Ohne Content-Ma­nage­ment-Systeme wäre die Arbeit von Content-Er­stel­lern um einiges kom­pli­zier­ter. Statt direkt in den Code der Website werden bei einem CMS die Inhalte über ein Backend ein­ge­pflegt und vom System im Frontend aus­ge­ge­ben. Dies funk­tio­niert sehr gut, solange man nur eine einzelne Website verwaltet. In­zwi­schen bespielen Re­dak­teu­re und Content-Manager aber häufig mehrere Sites und Ap­pli­ka­tio­nen gleich­zei­tig. Dazu benötigt man wiederum mehrere CMS, was u. U. bedeutet, dass Inhalte händisch von einem zum anderen über­tra­gen werden müssen. Oder man setzt auf ein Headless CMS, das die Ausgabe in beliebig viele Medien er­mög­licht.

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Was ist ein Headless CMS?

Ein Headless CMS ist sowohl eine Wei­ter­ent­wick­lung als auch eine Ver­knap­pung eines klas­si­schen CMS. Dem System werden integrale Be­stand­tei­le genommen, um es für un­ter­schied­lichs­te Ausgaben kom­pa­ti­bel zu machen. Das gelingt dadurch, dass Frontend und Backend in einem Headless CMS nicht mehr mo­no­li­thisch mit­ein­an­der verknüpft sind. Das fehlende Frontend ist auch der Grund, wieso derartige CMS-Systeme als „kopflos“ (englisch: „headless“) be­zeich­net werden.

Die Ent­kopp­lung von Front- und Backend führt dazu, dass Headless-CMS her­vor­ra­gend zum Jamstack passt. Mit Jamstack werden Soft­ware­lö­sun­gen be­zeich­net, die vorrangig auf der Pro­gram­mier­spra­che Ja­va­Script beruhen und deren Ziel es ist, die An­wen­dungs­lo­gik einer Website cli­ent­sei­tig be­reit­zu­stel­len. Die für Websites er­for­der­li­chen Inhalte werden beim Jamstack über Pro­gram­mier­schnitt­stel­len ab­ge­wi­ckelt. Solche Schnitt­stel­len stellt ein Headless CMS bereit.

Headless CMS bekommen immer mehr Auf­merk­sam­keit. Der Grund: Inhalte werden zunehmend nicht nur im Web ver­öf­fent­licht, sondern auch über mobile Apps aus­ge­spielt. Um doppelte Arbeit zu vermeiden, greift man zu Headless-Content-Ma­nage­ment-Systemen. Die leicht­ge­wich­ti­gen Systeme können Inhalte auf ver­schie­de­nen Kanäle aus­spie­len Das Konzept geht von ein­fachs­ten Methoden aus, die vielfach kom­pa­ti­bel sind – und passt so perfekt zum Headless CMS.

Wofür ist diese Ent­wick­lung gut?

In einem klas­si­schen CMS wird der erstellte Content über eine Ober­flä­che ins Backend ein­ge­speist und hier in Da­ten­ban­ken (im Regelfall MySQL) or­ga­ni­siert. Von dort aus verknüpft das System die Inhalte mit Themes/Templates (For­mat­vor­la­gen) und stellt die Website im Frontend dar. Content-Ma­nage­ment-Systeme wie WordPress, Drupal oder TYPO3 sind designt, um die tägliche Arbeit mit Content zu er­leich­tern. Über die Ad­mi­nis­tra­ti­ons­ober­flä­che können Inhalte ein­ge­stellt und verwaltet werden, ohne dass dafür Webdesign- oder Pro­gram­mier­fä­hig­kei­ten vorhanden sein müssen.

Um die Ver­wen­dung dieser Systeme möglichst einfach zu gestalten, setzt man auf eine mo­no­li­thi­sche Ver­knüp­fung von Frontend und Backend. Auf der Ad­mi­nis­tra­ti­ons­ober­flä­che von WordPress z. B. kann man auch ohne um­fas­sen­de Webdesign-Kennt­nis­se mithilfe der Template-Engine das Aussehen der Website verändern. Das bedeutet aber auch, dass man bei der Er­stel­lung an die Vorgaben des Systems gebunden ist. Das gilt sowohl für die Anzahl der Ausgaben als auch für die Ver­wen­dung der Pro­gram­mier­spra­che (bei WordPress ist das PHP). Um dieses Korsett zu umgehen, kann man zu einem Headless CMS wechseln.

Headless CMS

Damit in einem CMS ver­wal­te­te Inhalte auf un­ter­schied­li­chen Medien er­schei­nen können, ist bei einem Headless CMS die Ausgabe auf der Website (der View) abgekappt. Dem CMS wird sozusagen der Kopf genommen – daher die Be­zeich­nung. Statt­des­sen ist ein API in­te­griert, auf das Websites und An­wen­dun­gen zugreifen können. Die ver­schie­de­nen Medien haben Zugriff auf die Inhalte, regeln die Dar­stel­lungs­wei­se aber in­di­vi­du­ell. Backend und Frontend sind also von­ein­an­der ent­kop­pelt.

REST-API: Die Schnitt­stel­le des Headless CMS

Bei einem REST-API (Re­pre­sen­ta­tio­nal State Transfer-Ap­pli­ca­ti­on Pro­gramming Interface) handelt es sich um eine Schnitt­stel­le, die wenig komplex, aber sehr flexibel ein­setz­bar ist. Ein REST-API verwendet die de­fi­nier­ten HTTP-An­fra­ge­me­tho­den wie PUT, GET, POST und DELETE zur Kom­mu­ni­ka­ti­on. Mit solchen Befehlen kann ein Client auf die In­for­ma­tio­nen des Servers zugreifen, diese abrufen oder gar verändern. REST folgt also prin­zi­pi­ell dem Ar­chi­tek­tur­stil des Webs. REST-APIs (oft auch „RESTful APIs“ genannt) sind nach diesen Kriterien aufgebaut:

  • Server stellen Res­sour­cen zur Verfügung: Ein REST-API steht über einen Server auch externen An­wen­dun­gen zur Verfügung. Der Zugang funk­tio­niert dem­zu­fol­ge nicht nur lokal.
  • Adressen iden­ti­fi­zie­ren Dinge: Un­ter­schied­li­che An­wen­dungs­ar­ten benötigen un­ter­schied­li­che Da­tei­for­ma­te. Die URI/URL referiert bei REST aber nicht auf eine Ressource in einem be­stimm­ten Format, sondern nur auf das Element an sich. Per Content Nego­tia­ti­on fordern die Clients das Element im ge­wünsch­ten Format an.
  • Nach­rich­ten sind selbst­er­klä­rend: Jede Nachricht an den Server ist in sich ab­ge­schlos­sen und referiert nicht auf eine vor­her­ge­hen­de.
  • Ver­knüp­fung der Res­sour­cen durch Links: Innerhalb von REST sind Objekte durch Hy­per­links mit­ein­an­der verknüpft, damit eine einfache Na­vi­ga­ti­on gegeben ist.

Durch die Ein­hal­tung dieser Ar­chi­tek­tur­prin­zi­pi­en funk­tio­niert die Kom­mu­ni­ka­ti­on zwischen Server/API und un­ter­schied­li­chen Clients pro­blem­los. Deshalb ist die REST-Ar­chi­tek­tur perfekt für ein Headless-CMS-API geeignet.

Hinweis

Tat­säch­lich ist REST mehr eine Idee als eine Technik. Der In­for­ma­ti­ker Roy Fielding hat diese als Konstrukt des World Wide Webs in seiner Dok­tor­ar­beit aus dem Jahr 2000 vor­ge­stellt und dafür sehr viel An­er­ken­nung erhalten.

Vorteile der Trennung von Backend und Frontend

Die be­schrie­be­ne Ab­tren­nung ist von zwei Per­spek­ti­ven aus sinnvoll: Aus Sicht der Backend-Ent­wick­lung gibt es den Wunsch, Content nicht nur über eine Ausgabe zu ver­brei­ten. In einem Headless CMS ist es egal, auf was für einer Plattform der Inhalt aus­ge­ge­ben werden soll. Das REST-API stellt nur die Daten (in Form von JSON) zur Verfügung. Diese können von jedem be­lie­bi­gen Frontend gelesen werden, egal mit welchen Techniken sie pro­gram­miert sind.

Aber auch aus Sicht der Frontend-Ent­wick­lung zeigen sich Vorteile: Als Web­de­si­gner ist man bei einem Headless CMS nicht mehr an die Vor­aus­set­zun­gen des Content-Ma­nage­ments gebunden. So ist auch die Pro­gram­mier­spra­che nicht mehr vor­ge­ge­ben. Dadurch wird der Bau von mobilen Apps auf un­ter­schied­li­chen Platt­for­men möglich. Einzig die Rohdaten müssen sich empfangen und ver­ar­bei­ten lassen. Das bietet bei der Dar­stel­lung sehr viel mehr Spielraum, als es mit den meisten klas­si­schen CMS möglich ist.

Ein weiterer Vorteil ist die Fähigkeit der dy­na­mi­schen Abfrage. Die erneute Abfrage von Inhalten auf einer Website fordert bei einem klas­si­schen CMS ein Neuladen der Webpage. Das REST-API hingegen liefert dy­na­mi­sche Daten, die jederzeit in die Sei­ten­struk­tur in­te­griert werden können, auch ohne diese neu zu laden.

Durch die Trennung des Headless-CMS-Backends vom in­di­vi­du­el­len Frontend ergibt sich zudem eine prak­ti­sche Situation: Da Trends im Webdesign re­gel­mä­ßi­gen Ver­än­de­run­gen un­ter­lie­gen, ist es sinnvoll, das Frontend der eigenen Website von Zeit zu Zeit an­zu­pas­sen. Ist dieses nicht an Datenbank und Content-Ma­nage­ment gebunden, lässt es sich auch un­ab­hän­gig davon be­ar­bei­ten. Re­dak­teu­re können also weiter Inhalte ein­stel­len, verwalten und ver­öf­fent­li­chen, während an einem neuen Frontend ge­ar­bei­tet wird.

Die Vorteile eines Headless CMS in der Übersicht:

  • Un­be­grenz­te Anzahl von Frontends
  • Kom­bi­nier­bar mit un­ter­schied­li­chen Pro­gram­mier­spra­chen
  • Fle­xi­ble­re Ge­stal­tung des Frontends
  • Kon­ti­nui­tät durch Ent­kopp­lung
  • Dy­na­mi­sche Daten
Tipp: So un­ter­stützt Sie Deploy Now

Sie wollen Ihr Headless CMS in Zu­sam­men­hang mit einer Jamstack-Website nutzen? Deploy Now un­ter­stützt nahtloses De­ploy­ment von Jamstack Frame­works wie Gatsby, Hugo oder Jekyll direkt via GitHub. Bei jeder Code- oder Con­ten­t­än­de­rung stößt Deploy Now au­to­ma­tisch eine Ak­tua­li­sie­rung Ihrer Website an.

Welche Headless CMS gibt es auf dem Markt?

Anbieter von Headless-Content-Ma­nage­ment-Systemen gibt es bereits einige auf dem Markt, und es werden immer mehr. Die nach­fol­gend auf­ge­zähl­ten Her­stel­ler un­ter­schei­den sich in erster Linie darin, ob sie ein kos­ten­pflich­ti­ges Ge­samt­pa­ket (als Software-as-a-Service) oder eine freie Open-Source-Variante anbieten. Darüber hinaus stellen sie un­ter­schied­li­che Hosting-Angebote zur Verfügung.

  Open Source SaaS Technik
Strapi REST/GraphQL
Ghost REST
Con­tentful REST/GraphQL
Directus REST/GraphQL
Tina GitHub
Cockpit REST
Sanity REST/GraphQL
Prismic () REST/GraphQL
Magnolia () REST/GraphQL
ButterCMS REST

Alle In­for­ma­tio­nen sind auf dem Stand von November 2021.

Strapi

Die Open-Source-Lösung Strapi ist komplett in Ja­va­Script pro­gram­miert und basiert auf Node.js. Jeder kann mit der Software eigene REST-APIs erzeugen, über die die un­ter­schied­lichs­ten Kanäle an­ge­spro­chen werden können. Für eine einfache Hand­ha­bung ist Strapi mit einem über­sicht­li­chen Interface und vor­de­fi­nier­ten Funk­tio­nen aus­ge­stat­tet. Pro­ble­ma­tisch wird es dann, wenn Funk­tio­nen abseits der Vorgaben benötigt werden. Dann kommt Strapi an seine Grenzen und kann nur sehr um­ständ­lich angepasst werden. So geht etwas Fle­xi­bi­li­tät verloren.

Vorteile Nachteile
Open Source Nur bedingt anpassbar
Einfaches Interface Kein SaaS (aber geplant)
Vor­de­fi­nier­te Funk­tio­nen  

Ghost

Das Headless CMS Ghost hat sich in den letzten Jahren sehr wei­ter­ent­wi­ckelt. Hatte sich die Software zunächst nur als eine einfache Al­ter­na­ti­ve für Blogger prä­sen­tiert, können in­zwi­schen auch große Pu­bli­shing-Projekte mit Ghost umgesetzt werden. Dabei kommen Node.js und eine REST-API zum Einsatz. Die Ober­flä­che ist sehr einfach gehalten, damit Inhalte schnell und stö­rungs­frei verfasst und ver­öf­fent­licht werden können. Dank Hand­le­bars.js stehen auch Themes zur Verfügung, mit denen man Frontend anpasst. Positiv zu nennen, sind auch die Mo­ne­ta­ri­sie­rungs­funk­tio­nen, die bereits von Haus aus mit­ge­lie­fert werden.

Vorteile Nachteile
Open Source Standard-Frontend muss u. U. ab­ge­schal­tet werden
auch als SaaS verfügbar  
zahl­rei­che Themes für Frontend  
ef­fi­zi­en­ter Editor  
Mo­ne­ta­ri­sie­rungs­mo­del­le enthalten  

Con­tentful

Das Team aus Berlin arbeitet schon seit 2011 an dem Prinzip eines Headless CMS. Dabei haben sie Con­tentful – inklusive eines funk­ti­ons­star­ken Backends – von Grund auf neu ent­wi­ckelt, statt ein bereits be­stehen­des, klas­si­sches CMS umzubauen. Dafür ist das Angebot aber auch nur in be­grenz­tem Umfang kostenlos. Die Software wird nur über die Cloud angeboten – also als SaaS – und kann nicht selbst gehostet werden. Über die Website des Anbieters findet man auch ver­schie­de­ne Er­wei­te­run­gen, die die Arbeit mit Con­tentful kom­for­ta­bler machen.

Vorteile Nachteile
SaaS kann nicht selbst gehostet werden
viele Er­wei­te­run­gen für mehr Komfort  

Directus

Der Anbieter Directus geht einen anderen Weg. Die Software baut auf einer SQL-Datenbank auf und bietet REST- und GraphQL-APIs, um die er­stell­ten Inhalte aus der Datenbank auf Websites oder in Apps zu ver­öf­fent­li­chen. Für Autoren, die kein tech­ni­sches Know-how haben, wird eine App be­reit­ge­stellt, über die schnell und einfach Content verfasst werden kann. Directus wird prin­zi­pi­ell kostenlos als Open-Source-Paket angeboten. Wer auf eine bereits gehostete Al­ter­na­ti­ve zu­rück­grei­fen möchte, hat dafür die Wahl aus ver­schie­de­nen Abo-Varianten.

Vorteile Nachteile
Open Source benötigt eine re­la­tio­na­le Datenbank im Hin­ter­grund
auch als SaaS verfügbar  
extra Anwendung für Content-Ersteller  

Tina

Tina versteht sich ei­gent­lich explizit nicht als CMS. Statt­des­sen greift die Software auf Dateien zurück, die auf GitHub gelagert werden. Tina bietet einen Editor, mit dem die Content-Dateien (Markdown oder JSON) be­ar­bei­tet werden können, und lässt sich direkt in die Website ein­glie­dern – wie man es auch von einem klas­si­schen CMS her kennt. Wie bei WordPress & Co. können sich Content-Ersteller einloggen und neue Inhalte erstellen bzw. alte über­ar­bei­ten. Tina schlägt somit die Brücke zwischen Static Site Generator und CMS.

Vorteile Nachteile
Open Source kein CMS
auch als SaaS verfügbar  
einfache Bedienung für Content-Ersteller  

Cockpit

Das Headless CMS Cockpit ist leicht­ge­wich­tig und ver­zich­tet auf viele Kom­fort­funk­tio­nen. Ent­spre­chend schnell ist die Software in­stal­liert. Trotz des knappen Umfangs kommt Cockpit mit einem Dashboard, das sowohl von Ad­mi­nis­tra­to­ren als auch Content-Er­stel­lern verwendet werden kann.

Vorteile Nachteile
Open Source keine Zu­satz­funk­tio­nen
über­sicht­li­ches Dashboard kein SaaS verfügbar
leicht­ge­wich­tig  

Sanity

Sanity versteht sich als Content-Plattform. Das so­ge­nann­te Sanity Studio (das ei­gent­li­che CMS) basiert auf React.js und lässt sich komplett flexibel anpassen. Das geht dank Open Source direkt im Code oder per Plugins. Für Content-Ersteller steht eine einfach zu be­die­nen­de Ober­flä­che bereit. Zu­sätz­lich bietet das Un­ter­neh­men mit Content Lake auch eine Cloud-Lösung, in der Inhalte ge­spei­chert werden können.

Vorteile Nachteile
Open Source relativ komplex
auch als SaaS verfügbar  
sehr flexibel  
Funk­ti­ons­er­wei­te­run­gen mit Plugins  

Prismic

Das Team rund um Prismic wendet sich mit seiner Software sowohl an Ein­stei­ger als auch Profis im Bereich der Web­ent­wick­lung. Nachdem einmal alles ein­ge­stellt wurde, können dann auch Content-Ersteller, die nicht so tech­nik­af­fin sind, mit dem Headless CMS umgehen. Von Haus aus dabei ist bei­spiels­wei­se auch das Multi-Language-Feature, mit dem mehr­spra­chi­ge Content-Portale einfach verwaltet werden können. Die einfache Ge­stal­tung des CMS lässt al­ler­dings ein paar Funk­tio­nen vermissen. Das Grund­pro­dukt ist als SaaS gedacht; eine Open-Source-Lösung gibt es nur auf Anfrage.

Vorteile Nachteile
SaaS wenige Zu­satz­funk­tio­nen
Multi-Language-Feature  
einfache Nutzung  

Magnolia

Das in Java pro­gram­mier­te Headless CMS Magnolia setzt auf Ska­lier­bar­keit. Jedes Un­ter­neh­men soll schnell mit dem Ver­öf­fent­li­chen von Content beginnen können und dann nach und nach weitere Funk­tio­nen im­ple­men­tie­ren. Generell richtet sich Magnolia aber an große Un­ter­neh­men, die einen um­fang­rei­chen Web­auf­tritt rea­li­sie­ren wollen. Das Headless CMS ist daher auch nur eine von den an­ge­bo­te­nen Lösungen. Eine Open-Source-Version ist zwar verfügbar, ist aber im Vergleich zur kos­ten­pflich­ti­gen Variante stark im Funk­ti­ons­um­fang begrenzt.

Vorteile Nachteile
SaaS teilweise evtl. zu komplex
sehr um­fang­reich  
hoch ska­lier­bar  

ButterCMS

ButterCMS überzeugt durch die einfache Bedienung – für Web­ent­wick­ler wie auch Content-Ersteller. Dabei haben die Software-Ent­wick­ler darauf geachtet, das Headless CMS nicht mit Funk­tio­nen zu über­frach­ten – deshalb agiert es relativ schnell. Zu­sätz­lich kommt ButterCMS mit nütz­li­chen Funk­tio­nen. So ist bei­spiels­wei­se Un­ter­stüt­zung bei der Such­ma­schi­nen­op­ti­mie­rung (SEO) Teil des Lie­fer­um­fangs. ButterCMS gibt es nur in einer Cloud-Version und somit als SaaS. Eine kos­ten­lo­se Version wird zwar angeboten, diese darf aber nur für nicht­kom­mer­zi­el­le Projekte verwendet werden.

Vorteile Nachteile
SaaS nur ein­ge­schränkt kostenlos ein­setz­bar
leicht zu benutzen  
SEO-Un­ter­stüt­zung  

Das Headless CMS mit einem Static Frontend verbinden

Ein typisches Ein­satz­sze­na­rio ist, das Headless CMS an ein Static Frontend zu koppeln. Das CMS agiert dann als Schnitt­stel­le zwischen einem In­halts­spei­cher (bei­spiels­wei­se Datenbank oder Re­po­si­to­ry) und der sta­ti­schen Website. Eine einfache Mög­lich­keit, die Spei­che­rung der Inhalte zu or­ga­ni­sie­ren, bietet IONOS Deploy Now.

Sie verbinden den Dienst einfach mit Ihrem GitHub Re­po­si­to­ry, in dem Sie Ihre komplette statische Website un­ter­brin­gen können. Än­de­run­gen an den Dateien – egal ob Content oder Technik – werden von Deploy Now direkt auf die Live-Website über­tra­gen und können von Besuchern gesehen werden. Kom­pa­ti­bel ist Deploy Now mit einfachen Websites aus HTML und CSS, mit Static Site Ge­ne­ra­to­ren oder Single Page Ap­pli­ca­ti­ons.

Zu den kos­ten­lo­sen Vorteilen gehören hier eine ge­schütz­te SSL-Ver­bin­dung, eine einfache Mög­lich­keit zum Staging der Website sowie DDoS-Schutz gegen Angreifer. Die Domain Ihrer Website bestimmen Sie selbst. Sie können entweder eine be­stehen­de über­neh­men oder einen neuen Do­main­na­men re­gis­trie­ren.

Decoupled CMS

Doch nicht für jede Situation ist Headless CMS die richtige Wahl: Wer ohnehin nur eine Ausgabe für seine Inhalte benutzt, macht es sich durch den Wechsel zur neueren Ar­chi­tek­tur nur unnötig kom­pli­zier­ter. Denn im Regelfall führt dies dazu, dass die ent­spre­chen­den Server mehr leisten müssen: Kosten und Aufwand steigen. Vor allem aber muss man das Frontend selbst aufsetzen. Bei einem klas­si­schen Content-Ma­nage­ment-System kann man sich diese Arbeit sparen – das Frontend wird dort durch die Template-Engine gestaltet.

Content-Ersteller werden zudem eine Funktion vermissen, die jedes tra­di­tio­nel­le CMS liefert: In einem Headless CMS ist keine Vor­schau­an­sicht des ge­pos­te­ten Inhalts vor­ge­se­hen. Da die Kom­po­nen­ten komplett von­ein­an­der getrennt sind, weiß das Backend gar nicht, wie die Inhalte dar­ge­stellt werden sollen. Das so­ge­nann­te Decoupled CMS kann statt­des­sen das richtige Mittelmaß sein.

Die Ei­gen­schaft „Decoupled“ trifft prin­zi­pi­ell auch auf Headless CMS zu: Backend und Frontend sind keine Einheit mehr. Das Pro­gres­si­ve De­cou­pling definiert jedoch eine Methode, bei der das Frontend nicht entfällt, sondern APIs zu­ge­schal­tet sind. Es wird nichts ab­ge­schnit­ten, sondern erweitert. Somit läuft die Ausgabe immer noch über das CMS. Über ein Plug-in, das die Schnitt­stel­len erzeugt, lassen sich weitere Frontends andocken.

Auf diese Weise bleiben die Vorteile eines klas­si­schen CMS bestehen: Die Dar­stel­lung der Inhalte erfolgt über die sys­tem­ei­ge­ne Engine, inklusive der vor­han­de­nen For­mat­vor­la­gen. Und wer seinen Content bei­spiels­wei­se zu­sätz­lich über eine App anbieten möchte, kann die Daten hierfür aus der hin­zu­ge­füg­ten API erhalten. Die Vorteile von Headless CMS und klas­si­schem CMS ergänzen sich in dieser er­wei­ter­ten Variante.

Klas­si­sche CMS werden zu Decoupled CMS

Seit Headless CMS immer häufiger dis­ku­tiert werden, ori­en­tie­ren sich auch die Anbieter tra­di­tio­nel­ler Content-Ma­nage­ment-Systeme um. WordPress z. B. hat ab der Version 4.7 die REST-API als in­te­gra­len Be­stand­teil eingefügt. In früheren Versionen konnte diese nur über ein Plug-in zu­ge­schal­tet werden. Die Er­wei­te­rung macht es aber nicht zu einem Headless CMS: WordPress wird vielmehr zu einem Decoupled CMS. Nutzer, die den Umfang der Content-Lösung inklusive Template-Engine schätzen, können auch weiterhin ohne Funk­ti­ons­ver­lus­te damit arbeiten. Wer aber das CMS bei­spiels­wei­se auch für die Ver­wal­tung der Inhalte einer App verwenden möchte, pro­fi­tiert von der ein­ge­füg­ten Schnitt­stel­le. Auch Drupal lässt sich zu einem Hybriden um­funk­tio­nie­ren, denn auch dieses Open-Source-CMS hält ab Version 8 mit den RESTful Web Services eine Mög­lich­keit bereit, um Inhalte in weiteren Frontends aus­zu­ge­ben.

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Sollte man auf Headless CMS umsteigen?

Ob Sie von Ihrem an­ge­stamm­ten System zu einem Headless CMS wechseln sollten, hängt in erster Linie davon ab, was Sie planen. Wollen Sie Ihre Inhalte nur auf einer Website, etwa einem Blog, prä­sen­tie­ren, ist das Abstoßen des Frontends keine gute Idee. Zwar bieten Headless CMS auch Vorteile, die über die Menge der möglichen Aus­ga­be­me­di­en hin­aus­ge­hen, dies dürfte aber in den sel­tens­ten Fällen den Aufwand recht­fer­ti­gen. Auch die Ver­wen­dung eines Decoupled CMS hat dann keinen Mehrwert: Warum eine Schnitt­stel­le im­ple­men­tie­ren, wenn man doch nur das ein­ge­bau­te Frontend des Systems nutzt?

Anders sieht es aus, wenn Sie Ihren Content auf ver­schie­de­nen Platt­for­men prä­sen­tie­ren. Headless CMS spielen besonders dann ihre Stärken aus, wenn Sie große Projekte rea­li­sie­ren wollen. Mul­ti­ka­nal-Fä­hig­kei­ten, Websites in PHP, Python oder Ruby, Apps für iOS oder Android – alles kein Problem mehr. Re­dak­teu­re und andere Content-Ersteller können wie gewohnt ihre Inhalte über das Interface des Backends verwalten. Um die Dar­stel­lung kümmern sich bei Headless CMS (und bei richtiger Nutzung von Decoupled CMS) nun pro­fes­sio­nel­le Frontend-Ent­wick­ler – können das aber eben auch mit aller Freiheit; das REST-API macht es möglich.

Die Um-Ent­wick­lung (von einer Wei­ter­ent­wick­lung kann man bei der Hal­bie­rung eines Systems ei­gent­lich nicht sprechen) von Content-Ma­nage­ment-Systemen ist eine Reaktion auf die ver­än­der­ten An­for­de­run­gen des Internets. Die Be­son­der­hei­ten von Smart­phones, dem Internet of Things oder vir­tu­el­len Rea­li­tä­ten machen ein Umdenken beim Erstellen und Ver­öf­fent­li­chen von Content nötig. Headless und Decoupled CMS sind dabei nur die Anfänge. Daher sollte man, selbst wenn derzeit die Arbeit mit einem tra­di­tio­nel­len CMS noch voll­kom­men ausreicht, die Ent­wick­lun­gen nicht aus den Augen verlieren. In An­be­tracht der rasanten Ent­wick­lun­gen der letzten Jahre könnte es sein, dass klas­si­sche CMS bald genauso wenig den Ge­wohn­hei­ten und Be­dürf­nis­sen vieler Nutzer ent­spre­chen werden wie jetzt schon statische Websites.

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