Mit dem DNS- TTL-Wert wird fest­ge­legt, wie lange DNS-Abfragen und zu­ge­hö­ri­ge In­for­ma­tio­nen ge­spei­chert werden. Beim Umzug einer Website oder beim Erstellen neuer Sub­do­mains kann es loh­nens­wert sein, den DNS- TTL-Wert zu ändern.

Was ist TTL?

TTL steht für „Time to Live“. Dieser DNS-Record und bezieht sich darauf, wie lange Ihre DNS-Ein­stel­lun­gen zwi­schen­ge­spei­chert werden sollen, bevor sie au­to­ma­tisch ak­tua­li­siert werden.

Wenn eine DNS-Änderung vor­ge­nom­men wird, dauert es einige Zeit, bis es der Rest des Internets diese bemerkt. Einige Beispiele für solche Än­de­run­gen sind die Ak­tua­li­sie­rung der IP-Adresse eines Servers, die Ak­tua­li­sie­rung Ihres MX-Eintrags, um Ihre E-Mail an einem neuen Ort zu hosten, oder das Hin­zu­fü­gen einer neuen Website. Die TTL-Ein­stel­lung teilt dem Internet mit, wie lange es dauert, Ihren DNS-Eintrag auf po­ten­zi­el­le neue In­for­ma­tio­nen zu über­prü­fen.

Wenn Ihre DNS-TTL-Ein­stel­lung 12 Stunden beträgt, werden Ihre DNS-Einträge 12 Stunden lang zwi­schen­ge­spei­chert, bevor sie ablaufen und die neuen In­for­ma­tio­nen wirksam werden.

Hinweis

Der TTL-Wert auf IONOS Domains beträgt bis zu einer Stunde für alle A-, AAA-, MX-, TXT- und CNAME-Einträge.

Domain-Check

Wie lange dauert TTL?

TTL wird in Sekunden angegeben. Der typische Stan­dard­wert ist liegt nor­ma­ler­wei­se bei zwölf1212 Stunden (43.200 Sekunden) oder bei 24 Stunden (86.400 Sekunden). Zum Beispiel: Wenn eine Website wechselt auf einen neuen Server wechselt; oder Sie fügen eine neue URL zu Ihrem Server hin­zu­fü­gen, dann dauert es in diesem Falle 12 bis -24 Stunden, bis die neuen DNS-Än­de­run­gen wirksam werden.

DNS TTL Best Practices

In den meisten Fällen ist es nicht notwendig, Ihre DNS TTL zu ändern. Wenn Sie jedoch wissen, dass Sie bald eine große DNS-Änderung vornehmen und die Än­de­run­gen schnell in Kraft treten sollen, können Sie Ihre TTL vorzeitig ändern.

Ak­tua­li­sie­ren Sie Ihre TTL min­des­tens 24 Stunden im Voraus auf einen we­sent­lich kürzeren Wert. Sie können sie bei­spiels­wei­se auf 3600 (1 Stunde) ändern.

Wenn Ihre Arbeit beendet ist, gehen Sie unbedingt zurück und stellen Sie Ihre TTL-Ein­stel­lun­gen auf ihre ur­sprüng­li­chen Werte zurück. DNS-Caching ist ein wichtiger Weg, um die Belastung der Server zu re­du­zie­ren, und es ist am besten, diesen Traffic gering zu halten.

Bitte beachten Sie, dass selbst wenn Sie die TTL für Ihren Do­main­na­men ändern, dies nicht au­to­ma­tisch bedeutet, dass jedes Netzwerk im Internet diesen Wert ak­zep­tiert. Viele Internet Service Provider (ISPs) igno­rie­ren TTL-Ein­stel­lun­gen und über­prü­fen externe DNS-Einträge nach eigenem Zeitplan.

DNS-TTL-Mi­ni­mal­wert

Wenn Sie planen, bald DNS-Än­de­run­gen vor­zu­neh­men, sollten Sie zunächst eine niedrige TTL ein­stel­len. Auf diese Weise wird si­cher­ge­stellt, dass sich Ihre Än­de­run­gen schneller ver­brei­ten und im Internet erkannt werden.

Stellen Sie den DNS-TTL-Mi­ni­mal­wert auf eine Zahl größer als 0 ein. Sie sollten Ihren DNS-TTL niemals auf 0 setzen, da die Zahl 0 im Standard nicht definiert ist und es dazu führen kann, dass Ihre DNS-In­for­ma­tio­nen ignoriert oder abgelehnt werden.

Tipp

3600 (1 Stunde) ist ein guter Min­dest­wert. Er ist niedrig genug, damit Än­de­run­gen schnell wirksam werden, aber nicht so niedrig, dass die DNS-Server über­las­tet werden.

DNS-TTL-Ma­xi­mal­wert

Der höchst­mög­li­che TTL-Wert ist 604800 (7 Tage). Während es technisch gesehen keine maximale DNS-TTL-Ein­stel­lung gibt, werden Werte über 7 Tage still­schwei­gend auf 7 Tage ab­ge­run­det.

Tipp

Für die meisten Benutzer ist eine maximale DNS-TTL-Ein­stel­lung von 86400 (24 Stunden) eine gute Wahl.

Dynamic DNS TTL

Dynamic DNS (DynDNS) ist eine aus­ge­zeich­ne­te Mög­lich­keit, mit Do­main­na­men auf eine nicht-statische IP-Adresse zu verweisen.

Nehmen wir zum Beispiel an, Sie besitzen den Do­main­na­men example.com. Sie möchten mit home.example.com auf einen Server in Ihrem Heim­netz­werk verweisen, haben aber keine feste IP-Adresse von Ihrem ISP. Das bedeutet, dass sich die externe IP-Adresse Ihres Heim­ser­vers re­gel­mä­ßig ändert.

Tipp

Die besten kos­ten­lo­sen DynDNS-Anbieter finden Sie in unserem Über­sichts­ar­ti­kel ta­bel­la­risch auf­ge­lis­tet.

Dy­na­mi­sche DNS-Dienste sind in der Lage, mit einen Do­main­na­men (wie home.example.com) auf eine variable IP zu verweisen. Wann immer sich die IP-Adresse ändert, ak­tua­li­siert Ihr DNS au­to­ma­tisch, so dass die Änderung schnell wirksam wird.

Wenn Sie das dy­na­mi­sche DNS für einen Do­main­na­men ein­rich­ten, werden Sie mög­li­cher­wei­se auf­ge­for­dert, eine TTL für die Da­ten­sät­ze anzugeben. Es gibt keine all­ge­mein­gül­ti­ge Antwort für den TTL-Wert, den Sie für einen dy­na­mi­schen DNS-Eintrag verwenden sollten. Es hängt zum Teil davon ab, wie lange die IP-Adresse konstant bleibt. Je öfter sich die IP-Adresse ändert, desto niedriger ist die TTL, die Sie verwenden sollten.

Tipp

Eine gute Faust­re­gel ist, dass Sie Ihre DDNS-TTL um die Hälfte des Betrages Ihres DHCP-Lea­sing­ver­tra­ges re­du­zie­ren. Wenn der IP-Adress­ver­trag auf 60 (1 Minute) ein­ge­stellt ist, stellen Sie Ihre TTL auf 30 (30 Sekunden). Wenn die IP-Adresse einen Wert von 3600 (1 Stunde) hat, stellen Sie Ihre TTL auf 1800 (30 Minuten).

DNS TTL abfragen

Erfahren Sie, wie Sie die TTL-Ein­stel­lun­gen für Ihre Website über­prü­fen können.

Linux, Unix oder Mac OS X

Der ein­fachs­te Weg, DNS- TTL-Ein­stel­lun­gen  ab­zu­fra­gen­zu über­prü­fen, ist die Ver­wen­dung des Dig-Utility, das unter Linux, Unix und Mac OS X verfügbar ist.

Geben Sie in der Shell (Be­fehls­zei­le) Folgendes ein:

dig example.com

Dadurch werden die DNS-In­for­ma­tio­nen (ein­schließ­lich TTL-Werte) für den über­ge­be­nen Do­mä­neain­na­men zu­rück­ge­ge­ben.

Windows

Unter Windows können Sie mit dem Dienst­pro­gramm nslookup die DNS-TTL-Werte für eine Website über­prü­fen.

Öffnen Sie zunächst ein Ein­ga­be­auf­for­de­rungs­fens­ter.

  • Windows 7: „Start“ > „Alle Programme“ > „Zubehör“ > „Ein­ga­be­auf­for­de­rung“
  • Windows 10: Recht­klick auf „Start“ > „Ausführen“ > Eingabe „cmd“ > Klick auf „OK“

Um nslookup aus­zu­füh­ren und die TTL-Werte zu erhalten, geben Sie folgenden Befehl ein:

nslookup –type=soa example.com

Dadurch werden die In­for­ma­tio­nen des maß­ge­ben­den Name­ser­vers für diese Domain aus­ge­ge­ben, ein­schließ­lich der Standard-TTL in Sekunden und Stunden.

Online

Es gibt mehrere Websites, mit denen Sie das Dienst­pro­gramm dig verwenden können, um kostenlos ein DNS-TTL-Lookup durch­zu­füh­ren.

Nach­fol­gend verwenden wir Google Apps:

Wie Sie sehen, sind die DNS-TTL-Werte für die Da­ten­sät­ze dieser Domain auf 21.599 Sekunden (6 Stunden) ein­ge­stellt.

Wie Sie die DNS TTL ändern, wenn Sie Ihren eigenen DNS-Server hosten

Wenn Sie Ihren eigenen DNS-Server betreiben, ist die Änderung Ihrer TTL nur eine Frage der Be­ar­bei­tung Ihrer DNS-Zonen-Datei und der Si­cher­stel­lung, dass Ihr DNS-Dienst die Än­de­run­gen ak­zep­tiert. Die Be­son­der­hei­ten variieren je nachdem, welchen DNS-Dienst Sie verwenden. In einigen Fällen kann auch die Wahl der Linux- oder Unix-Version eine Rolle spielen.

Nachdem Sie Ihre Än­de­run­gen vor­ge­nom­men haben, können Sie über­prü­fen, ob die Än­de­run­gen wirksam wurden, indem Sie die neuen DNS-In­for­ma­tio­nen von Ihrem Server mit folgendem Befehl abfragen:

dig @localhost example.com

BIND

BIND ist die am häu­figs­ten ver­wen­de­te DNS-Software. Unter BIND wird die TTL am Anfang der Zo­nen­da­tei ge­spei­chert, ty­pi­scher­wei­se in der zweiten Zeile. Die TTL-De­kla­ra­ti­on beginnt mit $TTL. Die Standard-TTL ist auf vier Stunden (14.400 Sekunden) ein­ge­stellt:

$TTL 14400

So finden Sie die Zo­nen­da­tei unter Red Hat und CentOS:

In einer typischen BIND-In­stal­la­ti­on unter Red Hat oder CentOS sieht die Zonen-Datei einer Website in etwa so aus: /var/named/[domain name].db oder /var/named/[domain name].zone. Um bei­spiels­wei­se die Datei example.com in einem typischen Standard-Setup zu be­ar­bei­ten, lautet der Befehl:

sudo nano /var/named/example.com.db

Die Zo­nen­da­tei unter Debian und Ubuntu finden:

In einer typischen BIND-In­stal­la­ti­on unter Debian oder Ubuntu sieht die Zonen-Datei einer Website in etwa so aus: /etc/bind/[domain name].db. Um bei­spiels­wei­se die Datei example.com in einem typischen Standard-Setup zu be­ar­bei­ten, lautet der Befehl:

sudo nano /etc/bind/example.com.db

Die Zo­nen­da­tei be­ar­bei­ten

Es gibt zwei Zeilen, die Sie in der Zonen-Datei be­ar­bei­ten müssen: die TTL und die Se­ri­en­num­mer.

  • Ak­tua­li­sie­ren Sie die TTL auf den Wert, den Sie verwenden möchten.
  • Ak­tua­li­sie­ren Sie die Se­ri­en­num­mer, damit BIND die Änderung re­gis­triert.

Ak­tua­li­sie­rung der TTL

Die TTL wird die erste Zeile der Datei sein und ungefähr so aussehen:

$TTL            86400

Ändern Sie einfach die Zahl auf den TTL-Wert (in Sekunden), den Sie ein­stel­len möchten.

Ak­tua­li­sie­ren der Se­ri­en­num­mer

In einer typischen Kon­fi­gu­ra­ti­on muss die Se­ri­en­num­mer lediglich erhöht werden. Bei­spiels­wei­se wird eine Se­ri­en­num­mer von 1234 auf 1235 ak­tua­li­siert.

Einige Sys­tem­ad­mi­nis­tra­to­ren können einen Zeit­stem­pel, eine Ver­si­ons­num­mer oder ein Programm verwenden, um die Se­ri­en­num­mer au­to­ma­tisch zu erhöhen. Wenden Sie sich an den Ad­mi­nis­tra­tor Ihres Servers, wenn Sie sich nicht sicher sind, welches System für Ihre BIND-Se­ri­en­num­mern verwendet wird.

Speichern und schließen Sie die Datei.

Über­prü­fen der Datei

Bevor Sie die Än­de­run­gen erneut laden, über­prü­fen Sie die Syntax der wich­tigs­ten BIND-Kon­fi­gu­ra­ti­on mit folgendem Befehl:

sudo named-checkconf

Wenn alles in Ordnung ist, über­prü­fen Sie die Syntax der Zo­nen­da­tei, die Sie gerade mit folgendem Befehl be­ar­bei­tet haben:

sudo named-checkzone [domain name] [path to file]

Wenn Sie bei­spiels­wei­se die TTL für example.com in der Datei /var/named/example.com.db geändert haben, lautet der Befehl:

sudo named-checkzone example.com /var/named/example.com.db

Zu­rück­la­den der Än­de­run­gen

Wenn die Dateien die Syn­tax­prü­fung bestehen, laden Sie die Zo­nen­da­tei in BIND mit folgendem Befehl neu:

sudo rndc reload example.com

Optional: Wenn systemctl kon­fi­gu­riert wurde, können Sie BIND unter Red Hat und CentOS mit folgendem Befehl neu starten:

sudo systemctl restart named
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Unbound

Unbound hat BIND als Standard-DNS-Server auf vielen BSD-Systemen ersetzt, darunter FreeBSD 10 und neuer sowie OpenBSD 5.6 und neuer.

Stan­dard­mä­ßig befindet sich auf den meisten Systemen die Kon­fi­gu­ra­ti­ons­da­tei unter:

  • OpenBSD: /var/unbound/etc/unbound.conf
  • FreeBSD 10.0 and älter: /usr/local/etc/unbound/unbound.conf
  • FreeBSD 10.1 und neuer: /etc/unbound/unbound.conf
  • Red Hat and CentOS 7: /etc/unbound/unbound.conf

Die Standard-Unbound-Kon­fi­gu­ra­ti­ons­da­tei hat keine TTL-Werte angegeben. Sie können TTL zu Ihrer Datei Unbound Zone mit den folgenden At­tri­bu­ten hin­zu­fü­gen:

  • cache-max-ttl ist die maximale Zeit­span­ne, um TTL im Cache zu speichern. Die Stan­dard­ein­stel­lung ist hier 86.400 Sekunden (1 Tag).
  • cache-min-ttl ist die minimale Zeit­span­ne, um TTL im Cache zu speichern. Die Vor­ein­stel­lung ist 0 Sekunden. Hinweis: Die of­fi­zi­el­le Do­ku­men­ta­ti­on empfiehlt, diesen Wert bei 0 zu belassen.

Um die TTL zu ändern oder ein­zu­stel­len, be­ar­bei­ten Sie Ihre unbound.conf-Datei:

sudo nano /etc/unbound/unbound.conf

Über­prü­fen Sie die Datei auf die Attribute cache-max-ttl und cache-min-ttl. Wenn sie bereits vorhanden sind, können Sie diese Werte be­ar­bei­ten. Wenn sie nicht exis­tie­ren, müssen Sie sie hin­zu­fü­gen:

## Minimum lifetime of cache entries in seconds. Default is 0.
cache-min-ttl: 0
## Maximum lifetime of cached entries. Default is 86400 seconds (1 day).
cache-max-ttl: 14400

Legen Sie diese Kon­fi­gu­ra­tio­nen in den Be­fehls­block des Haupt­ser­vers, speichern Sie die Datei und schließen Sie sie.

Nachdem Sie die Kon­fi­gu­ra­ti­ons­da­tei be­ar­bei­tet haben, können Sie diese mit folgendem Befehl testen:

unbound-checkconf

Starten Sie schließ­lich Unbound neu, damit die Än­de­run­gen wirksam werden. Verwenden Sie dafür folgenden Befehl:

unbound-control reload
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