Jede Marke will sich in der Öf­fent­lich­keit von ihrer besten Seite prä­sen­tie­ren. Sie will nicht nur von der Qualität ihres Produkts über­zeu­gen, sondern auch Un­ter­neh­mens­wer­te kom­mu­ni­zie­ren und die Nähe zur Ziel­grup­pe bewahren. Dafür ist im modernen Marketing ein Brand Am­bassa­dor zuständig. Wie diese im deutsch­spra­chi­gen Raum auch „Mar­ken­bot­schaf­ter“ genannten Marketing-Spe­zia­lis­ten arbeiten, wie das Gehalt eines Brand Am­bassa­dors ausfällt, wie man selbst einer wird und warum gerade soziale Netzwerke ideale Vor­aus­set­zun­gen schaffen, erklärt unser Überblick.

Was ist ein Brand Am­bassa­dor?

Ein Brand Am­bassa­dor („Mar­ken­bot­schaf­ter“) ver­kör­pert die Corporate Identity eines Un­ter­neh­mens und bringt der Öf­fent­lich­keit Produkte, Dienst­leis­tun­gen sowie die Werte des Un­ter­neh­mens näher. Mar­ken­bot­schaf­ter arbeiten an der Schnitt­stel­le zwischen Marketing und Vertrieb und geben der Marke ein Gesicht. Sie müssen sym­pa­thi­sche Per­sön­lich­kei­ten sein, die in der Öf­fent­lich­keit positive As­so­zia­tio­nen wecken. Zudem sollen sie (po­ten­zi­el­len) Kunden lange im Ge­dächt­nis bleiben und die Marke auch lang­fris­tig mit positiven Ein­drü­cken besetzen.

Oftmals greifen Un­ter­neh­men, die über das nötige Budget verfügen, auf einen pro­mi­nen­ten Brand Am­bassa­dor zurück, der der Öf­fent­lich­keit (oder zumindest der an­vi­sier­ten Szene) schon bekannt ist. Doch in jüngster Zeit re­kru­tie­ren Un­ter­neh­men zunehmend auch un­be­kann­te Brand Am­bassa­dors. Diese nimmt das Un­ter­neh­men entweder aus den Reihen der eigenen Mit­ar­bei­ter oder es sucht und kon­tak­tiert sie gezielt in sozialen Medien.

Welche Aufgaben übernimmt der Brand Am­bassa­dor?

Brand Am­bassa­dors machen auf die Marke, das Un­ter­neh­men oder spe­zi­fi­sche Produkte auf­merk­sam. Das geschieht über Spots, Postings oder vor Ort im Rahmen von Promo-Aktionen. Der Fokus liegt dabei weniger darauf, Produkte zu verkaufen als mit der an­vi­sier­ten Kon­su­men­ten-Ziel­grup­pe in Kontakt zu treten.

Zu diesem Zweck sind Mar­ken­bot­schaf­ter in Un­ter­neh­mens­blogs an­zu­tref­fen, berichten in den Social-Media-Kanälen des Un­ter­neh­mens oder prä­sen­tie­ren dieses auf Messen und Tagungen. Auch bei öf­fent­li­chen Ver­an­stal­tun­gen, auf denen das Un­ter­neh­men als Sponsor oder Ver­an­stal­ter aktiv ist, ist der Brand Am­bassa­dor vor Ort und zeigt die Firma von ihrer besten Seite. Auf Instagram, Facebook und Co. ist die Person ganz offen im Namen der Marke unterwegs und stellt eine Beziehung zu den je­wei­li­gen Followern her.

Oft regen die Bot­schaf­ter einen positiven Diskurs zum Un­ter­neh­men bzw. zu konkreten Marken oder Produkten an. In sozialen Netz­wer­ken geschieht das über span­nen­den Content, gute Postings mit Bildern, Videos und Stories. Auf Messen führen sie Dis­kus­sio­nen, bieten Produkte zu Test­zwe­cken an oder verteilen Gra­tis­pro­ben. In jedem Fall sorgen Brand Am­bassa­dors für eine größere Sicht­bar­keit der Marke – dafür muss man die richtige Kom­mu­ni­ka­ti­ons­stra­te­gie für un­ter­schied­li­che Kanäle bestimmen und umsetzen. Das fängt bei ge­bran­de­ter Kleidung an, setzt sich mit einem freund­li­chen und positiven Auftreten fort und geht bis hin zu einer ziel­grup­pen­spe­zi­fi­schen Image­pfle­ge. All das soll die Kunden stärker an die Brand binden und so zu einer größeren Mar­ken­treue führen.

Welche cha­rak­ter­li­chen Ei­gen­schaf­ten muss ein Brand Am­bassa­dor mit­brin­gen?

Ein Brand Am­bassa­dor muss vor allem über drei Ei­gen­schaf­ten verfügen, um als Gesicht für eine Marke in Frage zu kommen:

  1. Er muss ein hohes Maß an Iden­ti­fi­ka­ti­on mit der Marke mit­brin­gen: Wer als Mar­ken­bot­schaf­ter arbeitet, muss au­then­tisch wirken und hinter der Marke und ihren Werten stehen. In sozialen Netz­wer­ken gehen Un­ter­neh­men ähnlich vor wie bei der Re­kru­tie­rung von Micro-In­fluen­cern: Sie suchen Profile von Personen, die eine positive Aus­strah­lung haben, einen ge­mein­sa­men Nenner mit den Werten und Produkten des Un­ter­neh­mens aufweisen und als Spe­zia­lis­ten auf ihrem je­wei­li­gen Gebiet gelten. Wer bei­spiels­wei­se ein Food-Spe­zia­list ist und Rezepte und Fotos für tolle Gerichte auf Instagram postet, kommt als Brand Am­bassa­dor für eine Le­bens­mit­tel­mar­ke in Frage – al­ler­dings nicht au­to­ma­tisch für eine, unter der nur vegane Produkte angeboten werden. Die Spe­zia­li­sie­rung von Mar­ken­bot­schaf­ter und Marke muss über­ein­stim­men.

  2. Er muss kom­mu­ni­ka­tiv und gut vernetzt sein: Wer im Namen einer Marke auf Messen und Tagungen unterwegs ist, sollte nicht schüch­tern sein. Hier ist Pro­ak­ti­vi­tät ebenso gefragt wie eine positive Aus­strah­lung und ein hohes Maß an kom­mu­ni­ka­ti­ver Kompetenz. Idea­ler­wei­se ist er in der Szene sogar schon gut vernetzt und wird schnell wie­der­erkannt. Ein Brand Am­bassa­dor muss dabei einen guten Ruf haben, der auch auf die Marke abfärbt. Zudem sollte er in der Lage sein, schnell neue und wichtige Kontakte zu knüpfen und diese auch zu pflegen.

  3. Er sollte in­for­miert und up-to-date sein: Wer – ob auf Messen oder in sozialen Netz­wer­ken – ein Produkt oder eine Marke re­prä­sen­tiert, muss über diese Bescheid wissen. Das heißt auch, kompetent auf Nach­fra­gen reagieren und Fach­fra­gen be­ant­wor­ten zu können. Statt konkrete Produkte zu verkaufen, ist man als Brand Am­bassa­dor eher Spe­zia­list, steht für Know-how und Expertise. Wer sich nicht mit dem Un­ter­neh­men und dessen Produkten auskennt, hin­ter­lässt keinen guten Eindruck bei der Ziel­grup­pe und wird nicht ernst genommen – solche negativen Eindrücke färben letztlich auch auf die werbende Firma ab.
Fakt

Als Brand Am­bassa­dor sollte man nicht schüch­tern sein: Man muss sich gut verkaufen können und eine positive Aus­strah­lung haben. Zudem muss man sich mit der Marke iden­ti­fi­zie­ren und die Un­ter­neh­mens­wer­te ziel­grup­pen­ge­recht kom­mu­ni­zie­ren können.

Brand Am­bassa­dor werden: Welche Mög­lich­kei­ten gibt es?

Wer diese cha­rak­ter­li­chen Ei­gen­schaf­ten und Soft Skills mitbringt, hat ideale Vor­aus­set­zun­gen, um ein Brand Am­bassa­dor zu werden. Das kann auf un­ter­schied­li­chen Wegen geschehen: Zum einen ist es möglich, dass man von Un­ter­neh­men über soziale Netzwerke gefunden und kon­tak­tiert wird. Dazu kommt es in der Regel erst, wenn man sich in der Szene bereits einen Namen als In­fluen­cer gemacht hat und über eine gewisse Anzahl Follower sowie über gute Kontakte verfügt. Zum anderen kann man sich aktiv für solche Stellen bewerben. Zumeist werden bei aus­ge­schrie­be­nen Stellen Er­fah­run­gen in den Bereichen Event, Promotion oder mitunter auch in der Gas­tro­no­mie gefordert. Eine kauf­män­ni­sche Aus­bil­dung wird oftmals ebenso gern gesehen. Viele Un­ter­neh­men suchen Brand Am­bassa­dors aber auch intern im Rahmen einer Employer-Branding-Strategie: Gefragt sind Mit­ar­bei­ter, die besondere Er­folgs­ge­schich­ten oder Mes­se­be­rich­te zu erzählen haben, um in den fir­men­ei­ge­nen Kanälen aktiv zu werden. Die Band­brei­te der Aufgaben reicht dann von Blog- und Social-Media-Posts bis hin zu den klas­si­schen analogen Tä­tig­keits­fel­dern eines Brand Am­bassa­dors auf Messen, bei Kun­den­ter­mi­nen oder anderen Events, auf denen sich das Un­ter­neh­men prä­sen­tie­ren möchte. Die Absicht solcher internen Re­kru­tie­run­gen ist, das Un­ter­neh­men als at­trak­ti­ven Ar­beit­ge­ber zu prä­sen­tie­ren und noch au­then­ti­scher zu bewerben. Das Gehalt eines Brand Am­bassa­dors variiert je nach Branche, Qua­li­fi­ka­ti­on und Be­rufs­er­fah­rung. Einige An­stel­lun­gen bieten neben einem Fixgehalt auch variable Leis­tungs­bo­ni an. Zudem spielt die konkrete Spe­zia­li­sie­rung eine wichtige Rolle: Während Mar­ken­bot­schaf­ter in sozialen Netz­wer­ken ge­le­gent­lich auch für einzelne Postings re­kru­tiert und (je nach Fol­lo­wer­schaft teils sehr gut) bezahlt werden, gibt es auch Agenturen, über die Un­ter­neh­men Bot­schaf­ter für einzelne Events buchen können – hier muss von Anfang an klar sein, was die In­ter­es­sen und Qua­li­tä­ten der Person sind. Über ein solches System ist es in manchen Ländern wie den USA möglich, neben einem regulären Job zu­sätz­lich als Brand Am­bassa­dor auf Events an Wo­chen­en­den tätig zu sein: Laut dem Bran­chen­ken­ner Kenny Azama, der im Netz viele Ratgeber und Blog-Posts zu einer Karriere als Mar­ken­bot­schaf­ter verfasst, liegt das Gehalt eines Brand Am­bassa­dors in den Bereichen Messe, Festivals und Events bei 15 bis 50 US-Dollar (ca. 12 bis 43 Euro) pro Stunde.

Als Brand Am­bassa­dor auf Instagram: So geht’s!

Im On­line­mar­ke­ting stehen die Tä­tig­keits­fel­der Messen und Events für Mar­ken­bot­schaf­ter al­ler­dings eher im Hin­ter­grund. Statt­des­sen sind die sozialen Netzwerke An­lauf­stel­le für (angehende) Mar­ken­bot­schaf­ter wie auch für Un­ter­neh­men. Vor allem auf Instagram haben Brand Am­bassa­dors in jüngster Zeit enorm an Bedeutung gewonnen: Diese Plattform eignet sich ideal, um Fotos von Produkten, vom Un­ter­neh­men selbst und dem Ar­beits­all­tag oder den Mit­ar­bei­tern hoch­zu­la­den. Hohe En­ga­ge­ment-Raten pro Post zeigen das Potenzial von Instagram-Auf­trit­ten und machen den Erfolg messbar. Dem­entspre­chend selbst­ver­ständ­lich wird Instagram in­zwi­schen für pro­fes­sio­nel­le Business-Auftritte wie auch für Part­ner­schaf­ten mit externen In­fluen­cern genutzt. Wer sich als In­fluen­cer behauptet, macht sich für eine Tätigkeit als Brand Am­bassa­dor in­ter­es­sant.

Tipp

In unserem Ratgeber finden Sie eine aus­führ­li­che Ar­ti­kel­rei­he zum Thema „Instagram für Un­ter­neh­men“.

Um Brand Am­bassa­dor bei Instagram zu werden, sollte man über ähnliche Kom­pe­ten­zen verfügen wie in den ent­spre­chen­den analogen Tä­tig­keits­fel­dern. Das heißt, man muss sich vor allem gut verkaufen können, selbst­be­wusst sein und sich auf eine bestimmte Szene, Branche oder Pro­dukt­grup­pe bzw. auf ein eng ein­ge­grenz­tes Thema spe­zia­li­siert haben. Auf diesem Gebiet sollte man in den sozialen Netz­wer­ken als Koryphäe oder als wichtiger Mei­nungs­bil­der gelten und idea­ler­wei­se schon über eine für werbende Un­ter­neh­men in­ter­es­san­te Fol­lo­wer­schaft verfügen. Dabei sollten die eigenen In­ter­es­sen und die der Anhänger möglichst gut mit dem Schwer­punkt des werbenden Un­ter­neh­mens über­ein­stim­men.

Wer Mar­ken­bot­schaf­ter werden will, sollte seine An­hän­ger­schaft stets re­spekt­voll und niemals her­ab­las­send behandeln oder gar be­lei­di­gen. Statt­des­sen ist es wichtig, auf Fragen freund­lich und ver­trau­en­er­we­ckend zu antworten, Tipps zu geben und sich mit Know-how zu pro­fi­lie­ren. Der Ruf in der Szene ist ent­schei­dend: Schließ­lich will kein Un­ter­neh­men mit Personen zu­sam­men­ar­bei­ten, die in der Szene oder Branche unbeliebt sind.

Wer zudem guten Content erstellt und gut vernetzt ist, erhöht die Chance, dass werbende Un­ter­neh­men auf das Profil auf­merk­sam werden. Mit Glück kann es bereits zu einer ersten Anfrage für eine In­fluen­cer-Kampagne kommen. Stellt sich die Zu­sam­men­ar­beit zwischen In­fluen­cer und Un­ter­neh­men als besonders fruchtbar heraus, erwächst aus der losen Part­ner­schaft viel­leicht sogar eine of­fi­zi­el­le An­stel­lung als Brand Am­bassa­dor für Instagram.

In dieser Funktion stellt man Produkte für das werbende Un­ter­neh­men vor und bekommt im Austausch die Test­pro­duk­te gratis, eventuell winkt sogar ein Honorar. So ergibt sich idea­ler­wei­se für Bot­schaf­ter wie Un­ter­neh­men eine Win-win-Situation. Die Follower des Profils pro­fi­tie­ren wiederum von ex­klu­si­ven Gut­schei­nen, Ra­batt­ak­tio­nen oder Promo-Artikeln, die der Brand Am­bassa­dor auf Instagram prä­sen­tiert – und dies dank der Ko­ope­ra­ti­on mit der Marke.

Beispiel: Asos Brand Am­bassa­dors auf Instagram

Ein Un­ter­neh­men, das seine Brand-Am­bassa­dor-Strategie auf Instagram bereits per­fek­tio­niert hat, ist das britische Mode-Un­ter­neh­men Asos. Dessen Strategie ist so simpel wie grandios: Sie gehen mit fa­shion­ori­en­tier­ten Accounts wie bei­spiels­wei­se asos_ashley oder asos_sa­raloui­se Part­ner­schaf­ten ein. Der Clou: Die Mar­ken­bot­schaf­ter tragen Asos im Pro­fil­na­men, haben aber für die Fa­shion­fo­to­gra­fie und die Inhalte im All­ge­mei­nen komplett freie Hand. So stärken die Brand Am­bassa­dors die Marke Asos immens, indem sie sich zu ihr bekennen, wecken aber bei ihren Followern niemals den Eindruck, es mit einem reinen Wer­be­pro­fil zu tun zu haben. So bleiben die In­sta­gra­mer au­then­tisch, ihre Modefotos und Style-Tipps glaub­wür­dig.

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