Vor einigen Jahren war es noch undenkbar, eine Cloud selbst zu hosten. Heute braucht man lediglich die kos­ten­lo­se Software Nextcloud und eine geeignete Hardware. Da Nextcloud mitt­ler­wei­le sogar an die Hardware von Mini-Computern wie den Raspberry Pi angepasst wurde, können Sie theo­re­tisch eine eigene Cloud-Lösung zum Schnäpp­chen­preis bekommen. Hin­sicht­lich Funk­ti­ons­um­fang und Leis­tungs­fä­hig­keit müssen Sie zwar Ein­schrän­kun­gen in Kauf nehmen, dennoch sind die Mög­lich­kei­ten für viele Zwecke aus­rei­chend. Besonders Frei­be­ruf­ler, Selb­stän­di­ge und KMUs können von der kos­ten­güns­ti­gen Raspberry-Pi-Nextcloud-Lösung pro­fi­tie­ren.

Managed Nextcloud by IONOS Cloud
Team­ar­beit in der eigenen Cloud
  • Voll­stän­di­ge Da­ten­sou­ve­rä­ni­tät in deutschen Re­chen­zen­tren
  • Managed Service ohne Ad­mi­nis­tra­ti­ons­auf­wand
  • File-Sharing, Do­ku­men­ten­be­ar­bei­tung & Kom­mu­ni­ka­ti­on

Warum sollte man Nextcloud auf einem Raspberry Pi verwenden?

Ein großer Vorteil von Ein­pla­ti­nen­com­pu­tern sind die geringen An­schaf­fungs- und Be­triebs­kos­ten. Einen Raspberry Pi für Nextcloud gibt es schon für deutlich unter 100 Euro. Die Mini-Computer ver­brau­chen nur sehr wenig Strom, was gerade beim Dau­er­be­trieb einer Cloud Kosten spart und aus öko­lo­gi­scher Sicht sinnvoll ist.

Heutige Mini-Computer sind zudem pro­blem­los über USB-Schnitt­stel­len und MicroSD-Karten er­wei­ter­bar, wodurch für die Cloud auch größere Spei­cher­ka­pa­zi­tä­ten zur Verfügung gestellt werden können. Außerdem werden die Systeme aufgrund einer aktuell äußerst dy­na­mi­schen Hardware-Ent­wick­lung bezüglich Funk­ti­ons­viel­falt und Leis­tungs­fä­hig­keit kon­ti­nu­ier­lich ver­bes­sert.

Dedicated Server
De­di­zier­te Server mit mo­derns­ten Pro­zes­so­ren
  • 100 % En­ter­pri­se-Hardware
  • Kon­fi­gu­rier­ba­re Hardware-Aus­stat­tung
  • ISO-zer­ti­fi­zier­te Re­chen­zen­tren

Was ist Next­Cloud­Pi?

Der Begriff Next­Cloud­Pi steht für ein Community-Projekt, das eine nahezu be­triebs­fer­ti­ge Nextcloud-Version für den Raspberry Pi samt In­stal­la­ti­ons­pro­gramm zur Verfügung stellt. Dabei ist die spezielle Next­Cloud­Pi-Instanz optimal auf die teils spezielle Hardware von Mini-Computern angepasst, um ein möglichst rei­bungs­lo­ses Zu­sam­men­spiel sämt­li­cher Kom­po­nen­ten zu ga­ran­tie­ren. Next­Cloud­Pi kann man als Image­da­tei kostenlos im Internet her­un­ter­la­den.

Wird das In­stal­la­ti­ons­pa­ket mit der vor­in­stal­lier­ten Nextcloud-Version er­folg­reich auf­ge­spielt, steht ein Webserver inklusive Da­ten­bank­an­bin­dung zur Verfügung. Zum In­stal­la­ti­ons­pa­ket gehört eine Ver­wal­tungs­ober­flä­che mit allen wichtigen Tools, die man zum Selbst­ho­s­ting einer privaten bzw. fir­men­ei­ge­nen Cloud braucht. Nor­ma­ler­wei­se reicht für die Bedienung und Ver­wal­tung der Cloud-Lösung ein Web­brow­ser mit der darin geladenen Be­dien­ober­flä­che aus. Die Ad­mi­nis­tra­ti­on von Nextcloud auf dem Raspberry Pi kann aber auch via Kom­man­do­zei­le und Secure Shell (SSH) erfolgen, wodurch man selbst tie­fer­ge­hen­de Ein­stel­lun­gen und Ver­än­de­run­gen vornehmen kann.

Bis auf wenige Ausnahmen ist das Raspberry-Pi-Nextcloud-System vor­kon­fi­gu­riert und stellt ohne weitere In­stal­la­ti­ons­pro­ze­du­ren bereits zahl­rei­che Funk­tio­nen zur Verfügung. So kann es wie ein Raspberry-Pi-NAS als File- und Me­di­en­ser­ver genutzt werden. Unterwegs können Sie dann z. B. Smart­phone-Fotos pro­blem­los auf die eigene Cloud laden und dadurch die Spei­cher­res­sour­cen des Mo­bil­ge­räts entlasten. Zum Funk­ti­ons­um­fang von Next­Cloud­Pi gehören außerdem einige Pro­duk­tiv­tools, wie eine Ka­len­der­funk­ti­on, ein Adress­buch für die Ver­wal­tung von Kontakten sowie ein Bereich für Notizen.

Außerdem be­inhal­tet die Nextcloud-Instanz nützliche Si­cher­heits­fea­tures, die einen hohen Si­cher­heits­stan­dard ge­währ­leis­ten. Nutzer von Next­Cloud­Pi können bei­spiels­wei­se die kos­ten­lo­se Zer­ti­fi­zie­rungs­stel­le Let`s Encrypt in Anspruch nehmen, die seit Ende 2015 so­ge­nann­te SSL/TLS-Zer­ti­fi­ka­te für den ver­schlüs­sel­ten Da­ten­trans­fer via Transport Layer Security zur Verfügung stellt. Ein weiteres nütz­li­ches Si­cher­heits­fea­ture ist Fail2Ban, das Nextcloud-Accounts und -Daten vor Brut-Force-Attacken schützt.

Des Weiteren arbeitet Nextcloud für den Raspberry Pi mit der Web Ap­pli­ca­ti­on Firewall Mod­Se­cu­ri­ty zusammen, die ebenfalls dem Open-Source-Konzept ver­pflich­tet ist. Ständige Updates, die au­to­ma­tisch im Hin­ter­grund auf­ge­spielt werden, halten das System auf den aktuellen Stand und erhöhen dadurch die Cloud-Si­cher­heit.

Den be­acht­li­chen Funk­ti­ons­um­fang von Raspberry-Pi-Nextcloud rundet eine Da­tei­ver­wal­tung inklusive au­to­ma­ti­scher Da­ten­syn­chro­ni­sa­ti­on ab. Sie er­mög­licht über mehrere Endgeräte hinweg ge­mein­sa­me und stets aktuelle Da­tei­ab­la­gen – ideal für eine mobile Nutzung der Cloud. Zugang zur Cloud erhält man nicht nur über den Web­brow­ser, sondern auch über nut­zer­freund­li­che Apps, die für alle gängigen mobilen Be­triebs­sys­te­me zur Verfügung stehen. Nextcloud ist aufgrund des offenen Konzepts auch pro­blem­los über diverse Apps er­wei­ter­bar, somit kann man die Funk­tio­na­li­tät erweitern und die Cloud flexibel an die eigenen Be­dürf­nis­se anpassen.

Wer Nextcloud auf einem Raspberry Pi betreibt, sollte al­ler­dings keine Wunder erwarten. Die begrenzte Leis­tungs­fä­hig­keit von Ein­pla­ti­nen­com­pu­tern kann etwa bei par­al­le­len Zugriffen von mehreren End­ge­rä­ten oder bei um­fang­rei­chen Da­ten­trans­fers mit vielen kleinen Dateien zum Nachteil werden. Daher eignet sich der Miniatur-PC vor allem für kleinere Cloud-Lösungen im privaten und fa­mi­liä­ren Umfeld. Frei­be­ruf­ler, Selb­stän­di­ge und KMUs mit einer moderaten Cloud-Nutzung können von der schlanken, flexiblen und kos­ten­güns­ti­gen Lösung pro­fi­tie­ren.

In größeren Un­ter­neh­men kann man die Technik in Nischen einsetzen und bei­spiels­wei­se ein kleineres Pro­jekt­team mit einer maß­ge­schnei­der­ten Cloud-Lösung versorgen, die voll­stän­dig auf der fir­men­ei­ge­nen In­fra­struk­tur aufsetzt und dank der um­fang­rei­chen Si­cher­heits­fea­tures auch mit ver­trau­li­chen Daten operieren kann.

Die Mini-Computer mit ihren li­mi­tier­ten Schnitt­stel­len für externe USB-Fest­plat­ten und Micro SD-Karten sind für eine pro­fes­sio­nel­le und red­un­dan­te Da­ten­si­che­rung mit hoher Aus­fall­si­cher­heit al­ler­dings nur bedingt geeignet. Wer eine ska­lier­ba­re und in der Band­brei­te be­last­ba­re Profi-Lösung sucht, sollte Nextcloud in Ver­bin­dung mit einem externen Dienst­leis­ter nutzen. Dann stehen um­fang­rei­cher Webspace sowie eine leis­tungs­fä­hi­ge pro­fes­sio­nel­le In­fra­struk­tur für die Cloud zur Verfügung, inklusive mehrfach red­un­dan­ter Da­ten­si­che­rung. Mit dieser leis­tungs­fä­hi­ge­ren In­fra­struk­tur lassen sich dann auch an­spruchs­vol­le­re cloud­ba­sier­te Funk­tio­nen wie Vi­deo­kon­fe­ren­zen (Nextcloud Talk) stö­rungs­frei durch­füh­ren. Um ver­trau­li­che Daten best­mög­lich zu schützen, sollten Sie bei der Wahl des externen Dienst­leis­ters unbedingt auf einen hohen Da­ten­schutz­stan­dard (DSGVO-Kon­for­mi­tät) achten.

Tipp

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Wie wird Next­Cloud­Pi auf dem Raspberry Pi in­stal­liert?

Als fort­ge­schrit­te­ner Nutzer mit einem gewissen Vorwissen (z. B. Linux-Kennt­nis­se) können Sie Nextcloud auf einem Raspberry Pi über die Kom­man­do­zei­le in­stal­lie­ren. Eine Anleitung für eine so­ge­nann­te Terminal-In­stal­la­ti­on finden Sie auf der Next­Cloud­Pi-Pro­jekt­sei­te. Dank fort­schrei­ten­der Ver­bes­se­run­gen bei der Nut­zer­freund­lich­keit steht Anwendern heute aber auch eine in­tui­ti­ve­re In­stal­la­ti­ons­me­tho­de zur Verfügung, bei der man keine be­son­de­ren Kennt­nis­se mehr braucht. Wenige Schritte genügen, wenn man sich die not­wen­di­ge Grund­aus­stat­tung an Hard- und Software für eine Raspberry-Pi-Nextcloud-Lösung besorgt hat.

Für die In­stal­la­ti­on von Nextcloud auf einem Raspberry Pi brauchen Sie diese Hardware:

  • Raspberry Pi (am besten das neueste und leis­tungs­fä­higs­te Modell, derzeit Raspberry 4 mit WLAN, Gigabit LAN, 4 USB-An­schlüs­sen für externe Spei­cher­me­di­en und bis zu 8 GB Ar­beits­spei­cher)
  • Micro SD-Karte (für das Next­Cloud­Pi-Image)
  • Kar­ten­le­se­ge­rät für MicroSD-Karte (wird für die Vor­be­rei­tung von Next­Cloud­Pi am Notebook oder am Desktop-PC benötigt)
  • passendes Netzteil für die Strom­ver­sor­gung des Raspberry Pi

Außerdem benötigen Sie für die In­stal­la­ti­on folgende Software:

  • Next­Cloud­Pi-Image in der aktuellen Version Next­Cloud­Pi_RPi_03-28-20
  • ba­len­aEt­cher; mit der kos­ten­lo­sen Spe­zi­al­soft­ware wird das Next­Cloud­Pi-Image auf die MicroSD-Karte über­tra­gen (man nennt den Vorgang „Flashen“, einfaches Kopieren genügt nicht); es stehen Pro­gramm­ver­sio­nen für alle gängigen Be­triebs­sys­te­me (Windows, Linux, macOS) zur Verfügung

Haben Sie die Software her­un­ter­ge­la­den, wird zunächst das Programm ba­len­aEt­cher in­stal­liert – bei­spiels­wei­se auf einem Windows-PC. Dann wird das Next­Cloud­Pi-Image entpackt und das Programm ba­len­aEt­cher auf­ge­ru­fen. Über „Select Image“ laden Sie das Next­Cloud­Pi-Image und wählen dann unter „Select Drive“ die MicroSD-Karte aus. An­schlie­ßend wird der Button „Flash!“ geklickt, um das Image auf die MicroSD-Karte zu schreiben. Nach dem Flashen nehmen Sie die MicroSD-Karte aus dem Kar­ten­le­ser und stecken diese in den SD-Karten-Port des Raspberry Pi. Danach können Sie den Mini-Computer starten und weitere Kon­fi­gu­ra­ti­ons­schrit­te für die Erst­nut­zung vornehmen, um bei­spiels­wei­se die Cloud im Heimnetz und über das Internet verfügbar zu machen.

In diesem Schritt-für-Schritt-Video werden die In­stal­la­ti­on von Next­Cloud­Pi sowie die wich­tigs­ten Kon­fi­gu­ra­ti­ons­schrit­te für die Erst­nut­zung von Nextcloud auf einem Raspberry Pi aus­führ­lich erklärt:

Natürlich können Sie den Mini-Computer auch für andere Zwecke und weitere Raspberry-Pi-Projekte nutzen, etwa als Gaming-Plattform, Raspberry-Pi-Me­di­en­ser­ver oder Raspberry-Pi-Mail­ser­ver. Um den Mini-Computer für ver­schie­de­ne Zwecke zu nutzen, müssen Sie nur die MircoSD-Karten wechseln und etwa die Next­Cloud­Pi-Karte und durch eine MicroSD-Karte mit einem Retro-Game ersetzen. Wer bereits einen anderen Ein­pla­ti­nen­com­pu­ter wie etwa den Banana Pi besitzt, kann natürlich auch diesen für Nextcloud nutzen, wenn die Leistung und die Aus­stat­tung des Modells aus­rei­chend sind.

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