Der Begriff Lead-Ma­nage­ment be­schreibt Maßnahmen im Zuge der Kun­den­ak­qui­se . Ziel ist zum einen, die Um­wand­lung von po­ten­zi­el­len Kunden zu Käufern sowie die Kon­takt­pfle­ge zu be­stehen­den Leads, und zum anderen, die Be­mü­hun­gen auch korrekt zu ana­ly­sie­ren.

Was ist Lead-Ma­nage­ment?

Das Lead-Ma­nage­ment be­schäf­tigt sich mit sämt­li­chen Be­mü­hun­gen und Maßnahmen rund um Leads (Kon­takt­an­bah­nung im Marketing oder Vertrieb). Jeder un­ver­bind­li­che Kontakt bietet das Potenzial, dass dieser zum zahlenden Kunden wird. Ziel des Lead-Ma­nage­ments ist es, diese Po­ten­zia­le zu nutzen.

Das Lead-Ma­nage­ment lässt sich in ver­schie­de­ne Phasen un­ter­tei­len, die bestimmte Aspekte rund um das Ver­hält­nis eines Un­ter­neh­mens zu seinen (po­ten­zi­el­len) Kunden abbilden. Ganz zu Anfang geht es darum, In­ter­es­sen­ten für die eigenen Produkte zu gewinnen – meist mit Mar­ke­ting­maß­nah­men. In­ter­es­sen­ten zeichnen sich dadurch als Leads aus, dass das Un­ter­neh­men bereits Kon­takt­da­ten von ihnen hat – zum Beispiel in Form einer E-Mail-Adresse. Weitere In­for­ma­tio­nen über In­ter­es­sen­ten sind aber immer will­kom­men, denn das ver­ein­facht die Kon­takt­auf­nah­me und er­mög­licht eine stärkere In­di­vi­dua­li­sie­rung bei der künftigen Ansprache.

An­schlie­ßend geht es darum, das Interesse mit auf den Kunden ab­ge­stimm­ten Maßnahmen aus­zu­bau­en. Ein wichtiger Aspekt des Lead-Ma­nage­ments ist es daher auch, den Überblick zu behalten und mit dem richtigen Maß vor­zu­ge­hen. Ein zu geringer Kontakt lässt den po­ten­zi­el­len Kunden sein Interesse verlieren. Im Gegenzug kann zu viel Kontakt aber auch zu einer Ab­wehr­hal­tung führen. Um das richtige Maß zu finden, setzt man im Lead-Ma­nage­ment daher auf Punk­te­ver­ga­be. Leads erhalten einen Wert, an dem man sich bei seinen weiteren Be­mü­hun­gen ori­en­tiert.

Die Analyse geht aber noch weiter. Durch die genaue Be­ob­ach­tung im Zuge des Lead-Ma­nage­ments lässt sich der Erfolg von Marketing-Maßnahmen messen. Die Analyse er­mög­licht, den Return on In­vest­ment zu be­ur­tei­len: Bringen die ein­ge­setz­ten Wer­be­maß­nah­men den ge­wünsch­ten Erfolg? Durch solche Er­kennt­nis­se lässt sich das Marketing ef­fi­zi­en­ter gestalten. Im letzten Schritt wird der Lead wei­ter­ge­reicht: Es ist dann die Aufgabe des Vertriebs, einen Kauf anzuregen. Im besten Fall folgt eine Con­ver­si­on: Die Um­wand­lung des In­ter­es­sen­ten in einen Kunden.

Die einzelnen Phasen des Lead-Ma­nage­ment-Prozesses im Überblick:

In­ter­es­sen­ten gewinnen

Als Lead-Ge­ne­ra­ti­on (auch: Lead-Ge­ne­rie­rung) be­zeich­net man die In­ter­es­sen­ten­ge­win­nung. Aufgabe der Lead-Ge­ne­ra­ti­on ist es, Leads in hoher Qualität zu iden­ti­fi­zie­ren und für das Un­ter­neh­men zu gewinnen. Ziel ist der Aufbau einer möglichst großen Kun­den­da­ten­bank mit Daten für eine weitere Kon­takt­auf­nah­me. Im On­line­mar­ke­ting gibt es viele Mög­lich­kei­ten, Leads zu ge­ne­rie­ren. Die klas­si­sche Lead-Ge­ne­rie­rung erfolgt bei­spiels­wei­se durch die Anmeldung für den Un­ter­neh­mens-News­let­ter oder bei der Erst­re­gis­trie­rung auf einer Website. Aber auch so­ge­nann­te In­cen­ti­ves (Anreize) wie Ra­batt­gut­schei­ne, Coupons, Ge­winn­spie­le sind nach wie vor beliebte Methoden der Lead-Ge­ne­rie­rung.

Kontakte pflegen

Das englische Verb to nurture bedeutet ins Deutsche übersetzt „erziehen“ bzw. „pflegen“. Dem­entspre­chend geht es beim Lead-Nurturing um die Kon­takt­pfle­ge. Nur weil man einen Lead er­folg­reich generiert und den Kontakt in die Datenbank über­tra­gen hat, ist der Kontakt noch lange nicht bereit zum Kauf – zunächst ist Über­zeu­gungs­ar­beit gefragt. Jetzt ist es an der Zeit, den po­ten­zi­el­len Kunden zur richtigen Zeit mit den richtigen In­for­ma­tio­nen und Wer­be­mit­teln an­zu­spre­chen. Es ist enorm wichtig, dass der Content immer zur je­wei­li­gen Station der Customer Journey passt.

Lead-Nurturing findet in jeder Phase des Lead-Ma­nage­ment-Prozesses statt: Zur Neu­kun­den­ge­win­nung, Be­stands­kun­den­bin­dung, Rück­ge­win­nung oder zur Re­ak­ti­vie­rung inaktiver Kontakte. Ziel des Lead-Nur­tu­rings sind mehr qua­li­fi­zier­te Leads und vor allem bessere qua­li­fi­zier­te Leads – man spricht deshalb auch von einer Wei­ter­qua­li­fi­zie­rung der Leads. Letztlich erhoffen sich Un­ter­neh­men verkürzte Kon­ver­si­ons­pro­zes­se, bessere Kon­ver­si­ons­ra­ten und einen optimalen Return on In­vest­ment (ROI).

Leads ana­ly­sie­ren

Beim Lead-Scoring erfolgt die Bewertung der bereits qua­li­fi­zier­ten Kontakte. Man beurteilt dabei, wie hoch die Chancen auf einen er­folg­rei­chen Abschluss stehen. Die Qualität eines Kontakts oder einer Anfrage ist dabei Signal, wie in­ter­es­sant ein Lead für das jeweilige Ver­kaufs­ziel ist. Das Lead-Scoring erfolgt in der Regel nach be­stimm­ten Qua­li­täts­fak­to­ren. Besonders wichtig für einen hohen Lead-Score sind Voll­stän­dig­keit und Ak­tua­li­tät des Profils. Ins­be­son­de­re ist aber die Reaktion auf die im Lead-Nurturing un­ter­nom­me­nen Maßnahmen aus­schlag­ge­bend.

In­ter­es­sen­ten wei­ter­lei­ten

Hat ein Lead beim Lead-Scoring einen vorab de­fi­nier­ten Schwel­len­wert erreicht, übergibt man den Lead dem Vertrieb – dieser Prozess wird als Lead-Routing be­zeich­net. Ver­triebs­mit­ar­bei­ter benötigen alle re­le­van­ten In­for­ma­tio­nen und Kon­takt­da­ten der po­ten­zi­el­len Kunden, um ihre Ver­kaufs­stra­te­gie ent­spre­chend an­zu­pas­sen. Sie leiten dann die ent­schei­den­den Maßnahmen ein, um den Kauf­pro­zess er­folg­reich ab­schlie­ßen zu können.

Wie funk­tio­niert er­folg­rei­ches Lead-Ma­nage­ment?

Neben einer kon­struk­ti­ven und ef­fi­zi­en­ten Zu­sam­men­ar­beit von Vertrieb und Marketing ist die Basis für gutes und Erfolg ver­spre­chen­des Lead-Ma­nage­ment ins­be­son­de­re qua­li­ta­tiv hoch­wer­ti­ger und pass­ge­nau­er Content. Angebote und Inhalte müssen zur je­wei­li­gen Phase im Kauf­pro­zess passen. Man sollte den Kunden auf jedem Schritt während der Customer Journey best­mög­lich an­spre­chen und ihm dabei prägnante Inhalte bieten. Schon am Anfang des Kauf­pro­zes­ses, bei der Lead-Ge­ne­ra­ti­on, ist der passende Content er­folgs­kri­tisch. In dieser Phase muss man es schaffen, erstes Interesse zu wecken und den Kunden mit Check­lis­ten, E-Books oder White­pa­pers zu über­zeu­gen.

Beim Lead-Nurturing versucht man dann, Schritt für Schritt durch Kompetenz und Ex­per­ten­wis­sen zu über­zeu­gen, um eine ver­trau­ens­vol­le Beziehung zu schaffen. Bietet man von Beginn an Inhalte mit Mehrwert, steht dem er­folg­rei­chen Lead-Ma­nage­ment nichts im Weg. Man schafft eine solide Grundlage, um aus dem In­ter­es­sen­ten einen zahlenden Käufer zu machen. Die Ver­triebs­mit­ar­bei­ter müssen es am Ende dann nur noch schaffen, die Kauf­ent­schei­dung mit über­zeu­gen­den Angeboten positiv zu be­ein­flus­sen.

Was kann Lead-Ma­nage­ment leisten?

Beim Lead-Ma­nage­ment geht es um die kon­trol­lier­te Um­wand­lung von In­ter­es­sen­ten zu Kunden. Statt es dem Zufall oder den po­ten­zi­el­len Kunden selbst zu über­las­sen, ob sie den Kauf voll­zie­hen, versucht man, mit Lead-Ma­nage­ment die Ent­schei­dung gezielt zu be­ein­flus­sen. Die Vorteile der einzelnen Lead-Ma­nage­ment-Maßnahmen haben wir in un­ten­ste­hen­der Tabelle über­sicht­lich zu­sam­men­ge­fasst.

Leistung Be­schrei­bung
Leads aufnehmen Das Lead-Ma­nage­ment ent­wi­ckelt Funk­tio­nen, um die Daten von In­ter­es­sen­ten zu erfassen. Das funk­tio­niert zum Beispiel durch Online-Formulare.
Leads verwalten Über Da­ten­ban­ken lassen sich alle Funk­tio­nen or­dent­lich or­ga­ni­sie­ren und auf­be­rei­ten.
Leads ausbauen Da man durch das Lead-Ma­nage­ment eine gute Übersicht hat, kann man im richtigen Maß den Kontakt zu po­ten­zi­el­len Kunden aufnehmen.
Leads bewerten Durch die de­tail­lier­te Aus­ein­an­der­set­zung mit Leads kann man im Lead-Ma­nage­ment be­ur­tei­len, wie wahr­schein­lich eine Con­ver­si­on ist.
Marketing prüfen Da das Lead-Ma­nage­ment eine Schnitt­stel­le zwischen Marketing und Vertrieb bildet, kann man die Be­mü­hun­gen des Mar­ke­tings bewerten.
Kunden gewinnen Durch den ver­nünf­ti­gen Umgang mit Leads steigt die Wahr­schein­lich­keit, dass diese zu Kunden werden.
Maßnahmen au­to­ma­ti­sie­ren Lead-Ma­nage­ment macht es möglich, In­for­ma­tio­nen zu sammeln, die dann für die Marketing-Au­to­ma­ti­on genutzt werden können.
Zum Hauptmenü