So geht Lead-Generierung
Ein Lead stellt einen Datensatz mit relevanten persönlichen Daten und Kontaktinformationen dar, den Interessierte freiwillig zur Verfügung stellen. Lead-Generierung forciert aktiv den Gewinn solcher Kontakte – sowohl im B2B- als auch im B2C-Bereich. Dafür stehen online und offline verschiedene Methoden zur Verfügung: Neben Landingpages, Formularen, Newslettern und Content-Marketing zählen auch KI-gestützte Chat-Assistenten zu den wichtigsten Kanälen der Lead-Generierung.
Was ist Lead-Generierung?
Die sogenannte Lead-Generierung (engl. lead generation) ist der Start des Lead-Management-Prozesses und beschreibt den Vorgang der Interessentengewinnung. Denn es beginnt alles mit potenziellen Kundinnen und Kunden, die in irgendeiner Form Interesse an Produkten und Dienstleistungen gezeigt haben, und damit, diese anzusprechen. Denn bevor man mit den Leads arbeitet, sie qualifiziert, bis sie „sales-ready“ sind, und dem Vertrieb übergibt, muss man den Kontakt erst mal herstellen.
Doch die bloße Gewinnung irgendwelcher Datensätze ist selten das Ziel von Lead-Generation: Die Qualität spielt dabei eine zentrale Rolle. Während Teilnehmende an einem Gewinnspiel beispielsweise oft ohne weiteres Interesse an den Angeboten und Leistungen des Unternehmens ihre Kontaktdaten hinterlassen, ist die Anmeldung zum Newsletter mit einem konkreten Informationsbedürfnis und Interesse verbunden. Das kennzeichnet den Unterschied zwischen sogenannten „Cold Leads“ und „Hot Leads“: Der kalte Kontakt hat (zumindest zu Beginn) kaum Interesse am Produkt oder dem Unternehmen, während sich ein Hot Lead für das Sortiment interessiert und aktiv auf der Suche nach einem bestimmten Artikel ist.
Lead-Qualifizierung: Aus Kontakten werden Verkaufschancen
Die Erfassung von Kontaktdaten (Lead Capture) bildet lediglich den ersten Schritt der Lead-Generierung. Nicht jede Person, die ein Formular ausfüllt oder sich für einen Newsletter anmeldet, verfügt bereits über eine konkrete Kaufabsicht. Ziel der Lead-Qualifizierung (Lead Qualification) ist es, aus einer möglichst großen Zahl an Kontakten diejenigen zu identifizieren, die mit hoher Wahrscheinlichkeit zu Kundinnen bzw. Kunden werden. Während das Lead Capture vor allem auf Reichweite und Kontaktvolumen abzielt, bewertet die Lead-Qualifizierung Qualität, Interesse und Abschlusswahrscheinlichkeit der gewonnenen Leads. Erfolgt diese Bewertung ausschließlich manuell, kann sie insbesondere bei vielen Anfragen zeitaufwendig sein und wertvolle Ressourcen im Vertrieb binden.
Der IONOS KI Chat-Assistent qualifiziert Website-Besuchende bereits während des Gesprächs in Echtzeit. Mithilfe gezielter Fragen erfasst er beispielsweise den Anwendungsfall, die Unternehmensgröße oder den konkreten Beratungsbedarf und sammelt bei Bedarf automatisch Kontaktdaten. Qualifizierte Anfragen leitet er direkt an das Vertriebsteam weiter — ohne manuellen Aufwand und ohne Verzögerung. Der Assistent erkennt dabei automatisch die Browsersprache der Besuchenden und antwortet mehrsprachig, sodass auch internationale Leads zuverlässig erfasst werden. Für Dienstleister und beratungsintensive Angebote unterstützt er zudem die Terminbuchung direkt im Chat, über Kalenderintegrationen wie Cal.com oder Calendly. Dadurch gelangen weniger ungeeignete Anfragen in den Vertrieb, während sich Mitarbeitende stärker auf potenzielle Kundinnen und Kunden mit hoher Abschlusswahrscheinlichkeit konzentrieren können.
Werden Kontaktdaten über Formulare oder KI-gestützte Chat-Assistenten erhoben, sollten Unternehmen die jeweils geltenden Datenschutzvorgaben, in der EU also die DSGVO, berücksichtigen. Welche rechtlichen Anforderungen gelten, hängt vom Einsatzland sowie von den eingesetzten Technologien und Prozessen ab. Bedenken Sie zudem auch die Transparenzpflichten der EU-KI-Verordnung. Vor der Einführung einer Lead-Generierungslösung empfiehlt sich daher eine Prüfung der lokalen gesetzlichen Vorgaben.
Lead-Generation-Taktik: Strategien der Lead-Generierung
Es gibt unterschiedliche Ansätze und Praktiken im Lead-Management, die die später genutzten Methoden und Strategien bestimmen. Zu Beginn sollte man die strategische Ausrichtung seiner Kampagne festlegen, also die Lead-Generation-Taktik bestimmen. Zentrale Fragen, die man dazu klären muss, lauten:
- Welche Medien und Kanäle verwendet man? Über welche Medien kommuniziert man als Unternehmen mit seinen Kundinnen und Kunden? Liegt der Fokus auf klassischen Methoden wie Telefon-Akquise und Printanzeigen oder findet man die potenzielle Kundschaft eher in Social Networks oder anderen Online-Kanälen?. Neben klassischen Kanälen gewinnen zunehmend KI-gestützte Chat-Assistenten, die auf LLMs basieren, an Bedeutung. Sie begleiten Besucherinnen und Besucher während ihres Website-Besuchs, beantworten Fragen und können Interessenten unmittelbar in den Vertriebsprozess überführen.
- Verfolgt man das Push- oder Pull-Prinzip? Wie will man die Kampagne grundsätzlich umsetzen: nach dem klassischen Push- oder dem Pull-Prinzip? Wie generiere ich die Leads? Während man beim Direkt-Marketing aktiv auf die Kundinnen und Kunden zugeht, lässt man sie beim Inbound-Marketing zu sich kommen.
- Legt man mehr Wert auf Qualität oder Quantität der Leads? Die Antwort auf diese Frage ist stark mit der Beschaffenheit der Produkte und Angebote verbunden. Während ein einziger, hochwertiger Lead für ein erklärungsbedürftiges und teures Produkt viel wert ist, braucht man in anderen Geschäftsfeldern eine große Anzahl von Leads, um den Prozess rentabel zu gestalten. Die Qualitätsbewertung von Leads ist dabei Aufgabe des Lead-Scorings.
Auch wenn sich Marketer immer neue Methoden einfallen lassen, um Kontakt zu potenziellen Kundinnen und Kunden aufzubauen, haben sich bestimmte Varianten über die Jahre als besonders erfolgversprechend erwiesen. Im Folgenden einige Beispiele:
- Direct Mails: Leads werden gezielt per Brief angeschrieben. Über ein Formular inklusive Rückumschlag können sie ihr Interesse am Produkt bezeugen und weitere Informationen anfordern.
- Gewinnspiele: Um an einem Wettbewerb teilnehmen zu können, stellen viele Personen bereitwillig ihre Kontaktinformationen zur Verfügung. Erteilen sie dabei eine entsprechende Zustimmung dazu, kann ein Unternehmen diese Daten auch zur weiteren Kontaktaufnahme nutzen.
- Landing Pages: Eine interessierte Person ist über eine Suchmaschine auf die Landing Page gelangt und kann dort ihre Daten hinterlassen, um zusätzliche Informationen zum Angebot zu erhalten. Landingpages werden oft mit Formularen oder KI-Chat-Assistenten kombiniert, damit Besuchende je nach Informationsbedarf den für sie passenden Kontaktweg wählen können.
- Newsletter: Auch über regelmäßig versandte E-Mails zum Unternehmen und zu Angebotsneuheiten können Leads angesprochen werden.
- Persönliches Gespräch: Insbesondere auf Messen und im B2B-Geschäft können Vertrieblerinnen und Vertriebler Kundendaten sammeln.
- Social Media: Über die sozialen Netzwerke können Nutzerinnen und Nutzer den Online-Profilen von Unternehmen folgen. Die Fans und Follower können dann über die entsprechende Plattform angesprochen werden.
- KI-Chat: KI-gestützte Chats führen Besucherinnen und Besucher durch den Informationsprozess, beantworten Fragen in Echtzeit, sammeln Kontaktdaten und können Interessenten bereits anhand definierter Kriterien qualifizieren.
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Arten der Lead-Generierung
Es gibt verschiedene Arten, Leads zu generieren. Maßgeblich unterscheiden diese sich hinsichtlich der Kommunikation. Grob lassen sie sich folgenden Kategorien zuordnen:
- Outdoor: Bei der Outdoor-Lead-Generation, oft auch Offline- oder Face-to-Face-Lead-Generation genannt, handelt es sich um die klassischen Bemühungen, Interessentinnen und Interessenten zu gewinnen: beispielsweise über Messeteilnahmen, Promotionsstände, Verlosungen oder Event-Kooperationen. Die persönliche Ansprache von Passantinnen und Passanten oder Messeteilnehmenden geschieht durch Mitarbeitende des Unternehmens oder Promoter. Diese Form der Lead-Generierung ist sehr aufwendig und oft auch kostenintensiv.
- Print: Auch über Anzeigen in Zeitschriften oder Magazinen lassen sich Leads generieren. Dabei arbeitet man oft mit sogenannten Response-Anzeigen, die eine prominent platzierte Telefonnummer oder einen Antwort-Coupon beinhalten. Auch Postwurfsendungen mit Antwortelementen sind ein klassischer Weg der Lead-Generierung im Print-Bereich.
- Telefon: Bei der Lead-Generierung via Telefon unterscheidet man zwischen Inbound-Calls und Outbound-Calls. Service-Hotlines und Callcenter spielen dabei die zentrale Rolle. Sie nehmen Inbound Calls (dt. eingehende Anrufe) entgegen und können in diesem Rahmen Interessenten für ein bestimmtes Thema gewinnen. Outbound-Calls (dt. ausgehende Anrufe) sind auch möglich; dabei sind jedoch strenge rechtliche Bestimmungen zu beachten. Ohne ein valides Opt-in mit Zusatzinformationen erlaubt das Gesetz besonders im B2C-Bereich keine Kontaktaufnahme zu Werbezwecken.
- Online: Die Online-Lead-Generation findet quasi auf allen Online-Kanälen statt: über E-Mails, Social-Media, auf der eigenen Website oder dem Blog oder über Banner und Werbeanzeigen, die auf spezielle Landingpages führen. Zentrales Element sind verschiedene Content-Formate – wie zum Beispiel White-Paper, E-Books oder andere Anreize, die man als Incentives einsetzt. Hinzu kommen dialogorientierte Kanäle wie KI-Chat-Assistenten, die Website-Besuchende aktiv begleiten und Leads direkt während der Unterhaltung erfassen können. Achten Sie auch hier darauf, dass Sie unter Umständen die Zustimmung der Adressaten benötigen.
Bei der Wahl der passenden Art sollten Sie auch die Cost-per-Lead (CPL) nicht aus den Augen verlieren. Hierbei geht es darum, wie viel Sie für jeden einzelnen gewonnenen Lead investieren. Eine richtige Höhe der CPL gibt es nicht: Je nach Branche können Kosten von unter 20 € im E-Commerce bis zu mehreren hundert Euro im B2B/SaaS-Bereich entstehen. Am Ende müssen Sie selbst entscheiden, wie viel Gewinn Ihnen ein Kontakt einbringen kann, und dann Ihre Investition entsprechend planen.
Lead-Generation: Vor- und Nachteile
Jedes Unternehmen kann von Lead-Generierung profitieren. Wer aktiv Kontakt zur Zielgruppe aufbaut, der hat schließlich größere Chancen, den Kundenstamm zu erweitern. Doch kleinen Unternehmen kann dieser zusätzliche Schritt in Marketing und Vertrieb wichtige Ressourcen kosten, die eigentlich an anderer Stelle gebraucht werden. Gerade elektronische und online-basierte Lead-Generation kann dem aber Abhilfe schaffen: Durch die Mittel der EDV ist die Kontaktaufnahme inzwischen sehr viel leichter möglich als früher und kann auch passiv geschehen.
| Vorteile | Nachteile |
|---|---|
| Kontaktmöglichkeit zu potenziellen Kundinnen und Kunden | Benötigt zusätzliche Ressourcen |
| Möglichkeit, über weitere Produkte zu informieren | |
| Genaue Informationen zur Zielgruppe sammeln |
Push vs. Pull: Vom klassischen Dialog-Marketing zur Inbound-Lösung
Möchte man den Unterschied zwischen Pull- und Push-Marketingmaßnahmen möglichst einfach beschreiben, könnte man sagen, es geht darum, wer den ersten Schritt macht: das Unternehmen oder die Kundschaft. Beim Direkt- bzw. Dialog-Marketing macht das Unternehmen den ersten Schritt; beim Pull-Marketing geht man als Marketer den indirekten Weg: Man investiert in hochwertige Inhalte, die das Interesse auf sich ziehen (engl. pull = ziehen).
Dialog-Marketing: Klassischer Ansatz der Lead-Generierung
Dialog-Marketing ist eine Form von Direkt-Marketing, bei der die Mitarbeitenden eines Unternehmers die potenzielle Kundschaft direkt mit individuellen Angeboten ansprechen. Früher erfolgte die Kontaktaufnahme sehr oft per Telefon, aber Dialog-Marketing umfasst allgemein sämtliche Maßnahmen, die man unternimmt, um einen Dialog herzustellen. Dazu gehören E-Mails und Postsendungen ebenso wie Social-Media-Maßnahmen. Ausschlaggebend ist ein sogenanntes Response-Element, also ein Rückkanal für Kundinnen und Kunden. Anders als bei klassischer Werbung ist das Hauptziel, eine Reaktion hervorzurufen und Kundinnen und Kunden dazu zu bringen, einen Dialog zu eröffnen.
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Verstärkter Einsatz von Inbound- und Permission-Marketing
E-Commerce ist ein immer wichtigerer Wirtschaftszweig. Die Umsatzverschiebung vom stationären zum Onlinehandel schreitet weiter voran. Der E-Commerce-Boom hat auch das Lead-Management beeinflusst und neue Möglichkeiten geschaffen. Statt potenzielle Kundschaft direkt und aktiv anzusprechen, versucht man immer häufiger, Interesse durch indirekte Marketing-Maßnahmen zu gewinnen.
Beim Inbound-Marketing versucht man, die Aufmerksamkeit durch guten Inhalt zu gewinnen. Man veröffentlicht mehrwertigen, interessanten und nützlichen Content im Netz und sorgt dafür, dass er gut auffindbar ist. Sind potenzielle Kundinnen und Kunden oft auf der Suche nach Infos oder nach Antworten auf bestimmte Fragen, reagiert man mithilfe von E-Books, White-Papers, Ratgeber-Artikeln oder Videos gezielt auf diese Fragen und befriedigt dadurch die Bedürfnisse der User.
Es geht also ums Gefundenwerden und darum, die potenzielle Kundschaft von der Expertise des Unternehmens und dadurch indirekt auch von der Qualität der Produkte zu überzeugen. Die passende Content-Strategie und professionelle Suchmaschinenoptimierung sind beim Inbound-Marketing zentrale Erfolgsfaktoren. Geht die Strategie allerdings auf, ist das erste Ergebnis von erfolgreicher Inbound-Lead-Generierung ein hochwertiger, qualifizierter Lead.
Abseits klassischer Push-Kanäle gewinnt das sogenannte Permission-Marketing an Bedeutung. Der Begriff beschreibt eine Herangehensweise im Marketing, bei der man zunächst die Erlaubnis der Empfangenden einholt, bevor man sie mit Werbung bespielt. Denn heutzutage ist es eine sehr schlechte Idee, Kundinnen und Kunden mit ungewollten Werbebotschaften zu traktieren. Viele User reagieren inzwischen sehr sensibel und ablehnend gegenüber solchen Werbeinhalten. Die Werbeflut der letzten Jahre hat zudem zur sogenannten Bannerblindness geführt, dem bewussten Ausblenden und Ignorieren von Werbung.
Um die Akzeptanz der eigenen Marketing-Maßnahmen zu steigern, verfolgen Unternehmen daher immer häufiger die Strategie, zunächst eine Erlaubnis (engl. permission) zu erfragen. Sogenannte Incentives (dt. Anreize) spielen dabei eine große Rolle. Mit Giveaways, Rabatten, kostenlosen Proben oder Gewinnspielen will man einen zusätzlichen Ansporn für User schaffen, ihre Kontaktdaten freiwillig herauszugeben. Die Nutzerinnen und Nutzer sollen das Gefühl bekommen, einen Vorteil aus der Kontaktaufnahme zu ziehen. Gelingt dies einem Unternehmen, erleichtert das die erfolgreiche Lead-Generation erheblich.
Erste Schritte bei der Lead-Generierung
Unternehmen, die erstmals Leads generieren möchten, sollten strukturiert vorgehen. Statt möglichst viele Kanäle gleichzeitig zu nutzen, empfiehlt es sich, zunächst einen einfachen Lead-Prozess aufzubauen und diesen anschließend schrittweise zu optimieren.
- Zielgruppe definieren: Wer soll erreicht werden und welche Probleme sollen gelöst werden?
- Passenden Lead-Magneten entwickeln: Hier eignen sich beispielsweise Whitepaper, Beratungen, Demos oder Newsletter.
- Landingpage oder Website optimieren: Sie können Formulare einrichten oder Lead-Generierung per KI-Chats umsetzen.
- Leads qualifizieren: Nicht jeder Kontakt ist vertriebsrelevant. Legen Sie eigene Kriterien fest oder nutzen Sie KI-gestützte Qualifizierung, um Ihre Leads zu qualifizieren.
- Ergebnisse messen: Sie sollten darauf achten, Leadqualität und Abschlussquote regelmäßig auszuwerten, um Ihren Prozess anzupassen und Maßnahmen zur Conversion-Rate-Optimierung umzusetzen. Ob eine Conversion Rate gut ist, hängt von Ihrer Branche ab, liegt im E-Commerce aber beispielsweise etwa zwischen 2 % und 5 %.


