Bei Ubuntu können Sie den DNS-Server mit nur wenigen Befehlen über das Terminal oder ganz einfach in der GUI des Be­triebs­sys­tems anpassen. Al­ter­na­tiv nutzen Sie die Ein­stel­lun­gen Ihres Routers, um nicht den Standard-Server des In­ter­net­pro­vi­ders zu verwenden.

DNS-Server in den Netz­werk­ein­stel­lun­gen anpassen

Wenn Sie Ubuntu mit einer gra­fi­schen Ober­flä­che verwenden, können Sie ganz einfach den Network Manager zum Ändern der DNS-Server benutzen.

Schritt 1: Hierfür öffnen Sie die Ein­stel­lun­gen des Be­triebs­sys­tems und wählen dort das Netzwerk-Menü.

Schritt 2: Unter den Reitern IPv4 und IPv6 können Sie die von Ihnen ge­wünsch­ten DNS-Server eintragen, jeweils im ent­spre­chen­den Format. Möchten Sie mehrere Server-Al­ter­na­ti­ven eintragen, trennen Sie die Adressen mit einem Komma ab.

Schritt 3: Damit der Wechsel zum neuen Server auch wirklich funk­tio­niert, kappen Sie die Ver­bin­dung in den Ein­stel­lun­gen für einen Au­gen­blick. Nachdem Sie sich wieder mit dem Internet verbunden haben, sollte der neue DNS-Server im Einsatz sein.

DNS-Server per Terminal ändern

Sie müssen nicht auf eine grafische Ober­flä­che zu­rück­grei­fen. Der DNS-Server lässt sich auch komplett über die Kom­man­do­zei­le ändern. Ver­ant­wort­lich für die Zuweisung von DNS-Servern ist die Datei resolv.conf. Die kann man theo­re­tisch einfach öffnen und neue Name­ser­ver eintragen. Al­ler­dings wird die Datei vom System verwaltet, weshalb die Än­de­run­gen bei einem Neustart wieder über­schrie­ben werden. Dies müssen Sie also ver­hin­dern.

Schritt 1: In­stal­lie­ren Sie den Dienst re­solv­conf, mit dem Sie die DNS-In­for­ma­tio­nen des Systems über­schrei­ben können. Zuvor führen Sie wie gewohnt Ak­tua­li­sie­run­gen durch.

sudo apt update
sudo apt upgrade
sudo apt install resolvconf

Schritt 2: Nach der In­stal­la­ti­on sollte der Dienst direkt aktiviert sein. Dies über­prü­fen Sie mit diesem Befehl:

sudo systemctl status resolvconf.service

Falls der Dienst doch noch nicht aktiviert wurde, müssen Sie re­solv­conf manuell starten:

sudo systemctl start resolvconf.service
sudo systemctl enable resolvconf.service
sudo systemctl status resolvconf.service

Schritt 3: Wenn re­solv­conf läuft, nehmen Sie Än­de­run­gen in der head-Datei des Dienstes vor. Dafür öffnen Sie das Dokument mit dem nano-Editor:

sudo nano /etc/resolvconf/resolv.conf.d/head

Dort tragen Sie nun die DNS-Server ein, die Sie gern verwenden möchten. Sehr beliebt ist etwa das DNS-Angebot von Google. Der Such­ma­schi­nen­dienst bietet dafür zwei IPv4-Adressen an.

nameserver 8.8.8.8
nameserver 8.8.4.4

Nun speichern und verlassen Sie die Datei wieder.

Schritt 4: Danach müssen Sie die ei­gent­lich für die DNS-Server zu­stän­di­ge Datei resolv.conf updaten. Dies geht mit folgenden Befehlen:

sudo resolvconf --enable-updates
sudo resolvconf -u

Schritt 5: Damit die Än­de­run­gen wirksam werden, sollten Sie die ent­spre­chen­den Dienste neu starten:

sudo systemctl restart resolvconf.service
sudo systemctl restart systemd-resolved.service

Wenn Sie nun in die Datei resolv.conf schauen, sollten Sie die Än­de­run­gen sehen können. Außerdem können Sie sich anzeigen lassen, welche DNS-Server gerade verwendet werden. Dafür gibt es un­ter­schied­li­che Befehle, je nachdem, welche Ubuntu-Version Sie verwenden.

Ubuntu 18.04 & 20.04:

systemd-resolve --status

Ubuntu 22.04:

resolvectl status

DNS-Server im Router ein­stel­len

Sie müssen keine Än­de­run­gen im Be­triebs­sys­tem vornehmen, um die ver­wen­de­ten DNS-Server an Ihre Wünsche an­zu­pas­sen. Auch in Ihrem Router können Sie Ein­stel­lun­gen für die Na­mens­auf­lö­sung vornehmen. Das hat den Vorteil, dass sich die Än­de­run­gen direkt auf alle Geräte in Ihrem Netzwerk auswirken.

Dafür loggen Sie sich in Ad­mi­nis­tra­ti­ons­ober­flä­che des Routers ein. Das geht in der Regel über eine URL, die Sie in der Anleitung des Geräts finden. Auch die Zu­gangs­da­ten dafür sollten in Ihren Do­ku­men­ten oder direkt auf dem Router zu finden sein. Bei einer Fritz!Box lautet die Adresse, die Sie in den Browser eingeben, bei­spiels­wei­se "http://fritz.box". Dort finden Sie dann in den In­ter­net­ein­stel­lun­gen auch die Option, einen DNS-Server anzugeben.

Was bringt es, den DNS-Server in Ubuntu zu ändern?

Dank des Domain Name Systems (DNS) müssen wir beim Surfen durchs Internet keine IP-Adressen in den Browser eintragen, sondern können mit ein­gän­gi­gen Web­adres­sen arbeiten. Für die Na­mens­auf­lö­sung – also die Über­set­zung von URL in IP-Adresse – greifen Computer auf DNS-Server zurück. Hierfür weist Ihr In­ter­net­an­bie­ter Ihnen stan­dard­mä­ßig einen Server zu, doch der ist viel­leicht nicht die beste Wahl. Die sind mögliche Gründe, den DNS-Server zu ändern:

  • DNS-Server antwortet nicht: Sollte der DNS-Server, den Sie verwenden, ausfallen, können Sie mit einer Al­ter­na­ti­ve trotzdem wei­ter­sur­fen.
  • Zensur des Internets umgehen: Manche Staaten nutzen das DNS, um un­ge­wünsch­te Websites zu blocken; ein al­ter­na­ti­ver DNS-Server umgeht diese Sperre.
  • Surf­ge­schwin­dig­keit ver­bes­sern: Sie finden im Internet DNS-Dienste, die besonders schnelle Ver­bin­dun­gen ver­spre­chen.
Tipp

Auch andere Be­triebs­sys­te­me lassen das Ändern der DNS-Server zu – egal ob Windows, Mac oder Linux:
- Debian: DNS-Server ändern
- Mac: DNS-Server ändern
- Windows 10: DNS-Server ändern
- Windows 11: DNS-Server ändern

Zum Hauptmenü