Was ist OpenNebula?
OpenNebula ist eine quelloffene Cloud-Computing-Plattform, mit der sich virtuelle Rechenzentren und Clouds verwalten lassen. Sie ermöglicht es, heterogene Ressourcen zu orchestrieren und für unterschiedliche Cloud-Modelle nutzbar zu machen.
Worum handelt es sich bei OpenNebula?
OpenNebula ist ein Open-Source-Toolkit für das Management verteilter IT-Infrastrukturen und gehört damit zur Kategorie Infrastructure-as-a-Service (IaaS). Die Plattform richtet sich an Unternehmen, Forschungseinrichtungen und Serviceprovider, die private, öffentliche oder hybride Cloud-Umgebungen betreiben möchten. Die Plattform orchestriert Speicher, Netzwerk, Virtualisierung, Monitoring und Sicherheitstechnologien, um virtuelle Dienste und Multi-Tier-Anwendungen bereitzustellen.
OpenNebula unterstützt dabei gängige Cloud-Standards und APIs wie beispielsweise Amazon EC2 und fördert auf diese Weise Interoperabilität und Portabilität. Durch die Integration unterschiedlicher Hypervisoren wie KVM, VMware, LXD oder Firecracker kann es auf diversen Hardware- und Software-Stacks betrieben werden. Dank dieser Flexibilität eignet sich OpenNebula sowohl für klassische Datacenter-Virtualisierung als auch für flexible Cloud- und Container-Workloads. Das Toolkit lässt sich zudem in hybride Setups integrieren, bei denen lokale Ressourcen mit öffentlichen Cloud-Diensten kombiniert werden.
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Welche Anwendungsgebiete hat OpenNebula?
OpenNebula findet in vielen verschiedenen Szenarien Verwendung, in denen die Infrastruktur automatisiert, effizient und skalierbar betrieben werden soll. Kurz gesagt: OpenNebula kann man immer dort nutzen, wo klassische VM- oder Container-Provisionierung mit zentralem Management gefragt ist.
Private Clouds
OpenNebula wird in vielen Fällen eingesetzt, um interne Cloud-Umgebungen aufzubauen. So können IT-Teams ihren Kolleginnen und Kollegen Self-Service-Portale zur Verfügung stellen, über die virtuelle Maschinen oder Container jederzeit und automatisiert bereitgestellt werden. Diese Clouds nutzen lokale Ressourcen und behalten Datenhoheit und Kontrolle im eigenen Rechenzentrum. Typische Workloads von OpenNebula Private Clouds umfassen Entwicklungs- und Testumgebungen, interne Anwendungen sowie Services, die aus Sicherheits- oder Compliance-Gründen nicht in Public Clouds ausgelagert werden dürfen.
Hybrid-Cloud-Szenarien
Ein weiteres Anwendungsfeld ist die Kombination von On-Premises-Infrastruktur mit Public-Cloud-Ressourcen. OpenNebula kann Workloads flexibel zwischen lokalen Hosts und externen Cloud-Diensten orchestrieren, um beispielsweise Lastspitzen abzufangen oder die Kapazität temporär zu erweitern. Das erlaubt Unternehmen, Kosten zu optimieren und gleichzeitig Cloud-Funktionen zu nutzen, ohne ihre gesamte Infrastruktur auszulagern.
Edge Computing und verteilte Infrastrukturen
Auch in verteilten Umgebungen mit vielen kleineren Rechenzentren, also im Edge Computing, kann OpenNebula helfen, Ressourcen zentral zu verwalten und Workloads nahe an den Endgeräten auszuführen. Dadurch reduziert sich die Latenz, was bei Anwendungen wie IoT, verteiltem Machine Learning oder Content Delivery Networks von Vorteil ist. Die leichte Architektur von OpenNebula kommt hier kleineren Teams entgegen, die nicht die Komplexität großer Cloud-Stacks wollen.
Zudem gewinnt Kubernetes (K8s) im Kontext von Edge Computing als Standard für Container-Orchestrierung immer mehr an Bedeutung. OpenNebula integriert moderne Kubernetes-Workflows über native Schnittstellen wie den Cluster API Provider (CAPONE) und unterstützt das Bereitstellen und Verwalten von Kubernetes-Clustern neben klassischen VMs, was die Plattform für hybride und Edge-Szenarien noch vielseitiger macht.
Architektur und Deployment-Modell
OpenNebula basiert auf einer klassischen Cluster-Architektur: Ein zentraler Front-End-Server (der sogenannte Master/Controller) koordiniert das System und mehrere Hosts (die sogenannten Worker Nodes) führen die virtuellen Maschinen aus. Folgende Bestandteile sind zentral:
- Front-End/Master: Dieser Knoten beherbergt die OpenNebula-Dienste wie den Management-Daemon (
oned), den Scheduler (one_sched) und die Web-UI („Sunstone“). Er übernimmt Aufgaben wie Ressourcenplanung, Job-Queueing und die Bereitstellung von VM-Images. - Hosts/Worker Nodes: Hierbei handelt es sich um physische Maschinen mit einem unterstützten Hypervisor (z. B. KVM, VMware, LXD). Auf ihnen laufen die virtuellen Maschinen bzw. Container.
- Datastores: Datastores sind Speicherbereiche für Images, Snapshots und VM-Daten. OpenNebula kann verschiedene Storage-Backends nutzen und verwalten.
- Netzwerke: Virtuelle Netzwerke werden über Bridges, VLANs oder SDN-Technologien abgebildet und den VMs zugewiesen.

Die genannten Komponenten kommunizieren über definierte APIs und Protokolle. Das Modell unterstützt klassische VM-Workloads ebenso wie Container-Umgebungen über Technologien wie LXC/LXD oder Firecracker für microVMs. Im Vergleich zwischen OpenNebula vs. OpenStack ist die Architektur von OpenNebula bewusst weniger modular, was die Einstiegshürde und die Betriebskomplexität reduziert.
Vor- und Nachteile von OpenNebula
OpenNebula bietet einen vergleichsweise schlanken Einstieg in den Aufbau und Betrieb von Cloud-Infrastrukturen. Besonders im Vergleich zu sehr umfangreichen Cloud-Stacks liegt der Fokus klar auf einfacher Handhabung, überschaubarer Architektur und praxisnahem Betrieb. Gleichzeitig bringt diese reduzierte Komplexität auch funktionale Grenzen mit sich, die vor allem bei sehr großen oder hochspezialisierten Cloud-Umgebungen relevant werden.
Zu den größten Vorteilen zählt die einfache Installation und der geringere Betriebsaufwand im Vergleich zu Plattformen wie OpenStack. OpenNebula lässt sich mit deutlich weniger Komponenten betreiben und ist daher auch für kleinere IT-Teams gut handhabbar. Es eignet sich besonders für kleine bis mittelgroße Private- und Hybrid-Clouds, in denen Stabilität, Transparenz und Wartbarkeit wichtiger sind als maximale Skalierung. Die Unterstützung verschiedener Hypervisoren und Cloud-APIs erhöht die Portabilität von Workloads und erleichtert die Integration in bestehende Infrastrukturen. Zudem erlaubt OpenNebula die Anbindung an Public-Cloud-Ressourcen, was hybride Betriebsmodelle unterstützt. Die Web-Oberfläche Sunstone sowie die CLI gelten als übersichtlich und intuitiv, wodurch die Einarbeitungszeit für Administratorinnen und Administratoren vergleichsweise kurz bleibt.
Auf der anderen Seite ist OpenNebula weniger auf extrem große oder hochdynamische Cloud-Umgebungen ausgelegt. Die Skalierung über sehr große Cluster hinweg kann im Vergleich zu OpenStack eingeschränkt sein. Auch ist die Plattform weniger modular aufgebaut, wodurch bestimmte Spezialfunktionen oder tiefgehende Netzwerk- und Storage-Features nicht in der gleichen Tiefe verfügbar sind. Das Community-Ökosystem ist kleiner als bei anderen Cloud-Stacks, was sich auf die Anzahl von Erweiterungen, Integrationen und Drittanbieter-Tools auswirken kann. Für einige Enterprise-Funktionen ist zudem der Einsatz kommerzieller Editionen erforderlich, was bei der langfristigen Kostenplanung berücksichtigt werden sollte.
| Vorteile | Nachteile |
|---|---|
| ✓ Einfache Installation und überschaubarer Betriebsaufwand | ✗ Eingeschränkte Skalierung für sehr große Umgebungen |
| ✓ Gut geeignet für kleine und mittelgroße Clouds | ✗ Weniger modular |
| ✓ Unterstützung vieler Hypervisoren und Cloud-APIs | ✗ Geringere funktionale Tiefe in Spezialbereichen |
| ✓ Geeignet für hybride Cloud-Szenarien | ✗ Kleineres Community- und Plugin-Ökosystem |
| ✓ Intuitive Web-UI und CLI | ✗ Teilweise kostenpflichtige Enterprise-Features |
| ✓ Kurze Lernkurve | ✗ Weniger verbreitet als Lösungen wie OpenStack |
Welche OpenNebula-Alternativen gibt es?
Es gibt mehrere andere Plattformen im Cloud- und Virtualisierungsumfeld, die je nach Anforderungen interessant sein können:
OpenStack
OpenStack ist wohl der bekannteste Open-Source-Cloud-Stack und bietet sehr modulare, skalierbare Infrastrukturdienste inklusive Compute, Storage und Netzwerk. Es hat eine große Community und unterstützt komplexe, hochverfügbare Clouds. Allerdings ist es komplexer in Installation und Betrieb als OpenNebula, was sich insbesondere bei kleineren Teams bemerkbar macht.
Apache CloudStack
CloudStack ist eine weitere Open-Source-IaaS-Plattform, die ebenfalls Virtualisierung, Netzwerke und Storage orchestriert. Sie legt Wert auf Benutzerfreundlichkeit und Skalierbarkeit und wird oft in öffentlichen und privaten Clouds eingesetzt. Im direkten Vergleich „OpenNebula vs. CloudStack“ glänzt letztere Lösung durch eine deutlich aktivere Community (z. B. Entwicklerzahl und Repository-Aktivität).
VMware Cloud Foundation
Eine kommerzielle Lösung von VMware zur Bereitstellung hybrider Clouds mit starker Integration in VMware-Ecosystem-Tools. Sie eignet sich für Unternehmen, die auf VMware-Technologien setzen und hohe Enterprise-Funktionalität sowie Support wünschen. Aufgrund der Lizenzkosten und Komplexität richtet sie sich eher an größere Organisationen.
Public Cloud IaaS (AWS, Azure, Google)
Wenn es Ihnen nicht um eigene Infrastruktur geht, bieten Public Clouds wie AWS, Azure oder Google Compute Engine komplette Infrastruktur-Services ohne eigene Hardware. Diese Lösungen sind hoch skalierbar und bieten umfangreiche Zusatzdienste, bringen aber laufende Kosten und externe Abhängigkeiten mit sich.
Proxmox
Im Vergleich zwischen OpenNebula und Proxmox wird letzteres häufig als Alternative genannt, verfolgt jedoch einen anderen Ansatz. Während OpenNebula als Cloud-Management-Plattform konzipiert ist, liegt der Fokus von Proxmox auf klassischer Server-Virtualisierung und Cluster-Management für virtuelle Maschinen und Container. Proxmox eignet sich damit vor allem für kleinere bis mittelgroße Umgebungen, in denen Virtualisierung, Hochverfügbarkeit und einfache Administration im Vordergrund stehen.

