Die Ver­ar­bei­tung von Daten stellt einen wichtigen Teil des Ge­schäfts­le­bens dar. Ob für das Kun­den­re­gis­ter, das private Adress­buch, die Buch­hal­tung oder den La­ger­be­stand: Mit der zu­neh­men­den Di­gi­ta­li­sie­rung wird es immer wichtiger, Da­ten­sät­ze möglichst schnell, flexibel und über­sicht­lich zu ordnen und zu verwalten. Dies gelingt über ein Datenbank-Ma­nage­ment-System (DBMS), mit dem sich Daten in Bezug auf bestimmte Merkmale sortieren und anzeigen lassen (z. B. der Wohnort von Kontakten nach Post­leit­zahl geordnet oder das Sortiment nach Pro­dukt­grup­pen).

Ein weit ver­brei­te­tes DBMS ist Microsoft Access (auch MS Access genannt). Das Programm wird sowohl in vielen kleinen bis mit­tel­gro­ßen Un­ter­neh­men als auch von Pri­vat­an­wen­dern genutzt und bietet sich für die Arbeit mit über­schau­ba­ren Da­ten­sät­zen an. Der Vorteil gegenüber anderen DBMS: Pro­gram­mier­kennt­nis­se sind für die Bedienung von Microsoft Access nicht nötig. Neben MS Access exis­tie­ren aber auch weitere probate Datenbank-Ma­nage­ment-Systeme, mit denen Sie auf ähnliche Weise arbeiten können – manche von ihnen sind zudem mit anderen Be­triebs­sys­te­men wie macOS oder GNU/Linux kom­pa­ti­bel. Sogar einige kos­ten­lo­se Al­ter­na­ti­ven zu Microsoft Access lassen sich finden. Wir stellen Ihnen drei der besten Microsoft-Access-Al­ter­na­ti­ven vor, die Sie gratis her­un­ter­la­den können.

Wieso braucht es MS-Access-Al­ter­na­ti­ven?

Doch warum sollte man sich überhaupt um eine Al­ter­na­ti­ve zu Microsoft Access bemühen? Immerhin deutet die starke Ver­brei­tung der Software darauf hin, dass es sich um ein aus­ge­reif­tes DBMS handelt. In der Tat besitzt MS Access viele Vorzüge – es eignet sich ebenso gut für Anfänger wie Fort­ge­schrit­te­ne im Umgang mit Da­ten­ban­ken. Al­ler­dings ist es zum einen bloß für Windows und zum anderen nur kos­ten­pflich­tig er­hält­lich.

Ei­gen­schaf­ten von MS Access

Microsoft Access ist ein re­la­tio­na­les Datenbank-Ma­nage­ment-System (RDBMS), das der Eingabe, Spei­che­rung, Be­ar­bei­tung, Aus­wer­tung und Prä­sen­ta­ti­on von Daten dient. Das von der Software genutzte re­la­tio­na­le Da­ten­bank­mo­dell bildet die am meisten ver­wen­de­te Form für Datenbank-Ma­nage­ment-Systeme – mit einem RDBMS lassen sich die Da­ten­sät­ze un­ter­schied­li­cher Tabellen zu­ein­an­der in Beziehung setzen.

Für die Ver­wal­tung der Da­ten­ban­ken bietet die Software eine grafische Be­nut­zer­ober­flä­che. Über dieses Frontend können Sie nicht nur die Daten abfragen, sondern auch direkt verändern oder neu anlegen. Vor­ein­ge­stellt speichert das MS Access die Da­ten­sät­ze in seinem Backend unter Ver­wen­dung der Microsoft Jet Engine. Microsoft Access kann aber auch mit einer SQL-Server-Datenbank verbunden werden – Access fungiert in diesem Fall nur als Frontend/GUI.

Im Gegensatz zu vielen Datenbank-Ma­nage­ment-Systemen, die nach dem Client-Server-Prinzip arbeiten (wie MySQL bzw. dessen Ab­spal­tung MariaDB, Post­greS­QL, Microsoft SQL Server, Oracle Database etc.), handelt es sich bei Microsoft Access um ein Desktop-Datenbank-Ma­nage­ment-System. Dies bedeutet, dass Sie für die Arbeit an einer Datenbank mit MS Access nicht zwangs­läu­fig einen an das Netzwerk an­ge­schlos­se­nen Server benötigen.

Tipp:

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Da­ten­ban­ken lassen sich voll­stän­dig als Desktop-Anwendung erstellen. Al­ler­dings gibt es auch die Mög­lich­keit, eine Datenbank als Web-App zu entwerfen, die al­ler­dings über eine Share­Point-Web­an­wen­dung von Microsoft gehostet werden muss und weniger Mög­lich­kei­ten bietet als die Desktop-App. Eine mit MS Access ent­wi­ckel­te Web­da­ten­bank können Sie dann in einem Browser aufrufen und be­ar­bei­ten.

Doch egal, ob Sie mit MS Access eine Desktop- oder Web­an­wen­dung erstellen: Eine MS-Access-Datenbank speichern Sie stan­dard­mä­ßig in einer einzigen Datei (im mdb- oder im neueren accdb-Da­tei­for­mat). Hierin besteht der Un­ter­schied zwischen Desktop-Datenbank-Ma­nage­ment-Systemen (wie MS Access) und Server-Datenbank-Ma­nage­ment-Systemen (wie MySQL oder MS SQL Server): Ein Server-DBMS legt ty­pi­scher­wei­se für jede Datenbank nicht nur eine Datei, sondern einen ganzen Ordner an, in dem die Inhalte und die Form einer Datenbank auf mehrere Dateien verteilt gesichert werden.

Vorteile von MS Access

Die Software eignet sich besonders für Anfänger im Datenbank-Ma­nage­ment: Für die Her­stel­lung einfacher Da­ten­ban­ken benötigen Sie keine Pro­gram­mier­kennt­nis­se, da dies auch relativ einfach über die grafische Be­nut­zer­ober­flä­che gelingt. Ver­schie­de­ne As­sis­ten­ten und Vorlagen (z. B. für die Ver­wal­tung von Kontakten, Ak­tiv­pos­ten oder Pro­jekt­auf­ga­ben) er­leich­tern hier die Arbeit. Daneben ist es aber genauso möglich, die Da­ten­fel­der frei zu de­fi­nie­ren und so die Ei­gen­schaf­ten des Da­ten­mo­dells an bestimmte Ansprüche an­zu­pas­sen. Da­ten­sät­ze bzw. Tabellen lassen sich in MS Access schnell und einfach an­fer­ti­gen, be­ar­bei­ten und mit­ein­an­der ver­knüp­fen. Wer das Programm für die Rea­li­sie­rung um­fang­rei­cher An­wen­dun­gen nutzen möchte, kommt hingegen nicht um die Pro­gram­mie­rung mit VBA (Visual Basic for Ap­pli­ca­ti­ons) herum – wobei auch hier der Aufwand zumeist geringer ist als bei anderen Datenbank-Ma­nage­ment-Systemen. Mit der Ver­wen­dung von Makros können Sie zudem diverse Aufgaben relativ einfach au­to­ma­ti­sie­ren (sozusagen als Pro­gram­mie­rung „light“).

Nicht nur das Anlegen und Verwalten von Da­ten­sät­zen, sondern auch deren Analyse gestaltet sich oftmals einfacher als bei anderen Datenbank-Ma­nage­ment-Systemen. Mithilfe ver­schie­de­ner As­sis­tenz­funk­tio­nen funk­tio­nie­ren die Aus­wer­tung bereits er­stell­ter Da­ten­ban­ken, die Abfrage der Da­ten­ba­sis nach be­stimm­ten Merkmalen und auch die Er­stel­lung von Berichten äußerst um­stands­los.

Durch die Spei­che­rung einer MS-Access-Datenbank in nur einer Datei können Sie diese leicht mit anderen Personen teilen oder auf andere Geräte über­tra­gen. Falls Sie die Datenbank in einem anderen DBMS verwenden möchten (oder an­ders­her­um andere Da­ten­bank­da­tei­en in MS Access öffnen wollen) haben Sie die Mög­lich­keit, viele Schnitt­stel­len hierfür zu nutzen. Neben weiteren MS-Office-Da­tei­for­ma­ten (wie das von Excel) ist der Import und Export diverser anderer Formate möglich – z. B. von ODBC-Da­ten­ban­ken (MySQL, Microsoft SQL Server, Post­greS­QL etc.), HTML-Do­ku­men­ten und XML- sowie dBase-Dateien. Hierüber können Sie um­stands­los Tabellen und Formulare von einem zum anderen Programm ver­schie­ben.

Nachteile von MS Access

Die Ein­fach­heit der Software hat aber auch ihren Preis. Das Da­ten­bank­sys­tem von Microsoft Access ist ver­gli­chen mit einem Server-Da­ten­bank­sys­tem weit weniger leis­tungs­stark: MS Access bietet sich eher für die Umsetzung schlanker Da­ten­ban­ken an, die nicht mehrere hun­dert­tau­send Einträge besitzen (hierfür nutzt man ein Server-DBMS). Die Ver­ar­bei­tung großer Da­ten­men­gen nimmt bei MS Access viel Zeit in Anspruch, was sich in langen La­de­zei­ten ausdrückt. Dies markiert die Kehrseite einer da­tei­ba­sier­ten Datenbank: Die Abfrage der Datenbank geschieht immer anhand der kom­plet­ten Datei – und je größer diese ist, desto länger dauert es. Limitiert zeigt sich das Programm ebenfalls in Bezug auf die mögliche Größe einer Datenbank: Die Datei darf maximal 2 GB umfassen. Solange man jedoch nicht große Bild­men­gen oder Ähnliches speichert, sollte diese Be­schrän­kung in der Praxis aber kaum ein Problem dar­stel­len.

Auch der Funk­ti­ons­um­fang ist ver­gli­chen mit einem durch­schnitt­li­chen Server-DBMS deutlich geringer. Ebenso zeigen sich bei der Mehr­be­nut­zer­fä­hig­keit Defizite im Vergleich mit einem voll­stän­dig auf SQL ba­sie­ren­den DBMS: Ei­ner­seits arbeitet der SQL-Standard mit einem we­sent­lich dif­fe­ren­zier­te­ren Be­rech­ti­gungs­kon­zept als MS Access; an­de­rer­seits hat das Microsoft-Programm bei der gleich­zei­ti­gen Nutzung ver­schie­de­ner Anwender recht schnell Per­for­mance-Probleme: Bereits eine Handvoll Anwender führt häufig dazu, dass Microsoft Access spürbar langsamer läuft. Ab ca. zehn par­al­le­len Benutzern gerät das Programm oftmals an seine Grenzen.

MS Access ist nur für Windows-Be­triebs­sys­te­me er­hält­lich und war hier in der Ver­gan­gen­heit ein fester Be­stand­teil des Microsoft-Office-Pakets. Mit der Ein­füh­rung der Cloud-Version der Office-Suite ist es in­zwi­schen in ver­schie­de­nen Paketen von Microsoft 365 enthalten. Darüber hinaus können Sie das Programm aber auch einzeln erwerben. Glück haben User, die noch eine klas­si­sche MS-Office-Version auf ihrem Windows-Rechner in­stal­liert haben (und nicht die Cloud-Variante von Microsoft 365): Da Microsoft schon lange keine bahn­bre­chen­den Än­de­run­gen an dem Programm vor­ge­nom­men hat, sind neben dem aktuellen MS Access 2016 auch die Versionen 2013 und 2010 für die übliche Da­ten­bank­ar­beit bestens geeignet.

Microsoft Access: Pro und Kontra im Überblick

Vorteile Nachteile
Dank der aus­ge­reif­ten gra­fi­schen Ober­flä­che ist MS Access ideal für die schnelle An­fer­ti­gung, Ver­wal­tung und Analyse von Da­ten­ban­ken sowie für die Her­stel­lung einfacher Berichte Ver­gli­chen mit Da­ten­bank­sys­te­men, die dem Client-Server-Modell folgen, ist MS Access in­sta­bi­ler, nur bedingt für vo­lu­mi­nö­se und/oder spe­zi­fi­sche Da­ten­bank­ab­fra­gen geeignet und bietet weit weniger Funk­tio­nen
Eignet sich für jeden Kennt­nis­stand: Sowohl un­er­fah­re­ne als auch fort­ge­schrit­te­ne und pro­fes­sio­nel­le Datenbank-Manager können mit MS Access arbeiten – mit Makros können Sie auch ohne Pro­gram­mier­kennt­nis­se ver­schie­de­ne Befehle kom­bi­nie­ren und so Vorgänge au­to­ma­ti­sie­ren Da alle In­for­ma­tio­nen einer Datenbank in nur einer Datei ge­spei­chert werden, verfügt MS Access nur über eine ein­ge­schränk­te Leis­tungs­fä­hig­keit und Kapazität; die Be­ar­bei­tung großer Dateien ver­lang­samt das Programm erheblich und macht es instabil (meist ab ca. 1 GB Da­ten­vo­lu­men) – zudem kann eine Datei nicht größer als 2 GB groß sein
Un­kom­pli­zier­te Bedienung, die ver­gleichs­wei­se einfach zu erlernen ist; As­sis­tenz­funk­tio­nen erläutern zudem viele Funk­tio­nen Gleich­zei­ti­ger Zugriff mehrerer Nutzer nur durch Zu­satz­soft­ware und in be­schränk­tem Umfang möglich
Durch die Nutzung einer Share­Point-Web­an­wen­dung können Da­ten­ban­ken als Web-Apps rea­li­siert werden Per­for­mance sinkt spürbar, wenn mehrere Nutzer parallel auf eine Datenbank zugreifen
Viele Import- und Ex­port­mög­lich­kei­ten zu anderen Da­ten­bank­sys­te­men und MS-Office-Produkten über ODBC Kos­ten­pflich­tig und nur für Windows er­hält­lich
Als Be­stand­teil von Microsoft Office weit ver­brei­tet

Welche kos­ten­lo­sen Microsoft-Access-Al­ter­na­ti­ven gibt es?

Si­cher­lich bietet Microsoft Access als Desktop-DBMS nicht an­satz­wei­se die gleichen Mög­lich­kei­ten, die Server-Datenbank-Ma­nage­ment-Systeme haben. Aber mit solchen Pro­gram­men möchte MS Access auch gar nicht kon­kur­rie­ren: Auf der einen Seite, weil ein Server-DBMS eine andere, eigene Grö­ßen­ord­nung unter den Datenbank-Ma­nage­ment-Systemen darstellt und sich an eine andere User-Ziel­grup­pe richtet (die Bedienung und Ein­rich­tung – auch des an­ge­schlos­se­nen Servers – verlangen SQL-Kennt­nis­se). Auf der anderen Seite, weil Microsoft mit MS SQL Server auch eine ei­gen­stän­di­ge Software in dieser Klasse von Datenbank-Ma­nage­ment-Systemen anbietet und MS Access als Angebot für technisch weniger versierte Nutzer ansieht.

Wenn man tat­säch­li­che Al­ter­na­ti­ven zu MS Access finden möchte, muss man demnach das DBMS mit anderen Desktop-Datenbank-Ma­nage­ment-Systemen ver­glei­chen. Eines der am weitesten ver­brei­te­ten Al­ter­na­tiv­pro­gram­me ist FileMaker, das neben Windows auch auf macOS und sogar iOS läuft. Al­ler­dings wird FileMaker als kos­ten­pflich­ti­ge Software ver­trie­ben und ist somit keine kos­ten­lo­se Microsoft-Access-Al­ter­na­ti­ve. Die nach­fol­gend auf­ge­führ­ten Programme können Sie nicht nur un­ent­gelt­lich nutzen, sondern auch ohne SQL-Kennt­nis­se bedienen. Das un­ter­schei­det sie wiederum von ebenfalls gratis er­hält­li­chen Open-Source-Systemen wie MySQL, MariaDB oder Post­greS­QL. Für alle drei vor­ge­stell­ten Datenbank-Ma­nage­ment-Systeme gilt – genauso wie für MS Access –, dass sie nicht für die Arbeit mit sehr großen Da­ten­men­gen ausgelegt sind, da sie die Datenbank jeweils in einer einzigen Datei speichern.

Base (enthalten in Libre­Of­fice und Apache Open­Of­fice)

Sowohl Libre­Of­fice als auch Apache Open­Of­fice sind dafür bekannt, Programme des Microsoft-Office-Pakets zu imitieren und diese als freie Software an­zu­bie­ten – Base stellt hier die Al­ter­na­ti­ve zu Microsoft Access dar. Die Funk­tio­nen und Ei­gen­schaf­ten von Libre­Of­fice Base und Open­Of­fice Base un­ter­schei­den sich kaum. Dies ist nicht weiter ver­wun­der­lich, da Libre­Of­fice seit 2010 als Ab­spal­tung von Open­Of­fice ver­trie­ben wird und beide Office-Suiten auf dem gleichen Quelltext basieren. Al­ler­dings werden für Libre­Of­fice we­sent­lich re­gel­mä­ßi­ger Updates ver­öf­fent­licht. Base ist ein auf Java ba­sie­ren­des RDBMS, das in vielen Bereichen seinem Vorbild MS Access ähnelt: Es arbeitet mit einer gra­fi­schen Be­nut­zer­ober­flä­che und bietet die gleichen ele­men­ta­ren Funk­tio­nen hin­sicht­lich Ge­ne­rie­rung und Ma­nage­ment von Da­ten­ban­ken. Auch As­sis­ten­ten helfen Ihnen bei der Anwendung ver­schie­de­ner Funk­tio­nen. Al­ler­dings un­ter­schei­det sich Base deutlich stärker von seinem Microsoft-Vorbild, als dies bei den Libre­Of­fice- und Open­Of­fice-Nach­ah­mun­gen von Word, Excel oder Power­Point der Fall ist. Bei­spiels­wei­se enthält es nicht so viele wei­ter­füh­ren­de Funk­tio­nen wie MS Access und die Bedienung gestaltet sich häufig kom­pli­zier­ter. Vor allem Nutzer, die die Arbeit mit Microsoft Access gewohnt sind, werden wahr­schein­lich an mancher Stelle ihre Probleme haben (z. B. lassen sich Makros und Berichte nur we­sent­lich um­ständ­li­cher an­fer­ti­gen). Trotzdem ist der Funk­ti­ons­um­fang von Base er­staun­lich – vor allem wenn man bedenkt, dass es sich um ein komplett kos­ten­lo­ses Programm handelt. Das Backend von Base beruht auf HSQLDB (Hyper Struc­tu­red Query Language Database), mit der sich eine Datenbank sowohl als Base-Datei als auch in Form einer dBase-Datei sichern lässt. Da eine HSQL-Datenbank keine kon­kur­rie­ren­den Schreib­zu­grif­fe erlaubt, ist die gleich­zei­ti­ge Be­ar­bei­tung einer Base-Datenbank von mehreren Anwendern stan­dard­mä­ßig nicht möglich. Jedoch werden viele Da­ten­bank­sys­te­me mit Mehr­be­nut­zer­zu­griff wie MS Access, MySQL, Post­greS­QL oder Adabas D un­ter­stützt. Die Kom­pa­ti­bi­li­tät mit anderen Da­ten­ban­ken ist generell einer der größten Vorteile des Programms. Denn dank der ODBC- und JDBC-Da­ten­bank­schnitt­stel­len können Sie Base mit vielen anderen Da­ten­ban­ken verbinden. Ein weiterer großer Pluspunkt gegenüber Access ist die Ver­füg­bar­keit: Base ist neben Windows auch für macOS und GNU/Linux, Unix sowie BSD er­hält­lich.

Vorteile Nachteile
Er­hält­lich für Windows, macOS, GNU/Linux, Unix, BSD Enthält weniger Funk­tio­nen als MS Access
Un­ter­stützt die Standard-Da­ten­bank­schnitt­stel­len ODBC und JDBC, über die man eine Ver­bin­dung zu diversen anderen Datenbank ein­rich­ten kann Berichte und Makros sind schwie­ri­ger zu erstellen als bei MS Access
Un­ter­stützt viele Da­ten­bank­sys­te­me wie MS Access, MySQL, Post­greS­QL und Adabas D, über die sich auch ein Mehr­be­nut­zer­zu­griff ein­rich­ten lässt Als Desktop-Anwendung (in Kom­bi­na­ti­on mit der stan­dard­mä­ßig ver­wen­de­ten HSQL-Datenbank) ist Base nicht mehr­be­nut­zer­fä­hig – dies wird erst durch die Ver­knüp­fung mit einem ent­spre­chen­den Datenbank-Server möglich
Tipp

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Kexi (enthalten in Calligra Suite)

Kexi ist Be­stand­teil der Calligra Suite, eine Büro-Software-Zu­sam­men­stel­lung ähnlich wie Microsoft Office, Open­Of­fice und Libre­Of­fice, die zudem Design-An­wen­dun­gen wie ein Bild­be­ar­bei­tungs- und Vek­tor­gra­fik­pro­gramm enthält. Die Calligra Suite ging aus dem mitt­ler­wei­le ein­ge­stell­ten Office-Paket KOffice hervor, das zunächst nur auf unix­ar­ti­gen Be­triebs­sys­te­men wie Linux lauffähig war. In­zwi­schen ist die Calligra Suite auch mit Ein­schrän­kun­gen für Windows und macOS er­hält­lich – al­ler­dings ist Kexi hierin nicht enthalten. Das DBMS ist demnach nur für GNU/Linux er­hält­lich; eine Windows-Version ist jedoch geplant. Wenn Sie es als reines Desktop-DBMS verwenden, greift das Programm auf SQLite als Datenbank zurück. Al­ter­na­tiv können Sie aber auch einen SQL-Datenbank-Server wie MySQL, Post­greS­QL, Microsoft SQL Server oder dBase verwenden. Kexi un­ter­stützt den Import von MS Access- und dBase-Dateien. Klas­si­sche DBMS-Aufgaben wie die Erzeugung und Mo­di­fi­ka­ti­on von Tabellen und Abfragen lassen sich mit der Software pro­blem­los be­wäl­ti­gen. Des Weiteren können Sie mit For­mu­la­ren arbeiten und Berichte erstellen – letztere sind indessen weniger de­tail­liert möglich wie bei Microsoft Access. Auf die Anwendung von Makros müssen Sie hingegen komplett ver­zich­ten (al­ler­dings ist dies für zu­künf­ti­ge Versionen in Planung). Darüber hinaus gibt es bei der Desktop-Anwendung nicht die Mög­lich­keit, mit mehreren Personen an einer Datenbank zu arbeiten. Zwar kann Kexis Funk­ti­ons­um­fang nicht mit dem von Microsoft Access mithalten, aber dennoch lassen sich diverse Aufgaben des Datenbank-Ma­nage­ments auch mit dieser Software gut und ziel­füh­rend be­wäl­ti­gen. Um Adress­bü­cher, Pro­dukt­lis­ten und ähnlich simple Tabellen an­zu­fer­ti­gen, bietet sich Kexi durchaus an – ein voll­wer­ti­ger MS-Access-Ersatz ist es hingegen nicht.

Vorteile Nachteile
Datei-Import von MS Access und dBase möglich Bietet we­sent­lich weniger Funk­tio­nen und Mög­lich­kei­ten als MS Access
Un­ter­stützt Datenbank-Server MySQL, Post­greS­QL, MS SQL Server und dBase Makros werden (noch) nicht un­ter­stützt
Kein Mehr­be­nut­zer­zu­griff als Desktop-DMBS
Derzeit nur für GNU/Linux er­hält­lich

Glom

Mit der Open-Source-Software Glom ist auch ein durchaus betagtes RDBMS unter den Microsoft-Access-Al­ter­na­ti­ven vertreten. Es ist für GNU/Linux und Windows er­hält­lich, wobei die Windows-Version schon seit 2010 nicht mehr wei­ter­ent­wi­ckelt wird.

Mit Glom erstellen Sie dank der auf­ge­räum­ten Be­nut­zer­ober­flä­che und den über­sicht­li­chen Funk­tio­nen in kurzer Zeit eine Datenbank. Der Funk­ti­ons­um­fang kann als solide be­zeich­net werden: Ein Datensatz lässt sich über eine Such­funk­ti­on abfragen und hin­sicht­lich be­stimm­ter Kriterien in Relation zu­ein­an­der setzen. Das Programm bietet außerdem die Mög­lich­keit, Berichte zu erstellen. Im Vergleich zu Microsoft Access oder Libre­Of­fice Base bzw. Open­Of­fice Base ist der Funk­ti­ons­um­fang jedoch erheblich geringer.

Als Datenbank-Format kommt Post­greS­QL zum Einsatz. Glom eignet sich ins­be­son­de­re für kleinere Da­ten­ban­ken und Projekte wie Kontakt- oder Pro­dukt­lis­ten, die Sie dank der einfachen Bedienung schnell erstellen können. Eine aus­ge­reif­te MS-Access-Al­ter­na­ti­ve stellt Glom hingegen nicht dar.

Vorteile Nachteile
Dank seiner über­sicht­li­chen Be­nut­zer­ober­flä­che äußerst einfach zu bedienen – Da­ten­ban­ken lassen sich rasch anlegen und auswerten Enthält bedeutend weniger Funk­tio­nen als MS Access oder Base
Aktuelle Version nur für GNU/Linux er­hält­lich (Windows-Variante ist von 2010)
Unter Windows als Desktop-Anwendung nicht mehr­be­nut­zer­fä­hig

Fazit: Können kos­ten­lo­se Microsoft-Access-Al­ter­na­ti­ven das Original ersetzen?

Unterm Strich gibt es im Datenbank-Ma­nage­ment nur eine einzige kos­ten­lo­se Al­ter­na­ti­ve zu Microsoft Access, die tat­säch­lich annähernd ähnliche Mög­lich­kei­ten bietet: Libre­Of­fice/Open­Of­fice Base. Doch selbst bei Base muss man ein paar Abstriche gegenüber MS Access in Kauf nehmen, vor allem hin­sicht­lich der Ab­fra­ge­mög­lich­kei­ten der Da­ten­ba­sis und der all­ge­mei­nen Funk­ti­ons­viel­falt. Darüber hinaus prä­sen­tiert sich MS Access auch als ver­gleichs­wei­se stabile und zu­ver­läs­si­ge Software: Pro­gramm­ab­stür­ze und Re­pa­ra­tu­ren treten selten auf.

Glom und teilweise auch Kexi verfolgen eher den Ansatz eines Datenbank-Frontends, das zu­sätz­lich die In­stal­la­ti­on eines Datenbank-Ma­nage­ment-Systems vor­aus­setzt bzw. mit einem zu­sam­men­ar­bei­tet. Dies ist durchaus sinnvoll, denn dadurch löst man einige gängige Probleme klas­si­scher Desktop-Da­ten­bank­sys­te­me und sorgt für eine stabile und mehr­be­nut­zer­fä­hi­ge Datenbank. Al­ler­dings sind der Funk­ti­ons­um­fang und die Mög­lich­kei­ten der beiden Datenbank-Ma­nage­ment-Systeme derart ein­ge­schränkt, dass sich die beiden Programme nur für wenige Auf­ga­ben­ge­bie­te anbieten.

Der Vorsprung von MS Access gegenüber kos­ten­frei­en da­tei­ba­sier­ten Datenbank-Ma­nage­ment-Systemen steht u. a. im Zu­sam­men­hang mit dem langen Ent­wick­lungs­zeit­raum, den das Programm als Be­stand­teil der MS-Office-Suite schon durch­lau­fen ist. Selbst wenn in den letzten Versionen nur wenige neue Funk­tio­nen ein­ge­führt wurden, ist die Software seit ihrem Er­schei­nen Anfang der 1990er-Jahre immer wieder ver­bes­sert und von Fehlern befreit worden. Eine längere Ent­wick­lungs­ge­schich­te als Desktop-Datenbank-Ma­nage­ment-System besitzt nur (das ebenfalls kos­ten­pflich­ti­ge) Programm FileMaker. Wenn Sie nach einem äußerst aus­ge­reif­ten Desktop-DBMS mit einer großen Funk­ti­ons­viel­falt suchen, sollten Sie den Erwerb von Microsoft Access (oder der Kon­kur­renz-Software FileMaker, die es für macOS gibt) in Betracht ziehen.

Abhängig von Ihren An­sprü­chen und Ihrem Be­triebs­sys­tem können aber auch die oben vor­ge­stell­ten Programme genau richtig für Sie sein. Den größten Funk­ti­ons­um­fang unter den kos­ten­lo­sen Al­ter­na­ti­ven zu Microsoft Access bietet Base von Libre­Of­fice und Open­Of­fice, gefolgt von Kexi. Dem­ge­gen­über hat Glom aufgrund des re­du­zier­ten Layouts das über­sicht­lichs­te Frontend und ist am ein­fachs­ten zu bedienen. Aber auch ob viele Schnitt­stel­len zu anderen Da­ten­bank­sys­te­men vorhanden sind oder ob eine voll­stän­di­ge Multi-User-Funktion enthalten ist, kann aus­schlag­ge­bend für die Wahl der Software sein. In der ab­schlie­ßen­den Übersicht finden Sie noch einmal alle wichtigen Merkmale der drei vor­ge­stell­ten Desktop-Datenbank-Ma­nage­ment-Systeme.

Überblick: Microsoft Access im Vergleich mit anderen Desktop-Da­ten­ban­ken

Be­triebs­sys­tem(e) Sim­pli­zi­tät in der Bedienung Funk­ti­ons­um­fang Import-/Ex­port­op­tio­nen an­de­rer­Da­tei­for­ma­te Be­son­der­hei­ten deutsch­spra­chig Mehr­be­nut­zer­zu­griff Gratis
Microsoft Access Windows All­roun­der unter den Desktop-DBMS: Besitzt viele Funk­tio­nen und Schnitt­stel­len zu anderen Da­ten­ban­ken Ja Ja (mit Ein­schrän­kun­gen) Nein
Libre­Of­fice Base/Apache Open­Of­fice Base Windows, macOS, GNU/Linux Für alle gängigen Be­triebs­sys­te­me verfügbar und bietet viele Schnitt­stel­len zu anderen Da­ten­ban­ken Ja Nur in Kom­bi­na­ti­on mit einem Datenbank-Server Ja
Kexi GNU/Linux Un­ter­stützt diverse SQL-Da­ten­ban­ken Ja Nur in Kom­bi­na­ti­on mit einem Datenbank-Server Ja
Glom GNU/Linux (und mit Ein­schrän­kun­gen Windows) Sehr über­sicht­li­ches und einfach zu be­die­nen­des DBMS, das sich für simple Da­ten­ban­ken eignet Ja Bei GNU/Linux in Kom­bi­na­ti­on mit einem Datenbank-Server Ja
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