men­te in einer Plattform Kein Selbst-Hosting möglich
Hohe Si­cher­heits­stan­dards Themes fehlen bis dato

Kirby – ohne Datenbank zur eigenen Website

2012 schickte der Ent­wick­ler Bastian Allgaier seine ganz spezielle Al­ter­na­ti­ve zu WordPress ins Rennen. Sein System Kirby ist nämlich nicht nur kompakt, schnell auf dem Server in­stal­liert und einfach zu bedienen, sondern funk­tio­niert auch gänzlich ohne den Einsatz einer Datenbank. Vor­aus­set­zung für die Nutzung sind lediglich ein Webserver (Apache 2, NGINX, LiteSpeed, Caddy) und die Skript­spra­che PHP. Um die erstellte Website ver­öf­fent­li­chen zu dürfen, muss man darüber hinaus eine Lizenz erwerben, wobei der Nutzer zwischen einer per­sön­li­chen und einer kom­mer­zi­el­len Variante wählen kann. Kirby lässt sich nicht nur zur Er­stel­lung eines Blogs oder eines One-Pagers, sondern auch zur Ge­stal­tung einer einfachen Firmen-Website verwenden.

Kirby zählt – wie bereits erwähnt – zu den da­ten­bank­lo­sen Content-Ma­nage­ment-Systemen, weshalb alle Daten in Text­do­ku­men­ten (.txt) ge­spei­chert werden. Mithilfe von Kirbytext, einer Er­wei­te­rung der Aus­zeich­nungs­spra­che Markdown, lassen sich die einzelnen Inhalte dann for­ma­tie­ren. Eine Be­son­der­heit stellen dabei die Kirbytags dar, die mit den Short­codes in WordPress ver­gleich­bar sind. Diese prak­ti­schen Tags ver­ein­fa­chen das Einfügen spe­zi­el­ler Elemente und können auf eigene Faust definiert werden. Darüber hinaus exis­tie­ren auch vor­ge­fer­tig­te Kirbytags für häufig genutzte In­halts­ty­pen wie zum Beispiel Bilder. Die Struktur der Website wird durch das Ord­ner­sys­tem vor­ge­ge­ben. So liegen bei­spiels­wei­se alle Inhalte, die ver­öf­fent­licht werden sollen, im Ordner „content“, während Zu­satz­da­tei­en wie Fonts, CSS-Sheets oder Ja­va­Script-Snippets im Ordner „assets“ zu finden sind. Weitere Kenn­zei­chen von Kirby sind unter anderem:

  • Geringe Hardware-An­for­de­run­gen
  • Op­tio­na­les Web-Interface (Panel)
  • Mehr­spra­chi­ge Websites ohne Plug-ins
  • Durch jQuery inspie­rier­te, sehr flexible Pro­gram­mier­schnitt­stel­le

Nicht nur die Mög­lich­keit, auf eine Datenbank zu ver­zich­ten, macht Kirby zu einer besonders per­for­man­cestar­ken und ein­steig­er­freund­li­chen WordPress-Al­ter­na­ti­ve für einfache Web­pro­jek­te. Die Software zeichnet sich ganz allgemein durch seinen schlanken Basiscode aus, der ohne unnötige Zu­satz­fea­tures auskommt. Als flexibles System kann Kirby bei Bedarf aber durch den Einsatz von Plug-ins erweitert werden. Im in­of­fi­zi­el­len Ver­zeich­nis auf GitHub findet man bei­spiels­wei­se Er­wei­te­run­gen, die SEO-Features, Social-Media-Schnitt­stel­len oder Tracking-Tools im­ple­men­tie­ren. Mit der Template-Engine, die auf einem Mix aus PHP und HTML basiert, lassen sich darüber hinaus pro­blem­los eigene Layouts und Designs erstellen. Zu­sätz­lich werden einige fertige Templates auf getkirby-themes.com zum Kauf angeboten.

Pro Contra
Funk­tio­niert ohne Datenbank Keine deutsche Sprach­aus­ga­be
Minimale System-An­for­de­run­gen Template-Angebot sehr über­schau­bar

Jekyll – erste Wahl für statische Websites

Mac- und Linux-Nutzer, die ein in­for­ma­ti­ves Web­an­ge­bot mit sta­ti­schen Inhalten ver­öf­fent­li­chen wollen, haben mit dem Website-Generator Jekyll ein mächtiges Tool an der Hand. Das Programm, das von GitHub-Mit­grün­der Tom Preston-Werner ge­schrie­ben und 2008 releast wurde, richtet sich in erster Linie an Ent­wick­ler, die bei der Er­stel­lung ihres Web­pro­jekts nicht auf Komfort und Ge­stal­tungs­frei­heit ver­zich­ten wollen. Wie Kirby benötigt die in Ruby pro­gram­mier­te WordPress-Al­ter­na­ti­ve keine Datenbank. Die damit ver­bun­de­nen Per­for­mance- und Si­cher­heits­vor­tei­le (keine Da­ten­bank­ab­fra­ge, keine Aus­füh­rung ser­ver­sei­ti­ger Skripte) verleihen den ent­wi­ckel­ten sta­ti­schen Seiten eine hohe Qualität.

Die Jekyll-Software, die unter der freien MIT-Lizenz steht, nutzt die ebenfalls quell­of­fe­ne Template-Sprache Liquid. Bei der Er­stel­lung von Templates werden daher alle Standard-Tags und -Filter der Pro­gram­mier­spra­che un­ter­stützt. Ferner bietet Jekyll eine Reihe zu­sätz­li­cher Tags und Filter, die die Arbeit an der eigenen Website erheblich ver­ein­fa­chen. Das Tool bringt dabei seinen eigenen Ent­wick­lungs­ser­ver mit, der eine Vorschau des Web­pro­jekts er­mög­licht. Für die Struk­tu­rie­rung und Ver­öf­fent­li­chung der Inhalte kann man wahlweise auf die Aus­zeich­nungs­spra­chen Textile oder Markdown zu­rück­grei­fen – auch der Einsatz von PlainHTML ist möglich. Des Weiteren bietet die mi­ni­ma­lis­ti­sche Al­ter­na­ti­ve zu WordPress noch folgende Vorteile:

  • Freie Editor-Wahl
  • Hohe Fle­xi­bi­li­tät bei der Ge­stal­tung von Templates
  • Content bzw. Web­pro­jekt ist nicht an eine bestimmte Umgebung gebunden
  • Ver­si­ons­kon­trol­le mit Git
  • Un­ter­stützt ver­schie­de­ne Frontend-Frame­works wie Bootstrap oder Semantic UI
  • Funk­tio­niert mit allen gängigen Web­ser­vern

Wer sein Jekyll-Projekt nicht auf einem eigenen Server betreiben möchte, der hat die Mög­lich­keit, es bei GitHub Pages zu hosten. Der haus­ei­ge­ne Hosting-Service der De­ve­lo­p­ment-Plattform GitHub basiert auf der Jekyll-Engine und steht jedem Nutzer des Website-Ge­ne­ra­tors kos­ten­frei zur Verfügung. GitHub Pages bietet mit dem Jekyll Theme Chooser sogar ein Tool, mit dem sich die Web­prä­senz direkt auf GitHub erstellen lässt. Über Plug-ins können Sie die Funk­ti­ons­pa­let­te der ent­wick­ler-affinen Al­ter­na­ti­ve zu WordPress jederzeit erweitern. Dabei un­ter­schei­det Jekyll zwischen den 5 Ka­te­go­rien Ge­ne­ra­tors (re­gel­ba­sier­te Content-Er­stel­lung), Con­ver­ters (Im­ple­men­tie­rung neuer Aus­zeich­nungs­spra­chen), Commands (Un­ter­be­feh­le), Tags (weitere Liquid-Tags) und Hooks (Fein-Tuning ver­schie­de­ner Aspekte des Ent­wick­lungs­pro­zes­ses).

Pro Contra
Keinerlei Ein­schrän­kun­gen im Pro­gram­mie­rungs­pro­zess Keine deutsche Sprach­aus­ga­be
Kos­ten­frei­es, leis­tungs­star­kes und sicheres Hosting auf GitHub Pages möglich Kein Bild­ver­ar­bei­tungs-Tool

Zu­sam­men­fas­sung: Die WordPress-Al­ter­na­ti­ven im ta­bel­la­ri­schen Vergleich

Jedes der vor­ge­stell­ten Web­ent­wick­lungs-Tools hat seine ganz spe­zi­el­len Stärken – sei es der Fokus auf Marketing-Features, auf die Prä­sen­ta­ti­on von Medien oder auf die Be­dürf­nis­se von Re­dak­teu­ren. Dadurch sind sie für diese Ein­satz­ge­bie­te sinnvolle WordPress-Al­ter­na­ti­ven. In ihren Kö­nigs­dis­zi­pli­nen machen sie dem Bran­chen­pri­mus ernst­haf­te Kon­kur­renz, ohne das Ziel zu verfolgen, WordPress in allen Belangen zu ähneln. Allround-Systeme indes, die wie die ehemalige Blog-Software zur Rea­li­sie­rung ver­schie­dens­ter (kleiner oder großer) Projekte genutzt werden können, sind Thema in unserem großen CMS-Vergleich.

WordPress-Al­ter­na­ti­ve Ent­wick­ler Er­schei­nungs­jahr Sprache Selbst-Hosting möglich Geeignet für
MyWebsite IONOS 2014 Deutsch Nein Homepages (privat, KMU)
Ghost Ghost Foun­da­ti­on 2013 Englisch ja Blogger, Re­dak­teu­re
Chimpify Chimpify UG 2016 Deutsch nein Inbound-Marketing
Kirby Bastian Allgeier 2012 Englisch ja Ein­stei­ger
Jekyll Tom Preston-Werner 2008 Englisch ja Ent­wick­ler
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