Ur­sprüng­lich als Mischung aus Bran­chen­buch und In­halts­ver­zeich­nis für das Internet kon­zi­piert, sind Such­ma­schi­nen heut­zu­ta­ge zentrale Ein­gangs­to­re für das Surfen im Web. Für viele Menschen ist Google die alleinige Option; dabei gibt es viele in­ter­es­san­te Al­ter­na­ti­ven. Wir stellen die nütz­lichs­ten Such­ma­schi­nen vor.

Wie funk­tio­nie­ren Such­ma­schi­nen?

Aus Nut­zer­sicht be­ant­wor­tet eine Such­ma­schi­ne die Frage: „Wo finde ich im Internet, was ich suche?“ Man gibt einen Satz oder ein paar Wörter, die einen in­ter­es­sie­ren, in ein Textfeld ein und startet die Suche. Mit Abschluss der Suche wird eine Liste mit Webseiten prä­sen­tiert, welche für den Such­be­griff relevant er­schei­nen.

Aus Nut­zer­sicht be­ant­wor­tet eine Such­ma­schi­ne die Frage: „Wo finde ich im Internet, was ich suche?“ Man gibt einen Satz oder ein paar Wörter, die einen in­ter­es­sie­ren, in ein Textfeld ein und startet die Suche. Mit Abschluss der Suche wird eine Liste mit Webseiten prä­sen­tiert, welche für den Such­be­griff relevant er­schei­nen.

Hinweis

Um mit der eigenen Website auf den „Search Engine Results Pages“ (SERP) ganz oben zu landen, bedient man sich der Such­ma­schi­nen­op­ti­mie­rung (SEO).

Da Internet-Such­ma­schi­nen mit Mil­li­ar­den von Webseiten arbeiten, könne diese nicht alle in Echtzeit durch­sucht werden. Deshalb wird das Durch­su­chen der Inhalte vom Be­ant­wor­ten der Such­an­fra­ge getrennt. Als Bin­de­glied zwischen durch­such­ten Inhalten und dem Such­be­griff kommt ein Index zum Einsatz. Der Index dient als Nach­schla­ge­werk: Welche Begriffe kommen in welchen Do­ku­men­ten vor? Statt also jedes Mal alle Websites zu durch­su­chen, müssen Such­ma­schi­nen nur den er­stell­ten Index über­prü­fen.

Such­ma­schi­nen befassen sich also mit zwei haupt­säch­li­chen Prozessen:

  1. Crawling + Indexing: Dokumente auffinden, daraus Inhalte ex­tra­hie­ren und dem Index hin­zu­fü­gen.
  2. Searching: Such­an­fra­gen ent­ge­gen­neh­men und auf dem Index basierend be­ant­wor­ten.

Beide Prozesse nutzen un­ter­schied­li­che Al­go­rith­men. Dies er­mög­licht einer Such­ma­schi­ne, einen be­stehen­den Index einer dritten Partei zu nutzen und dennoch Nut­ze­rin­nen und Nutzern einen Mehrwert zu bieten. Bei­spiels­wei­se durch einen ver­bes­ser­ten Such­al­go­rith­mus, oder eine besonders gute Be­nut­zer­ober­flä­che. Denn der Aufbau eines Index ist mit großem Aufwand verbunden.

Zum In­de­xie­ren der Inhalte von Webseiten kommen Bots zum Einsatz, die auch als Crawler oder Spider bekannt sind. Es handelt sich dabei um spezielle Com­pu­ter­pro­gram­me, welche ei­gen­stän­dig das Netz durch­fors­ten. Der Bot ruft eine Webseite unter ihrer Adresse auf, ex­tra­hiert die Inhalte und ver­schlag­wor­tet diese. Die Schlag­wor­te werden mitsamt der Adresse der Seite in den Index auf­ge­nom­men. Im Anschluss wird der Prozess für die auf der Seite ge­fun­de­nen Links wie­der­holt. So hangelt sich der Bot wie eine Spinne durchs Netz.

Tipp

Details zur Funk­ti­ons­wei­se von Such­ma­schi­nen finden Sie in unserem Artikel zu In­for­ma­ti­on Retrieval — wie Such­ma­schi­nen Daten abrufen.

Die 10 nütz­lichs­ten Such­ma­schi­nen

Die all­ge­gen­wär­ti­ge Google-Suche ist seit langem der Markt­füh­rer unter den Such­ma­schi­nen. Doch es gibt Punkte, die gegen Google sprechen. So sind etwa die an­ge­zeig­ten Such­ergeb­nis­se nicht für alle Nut­ze­rin­nen und Nutzer gleich. Vielmehr spielt Google zu­ge­schnit­te­ne Er­geb­nis­se aus. Die Aus­wer­tung vor­he­ri­ger Such­an­fra­gen und Ver­knüp­fung mit weiteren In­for­ma­tio­nen erzeugt eine Fil­ter­bla­se.

Nutzt man aus­schließ­lich Google, wird es schwierig, über den Tel­ler­rand hin­aus­zu­schau­en. Zum Glück ist es ganz einfach, die Such­ma­schi­ne zu ändern oder mehrere Such­ma­schi­nen zu benutzen. Das lohnt sich, denn so er­schließt man andere In­for­ma­ti­ons­quel­len und erlangt eine breitere Per­spek­ti­ve.

Wir stellen die nütz­lichs­ten Such­ma­schi­nen vor. Dabei lassen wir ganz bewusst große Google-Kon­kur­ren­ten wie Bing und Yahoo außen vor. Vielmehr prä­sen­tie­ren wir Such­ma­schi­nen, welche Antworten auf ganz un­ter­schied­li­che Fragen liefern.

Such­ma­schi­ne Al­lein­stel­lungs­merk­mal Index
Google Der Markt­füh­rer unter den Such­ma­schi­nen selbst erstellt
Ecosia Die öko­lo­gi­sche Al­ter­na­ti­ve von Bing
Duck­Duck­Go Such­ma­schi­ne zum Aus­bre­chen aus der Fil­ter­bla­se von Bing
Qwant Die eu­ro­päi­sche Such­ma­schi­ne selbst erstellt
Yandex Such­ma­schi­ne für den rus­si­schen Markt selbst erstellt
Baidu Such­ma­schi­ne für den chi­ne­si­schen Markt selbst erstellt
Wolf­r­am­al­pha Eine rechnende Wis­sens­ma­schi­ne selbst erstellt
Internet Archive Search Zugriff auf die Werke der freien Bi­blio­thek selbst erstellt
Openverse Creative Commons-li­zen­sier­te Werke finden selbst erstellt
Tor Search Sicher das Dark Web durch­su­chen selbst erstellt

Google — der Markt­füh­rer unter den Such­ma­schi­nen

Google ist die weltweit größte Such­ma­schi­ne und für viele Menschen synonym mit der Web-Suche: „googele das mal.“ Was vielen Nut­ze­rin­nen und Nutzern nicht bewusst sein dürfte, ist das Ausmaß un­ter­schwel­li­ger Ma­ni­pu­la­ti­on, denen sie bei der Suche mit Google aus­ge­setzt sind. Denn alle Er­geb­nis­se sind angepasst für die je­wei­li­gen Suchenden. Ei­ner­seits ist das praktisch, denn man bekommt häufig passende Er­geb­nis­se. An­de­rer­seits verleiht die Kontrolle über die an­ge­zeig­ten Such­ergeb­nis­se der US-ame­ri­ka­ni­schen Firma eine un­glaub­li­che Macht­po­si­ti­on.

Google verfolgt bei der Prä­sen­ta­ti­on der Such­ergeb­nis­se grund­ei­ge­ne In­ter­es­sen und macht einen Großteil der Profite mit Such­ma­schi­nen­wer­bung. Ferner werden um­fang­rei­che Profile über an­ge­mel­de­te Be­nut­ze­rin­nen und Benutzer erstellt. Dabei reicht es schon, im selben Browser bei Gmail oder Google Maps ein­ge­loggt zu sein. Aus diesem Span­nungs­feld ist eine Reihe an Google-Al­ter­na­ti­ven her­vor­ge­gan­gen.

Tipp

Um von Google eine möglichst neutrale Liste von Such­ergeb­nis­se zu erhalten, führt man die Suche im Browser in einem Inkognito- bzw. privaten Fenster aus.

Ecosia — die öko­lo­gi­sche Such­ma­schi­ne

Google-Suchen sind für die Nut­ze­rin­nen und Nutzer kos­ten­frei, und so wird leicht übersehen, dass jede Google-Suche tat­säch­lich ihren Preis hat. Denn jeder Such­vor­gang ver­braucht Energie. Die öko­lo­gi­sche Such­ma­schi­ne Ecosia dreht im Namen der Green IT den Spieß um. Jede Suche generiert Erträge, welche in Projekte für Wie­der­auf­fors­tung in­ves­tiert werden. Im Juni 2022 kamen mehr als drei Millionen Euro zusammen. Bis zu diesem Zeitpunkt wurden bereits mehr als 150 Millionen Bäume gepflanzt. So kann es nicht schaden, Ecosia als Stan­dard­such­ma­schi­ne fest­zu­le­gen. Für die Suchen greift Ecosia auf den Index der Microsoft-Such­ma­schi­ne Bing zurück.

Duck­Duck­Go — Such­ma­schi­ne zum Aus­bre­chen aus der Fil­ter­bla­se

Auch die Such­ma­schi­ne Duck­Duck­Go greift auf den Such-Index von Bing zurück. Bei Duck­Duck­Go liegt der Fokus auf Pri­vat­sphä­re. Die Such­ma­schi­ne sammelt keine privaten Daten über die Be­nut­ze­rin­nen und Benutzer.

Gleich­zei­tig macht Duck­Duck­Go es besonders einfach, gezielt auf In­for­ma­tio­nen un­ter­schied­li­cher Quellen zu­zu­grei­fen. Mit „Bangs“ lassen sich Suchen spe­zia­li­sie­ren. Dazu fügt man dem Such­be­griff einfach ein Kürzel bestehend aus einem Aus­ru­fe­zei­chen und ein paar Buch­sta­ben hinzu. So landet man direkt auf der Er­geb­nis­sei­te der kor­re­spon­die­ren­den Wis­sens­platt­form. Bangs sind praktisch und wenn man sich einmal daran gewöhnt hat aus dem täglichen Surf­ver­hal­ten nicht mehr weg­zu­den­ken.

Duck­Duck­Go-Bang Portal Beispiel Erklärung
!w Englische Wikipedia !w berlin Englische Wikipedia-Seite über Berlin aufrufen.
!wde Deutsche Wikipedia !wde berlin Deutsche Wikipedia-Seite über Berlin aufrufen.
!g Google-Suche !g berlin Google-Suche zum Thema Berlin ausführen.
!img Bilder-Suche !img berlin Bilder zum Thema Berlin aufrufen.
!map Google Maps-Suche !map berlin Stadt Berlin bei Google Maps anzeigen.
!yt YouTube !yt berlin YouTube-Videos zum Thema Berlin anzeigen.
!wq Qwant !wq berlin Qwant-Suche zum Thema Berlin ausführen.
!bang Duck­Duck­Go !bang Ver­füg­ba­re Bangs durch­su­chen.
Tipp

Der Bang kann irgendwo innerhalb der Suche vorkommen, muss also nicht am Anfang stehen.

Qwant — die eu­ro­päi­sche Such­ma­schi­ne

Mit Qwant existiert eine eu­ro­päi­sche Such­ma­schi­ne, welche ebenfalls die Pri­vat­sphä­re in den Vor­der­grund stellt. Anders als Ecosia und Duck­Duck­Go pflegt Qwant sogar einen eigenen Index. Die Karten-Suche greift auf das offene Kar­ten­ma­te­ri­al von Open­Street­Maps zurück. Eine besonders für Mo­bil­ge­rä­te geeignete Lite-Version und eine in­te­grier­te Kin­der­su­che für ein halbes Dutzend Länder runden das Angebot ab.

Tipp

Wir stellen die be­lieb­tes­ten Kin­der­such­ma­schi­nen in einem eigenen Artikel vor.

Yandex — Such­ma­schi­ne für den rus­si­schen Markt

Bei Yandex handelt es sich um die größte Such­ma­schi­ne für den rus­si­schen Markt. Ferner operiert die Firma in Belarus, Ka­sach­stan, Uz­be­ki­stan und der Türkei; ein Ein­zugs­ge­biet von zu­sam­men­ge­nom­men knapp 300 Millionen Menschen. Yandex unterhält einen eigenen Index und ist auch auf Englisch verfügbar.

Baidu — Such­ma­schi­ne für den chi­ne­si­schen Markt

Baidu ist die größte Such­ma­schi­ne für den chi­ne­si­schen Markt. Der eigene Index enthält In­for­ma­tio­nen, die man kaum mit Google & Co finden dürfte. Die Be­nut­zer­ober­flä­che ist komplett in chi­ne­si­schen Schrift­zei­chen gehalten. Es gibt jedoch spezielle Sites, wie Baidu In English, welche eine Über­set­zung der Such­an­fra­ge und Such­ergeb­nis­se vornehmen. Bedenken Sie bei den Suchen, dass das Internet in China stark zensiert ist.

Wolf­r­am­Al­pha — eine rechnende Wis­sens­ma­schi­ne

Bei Wolf­r­am­Al­pha handelt es sich nicht um eine Such­ma­schi­ne im ei­gent­li­chen Sinn. Die Plattform be­zeich­net sich selbst als „Com­pu­ta­tio­nal Knowledge Engine“, zu Deutsch in etwa „rechnende Wis­sens­ma­schi­ne“. Die öf­fent­lich ver­füg­ba­re Such­funk­ti­on wertet Abfragen se­man­tisch aus und liefert Fakten zurück. Bei den Er­geb­nis­sen handelt es sich nicht um Meinungen aus Posts im Internet, sondern um wis­sen­schaft­lich fundierte Aussagen. Wolf­r­am­Al­pha dient auch als An­lauf­stel­le für bestimmte Fragen, die Suchende an Bing, Siri, oder Alexa gestellt haben.

Nehmen wir an, Sie wollten eine Übersicht der 50 be­völ­ke­rungs­reichs­ten Städte der Welt haben. Wahr­schein­lich findet sich eine ent­spre­chen­de Liste auf Wikipedia; jedoch muss man davon ausgehen, dass diese händisch erstellt wurde. Fragt man Wolf­r­am­Al­pha nach den „50 biggest cities by po­pu­la­ti­on“ erhalten wir eine aus­führ­li­che und präzise Antwort. Enthalten ist neben der Liste der Städte eine Statistik der Be­völ­ke­rungs­zah­len und eine Karte, welche die geo­gra­fi­sche Ver­tei­lung zeigt.

Internet Archive Search — Such­ma­schi­ne für Werke der freien Bi­blio­thek

Das Internet ist ständig im Wandel: Sites gehen vom Netz, Inhalte werden gelöscht, tote Links laufen ins Leere. Manchmal ist es nützlich die Zeit zu­rück­zu­dre­hen. Möglich macht die Zeitreise die „Way­Back­Ma­chi­ne“ des ge­mein­nüt­zi­gen Internet Archive. Hierrüber lassen sich teilweise alte Versionen von Websites wie­der­her­stel­len.

Doch die Internet Archive Search umfasst noch mehr. Die Such­ma­schi­ne findet Bücher, Ra­dio­auf­nah­men und weitere Medien-Dateien. Allesamt ver­schlag­wor­tet und über Jahr­zehn­te hinweg ar­chi­viert.

Openverse — Such­ma­schi­ne für Creative Commons-li­zen­sier­te Werke

Was Open Source für Software-Projekte und Code ist, ist Creative Commons (CC) für kul­tu­rel­le Artefakte. Unter den CC-Lizenzen ver­öf­fent­lich­te Medien und Inhalte lassen sich außerhalb der strengen Regeln des ge­wöhn­li­chen Co­py­rights nutzen. Dabei legt der Urheber fest, ob auch die kom­mer­zi­el­le Nutzung oder das Erstellen von Derivaten erlaubt sein soll.

Die Openverse-Such­ma­schi­ne findet Millionen CC-li­zen­zier­ter Inhalte und greift dabei auf öf­fent­li­che Kataloge sowie den frei ver­füg­ba­ren „Common Crawl“-Datensatz zurück. Das Projekt hat im Frühjahr 2021 bei WordPress ein neues Zuhause gefunden. Besonders beliebt ist die Such­ma­schi­ne bei Nut­ze­rin­nen und Nutzern aus dem Bil­dungs­sek­tor, denn die Inhalte lassen sich be­den­ken­los für eigene Projekte, wie Prä­sen­ta­tio­nen, einsetzen.

Tor Search — sichere Such­ma­schi­ne für das Dark Web

Wer den Begriff Dark Web hört, denkt viel­leicht zunächst an illegale Platt­for­men für Drogen- und Waf­fen­han­del. Si­cher­lich gibt es diese, doch das Dark Web umfasst auch komplett legale Inhalte. Selbst Branchen-Riesen wie Facebook sind dort mitt­ler­wei­le vertreten. Besonders für Ge­sell­schaf­ten, welche au­to­ri­tä­rer Herr­schaft un­ter­lie­gen, bietet das Dark Web Freiräume fernab der all­ge­gen­wär­ti­gen Zensur. Mit Tor Search lässt sich das Dark Web sicher durch­su­chen, denn die Such­ma­schi­ne filtert illegale Inhalte heraus.

Wie eine „normale“ Such­ma­schi­ne liefert Tor Search Web-Adressen zurück. Al­ler­dings handelt es sich dabei nicht um die bekannten HTTP-Links. Denn im Dark Web operieren Sites unter „Onion-Adressen“. Das sind kryp­ti­sche Zei­chen­fol­gen, die auf .onion enden. Auch Tor Search ist unter einer Onion-Adresse zu finden: wapabp2pnqczbxq4dqdo7tx­exhkq­j­zazmvrl­jxijtd5s2cohvejf4nqd.onion. Zum Aufrufen von Onion-Links wird der hoch ab­ge­si­cher­te Tor-Browser benötigt, der auf Firefox aufbaut und sich von jedermann in­stal­lie­ren lässt.

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